Unsere Pläne für 2021

  • als Halbprofis die große Mengen dazu, an Abfüller verkaufen. Also was soll’s, da wird der Honig Tonnenweise nach Maisen oder sonstwohin verkauft zu einem Preis der noch viel geringer ist als Opa Kasurke seine gesamte Jahresernte von 180 kg.

    du vergisst dabei, dass dieser Preis nicht direkt der Endkundenpreis ist und damit auch nicht das regionale Preisgefüge zwischen lokalen Imkern und lokalen Kunden betrifft! Der Endkundenpreis ist dann nämlich auch bei den Abfüllern deutlich höher, weil die können rechnen. Viele Honigsorten eines bekannten Münchner Großabfüllers stehen dann z.B. auch bundesweit für sehr manierliche 7-9 EUR/500g in den Supermarktregalen.

    Es ist nicht der Wert eines Produktes, sondern sein Image, das den Preis ausmacht. Niedrige Preise aber machen immer ein schlechtes Image, das ist eine Spirale nach unten.


    Aber Berggeist hat recht, zurück zum Thema:

    - eine Ablegerwirtschaft nach Palmer aufbauen, um in Zukunft Verluste auszugleichen


    Keine Ahnung was dieser Palmer sagt, doch welche Verluste willst du ausgleichen? Planst du jetzt schon Verluste ein?


    Ich jedenfalls hatte vom ersten Jahr an jedes Jahr immer eher das gegenteilige Problem: Viel zu schnell viel zu viele Völker! Bienenvölker vermehren sich doch schon bei ganz normaler Betriebsweise wie von selbst wie die Karnickel. Mein Tipp daher: überlege dir lieber, wie die Zahl der Völker im Zaum halten willst.


    Such' dir einen gescheiten Paten, der nachweislich kaum bis keine Verluste hat und stattdessen ständig Völker verkauft. Mach' dann die Varroabehandlung erst mal strikt genau so wie er anstatt selbst irgendwas an dem System zu verschlimmbessern oder unzählige zweifelhafte youtube-Ratschläge auszuprobieren und du wirst schnell verstehen, was ich meine. Dazu muss man nicht über den großen Teich zum vermeintlich gelobten Land hinüberschielen.

  • In 2021 würden wir gern folgendes erreichen:

    - lernen ca. 10 Wirtschaftsvölker an drei Ständen durch das Jahr zu betreuen, vor allem Schwarmkontrollen und Honigernte lernen

    - eine Ablegerwirtschaft nach Palmer aufbauen, um in Zukunft Verluste auszugleichen

    - Umstellung auf 10er Dadant, langfristig möchte ich auch DN führen, um Ableger zu verkaufen. Die Kisten passen aufeinander.

    Moin Jan,

    ja, warum sollte man sich denn auch nicht mit den einzelnen Punkten auseinandersetzen. Ich für mich als "noch-Anfänger-aber-aufm-Weg" finde Eure Ziele nicht zu hoch gegriffen. In unserer kleinen Imkerei haben wir auch einiges vor, was ich in einem anderen Thread vorgestellt habe, und da sind viele hilfreiche Kommentare gekommen, und auch durchaus Bedenken, dass das alles zu viel für uns für eine Saison werden könnte. Auch Bedenken haben natürlich ihre Berechtigung, aber ich finde es trotzdem wichtig, sich nicht entmutigen zu lassen und weiter motiviert dabei zu bleiben!


    Also... ein paar wie gesagt "nicht-profihafte" Gedanken zu deinen Fragen in dem Bemühen, dass sie dennoch konstruktiv sein mögen...


    Wir haben dieses Jahr drei Stände betreut: Einen Hauptstand, ein Nebenstand in 3km und einer in 10km Entfernung. Am Hauptstand stehen 8 WV, die Nebenstände hatten je 4 Ableger, einen haben wir wegen schlechter Begattung der Kö aufgelöst.


    Ich finde es sehr unpraktisch, 10 WV an 3 verschiedenen Ständen zu betreuen - habt ihr nicht die Möglichkeit, die an einem Stand stehen zu haben? Dadurch habt ihr richtig viel Mehrarbeit.


    Grundsätzlich finde ich verschiedene Standorte sehr gut und sinnvoll, weil man z.B. an einen Standort die ganzen TBE Brutscheunen hinpacken kann und an einen anderen Standort z.B. die ganzen Ablegerchen, die dann in Ruhe größer werden können und nicht beim Füttern Gefahr laufen, vom großen Nachbarvolk direkt plattgemacht (geräubert) zu werden. Also, dass ihr vielleicht strukturiert, welcher Standort genau für was gedacht ist, das macht in meinen Augen schon Sinn.


    Schwarmkontrollen sind laut diverser Literatur eine Sache, die man sich durch eine gute Betriebsweise bei genug Erfahrung irgendwann weitgehend sogar schenken könne (Angepasster Brutraum, Pollenbretter entfernen, rechtzeitig und genug HR aufsetzen). Zumindest werde ich für mich dahingehend weiter Informationen einholen und Experten befragen - ein wichtiger Punkt sei auch die richtige Zucht. Wäre schon "nice to have", sich diese Arbeit zumindest bei den WV sparen zu können (bei den M+ wird das wahrscheinlich nur durch massives Schröpfen und/oder "beweiseln - entweiseln" usw. zu machen sein...) - außer diese Ideen als Stichworte kann ich dazu noch nix aus Erfahrung beitragen.


    Palmer kenne ich nicht, aber da immer mal die ein- oder andere Königen z.B. bei Ameisensäurebehandlung hopps geht, oder von Jungvölkern eine nicht richtig begattet wurde, oder über Winter eine nicht durchkommt, oder plötzlich eine alt ist und ein löcheriges Brutnest hat und der Bien darum unzufrieden ist, oder eine Unbegattete nicht vom Hochzeitsflug zurückkommt, finde ich es super, immer ein paar Königinnen in Reserve da zu haben, ggf. willst du vielleicht auch nicht unbedingt irgendeine Nachschaffungskönigin haben, sondern eben die "bestimmte" Linie. Manche sagen, man solle für jedes WV ein M+ führen, im Moment finde ich 10-20% gut, das möchten wir kommendes Jahr anstreben. Ein Vorteil von M+ gegenüber normalen BGK ist, man kann sie übers Jahr ausreichend erweitern und auch problemlos überwintern, finde ich eine gute Sache.


    Ableger verkaufen... ist bei Euch in der Ecke eher DD oder DNM üblich? Mir erscheint das in der eigenen Gegend häufigst vorkommende Standmaß generell das beste... Wenn DD und DNM aufeinander stehen, ist das Warmbau auf Kaltbau oder? Passt das von den Abläufen her zusammen? Wegen Brutnest usw... - wir stehen da selber aber auch ein bisschen auf dem Schlauch, weil hier in der Ecke die meisten Leute DNM 1.0 haben. Allerdings spricht sich hier immer mehr herum, dass DNM Flachzargen besser für den Rücken sein sollen, so dass wir wahrscheinlich diese als das Maß der Wahl für den Ablegerverkauf nehmen werden... sind aber selber u.a. auch da noch am Überlegen.


    Ja, den Vertrieb finde ich auch wichtig! Wenn ihr nicht allen Honig auf einmal verkaufen möchtet oder noch keine Abnehmer für alles findet, finde ich das Abfüllen einer bestimmten Menge Honig bei der Ernte übergangsweise in Fässchen ganz gut, weil die Haltbarkeit offiziell erst ab Abfüllen ins Glas zu laufen beginnt, und ein weiterer Vorteil ist, dass ihr auch bei einer Missernte noch Reserven habt, um Lieferzusagen einzuhalten.... ist Geschmackssache...


    0) Termine vorher festlegen, finde ich eine gute Sache!


    1) Wie genau plant ihr zu schieden? Ist ja eine Wissenschaft für sich, die einen sagen "Am Anfang ans Brutnest und das bleibt dann das ganze Jahr gleich", die anderen erweitern nach einer Weile, wenn alle Brutwaben voll sind, die dritten setzen hinters Schied eine MW und erweitern immer dann, wenn diese angefangen wird, auszubauen... Macht Euer Pate das ähnlich?


    2) Manche ritzen die nicht leergetragenen Futterwaben zwecks Umtragen an, vielleicht eine Alternative zum Lager?


    3) Haben wir ähnlich vor, den Tipp habe ich glaube ich in einem von rase 's Videos gehört, dass der erst ganz am Ende abgeschleudert werden sollte.


    4) Der brutfreie Zustand tritt nicht ein, wenn die dann frisch begattete Königin stiftet. Über Kunstschwarm (ggf. aus HR Bienen) würde es aber denke ich gehen oder? 3 Tage Dunkelhaft zum Wachsproduktion anregen und zusammenwachsen, und dann in eine Kiste einschlagen, dann behandeln mit OX sprühen?


    5) Pollenwaben sollen sehr schwärmen-provozierend wirken, ich habe gelesen, man könne die Pollenbretter auch einfrieren und sie später wenn nur noch wenig Tracht ist wieder hinzugeben... und man sollte bei angepasstem Brutraum diese ganz rausnehmen... dazu weiß ich noch nicht genug. Manche sagen, "der Imker bricht, bis er bricht" - und ich weiß nicht, ob das wöchentliche Abschütteln aller Waben das richtige ist. Wir haben das dieses Jahr nur zwei Mal gemacht, als wir Ableger gebildet haben. In unserem Verein ist die durchgängige Meinung eindeutig pro "wöchentliches Brechen", ich bin mir da noch nicht so schlüssig, ob es nicht auch andere Wege gibt, s.o. - vielleicht liege ich da aber auch falsch.


    6) Die Ablegerstände, auch mit M+, fände ich wie gesagt, für sich an einem Außenstand am besten aufgehoben...


    7) Habt ihr gerade geschnittene Rähmchen oder Hoffmann-Seitenteile? Ich habe noch keine Erfahrungen mit dem Messer, aber auf YT gesehen, dass es am besten mit geraden Rähmchen gehen soll, wenn man durch Vergrößerung der Honigrähmchen-Abstände provoziert, dass die Honigwaben von den Immen weiter ausgezogen werden, so dass man das Deckelwachs mit dem Messer gut runterschneiden kann, während beim Hoffmann-Seitenteil es eher mit Gabel geht (weil das Messer da "hakt"). Wir haben bisher mit Hoffmann-Seitenteilen und Gabel gearbeitet, möchten aber im kommenden Jahr mit Entdecklungsmesser bei HR Flachzargen Erfahrungen sammeln.


    8. Weiß ich nix zu (TBE --- eigenes Thema), außer dass bei uns gut funktioniert hat, direkt bei der Honigernte wenn die Honigräume in Sicherheit waren, frühen Nachmittag die Bienenfluchten abzunehmen und die Futterzargen aufzusetzen, damit zur Dämmerung beim Auffüttern weniger Stress war.


    9) Habe bei den M+ auch Schwammtuch mit Ameisensäure als Behandlungsmethode gesehen (das ist natürlich eher die grobe Variante). TBE bei Mini+ und dann brutfrei mit Oxalsäure einsprühen sollte denke ich funktionieren, warum nicht? Der Aufwand ist bei nur zwei Minis glaube ich noch vertretbar, aber wenn es mehr werden... Selber müssen wir uns hier ebenfalls nächstes Jahr Strategien überlegen, wie man M+ am besten übers Jahr und auch gegen die Varroa betreut.


    10) Finde ich gut, nicht zu viele Wabenmaße.


    11) Na wenn ihr jetzt schon 10 WV habt, werden wohl eher 20 eingewintert... habt ihr schon einen Standort für den nächsten 10er-Block Wirtschaftsvölkern am Start? Unsere Leute in der Nachbarschaft finden oft Natur "nett" und gerne können da ein paar Bienen stehen, aber mehr als eine Handvoll Völker sollen wir da bitte nicht hinstellen...


    12) Wenn du Abschluss-Träufelbehandlung mit Oxalsäure im Dezember meinst, könnt ihr sicher auch schon vorher in den Urlaub :)


    Ich halte von dem ganzen, dass ich es gut finde, sich das alles gut zu überlegen und die Erfahrungen zu sammeln, was geht und was nicht mehr geht.


    Dazu jeden einzelnen Punkt exakt in allen Schritten, die erforderlich sind, vorher gemeinsam aufzuschreiben, wie schon ein Vorredner vorgeschlagen hat, und sich das Bienenjahr genau durchzudenken mit allen heute absehbaren Arbeiten an allen Völkern.

    Und da ich selber ebenfalls eine Menge vorhabe und in diesem Forum von wohlmeinenden ImkerkollegInnen ebenfalls ausreichend gewarnt worden bin (was ich nicht in den Wind schlage), aber die Dinge dennoch so gut wie ich kann anpacken möchte, wünsche ich Dir ebenfalls ein gutes Händchen bei der weiteren Planung und viel Erfolg bei der Durchführung.


    Schöne Grüße - Matthias

    Du lebst dann am intensivsten, wenn du etwas Neues tust.