Podcast Bienengespäche mit Bernhard Heuvel

  • diesselbe Wirkung von Varromed würde man auch mit Oxuvar oder Oxalsäure verdampfen erreichen- der Unterschied ist die Zulassung, die in D mit der Honigverordnung kollidiert, wenn man den letzten Artikel im Bienenjournal richtig interpretiert.

  • Ich bin nun auch durch und und muss sagen, ich bin positiv überrascht. Letztlich sehr informative Vorträge, aus denen ich Manches mitnehme und über den Winter überdenken werde.


    Den Einsatz der verschiedenen Präparate sehe ich bei weitem nicht so kritisch, wie der ein oder andere hier. Amitraz wird nur im Notfall/Ausnahmefall eingesetzt ( rall0r danke für die Nachschau im Buch und generell deine sachlichen, einordnenden und substantiellen Beiträge hier!) und die Frühjahrsbehandlung mit Varromed ist nun auch keine Chemiebombe. Ich werde jedenfalls drüber nachdenken, ob ich das nicht auch einmal versuchen werde. Beispielrechnungen, dass jedes Prozent mehr an Varroabefall theoretisch X kg Honig kostet liest man häufig und die exponentielle Entwicklung der Milben wurde hier im Forum bereits hundertfach thematisiert. In diesem Zusammenhang hat eine Frühjahresbehandlung mit Varromed durchaus eine gewisse Logik. Nur fitte Völker bringen Honig, liest man hier gerne mal (was ich auch unterschreibe), mehr Honig würde damit auch auf einen gesünderen Status der Völker hindeuten.. Resistenzbildung fürchte ich Fall von Varroamed aufgrund seines Zutatencocktails aus organischen Säuren und ätherischen Ölen kaum. Übrigens klagt Heuvel auch nicht über Landwirte sondern sieht deren Notwendigkeiten und ordnet das recht differenziert ein, davon war ich angenehm überrascht.


    Was mich überrascht hat, ist seine Ablehnung der TBE - ich kannte seinen Standpunkt dazu nicht und generell liest man kaum etwas Negatives dazu. Ich bin den letzten Jahren ebenfalls zu einem Verfechter der TBE geworden und hatte seitdem auch keine Winterverluste mehr. Dieses Jahr habe ich allerdings aus logistischen Gründen ein rundes Dutzend Völker auf überwiegend weiter entfernten mit MAQS behandelt und eben keiner TBE unterzogen. Diese stehen nun durch die Bank stärker da als die Völker, die Mitte Juli eine TBE durchliefen - und deutlich weniger Arbeit haben sie auch gemacht. Ob seine Aussagen zum Fettkörper korrekt sind, sprich auf entsprechenden Untersuchungen beruhen vermag ich nicht zu beurteilen, aber insgesamt ist seine Argumentation nicht ganz unplausibel. Nun, am Ende werden die Toten gezählt und wenn die Nicht-TBE-Völker auch besser aus dem Winter kommen werde ich ernsthaft drüber nachdenken die TBE einzuschränken und ggf. nur noch zweijährig zwecks Wabenhygiene und "Reset" der Milbenpopulation durchzuführen. Würde jedenfalls einen Haufen Arbeit sparen. Die ich mir prinzipiell gerne mache, wenn es meinen Bienen hilft. Aber wenn andere Wege genauso hilfreich sind möchte ich nicht es eines Dogmas wegen...


    ....Stichwort Dogma: Generell sind die Vorträge deutlich weniegr dogmatisch als ich es nach Lesen dieses Threads erwartet habe. Da sind hier im Thread deutlich meinungsstärkere Beiträge zu lesen.

  • Übrigens klagt Heuvel auch nicht über Landwirte sondern sieht deren Notwendigkeiten und ordnet das recht differenziert ein, davon war ich angenehm überrascht.

    Vielleicht klingen bei so manchem Mitglied ältere Stellungnahmen und Aussagen von ihm mit, die du noch nicht mitbekommen hast. Es ist schwer immer auf dem Laufenden zu sein, welche Meinung er gerade vertritt. Da gab es während seiner Laufbahn so einige Richtungsänderungen. Das ist nicht zwangsläufig schlecht aber halt schwer beständig zu verfolgen.

  • Das mag natürlich sein :) Viel mehr als diesen Podcast habe ich von ihm bislang nicht verfolgt. Ab und an stolpere ich bei der Suche mal über Beiträge von ihm hier im Forum, aber das ist so zufällig und rar, dass ich mir daraus kein Bild machen konnte und wollte.

  • In seinem Buch gibt er in einem Absatz (!) die Investitionskosten pro Volk mit 1500, dann 1000, dann 1500 und wieder mit 1000 € an.

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • die konkrete Zahl ist egal- es muß einem nur klar sein, das die Kosten für Raum und Technik nicht unerheblich sind, und man neben der Gesundheit auch eine Menge Geld verbrennen kann.

    Ich werde mir das Buch mal über Weihnachten ausleihen oder auf die 2.Auflage warten.

  • Das sag ich demnächst auch mal meinem Chef oder unseren Kunden, dass 50 % Unterschied nicht so wichtig sind ...

    In einem Gespräch mag das ja stimmen, aber wenn man ein Buch schreibt oder Vorträge hält sollte man zumindest grob seine Zahlen drauf haben. Oder weglassen.

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Er widerspricht sich doch ziemlich.

    Bei seiner Behandlungsmethode sagt er 4 mal pro Jahr. Darunter auch im April kurz vor dem

    Honigraum aufsetzen.

    Dann sagt er das er die Honigräume im Februar nach dem Schieden aufsetzt.

    Was jetzt?

    Evtl. war der Zeitraum zum Schreiben des Buches länger als er brauch um seine Betriebsweise zu verändern...?

  • Definitiv. Sonst wäre es noch befremdlicher als es sowieso ist, dass ein Buch Ende Juli erscheint und Hilfe für Anfänger in einem Forum verspricht, das der Autor dann zum 01.09. schließt.

    Anfängerin 2019, Ökotante, Warré klassisch, aktuell 6 Völker

  • In einem Gespräch mag das ja stimmen, aber wenn man ein Buch schreibt oder Vorträge hält sollte man zumindest grob seine Zahlen drauf haben.

    Wenn du das Buch in 5 Jahren nochmal zur Hand nimmst, werden wahrscheinlich beide Zahlen falsch sein.

    Bei unterschiedlichen Konzepten und Vorgehensweisen, werden sie wohl bei der ein oder anderen heute schon falsch sein.

    Beide sind warnend höher, als die meisten Anfänger vermuten. Das reicht eigentlich.

    Man kann es auch drauf anlegen, so zu arbeiten, dass man wesentlich darunter liegt. Geht.

    War aber nicht sein Weg.