Fluglochkontrolle

  • ...aber Bruder Adam sagt doch, es gibt keinen Stockgeruch, und wenn der das sagt...

    Danke für das Einstellen dieses aufschlussreichen Textes. Sehr interessant.:thumbup:

    jaja die Wissenschaft. Tautz behauptet ja auch, die wilden Völker in deutschen Wäldern seien nicht nur ausgebüxte Schwärme. Gottseidank sind unsere erfahrenen Imkerkollegen da besser unterrichtet :*

  • Die Vorstellung eines Stockgeruchs benötigt ja eine plausible Erklärung, die K. Kerle wohl nicht hatte. Insofern waren seine Annahmen seinerzeit für ihn durchaus plausibel.


    Wie lange es braucht, um ein volkstypisches "Biom" zu entwickeln, ist nicht klar. Insofern ist die Aussage von K.K., die er ja im Zusammenhang mit der Königinnenannahme machte, durchaus i.O.; denn da spielen ja andere Faktoren auch noch eine Rolle.


    Dass die Gesamtheit der Bakterien im Verdauungstrakt eine große Rolle für Mensch und Tier spielt, beginnt man ja gerade zu begreifen. Insbesondere der Einfluss auf das jeweilige Immunsystem ist individueller Bestandteil eines jeden Säugetieres. Dass dies auch bei Bienen so ist, finde ich erstaunlich.

  • Die Vorstellung eines Stockgeruchs benötigt ja eine plausible Erklärung, die K. Kerle wohl nicht hatte. Insofern waren seine Annahmen seinerzeit für ihn durchaus plausibel.

    Ich sehe da keinen Widerspruch.

    K.K. stellte nicht nur eine These bezüglich Annahme von Königinnen auf, seine praktischen Erkenntnisse bewahrheiten sich dazu immer noch und immer Wieder. Das Risiko der nicht Annahme und Annerkennung vom Volk hängt vom körperlichen Zustand/Verhalten und der Reife der Queen ab und nicht von einem Stockgeruch. (hat er wirklich dezidiert gesagt es gibt den nicht, ich werde nachstöbern!!!) (Übrigens wurde auch damals von der Wissenschaft behauptet es gäbe den Stockgeruch und darum.......)

    Das Bienen sich untereinander bzw die Intension des Besuchs erkennen können is nu wirklich nix neues.

    Vollgesaugte Trachtbienen finden immer problemlos Einlass, IMMER! die kommen mit einem ganz anderen Verhalten an ein Flugloch, also kurz und bündig, ZACK sind die drinne. Ohne Einspruch...

    Ebenso jene fremde Bienen , die vor dem Abschlagen ordentlich mit Rauch beblasen werden und sich darum mit Futter vor Angst vollsaugen, werden problemlos eingelassen...

    Die verhalten sich einfach anders.

    Ne Raubbiene kommt gaanz anders an, jeder (der will) kanns hören!! und sehen, darauf springen die Stukas an und machen spitz, das kann man auch sehen. Ebenso reagieren sie auf Wespen die noch einen Meter bis drann haben, "die sehen am Verhalten" wer und warum wer kommt.

    Ich für meinen Teil halte von Wissenschaft nix, die den Eindruck von Pseudo macht, und nicht klar von Praktikern bestätigt wird, bzw vom Praktiker auf Grund seiner Kenntnisse nachvollziehbar widersprochen werden kann.

    Nun MEINE Einwände kennt ihr nun, ebenso habt ihr das auch bestimmt So schon beobachtet.

    Mir langt das was ich sehen und damit erklären kann;)


    Und selbstverständlich, verändert Nahrung Verhalten, Gesundheit, und sogar Körperbau, Epigenetik eben.

    Klar ersichtlich daran, was aus ein und der selben Larve werden kann...... zb . eine Königin......

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

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  • Lieber Dieter, Dein Praxiswissen schätze ich sehr. Und was wir zu K. Kerle sagten, stimmt ja überein - die Faktoren zur Kö'-Annahme sind ja mehrere; d'accord.


    Mein Hinweis auf die unbekannte Zeitspanne bis zur "Reife des Mikrobioms" ist sicher auch wichtig. Man kann problemlos Brutwaben mit ansitzenden Bienen ins BN hängen. Wobei - das hat die Evolution nicht vorgesehen, dass da einer etwas verändert. Insofern gibt's auch genau dort keine Abwehr; die gibt's nur am Flugloch.


    Und Du hast sicher auch schon beobachtet, dass am Flugloch hin und wieder Bienen abgewiesen werden. Die Vollgepackten eher nicht, habe ich auch noch nie gesehen. In der Räubereizeit wird peinlichst kontrolliert (sofern das Volk gesund ist).


    Ich habe des Öfteren schon gesehen, dass eine "Kontrolle auf Herz und Nieren" erfolgt, sprich mehrere Bienen eine einzige genau untersuchen, bevor sie eingelassen wird. Ob das damit zusammenhängt kann man nur vermuten.


    Der Versuch einer Erklärung, die sich dann in der Praxis bestätigt (siehe die gezielte Fütterung von geschlüpften Bienen mit einem anderen Bakteriencoctail, die dann von ihren Halbschwestern nicht mehr als zugehörig erkannt wird), ist für mich eindrucksvoll.

  • ine einzige genau untersuchen, bevor sie eingelassen wird

    JA, ich hab das schon oft beobachtet, auch versucht zu verstehen, bis ich bemerkt habe das die vermutlich markiert? werden, dann kommen andere Wächter und die werden oft spitz zum Fremdling.


    Lieber Reiner, klar verteilt sich ein Nahrungskoktail :) über Trophallaxis im Volk.

    Auch werden mehr oder weniger krankmachende Bakterien dabei sein (werden meist wohl gekillt oder?)... also vielleicht feststellbare Unterschiede. Das was geschluckt wird muss ja durch den Siebtrichter..... ich weiss aber grad nicht ob der Bakterien raus filtern kann.

    Das Bienen mit ihren Aristas/Sensilen so einiges wahrnehmen können wissen wir, halt eines mehr...


    Ich bin immer mehr und mehr demütig gegenüber den Bienen, umso mehr ich zu erkennen suche umso mehr neue Fragen......Mich hat leider eine gewisse Häme, (nich von dir:liebe002:) ähh, herausgefordert;)

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Und ein erster Gedanke: Sind in den Pollen, im Bienenbrot, im eingelagerten Futter auch diese Bakterien?

    Wenn, nur angenommen, das so ist, dann übertragen wir durch Wabentausch zwischen Völkern die spezifischen Bakterien. Gleicher / ähnlicher Geruch mehrerer Völker könnte Folgen haben!

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Wenn es nach der Beobachtung geht, schaut ihr vielleicht nicht lange genug hin?


    Ich erkenne sehr wohl Rangeleien beim Zuhängen besetzter Brutwaben oder bei Vereinigungen. Da erkennen die Bienen sehr gut, wer zugehörig ist, und wer nicht.

    Auch beim Zufliegenlassen von abgekehrten Völkern wird die Fluglochwache in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt und die fremden Bienen werden keineswegs so einfach eingelassen. Auch nicht mit vollem Bauch. Erst gibt es eine möglichst penibele Kontrolle, bevor dann die meisten eingelassen werden.

    Ob das Erkennen am Geruch festgemacht wird und wie dieser entsteht, kann ich als kleines Imkerlein nicht feststellen. Da hilft eine solche Studie zur Beurteilung sehr. Da lasse ich mir meinen Wissenshorizont gerne erweitern und sperre mich nicht trotzig dagegen.

  • ...aber Bruder Adam sagt doch, es gibt keinen Stockgeruch, und wenn der das sagt...

    Danke für das Einstellen dieses aufschlussreichen Textes. Sehr interessant.:thumbup:

    jaja die Wissenschaft. Tautz behauptet ja auch, die wilden Völker in deutschen Wäldern seien nicht nur ausgebüxte Schwärme. Gottseidank sind unsere erfahrenen Imkerkollegen da besser unterrichtet :*

    "Gott sei Dank"?

    Kannst du deine Aussage auch belegen?

    Oder ist es nur ein "Hörensagen" ?


    Rolf

    Konfuzianer:

    "Man soll ein anständiges Menschenleben führen, aus dem einfachen Grund, weil man ein anständiges Menschenwesen ist."

  • An dieser Stelle ist JEDE absolute Aussage mehr als gewagt.

    Man kann aber davon ausgehen, dass dort, wo eine bestimmte Anzahl von Völkern in Bäumen lebt, eine Population vorhanden sein kann.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?