Unsere Pläne für 2021

  • Hallo Zusammen,


    meine Verlobte TeRo und ich haben dieses Jahr mit einem Paten verbracht und bei ihm 2 Wirtschaftsvölker betreut. Außerdem haben wir selbstständig einen eigenen Stand aufgebaut, mit Ablegern, einem gefangenen und einem gekauften Schwarm, einem Kunstschwarm in Miniplus und TBEs mit Brutscheunen. Alles in allem haben wir jetzt 12 Völker und zwei Miniplus eingewintert. Die meisten Kisten sind rappel voll. Außerdem haben wir jetzt einen zweiten Standplatz auf einer Obstwiese, außerhalb des Flugkreisen und einen dritten bei einem Kollegen im Garten im Flugkreis des ersten Stands. Zwei Völker kommen am Sonntag zur Obstwiese, zu meinem Kollegen kommen erst welche nächstes Jahr.


    Aktuell ist das Standmaß 12er DNM, überwintert auf einer Ganz- und einer Halbzarge. Wir werden DN Halbzargen als Honigräume verwenden.


    In 2021 würden wir gern folgendes erreichen:

    - lernen ca. 10 Wirtschaftsvölker an drei Ständen durch das Jahr zu betreuen, vor allem Schwarmkontrollen und Honigernte lernen

    - eine Ablegerwirtschaft nach Palmer aufbauen, um in Zukunft Verluste auszugleichen

    - Umstellung auf 10er Dadant, langfristig möchte ich auch DN führen, um Ableger zu verkaufen. Die Kisten passen aufeinander.

    - uns ist wichtig, stets das Gefühl zu haben, die Situation zu beherrschen


    keine Ziele:

    - Königinnenvermehrung und -zucht

    - kein Wandern

    - kein Fokus auf Vermarktung


    Dazu haben wir uns aktuell folgendes überlegt:


    0.) Am 1. März ist alle Ausrüstung fertig. Was ab Anfang Februar nicht mehr gebaut werden kann, wird gekauft.

    1.) Wenn sie sicher aus der Wintertraube sind und Pollen rein kommt, wird der 12er DN Brutraum geschiedet. Die Halbzarge wird untergesetzt und ein Absperrgitter eingelegt. Das Schied bleibt den Rest des Jahres so.

    2.) Zur Salweidenblüte kommt die hoffentlich leer getragene Halbzarge nach oben, als Honigraum. Falls sie nicht leer ist kommt sie weg und Mittelwände oben drauf. Zwei Völker kommen zu meinem Kollegen. Vielleicht sage ich ihm das aber auch ab, weil drei Stände zu viel werden.

    3.) Weitere Honigräume werden gegeben, sobald der obere angetragen ist. Der erste bleibt immer wo er ist, die anderen werden untergesetzt.

    4.) Für April / Mai möchte ich 10 Königinnen von einem Züchter haben. Die zwei Miniplus sind dann hoffentlich auf drei oder vier Zargen angewachsen. Die werden in einzelne Zargen aufgeteilt und bekommen die unbegatteten Königinnen. Für die übrigen Königinnen würde ich zwei Wabenableger in DN bilden. Behandlung im brutfreien Zustand. So haben wir während der Saison nur ein Standmaß.

    5.) Schwarmkontrolle lernen: Mittlere Brutwabe ziehen, Pollenwabe ziehen, Ausbau des HR bewerten und schätzen, wie schwarmtriebig sie sind. Dann alles abstoßen und durchschauen, ob wir Recht haben. Einmal pro Woche machen, dann kann man es auch mal schieben. Drohnenwabe gibt's eine halbe DN Wabe, kein Schneiden.

    6.) Begattung der Königinnen kontrollieren, erweitern oder auflösen

    7.) Honigernte mit Bienenfluchten und Makita 18 V Bläser. Geschleudert wird mit einer Radialschleuder in der Küche, entdeckelt mit einem Messer. Wir haben bis dahin aber nur normal ausgebaute Waben. Taugt das, oder kaufe ich lieber zwei Gabeln statt eine? Jetzt wo wir die Arbeitsspitzen mit mehreren Völkern durch haben, entscheiden wir, wie viele Wirtschaftsvölker wir nächstes Jahr führen möchten.

    8.) Zeitiges Abschleudern für TBE mit Zentrierwabe in Dadant-Kisten, Sprühbehandlung. Für die Brutsammler stoßen wir je eine Miniplus oder einen Ableger in die Dadant-Kiste und setzen die Brut woanders auf. Nach dem Abschleudern direkt füttern.

    9.) Die Miniplus die wir überwintern, bekommen entweder auch eine TBE oder Bayvarol. Lieber TBE.

    10.) Jetzt steht nur noch Dadant und Miniplus auf den Ständen.

    11.) Einfüttern auf Zielgewicht, Schwächlinge auflösen. 10 bis 20 "Wirtschaftsvölker" einwintern, vier oder sechs Ableger einwintern als Brutfabriken für nächstes Jahr, drei Reserveköniginnen in Miniplus.

    12.) Winterbehandlung.

    15.) Urlaub


    Was haltet ihr davon?

    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • - kein Fokus auf Vermarktung

    Kein Fokus auf Vermarktung von was, Honig?
    Wenn dem so wäre, verstehe ich den ganzen Aufwand nicht und wohin mit dem ganzen Honig?

    Bei meiner kleinen Standimkerei und 10 Völkern wären das über ne halbe Tonne Honig, ohne es genau zu wissen glaube ich nicht das man die noch einfach so an der Haustür verkaufen kann.:/

  • Das widerspricht sich

    Dachte ich auch erst. War aber wohl so gemeint, dass der neueste Honigaum immer an die 3. Stelle kommt. BR,1. fester Honigraum, dann immer der neueste...


    Zur Frage:

    Schick ausgearbeitete Plan. Schreibe im nächsten Jahr mal penibel auf, was wirklich passiert und vergleiche es anshließend mit dem Plan.

    Da dürften so einige nicht unwesentliche Abweichungen auftreten.

  • Moegen.

    Irgendwie scheint das der neue Trend zu sein.

    Imkerei vergrößern, andere fragen wie man es machen soll, ohne die nötigen Grundlagen vorher gefestigt zu haben.

    Glaube du machst zu viele Baustellen auf einmal auf. Mach langsamer, lerne von und mit den Bienen und der Rest kommt von alleine.

  • bei mehr als 4 Völkern ist der Familienverbrauch gedeckt und die Honigvermarktung und Bienenverkauf bilden die Grundlage für weiteres Investment bzw einfach um Betriebskosten teilweise zu decken. Sonst stapelt man sich mit Honig voll. Kleinste Recheneinheit- 1 Honigglas.

    Werkzeug kauft man auf Vorrat, kompletten Satz für jeden Stand(erfreut den Veterinär), 2. Entdeckelungsgabel genauso wie 2.Spitzsieb, wie auch zum elektrischen Messer, ein manuelles ....

    dafür lässt man Doppelsiebe im Laden...

    und ein Haufen Material für die HR, MW, Hobocks...


    wenn du ehe DNM-in HR und Ablegern und Dadant, wozu dann noch Miniplus? Für Belegstellen bzw Begattung reichen ein paar Kieler, die kommen dann in DNM-Ableger/Doppelvölker.


    Kuntschwärme/Fluglinge erstellt man nach kilo-Bienen, nicht nach Zargen.


    Schwarmkontrolle - Warmbau- 1./2.Wabe bzgl Pollen, von hinten Baurahmen, nächste Brutwabe, Baurahmen schneiden hilft- sollte man im ersten Jahr gelernt haben


    Mal sehen wie dein Plan mit der Frühjahrsentwicklung korreliert....

  • Vermarktung ist gleichermaßen wichtig und zeitaufwendig wie die Arbeit an den Bienen. Bei 100kg nicht, aber danach irgendwann steigt der Aufwand und es geicht sich immer mehr an.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich schreibe mir ja schon in zwei anderen Diskussionen die Finger wund. Mein Tipp wäre es wenigstens auf den dritten Stand zu verzichten!

    Anfahrt, Material, Unvorhergesehenes.... und as was man an Bienen, ausgebauten Waben, Schwarmzellen usw. braucht ist immer am anderen Stand. Drei Stände hatte ich nach acht Jahren...

  • Wenn du bei 10 Völkern keine Vermarktung anstrebst, brauchst du auch keine 10 Völker! Schon EIN Volk macht so viel Honig, dass selbst eine 30-Kopf-Großfamilie nicht jedes Jahr alles schaffen wird!

    10 Völker ohne Vermarktungsanstrengungen geht nur, wenn du für diese Honigmenge schon jetzt quasi sicherere Abnehmer zu einem guten Preis hast. Sonst gibt es fast schon vorhersehbar eine Billighonig-Schwemme in deinem Umfeld, weil du spätestens in der übernächsten Saison Panik bekommst, wo der ganze Honig hin soll. Da werden sich die Nachbarimker sicher freuen....

  • Hallo,


    danke für Eure Mühen und Hinweise. Dann werde ich mich doch schon etwas früher aktiv mit der Vermarktung befassen.


    viele Grüße,

    Jan

    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Wenn du bei 10 Völkern keine Vermarktung anstrebst, brauchst du auch keine 10 Völker! Schon EIN Volk macht so viel Honig, dass selbst eine 30-Kopf-Großfamilie nicht jedes Jahr alles schaffen wird!

    10 Völker ohne Vermarktungsanstrengungen geht nur, wenn du für diese Honigmenge schon jetzt quasi sicherere Abnehmer zu einem guten Preis hast. Sonst gibt es fast schon vorhersehbar eine Billighonig-Schwemme in deinem Umfeld, weil du spätestens in der übernächsten Saison Panik bekommst, wo der ganze Honig hin soll. Da werden sich die Nachbarimker sicher freuen....

    Ich dachte bisher, dass deutscher Honig im In und Ausland absolute Mangelware ist. Ich werde die Nachfragesituation auch weiterhin so einschätzen. Wäre die Imkerschaft geeinter könnte problemlos eine Verdoppelung der Marktpreise erzielt werden. Mindestens sollten die entstandenen Kosten ( ohne Brotewerb bei den Amateuren) pro Kilo Honig als Hobbyimker in die Preiskalkulation mit einbezogen werden und dem Kunden nicht erlassen. Dazu gehören auf jedenfall die Kosten ALLER geführten Völker. Bei mir liegen die so bei 90 €/Volk u Jahr. Noch dazu sind die Durchschnittserträge in Mittelfranken weit unter 25 kg Honig und jenseits der erwähnten 50 kg im Jahr. Bitte gebt Honig nur zu Preisen raus-die eine Nachhaltige Imkerei erlauben-den Bienen soll es schließlich gut gehen und die Verbraucher sollen nur Top Produkte erhalten. Seid ehrlich zu Euch, den Bienen, den Kollegen und den Verbrauchern.
    Ich kann nur nachhaltig imkern mit mindestens 12 € /kg Honig zzgl. der jeweiligen Verpackung. Das Problem ist wohl häufig dass aus falschem Stolz/falscher Scham der Ertrag des besten Volkes ziemlich schnell zum Durchschnittsertrag der Imkerei wird. Mein Durchschnittsertrag lag übrigens bei 12 kg dieses Jahr.

  • Die Kosten-Preisdiskussion hatten wir schon oft und ich verstehe Dich und bin ähnlicher Meinung, auch wenn ich andere Zahlen vor meinem inneren Auge habe. Aber ich möchte anführen, daß Du dies nicht einem Hobbyimker vorwerfen mußt. Wende Dich doch mal vertrauensmäßig an die 70-Völkerimker, die ihren Honig für einen Spottpreis an Gesellschaften abgeben. Da muß richtig investiert werden in einen Maschinenpark und Zeit, ach, die viele Zeit, was das kostet, und dann wird der Honig verschleudert, damit man ja nichts mit dem Verkauf zu tun hat. Und noch was, wenn Du auf 12kg Honig pro Volk kommst, dann vergaß Deine ganze Rechnerei und übe noch etwas. Mann bin ich böse, manchmal.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang, der auch noch übt

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.