Wachsschmelzen - Ausbeute und Verwendung

  • Hallo,


    ich habe soeben meinen selbstgebautren Dampfwachsschmelzer das erste mal ausprobiert und wollte mal ein paar Ergebnisse vergleichen.


    Geschmolzen habe ich 2x7 Waben DNM


    Der erste Durchgang bestand aus altem, aber grundsätzlich sauberem Wabenwerk alles entdeckelt, zum Teil aus dem Honigraum oder nur sehr wenig bebrütet.

    Er hat 580g ergeben, also ca. 80g Wachs pro Rähmchen und die Qualität ist für mich schon gut, der Geruch ist auch angenehm.


    Der zweite Durchgang bestand ausschließlich aus richtig alten Schinken, schwarz bis zum geht nicht mehr und zum Teil noch Puppen drin, einiges auch noch verdeckelt.

    Dieser Durchgang hat nur 360g Wachs ergeben und die schwarzen Matten habe ich am Ende noch aus den Rähmchen rausdrücken müssen.

    Dieser zweite Durchgang hat also nur ca. 50g Wachs pro Rähmchen ergeben und obendrein werde ich das auch nochmal ein paar weitere male sieben müssen, denke dass dabei nochmal etwas verloren geht und als Resultat so 40-45g pro Rähmchen hängen bleiben.


    In Summe also knapp 900g aus 14 Rähmchen und von der Fabrgebung im gelblichen bis eher schwach orangenem Fabrton.

    Woran liegt denn das, dass aus dem schwarzen Schinken der Wachs nicht raus will?
    Wie sind so eure Ausbeuten an Wachs?

    ...und wenn ich das Rähmchenwachs mit dem Entdeckelungswachs vergleiche, dann ist da definitiv ein riesiger qualtitativer Unterschied in der Fabrgebung zu erkennen. Das Entdeckelungswachs ist klar gelb und in einer Reinheit die ich wohl aus dem Rähmchenwachs so nicht gewinnen kann.


    Von daher würde ich dazu tendieren das Rähmchenwachs nur für Kerzen zu verwenden und das Entdeckelungswachs zu sparen bis genug für eine Umarbeitung in Mittelwände angesammelt ist.


    Wie handhabt ihr das so?

  • Bei den "alten" Schinken hängt noch einiges an Wachs in dem Schmodder drin.

    Auspressen oder Auskochen (so das das Zeug unten gehalten wird, das Wachs schwimmt dann auf).

    Habe hier auch noch keine optimale Lösung für mich.


    Inspirationen:

    https://www.youtube.com/watch?v=HSNq7U3fnds

    Ist zwar Deckelwachs, aber das Prinzip - so ab Minute 19:40 gehts zum die Reste ("slum") nach dem Ausschmelzen. Er Druckt die mit einem Speziellen Sieb um Kessel Runter.


    https://www.youtube.com/watch?v=fOcMq5VaX98

    Schmodder mit ein paar Steinen in einen Sack und kochen.


    https://www.youtube.com/watch?v=qnyCq03zkf0

    Pressen

  • Über die Restmengen im Trester gehen die Meinungen auseinander. Ich verzichte drauf - ist mir zu aufwändig, das noch auszuquetschen und zu reinigen.


    Habe auch geschmolzen - BR-, HR-Rähmchen, Entdeckelungs- und Neubauwachs ergaben zusammen rd. 30 kg. Alles nochmals in Ggw. von etwas Citronensäure aufgeschmolzen (Wasserbad) und erneut übers Sieb (Strumpfhose). Schöne gelbe Blöcke - gehen direkt in die Umarbeitung zu MWen (ausschließlich eigenes Wachs!). Da ich nur mit OXS Varroabehandlung durchführe, gibt es nahezu keinen Eintrag von fettlöslichen Fremdsubstanzen, sodass auch nicht zwischen einzelnen Kategorien separiert wird. Umarbeiter und Völker werden damit gut zurechtkommen...

  • Ich lasse den Trester noch eine Extrarunde mit dem Dampfmeister alleine im Dampfwachsschmelzer. Danach bin ich mit der Ausbeute eigentlich zufrieden. Besonders für Drohnenbrut oder Brutwaben mit Restbrut nach der TBE ist mir das auspressen zuwider...auch müffelt dann das Wachs bis zur nächsten Klärung...zumindest bilde ich mir das ein.

  • Moin,

    wenn das restliche Altwachs sowieso nur verbrannt werden soll, ist der Aufwand, das letzte Gramm zu gewinnen, nicht gerechtfertigt.

    Es gibt keinen Grund, das Altwachs nicht wieder zu verwerten, oder sind wir schon wieder im Krisenmodus?

    Waren die Bienen wegen der Altwaben krank oder zeigten sie irgendwelche Symptome, die auf das Wachs zurückzuführen wären?


    Man kann es mit der "Hygiene" auch übertreiben und schwächt durch ewige Unterforderung das Immunsystem.

    Aber wer es meint, sich leisten zu können/müssen, der möge es tun.


    Ich habe seit der "Wachskrise" vor Jahren so ca 30 kg "eigenes" Wachs hier liegen neben 50 kg "konventionellem". Da ich mir die Kleckerei mit dem Mittelwandgießen selbst nicht antun möchte, werde ich die "Trennungsorgie" wohl aufgeben, sobald sich dafür eine Notwendigkeit ergibt.


    Probleme, die sich sicher auf das Wachs zurückführen lassen, habe ich in den letzten 50 Jahren nie gehabt - habe aber auch nie irgendwelches Zeug aus diesem "Internet" bestellt und immer bei Händlern gekauft, mit denen ich auch persönlich sprechen kann.


    Wenn wir alle das gegenseitige Vertrauen verlieren - wer kauft dann (z.B.) noch Honig?


    Grüße Ralf

  • Hallo zusammen, ganz kurz zu meiner Betriebsweise. Ich imkere auf Zander und bewirtschafte immer gut 25 Wirtschaftsvölker und eben soviele Ableger. Habe Wachs Reste und Drohnenbrut immer in einem großen Topf geschmolzen. Waben usw im Eigenbaudampfwachsschmelzer mit Tapetenlöser. Habe immer das Gefühl viel Wachs weg zu schmeißen. Darum werde ich mir nächstes Jahr die Hamag Wachsschleuder gönnen. Gruß Sascha

  • Moin Sascha

    ich habe auch eine ganze Zeit mit dem HAMAG Gerät geliebäugelt

    letztendlich war es mir einfach zu teuer und ich habe mich für die Wachsschleuder von "Königin" entschieden(Gasbeheizt-64cmkorb). Die kostet nur ein drittel vom HAMAG -bis jetzt bin ich zufrieden

    und ich bekomme gut 30 Rähmchen (DN)in einen Korb

    (1x eingesetzt) ich habe mir allerdings jetzt eine Drehzahlregelung dazugekauft(im Netz) originär gibt es nur "Ein"oder"Aus"

    Funktionieren tut es: Wenn man alles ausgeschmolzen hat(Stehend) und dann die Schleuder einschaltet kommt nochmal ein ordenlicher "Schubs" raus und der trester ist tatsächlich schön trocken

    man muss die Schleuder allerdins am Boden verschrauben.

    Ich hoffe das hilft dir

    VG

    Martin

  • Moin,

    wenn ich mir die Videos anschaue, weiß ich nicht, ob ich mir das ganze antun würde, um das letzte Gramm Wachs aus den Waben raus zu bekommen, vor allem das mit dem Auskochen.

    Bei mir gehen die Rähmchen direkt in den Dampf-Wachsschmelzer.

    Ich benutze einen Edelstahltrichter mit einer Box on Top für die Rähmchen, wo der heiße Dampf reingeht und eine Box, in die der Trichter reinragt und wo der Eimer für das Wachs-Wasser Gemisch drin steht. Ich nutze einen einfachen Tapetenablöser für den Dampf.

    Alles keine Raketentechnik. Alles geschlossen.

    Ich habe Grobsiebe (Lochbleche) im Trichter, die den Trester auffangen.

    Ich könnte auch noch ein Feinsieb/Damenstrumpf unter den Trichter hängen, fand ich bisher aber zu aufwendig.

    Das Wachs lasse ich nach dem Schmelzen ca. 24h stehen. So setzt sich der ganze Schmodder unter dem Wachs als dünne Schicht ab, den man ohne Probleme abkratzen kann.

    Fertig ist das "Blockwachs" (je nach Menge und Zustand der Waben).

    Das Wachs ist so schon fertig zum Umarbeiten. Zumindest gab es da bisher keine Probleme mit irgendwelchen Umarbeitern.

    Diesen Vorgang kann man beliebig oft mit den Wachsblöcken wiederholen, um das Wachs noch weiter zu klären. Jedes Mal bleibt etwas Schmodder unter dem Wachsblock hängen.

    Aus bebrüteten Waben bekommst du weniger raus als aus Deckelwachs oder Honigraumwaben.

    Als Highend sehe ich solche Systeme, wo man den Trester noch mal im heißen Zustand auspressen kann. Könnte ich bei mir auch, aber der Aufwand ist es mir nicht wert (Box mit den Rähmchen oben abnehmen und Trester auspressen/runter drücken).

    Gefühlt bekomme ich jedes Jahr mehr Wachs raus als ich in die Völker reingebe. Daher mache ich mir den Aufwand auch nicht, mit dem heißen Wachs noch rumzupanschen.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Hallo Martin, Danke für die Info. Hab mir von Deiner geschilderten Schleuder schon ein paar Videos angeschaut, war da nicht richtig überzeugt. Ich geb Dir Recht die Hamag ist echt teuer, überlege schon länger......... :/:/Grüß aus dem vernebelten Oberbayern

  • JA so ne Wachsschleuder ist schon ne super Sache, bin selber am überlegen ob ich nicht meine alte 4 Wabenschleuder zum Tresterschleudern umrüsten sollte. Also einfach den Korb mit Lochblech verschweißen. Ausschmelzen werde ich weiter durch ausschneiden machen, aber Pressen ist immer so eine Sauerei.

  • Woran liegt denn das, dass aus dem schwarzen Schinken das Wachs nicht raus will?

    Die aus Puppenhäutchen bestehende Wabenstruktur hält flüssiges Wachs zurück. Wenn man die erkalteten Reste genauer betrachtet, fallen gelbe Wachströpfchen in stehengebliebenen Zellen auf. Mglw. sammelt sich auch Wachs zwischen den einzelnen Häutchenschichten.

    Bernhard Heuvel empfahl deshalb, die Altwaben vor dem Ausschmelzen einige Tage lang zu wässern.

    Bei den einfachen Dampfwachsschmelzern von Hobbyimkern schätze ich den Wachsanteil imTrester mit ca. 10 ... 20%, selbst wenn der Imker den noch heißen Trester bspw. mit einer Mauererkelle mehrfach ausdrückt, nachdampft und vor den Entnahme aus dem Schmelzer noch einmal mit der Kelle ausdrückt (an der erkaltenden Kelle findet sich meist eine Wachsschicht). Meine Schätzung beruht auf ähnlichen Ausbeute-Erfahrungswerten wie in #1 geschildert und der Beobachtung des gelben Flammbildes und der Brenndauer von getrocknetem Trester.