Podcast Bienengespäche mit Bernhard Heuvel

  • Bernhard hatte ja eine ganz andere Motivation für Kunststoff, er hat ja wie einige unter dem Mist der Go.......... -panscherei gelitten.

    Bernhard hatte andere Probleme und nicht beim goldigen eingekauft/umgearbeitet.

    Er hat gestern gesagt er hätte Biowachs von einem Imkerkollegen erworben.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • TBE ist nicht gleich TBE. Man kann die TBE zu einer Zeit machen wo man nichts besseres zu tun hat, gleich damit Ableger bilden, einfüttern und eine komplette Wachserneuerung. Wenn das klappt ist das gut und machbar.
    Man kann es aber auch Anfang Mai machen wo man eben nur drei oder vier DN-Rähmchen rausnimmt ( die verdeckelten ) mit der Hälfte der ansitzenden Bienen vierzehn Tage vor Trachtlücke. Etwas überspitzt ( wie man das von mir kennt ) könnte man auch sagen: während einer Massentracht bekommen die das garnicht richtig mit, wenn man die Flugbienen zurückfliegen lässt.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Was ich aus seinem Vortrag nicht herausgehört habe (bzw. ich es überhört habe) ist: Wo kommt der Forschungsunterbau zum Fettkörper her, wie er aufgebaut, bzw. verbraucht wird. Konkreter: Bernhard sagt, dass schlüpfende Brut am Fettkörper der Arbeiterinnen zehrt. Daher sei die TBE so ein Kraftakt, weil plötzlich lauter gleichaltrige Bienen schlüpfen, die versorgt werden wollen.


    Ich fand seine Einlassungen ja durchaus plausibel, aber für mich steht und fällt es damit, ob die Ausführungen zum Fettkörper eine wissenschaftliche Grundlage haben oder theoretische Überlegungen sind.


    Ähnlich geht es mir mit seinem Varroakonzept: Wenn Amitraz praktisch der Hauptbestandteil seiner Behandlung ist und ein Großteil seiner Völker das jedes Jahr verabreicht bekommen, dann hat rase natürlich mit seinem Einwurf hinsichtlich Resistenzen recht.

    Wenn es sich aber nur um Ausnahmen handelt, es wenige Völker betrifft, die Amitraz benötigen, den Rest bekommt er mit der regelmäßigen Träufelung von VarroMed behandelt, dann finde ich das durchaus interessant. Und das sage ich als bekennender VarroMed Kritiker.

    Ich habe ja einigen Aufwand in einen VarroMed Test gesteckt, aber nach dem Vortrag muss ich vielleicht zugeben, dass ich das Präparat falsch verwendet habe.


    Seine kritischen Ausführungen zur TBE sind bei mir deswegen auf fruchtbaren Boden gefallen, weil ich dieses Jahr markante Unterschiede bei den Völkern beobachte, die ich mit der TBE auf MW gesetzt habe, in Unterschied zu jenen, die ich auf LW geschüttelt habe.

    Die auf MW-gesetzte Völker gehen merklich schwächer in den Winter als die auf LW geschüttelten, obwohl letztere bis zu 10 Tage später gebildet wurden.

    Das setzen auf MW scheint ein größerer Kraftakt zu sein.


    Es scheint auch so zu sein, dass der Befall vor der TBE entscheidend dafür ist, ob die Maßnahme glückt. Bei einem phoretischen Befall von >= 5% kommt ein Volk nach der TBE bestenfalls mühsam auf eine ausreichende Einwinterungsstärke - ich habe solche Kandidaten Anfang Oktober mit einem Ableger vereint. Ganz zu schweigen davon, dass ich auch Völker im Juli/August auch nach der TBE auflösen musste, weil der Befall vorher das Volk unumkehrbar geschwächt hatte.


    Insofern finde ich Bernhards Aussage, seine Bienen hinsichtlich Varroa das ganze Jahr im Auge zu behalten, angebracht und richtig. Und ich gehe auch bei der Aussage mit, dann ggf. früher einzugreifen und Völker aus der Honigproduktion zu nehmen und zu behandeln. Er behandelt dann zwischen den Trachten mit VarroMed - ob das was bringt, weiss ich nicht. Aber interessant ist es allemal.

  • Was soll er denn sonst zur TBE sagen, wenn er lieber mit Medikamenten behandelt.

    Vielleicht: TBE funzt aber ich bin zu faul?

    Und keine Angst, wenn Berhard den Fettkörperdoktor spielt, dann hat es das sicherlich in irgendeiner wissenschaftlichen Arbeit, wahrscheinlich auf Englisch gelesen. Er stapelt die Dinger im Keller, da wo bei Euch das Honiglager ist, auf Edelstahlregalen mit einer Tragkraft von 250 kg je Boden.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Was ich aus seinem Vortrag nicht herausgehört habe (bzw. ich es überhört habe) ist: Wo kommt der Forschungsunterbau zum Fettkörper her, wie er aufgebaut, bzw. verbraucht wird. Konkreter: Bernhard sagt, dass schlüpfende Brut am Fettkörper der Arbeiterinnen zehrt. Daher sei die TBE so ein Kraftakt, weil plötzlich lauter gleichaltrige Bienen schlüpfen, die versorgt werden wollen.

    Wir haben beide, zeitgleich, die selben Erfahrungen mit Varromed gemacht und auch den selben "Fehler" begangen. Ob das jetzt die Dummheit der Anwender oder fehlende Anleitung ist weiß ich nicht. Was mir allerdings zu dünn ist, ist Bernhards wiederholende Argumentation: "Die Völker sehen einfach anders/besser aus." Ich hab ihn wiederholt gefragt wie er seine Erfahrungen zu den Ergebnisse von Ralph Büchler (youtube.com/watch?v=tuJlgzcQWAg) stehen...aber es kommt immer nur "Das sind andere Völker als mit TBE".


    Wenn ein Volk nach einer TBE 2 Brutdurchgänge braucht um gesund und langlebig zu werden, dann ist das vielleicht wahr...aber dann sollen sie doch. Die Praxis zeigt ja das die Völker stark und gesund den Winter überleben.

  • Ähnlich geht es mir mit seinem Varroakonzept: Wenn Amitraz praktisch der Hauptbestandteil seiner Behandlung ist und ein Großteil seiner Völker das jedes Jahr verabreicht bekommen, dann hat rase natürlich mit seinem Einwurf hinsichtlich Resistenzen recht.

    Der Einwurf war anders: wenn man statt eines konzentrieren Eingriffs immer nur die Spitzen bricht, züchtet man sich Resistenzen. Bspw. wäre ein Extrembeispiel, wenn Du Antibiotika zu früh absetzt.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wenn Du die Völker auf die TBE einstimmen kannst...

    Das Schwarm und TBE grundsätzlich nicht dasselbe sind, habe ich nicht in Zweifel gezogen.


    Es geht hier aber um ein Detail: Bernhard Heuvel konstatiert, dass der Fettkörper der Bienen besonders von der Fütterung frisch geschlüpfter Brut belastet wird. Beim regulären Brutgeschäft sei das unproblematisch, weil die Brut in kleineren Sätzen kontinuierlich schlüpft, nach einer TBE hingegen große Mengen gleichaltriger Brut, was in Summe den Fettkörper des Biens massiv schädige (mit allem was daraus folgt).


    Meine Frage, auf die Du nicht eingegangen bist: wo ist in dieser Hinsicht der Unterschied zum (natürlichen) Schwarm? Auch da muss ja schnell viel Brut erzeugt werden.

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • Wo kommt der Forschungsunterbau zum Fettkörper her, wie er aufgebaut, bzw. verbraucht wird. Konkreter: Bernhard sagt, dass schlüpfende Brut am Fettkörper der Arbeiterinnen zehrt.

    Den Fettkörper bilden die Bienen meines Wissens nach dem Schlüpfen durch Aufnahme von viel Pollen, natürlich hat auch die Aufzucht/Pflege der Bienen etwas damit zu tun. Danach wird der Fettkörper ohne vorhandene Brut auch so beibehalten (gibt langlebige Bienen für den Winter oder Schwarm etc) und erst durch die Produktion von Futtersaft, in den beiden Drüsen, zum füttern der Brut wird der Fettkörper wieder aufgezehrt.

    Bei einem Überhang an Bienen gegenüber der Brut nach der TBE, kann ich mir nicht erklären weshalb sich hier Bienen anders verbrauchen sollen wie ohne.

    Was natürlich passieren wird/kann ist, dass 2-3 Wochen nach der TBE mangels Tracht und Arbeit die Bienenmasse einen starken Knick nach unten macht. Das sieht man jedoch auch bei Schwärmen oder nach der Honigernte. Da fehlen dann einfach die nicht mehr benötigten Bienen und es dauert etwa 6 Wochen bis die Masse beim Erstellen wieder erreicht/überschritten wird.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Bei der ganzen Diskussion dieses Podcasts stelle ich fest, dass immer sequenzielle Passagen diskutiert werden, die in sich diskussionswürdig sind. In Gänze klappt diese Betriebsweise schon, sonst würde es mit dem Broterwerb ja nicht klappen.

    Weiter bin ich der festen Überzeugung, dass die kleinklimatischen Unterschiede in unserem Land einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Ergebnisse der unterschiedlichen Behandlungskonzepte haben. Celle, Köln oder Chiemgau ist schon ein Unterschied. Dies wird der Bien mehr als wir merken und entsprechend reagieren und sich in die eine oder andere Richtung entwickeln. In Zeiten des schnellen Austauschs nehmen wir jedoch alles auf und imkern „global“.

    Ich habe Achtung für den Erfolg, welchen B. Heuvel hat und dass er zusätzlich Felder für sein Auskommen gefunden hat, was nur durch geistige Beweglichkeit möglich wird! Gleichzeitig gruselt es mich schon ein wenig, dass es wohl so sein muss, um heutzutage so zu überleben und ich wünsche mir manchmal die frühere Abgeschiedenheit ohne 24/7 Mentalität zurück...

    Nachdenkliche Grüße Rudi

  • ...

    In Gänze klappt diese Betriebsweise schon, sonst würde es mit dem Broterwerb ja nicht klappen.

    ...

    Nachdenkliche Grüße Rudi

    Es wurde auch nicht bezweifelt, dass das Konzept - zumindest kurzfristig - aufgeht. Ob ein dauerhafter Einsatz von VarroMed und Amitraz die 1A-Lösung für fette Bienen und damit starke Völker sind, wage ich zu bezweifeln.


    Grüße vom Apidät

  • Das umweiseln per ZSZ geht super, das macht man im Herbst aber nicht mit Jungfern, sondern mit begatetten 90% werden meist angenommen.

    Hallo robirot,


    falls sich das auf meine Frage bezieht: Das ist ein ganz anderes (und viel aufwendigeres!) Thema.

    Es geht mir ja eben darum, dass

    1. Nur eine unbegabtete benötigt wird,

    2. die Alte nicht gesucht werden muß,

    3. für eine Weile 2 Kö. die Winterbienen produzieren und

    4. die Neu nur angenommen wird, wenn Sie denn besser als die Alte ist.

  • Kunstschwärme, auch späte, sind das BESTE was man machen kann.

    Nix anderes ist ne TBE, bei genauer Betrachtung. Unterschied macht die eingesetzte Fangwabe. (mach ich nich weils MIR zu lange dauert bis erste Brut schlüpft)

    Da darfst natürlich niemals nicht Schwäbisch sein. Das Wetter, gleich zu setzen mit (fehlendem) Polleneintrag, kann man mit Eiweißfutter ausgleichen (meist nicht nötig!)

    Die Heitjer machten nach der Heidetracht so richtig fette KS (hatten die doch sehr viel Überschussbienen, der Bestand wurde auf ein viertel Zusammengeschüttet, damit es wieder früh Schwärme gibt!).... mit Junger Queen, das nicht Fett machen sehe ich als Grund fürs "nich gelingen" an. Je mehr Bienenmasse (Pflegekraft) im Verhältnis zur möglichen Eiablage der Queen so ein KS hat, um so besser/kräftiger/fetter/gesünder wird der so wichtige Ertse Brutsatz.

    Das ist das Geheimnis.

    Womit du den KS behandelst is Sche.... Egal, es wirkt so ziemlich alles ausreichend gut solange der KS nich verätzt wird.

    Latürnich, Qualität geht auch hier vor Quantität, weniger is also mehr!

    Da Bernhard, (so denke ich) auf Quantität bedacht ist.........;)

    Klar, dann brauchst dringend Amitraz,...... die verwendete Brut mit ihren Milben is nich so gut für nen gesunden Anfang.

    Aber sicher doch, es geht!

    Würde er mit Minis arbeiten, hätte er spät im Jahr mehr als genug junge Queens übrig , die Kunststückchen mit ner Unbegatteten? (These;))sind fragwürdig.

    Seine Apideas weisen gaanz sicher auf Quantität hin........

  • Ähnlich geht es mir mit seinem Varroakonzept: Wenn Amitraz praktisch der Hauptbestandteil seiner Behandlung ist und ein Großteil seiner Völker das jedes Jahr verabreicht bekommen, dann hat rase natürlich mit seinem Einwurf hinsichtlich Resistenzen recht.

    Der Einwurf war anders: wenn man statt eines konzentrieren Eingriffs immer nur die Spitzen bricht, züchtet man sich Resistenzen. Bspw. wäre ein Extrembeispiel, wenn Du Antibiotika zu früh absetzt.

    Sorry, aber da liegst Du imho komplett daneben.

    Resistenzen vermeidet man indem man nicht zu oft, also nur bei Schadschwellenüberschreitung, behandelt.

    Dann muß die Behandlung allerdings sitzen!!! Überspitzt: Wo nichts überlebt, wird auch nichts resistent.

    Dein Antibiotikavergleich wäre eine zu schwache Behandlung, wo viel überlebt, weil nicht durchgezogen und somit entsprechende Resistenzen gefördert wären. Das ist das Gegenteil von dem was der Krokodiljäger vom Niederrhein macht.

    Die Alternative Behandlung wirkt dabei zusätzlich als Resistenzbrecher. Stichwort „Wirkstoffwechsel“.

    Dass er das Amitraz nicht im Wechsel mit Flumethrin einsetzt liegt wohl an seiner Abneigung gegen Bayer...