Kennzeichnung von Honig anderer Imker

  • Sorry, ich habe es versucht und mit meinem IPad gefühlt bis zum Erdmittelpunkt gescrollt um das Thema zu finden. Habe viel interessantes gefunden und mußte öfters reingucken, was die Suchzeit nicht gerade verkürzte. Ich bin gerade in meiner alten Heimat, der Pfalz und bevor ich zu meiner Frage komme, muß ich Euch noch von Gestern erzählen ( also, ab aufs Sofa ). Jedenfalls sitze ich Gestern auf unserer Langen Bank auf der Nordseite des Schorlenbergs, also genau zwischen A6 und Alsenborn. Ich blicke also gemütlich über Alsenborn, als sich jemand neben mich setzt. Es ist Gott, also der Gott. Ihr könnt Euch vorstellen wie überrascht ich war. Und ich sage spontan so was wie: Oh Gott, also sorry mein Gott, also .......Gestammel ..... ach Gott, was machst Du denn hier bei uns in der Pfalz?


    Nun zu meiner Frage, ich bin mir da echt unsicher. Nehmen wir mal an, ich würde im nächsten Jahr gerne Honig verkaufen, der nicht direkt von mir, sondern von einem anderen Imker erzeugt wird, ca. 550 km von meinem Wohnort entfernt. Vermerke ich das ehrlicher Weise auf dem Etikett, oder überlasse ich es dem Käufer warum er einen regionalen Honig von einem Imker kauft, der laut Google Maps 550 km entfernt wohnt?


    Ach ja, Gott sagte nur: Homeoffice!


    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Sorry, ich habe es versucht und mit meinem IPad gefühlt bis zum Erdmittelpunkt gescrollt um das Thema zu finden. Habe viel interessantes gefunden und mußte öfters reingucken, was die Suchzeit nicht gerade verkürzte. Ich bin gerade in meiner alten Heimat, der Pfalz und bevor ich zu meiner Frage komme, muß ich Euch noch von Gestern erzählen ( also, ab aufs Sofa ). Jedenfalls sitze ich Gestern auf unserer Langen Bank auf der Nordseite des Schorlenbergs, also genau zwischen A6 und Alsenborn. Ich blicke also gemütlich über Alsenborn, als sich jemand neben mich setzt. Es ist Gott, also der Gott. Ihr könnt Euch vorstellen wie überrascht ich war. Und ich sage spontan so was wie: Oh Gott, also sorry mein Gott, also .......Gestammel ..... ach Gott, was machst Du denn hier bei uns in der Pfalz?

    Also bevor ich zu Deiner Frage komme wollte ich Dir schon lange mal danken dafür, dass Du mir öfters mal den Tag mit Deinem wirren Geschreibe erhellst (ernsthaft!) und dich bei der Gelegenheit Fragen, welche Drogen Du dazu benutzt... Jetzt meine persönliche Einschätzung zu Deiner Frage:


    Wenn Du bei Deinen Kunden immer stark auf der "ich verkaufe Honig aus der Region"-Trommel schlägst, dann sehe ich es als moralisch nicht in Ordnung an, einfach nicht-regionalen Honig über Dein Label zu verkaufen.

    Wenn Du einfach nur Wert darauf legst zu vermitteln, dass das deutscher Imkerhonig ist, der in Deinen Gläsern ruht, dann find ich, kann man das guten Gewissens machen.


    Letzten Endes wird Dein Gast aus dem Intro darüber richten und ggf. musst Du aufpassen, wie das Mengenverhältnis aus zugekauften zu eigenem Honig ist, weil sonst evtl. noch jemand anders darüber richtet.


    Meine Meinung, auch wenn es sicherlich ganz oft ganz ohne moralische Überlegung gemacht wird.

    Gruß,

    Friedrich

  • Hi,


    den moralischen lasse ich mal aussen vor.


    Grundsätzlich musst du es nicht angeben. Z.B. das DIB Etikett gibt keine Möglichkeit dazu,


    aber der DIB erlaubt den Zukauf von Honig. Empfiehlt jedoch max. 30% der Eigenproduktion.


    Die Zahl dürfte auch für das Finanzamt interessant sein, was die Steuerliche Behandlung betrifft.


    Weil es ist ja ein Handel und keine Urerzeugung durch dich.


    Gruss Joachim

  • schreib einfach drauf was drauf sein muss. Und lüg nicht. Das sollte genügen.

    Wenn der Honig gut ist, ist das doch kein Problem. 8)


    Grüße

    (auch an Gott, wenn Du ihn wieder mal treffen solltest...)

    Roland

  • Ich möchte Historischen Honig verkaufen. Den meisten von mir selbst ( Auf den Spuren Luthers ) ( bei mir in der Gegend gibt es den Lutherweg ) oder ( auf den Spuren der Wettiner, dito ). Es ist mir zu unschön Honig aus Bitterfeld zu vermarkten, da habe ich kein gutes Gefühl. Und wenn ich zur Vervollständigung noch etwas Honig aus dem Hunsrück ( Auf den Spuren vom Schinderhannes ) zukaufen würde, wäre die Sache rund. Verkauft an Touristen sollte ein ordentlicher Preis drin sein. Ich bleibe sicherlich unter 30% und es ist noch kein Honig auf den Spuren Drakuls vorgesehen ( was natürlich schade ist ).

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Damit man sich darüber unterhalten kann, denke ich daran mit einem QR-Code auf eine erklärende Internetseite zu leiten, auf der dann natürlich vermerkt, daß der Honig tatsächlich aus der entsprechenden Region kommt.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo, ich kaufe den Akazienhonig zu, weise aber auch den Kunden darauf hin, dass es im WW nur wenige Akazien gibt und klebe mit dem 5 Cent Etikett für die Blühenden Landschaften, den Etiketteindruck "Honig aus dem Westerwald" zu.

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • @Effessesesessses: wahrscheinlich trinke ich zu viel von Euren Boxbeuteln, haha. Mittelfranken, war das nicht früher mal Burgund?

    Viele liebe Grüße, speziell an Dich, Lodda und Sulzbach-Rosenberg

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • der Regionalbegriff ist DER Begriff bei zahlungskräftigen Honigkunden, aber auch generell bei ökologisch-gün orientierten Menschen, so ist meine Erfahrung. Genau das sind eigentlich die typischen Kunden von uns Imkern und die wollen sogar vor allem für "regional" und erst in zweiter Linie für "bio" mehr bezahlen. Das sollte man nicht gefährden.

    Diese Leute würde ich daher nicht enttäuschen und schon gar nicht schuld dran sein wollen, wenn der Begriff "Regional" noch stärker verwässert und beschädigt wird, als er es sowieso schon ist.


    Daher empfehle ich dringend, immer ehrlich drauf zu schreiben, was drin ist. Bei Verwendung von "Regional" (und der Kunde versteht darunter die Heimatregion des Imkers, nicht etwa irgendeine andere Region auf dem Planeten!), sollte der Honig dann eben auch aus deiner Region sein. Andernfalls ist es ja nicht verboten, auch andere Regionen drauf zu schreiben oder die Region wegzulassen. Wenn du dich speziell als regionaler Imker positioniert hast, wäre aber auch dieses Vorgehen in meinen Augen nur korrekt, wenn du deinen regionalen Honig direkt neben den anderen Honigen stellst und dem Kunden offen (und offensichtlich) die Wahl lässt und nichts verschleierst.


    Unbegrenzt zukaufen geht übrigens nur, wenn du es dann auch gewerblich versteuerst, denn wie schon von anderen angemerkt, ist nur ein kleiner Anteil Zukauf steuerunschädlich, darüber wirst du schnell zum Händler.

  • Ja, das ist klar und natürlich würde ich diesen regionalen Honig hauptsächlich in der jeweiligen Region verkaufen. In diesen Regionen liegt meine Heimat und ich habe dort noch einige Kontakte, bin auch gelegentlich dort, dort wo, Ihr wisst schon wer, Homeoffice macht.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • In diesen Regionen bist du dann als reiner Händler (Zukaufen, Weiterverkaufen) unterwegs, wenn ich das recht verstehe? Lohnt sich das für dich, v.a. da du ja zwangsläufig nur temporär vor Ort sein kannst? Klingt irgendwie nach viel Aufwand und wenig Ertrag.

  • [...] Vermerke ich das ehrlicher Weise auf dem Etikett, oder überlasse ich es dem Käufer warum er einen regionalen Honig von einem Imker kauft, der laut Google Maps 550 km entfernt wohnt?


    Ach ja, Gott sagte nur: Homeoffice!

    Wo soll er denn sonst sein? Es ist Herbst - die Jahreszeit, in der ich die Pfalz öfter mal vermisse - und der Teufel wollte die ja damals nicht^^;)


    Zu Deiner Ausgangsfrage: Aus den Gesprächen mit meinen Kunden weiß ich, dass die Regionalität immer ein tolles Argument ist. Kollegin mit wirklich schicken Gläsern am gleichen Stadt, gekauft bei mir, obwohl noch Pfand dazu kam, „...weil die Bienen in der Nachbarstrasse stehen!“

    Da ich inzwischen auch in die Heide wandere, differenziere ich im Verkaufsgespräch immer, was genau aus der Straße, dem Umland und aus der Heide (150km) kommt. Da sich über Geschmack vortrefflich streiten lässt, habe ich den Eindruck, dass es vielen Kunden bei der Entscheidung „hilft“.
    Ich fände es aber auch gar nicht schlimm, Honig eines Kollegen auch so gekennzeichnet anzupreisen, wenn ich ungefähr weiß, wie er imkert oder „tickt“. Wenn er wie ich ein lokales Produkt mit Begeisterung herstellt, oder eben eins, das ich nicht als Sorte nicht erzeugen kann... Bestens!
    So lange Du da Deine Begeisterung damit „dazupackst“, wird da kaum jemand widerstehen können.


    Umgekehrt habe ich auch schon im Verein mit Mengen oder Sorten ausgeholfen, da blieb es natürlich regional.


    Habe auch schon mit dem Gedanken gespielt, „
    Forumshonig“ zur Abrundung des Angebotes anzubieten...