Alle Bienen tot, plötzlicher Tod und Verschwinden

  • Hallo Leute,

    mir sitzt der Schock relativ tief und unerklärlich in den Knochen. Heute war ich nach ca. 6 Wochen an meinen Völker und wollte nachsehen wie der Zustand ist.

    Alle Völker saßen vor 6 Wochen auf knapp 8 Dadant und waren starke Völker. Jedes Volk bekam 10-15 Kilo Apiinvert, zusätzlich habe ich ein neues Propolis Gitter in

    die Völker gelegt ( Merkt euch bitte das). Das ist nun mein dritter Winter mit meinen Bienen und bisher habe ich nicht ein einziges Volk verloren.

    Bei Öffnen Heute kam mir das erste Volk sehr schwach vor, Königin ist da aber maximal 500 Bienen.. eventuell dachte ich gab es hier Räuberei oder ähnliches aber die markierte

    Königin war vorhanden weshalb ich das ausschloss.. das zweite Volk auch Königin vorhanden aber ebenso maximal 500 Bienen.. das dritte Volk keine Königin mehr, das vierte und fünfte Volk komplett ausgezogen (keine einzige tote Biene vor dem Stock oder im Stock aber kein Tropfen Honig bzw. Winterfutter mehr drinnen, merkwürdig?).

    Das einzige was ich dieses Jahr geändert habe ist das Propolis Gitter das auf dem Volk lag.. vor 6 Wochen war noch alles in Ordnung.

    Ich hab keine Ahnung was passiert ist, kein Varroa.. ich weis nicht was ich mit den zwei ganz schwachen Völkern tun soll.. in die warme Garage? mit den restlichen vollen Futterwaben und darauf hoffen dass die was über den Winter werden.. ich wäre sehr sehr hilfreich für jede Hilfe was hier passiert ist.

  • Was heisst stark? Wenn ich mich recht erinnere, hast Du Dich diesbezüglich bereits dieses Frühjahr (mehrmals?) verschätzt … :/ Wie waren die Dadant-Waben besetzt? Zum Beispiel in Achteln gemessen (Liebefelder Schätzmethode)? Wieso weisst Du, dass das kein Varroaschaden ist, obwohl die Symptome deutlich dafür sprechen?

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Ich hatte stark gegen Varroa behandelt. 3 Mal Milchsäure im 7 Tage Abstand.. das mache ich seit Beginn so und das hat mir auch sehr stark geholfen. Jedes Volk besaß eine Windel und die sahen echt gut aus.. starker Fall innerhalb der ersten 2 Wochen und dann ein sinkender Fall der Milben.

    Ja Bilder gibt es aus anderen Posts von mir, die Völker waren definitiv nicht schwach aber auch nicht die stärksten.. aber ich habe schon auf 3 Dadant sitzende Völker über den Winter gebracht. Die Dadant waren echt gut besetzt.. hab von 8 auf 10 erweitert gehabt damit Futter eingelagert werden kann..

    Kann die Varroa von außen eingeflogen sein? da tatsächlich alle Völker erwischt wurden glaube ich nicht dass ich diesen Fehler verursacht habe.. ein Volk war ebenso ein frischer Ableger auf dem Mai und wurde auch komplett behandelt.. den hats auch erwischt.. oder war es eine Kettenreaktion

  • "Guten" Nachmittag, Kabal!


    Vorab: Aufrichtiges Mitgefühl, wenngleich ich im Hinterkopf habe, dass du dieses Jahr schon wiederholt "Hantier" bei und mit deinen Völkern hattest?!


    Kann das sein oder werfe ich da was durcheinander?


    Alle Völker saßen vor 6 Wochen auf knapp 8 Dadant und waren starke Völker.

    Woran machst du dieses "Stark" genau fest? 8x wirklich flächig (!) besetzte Dadant vor 6 Wochen und unter Berücksichtigung der damaligen Temperaturen klingt okay, aber spontan auch nicht unfassbar überragend stark.

    Ich vergleich`s im Geiste für mein Verständnis 1:1 mit meinen 1,5ern DNM.


    Bei Öffnen Heute kam mir das erste Volk sehr schwach vor, Königin ist da aber maximal 500 Bienen.. eventuell dachte ich gab es hier Räuberei oder ähnliches aber die markierte

    Königin war vorhanden weshalb ich das ausschloss.

    Der Umstand, dass überhaupt noch Irgendwer lebt(e), schließt m. E. Räuberei ebenfalls aus.

    Bei +/- 500 kann man allerdings beim besten Willen nicht mehr von einem Volk sprechen.


    das zweite Volk auch Königin vorhanden aber ebenso maximal 500 Bienen.. das dritte Volk keine Königin mehr, das vierte und fünfte Volk komplett ausgezogen (keine einzige tote Biene vor dem Stock oder im Stock

    Spätestens an diesem Punkt würde ICH einen klassischen Varroaschaden als finale Ursache des Sich-Abfliegens dieser Völker benennen.


    kein Tropfen Honig bzw. Winterfutter mehr drinnen, merkwürdig?

    Merkwürdig vielleicht. Je nach Witterungsverlauf in den letzten 6 Wochen bei Euch aber ggfs. schlichtweg logisch:

    Die Völker flogen sich nach und nach ab und wurden entweder währenddessen bereits (still?!) oder aber im Nachgang leergemacht / beräubert. Bei klassischer Räuberei sollten die Waben aber ordentlich zerpflückt aussehen und die Fluglöcher / die unmittelbare Umgebung derselben kleben. Ist dies der Fall?


    Das einzige was ich dieses Jahr geändert habe ist das Propolis Gitter das auf dem Volk lag.

    Was ich für vernachlässigbar halte.


    vor 6 Wochen war noch alles in Ordnung.

    Nope. Schlichtweg nope.

    Da werden die Völker aller Wahrscheinlichkeit nach bereits im Sterben gelegen haben. Nicht unbedingt offensichtlich, insbesondere für den (fortgeschrittenen) Anfänger, aber so wird`s gewesen sein.


    ich weis nicht was ich mit den zwei ganz schwachen Völkern tun soll.

    Wenn du damit die 2 x ~500 Bienen meinst: Erlöse sie. Verschließe die Beuten und schwefle kurz und schmerzhaft ab.


    ich wäre sehr sehr hilfreich für jede Hilfe was hier passiert ist.

    Um es auf den Punkt zu bringen:

    Die 2020er (und ggfs. bereits die 2019er) Varroabehandlungen haben den Milbenbestand in den Völker nicht ausreichend reduziert, sodass die (bereits vorbelasteten) Völker nicht ausreichend gesunde Winterbienen erbrüten konnten um jetzt und in den kommenden Monaten zu überleben.

    Nicht mehr, nicht weniger (mit allen Unwägbarkeiten einer Ferndiagnose).


    Ich empfehle daher:

    1. Beuten verschließen!

    2. Fehleranalyse vor Ort, idealenfalls mit versierten Kollegen aus dem IV (Könntest du Fotos der Völker bzw. der Waben machen?)

    3. Material sichten, sortieren und ggfs. entsorgen bzw. ausschmelzen

    4. Über den Winter ein bewährtes und für dich umsetzbares Konzept zur Varroabekämpfung suchen und finden und dann...

    5. Krönchen richten, Mund abwischen, transparent, offen und ehrlich schauen wo du in deiner Umgebung Bienen für das nächste Jahr bekommst.


    Kopf hoch!


    Schöne Grüße

    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hi,


    sorry, aber vor der Milchsäurebehandlung wird doch schon seit einiger Zeit gewarnt.


    Sie hat leider nur eine sehr begrenzte Wirksamkeit, und 3 Behandlungen im


    Sommer dürften kaum Wirkung gezeigt haben. Selbst 3 mal OX gesprüht wäre wahrscheinlich


    zu der Zeit zu wenig gewesen. Es gibt erprobte Behandlungsmethoden. Auch hier im Forum


    wird immer wieder darauf hingewiesen, diese zu nutzen würde mehr Sinn machen.


    Bei den beiden Häufchen habe ich leider auch keine Ahnung ob man die noch retten kann.


    Hier kann man nur empfehlen im neuen Jahr neu anzufangen und sich dann, zumindest die


    ersten Jahre, an die erprobten Behandlungsweisen halten.


    Gruss Joachim

  • Puh.. ich habe die Milchsäure damals von meinem Imker gelernt. Von Ihm hatte ich auch mein erstes Volk weshalb ich darauf gesetzt habe mit dieser Methode richtig zu behandeln. Man glaubt kaum was diese Milbe alles anrichten kann, das bewirkt echt ein sehr starkes Umdenken in mir. Die armen Bienen.. Wort wörtlich Scheise. Ich werde Bilder machen und reinposten. Die anderen zwei Völker werde ich vermutlich hiermit erlösen.

  • So, nu` doch nochmal direkt hinterher:


    Ich hatte stark gegen Varroa behandelt. 3 Mal Milchsäure im 7 Tage Abstand.

    Stark gegen Varroa = 3x MS in der gesamten Saison und sonst nix?!:eek:


    das mache ich seit Beginn so und das hat mir auch sehr stark geholfen.

    Womit sich über diese 3 Jahre deiner Imkerei die Milbenlast in den Völker nund Ablegern laaaangsam, aber stetig hochgeschaukelt haben dürfte.

    Ich selber habe vor ein paar Jahren mit Milchsäure gearbeitet und bin im Nachgang äußerst unzufrieden mit deren Wirksamkeit.


    Jedes Volk besaß eine Windel und die sahen echt gut aus.

    Als bekennender Nicht-der-Windel-glauben-Imker kann auch da eine wesentliche Fehlerquelle liegen, sprich die Windeln spiegeln aus ... diversen Gründen nicht den tatsächlichen Befallsgrad in den Völkern wider.

    Auch hierzu habe ich eigene Erfahrungen - durchweg schlechte.

    Offenbar bin ich nicht penibel / fähig genug beim korrekten Ermitteln des Milbenfalls, inkl. eingefetteter, geölter, windsicherer oder sonstwie präparierter Windeln oder ich hatte immenses Pech. Glauben tu` ich aber fest an eine Variante des Erstgenannten, weshalb ich vom Zählen der 8-beinigen Plagegeister definitiv wieder weg bin. Ein grober Eindruck hilft mir mittlerweile besser weiter.


    Kann die Varroa von außen eingeflogen sein? da tatsächlich alle Völker erwischt wurden glaube ich nicht dass ich diesen Fehler verursacht habe.

    Ja, aber...genau ob deiner Schilderung bin ich mir beinahe sicher, dass es ein imkerlicher Fehler war, der zu dieser Situation jetzt geführt hat.


    Gruß

    vom

    Patrick, der auch schon reichlich (imkerliche) Fehler gemacht hat...

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Von Anfängerin zu fortgeschrittenem Anfänger: fang im Winter doch mal hiermit


    https://www.die-honigmacher.de/kurs4/index.html?


    an und arbeite von dort aus weiter.


    Und hör nicht auf zu fragen. Trotz theoretischem Wissen steht man sich in der Praxis doch dauernd selbst im Weg. Ohne die Hilfe der Mitglieder zweier Foren (früher das Warré-Forum, nun hier) würden meine Bienen jetzt wahrscheinlich auch nicht mehr fliegen, das erste ist schon im September so gut wie zusammengebrochen.

    Anfängerin 2019, Ökotante, Warré klassisch, aktuell 6 Völker