Wesensgemäße Imkerei

  • Rene J. - kannst Du mir einen Demeterimker nennen der eine Schwarmimkerei hat? Evtl. mit Link auf seine Homepage, das würde mich wirklich interessieren...

    Demeter-Imker

    Hier dürftest du fündig werden. Schwarmimkerei mit allem, d.h. auch vorweggenommene Schwärme.

    Gelistet sind tatsächlich 116 Imker. Ein Anteil vo ca. 0,08 % der gesamten Imkerschaft. Und dafür machen hier manche so eine Wallung. Ist ja wahrscheinlich auch die grosse Konkurrenz.;)

    Mich tangieren eher die Schwarzimker, mit seltsamen (Bienen tauchen) bis gar keinen Varroakonzepten, einem Hang zum Ignorieren sämtlicher gesetzlicher Mindeststandards und zum Verramschen des Honigs. Aber scheinbar gibt es die nirgendwo sonst.:rolleyes:

  • Das Holz 'atmet' ist eine arg romantische Vorstellung. Von was für Wassermengen reden wir denn da? So''n Volk mit großem Brutnest verdampft literweise Wasser, was sofort an der Beutenwand kondensiert. Da geht vernachlässigbar wenig durch, der Rest schlägt sich als Kondensat nieder und tropft ab.

    ... das habe ich bisher noch nie beobachtet.

    Wo tropft denn diese Menge Wasser bin?

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Dogmen oder Religionen 1 zu 1 umzusetzen hemmen mehr als dass sie eine Entwicklung vorantreiben

    Und in welche Richtung treibt das Imkern? Oder soll getrieben werden?

    Ich wundere mich über so manche Diskussion, deretwegen ich vor ein paar Jahren noch recht drastisch verrissen wurde.

    Heute ist es normal, dass Späne Füllungen und geschlossene Böden diskutiert werden.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

  • Zitat

    Ich habe bereits den Nicotfütterer als Innendeckel im Einsatz.

    Wenn ich darauf eine Styropor- oder Styrodurplatte lege, konischen Blechdeckel oben drauf, besteht die Gefahr, dass sich jemand durch die ringsum freiligenden Kanten des Materials durchknabbert?

    Im Winter knabbern die nix. Anfangs hab ich immer die Aufstiegsdome der Fütterer mit einem Stück Schaumstoff verschlossen. Irgendwann hab ich das mal vergessen, aber da kommt im Winter keine Biene rauf. Und -wie gesagt- muss es Styropor sein?

  • Die Imkerei ist vielleicht der einzige Zweig, wo es nicht so ist, d.h. wo aus meiner Sicht die artgerechte/wesensgemäße Haltung zwischen Konvi, Bio und Demeter auf einer Ebene steht, weil die Bienen so ziemlich die gleiche Umwelt vorfinden.

    Abgesehen von so kleinen Details wie:

    - Beschneiden der Flügel

    - Künstliche Besamung

    - Vermehrung über Nachschaffungstrieb (in welcher Form auch immer - Demeter und Biokreis lassen z.B. nur Vermehrung über den Schwarmtrieb zu)

    Ich habe bis jetzt nicht den Eindruck gehabt, dass Flügel schneiden und künstliche Besamung Kernbestandteile der konventionellen Imkerei sind, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.


    Die Vermehrung über den Schwarmtrieb wird vorgegeben - das ist korrekt. Ob die größeren Imker das wirklich zu 100% durchziehen, steht auf einam anderen Blatt. Viele Landwirte bringen ihre Präparate zu den angedachten Terminen aus, manche vergessen das sicherlich auch mal.


    Natürlich kann man über den esotherischen Anteil bei Demeter und Co. diskutieren oder sich lustig machen, aber es tanzen halt nicht alle auf Fliegenpilz um den Mittsommerbaum. Ich habe den Eindruck, dass sich hier gerne auf eine Seite der Medaille gestürzt wird ohne zu bemerken, dass man auf der anderen Seite, gerade in der Bienenhaltung, fast deckungsgleich ist.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Moin,

    Ich glaube es wird alles sich in Wohlgefallen auflösen wenn es dem ersten Imker gelungen ist mit den Bienen zu kommunizieren und dadurch die Bedürfnisse der Bienen uns Unwissenden mitteilen kann. Bevor es so weit ist, sollten wir uns einfach bemühen die Bienen nach bestem Wissen zu hegen.8)

  • ich glaube, der Name ist oben schon mal gefallen: Günther Friedmann. ...


    ... Ich habe nach wie vor den Eindruck, dass der Friedmann da recht gut eine Brücke schlägt zwischen konventioneller Imkerei, und dem Bedürfnis mancher Imker, besonders wesensgemäß zu arbeiten.

    Der Günter Friedmann ist der "größte Demeter-Imker der Welt", Autor, und bekannt aus dem Fernsehen. - Und wie schaut die "wesensgemäße" Brücke nun aus?


    Der Mann nutzt seine Bekanntheit, um in seinem Shop die Top Bar Hive mit Zubehör zum Preis eines Schiffertrees als besonders einfach und "naturgemäß" zu vermarkten.

    Zitat

    Einfacher und schöner kann man/frau gar nicht imkern. Top Bar Hive Beuten sind eine Zierde für jeden Garten. Naturgemäße Imkerei in ihrer ursprünglichen Form.


    Im Nachbarthread läuft übrigens gerade eine Diskussion zur Top Bar Hive.: Beitrag von @aumeier dazu:

    Zitat

    Diese Dinger sind hier eine Tierquälerrei und für den Halter, den Imker kann man nicht dazu sagen, eine reine Entäuschung, Geldverschwendungsmaschine und für die Nachbarimker ein Ärgernis ,weil Sie die Varroazahlen nicht unter Kontrolle bekommen, ganz zu schweigen, falls diese Bienen mal Faulbrut haben.


    Was bei Mellifera e.V. die Bienenkiste ist, ist bei Friedmann die Top Bar Hive. - Herzlichen Glückwunsch zu so viel Geschäftstüchtigkeit unter dem Banner von "wesens- und naturgemäß".

  • Ich habe bis jetzt nicht den Eindruck gehabt, dass Flügel schneiden und künstliche Besamung Kernbestandteile der konventionellen Imkerei sind, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

    Es ist zugelassen, es wird praktiziert. Natürlich nicht von allen. Aber wie viele holen sich Königinnen, die Tochter oder Enkelin einer Künstlich besamten sind?

    Da muss der Demeter-Imker schon schauen, wie er gute Genetik rein bekommt. Er darf aber m.w. in kleinem Rahmen Königinnen zukaufen, die nicht zertifiziert sind.

    Natürlich kann man über den esotherischen Anteil bei Demeter und Co. diskutieren oder sich lustig machen, aber es tanzen halt nicht alle auf Fliegenpilz um den Mittsommerbaum. Ich habe den Eindruck, dass sich hier gerne auf eine Seite der Medaille gestürzt wird ohne zu bemerken, dass man auf der anderen Seite, gerade in der Bienenhaltung, fast deckungsgleich ist.

    Der esoterische bzw. Anthroposophische Teil ist das was an Demeter wirklich stört.

    Das "fast deckungsgleich" halte ich wie gesagt für "optimistisch".

    Aber hindert dich ja niemand, dich zertifizieren zu lassen. Muss ja nicht direkt Demeter sein. Nimmst du z.B. Biokreis.

    Die sind ganz nah an Demeter, aber ohne anthroposophischen Einschlag.

    <Ironie an> EU Bio ist für Weicheier </Ironie aus>

    Richtlinien gibs hier

    Oder nimm die Richtlinien, druck sie aus und lasse deine aktuelle Betriebsweise von deinem Nachbarn "zertifizieren" - sozusagen auf Probe....

    Dann siehst du, wo du mit deiner Betriebsweise stehts - oder wie groß der Unterschied ist.

  • Ja, hin und wieder, haben sich Wespen und Bienen einen "Durchgang" von aussen hinein in den Fütterer gefressen, also durch den Hartschaum (wärend der Fütterung). Kollegen haben den Hartschaum dann die Seiten umlaufend mit Klebeband geschützt. Da ich Faul und sparsam bin, hab ich ne andere Lösung gesucht (also hochleistungs Schwäbisch) ;)

    Seid dem ich das Absperrgitter nach dem Abräumen AUF den Fütterer unter den Hartschaum lege, hörts auf, nix mehr duchknabbern.

    Von innen nach aussen gibts null Probleme

  • Du hast die Bienenkugel vergessen. ;)

    Sollen sie Alle doch unmittelbar im Hades verschwinden, diejenigen die seit Jahren im Stillen aber ganz erfolgreich, mit dem System ihrer Wahl glücklich vor sich hin Bienen halten.8)

    Die wirst du hier auch nicht finden, weil dieses Forum einen ganz speziellen Umgang mit so was pflegt, was man so schon im erwähnten TopBarHive Thread sehen kann. Von daher ist die Diskussion hier, auch eher so eine Art Selbstbefriedigung, weil der "Feind" tummelt sich hier wohl eher weniger.

    Ach ja, wie siehts denn aus. Mittlerweile Bienen in der Bearbeitung oder immer noch in der Findungsphase.?

  • Ich bleibe dabei, unter dem Strich ist das alles nicht weit her. Man sollte sich ja auch mal die gemeinsame Schnittmenge angucken: Letzten Endes werden die Bienen in einem ungeteilten Brutraum gehalten, es wird zugefüttert, die moderne Varroabehandlung folgt dem gleichen Muster.


    Wabenbau, Zucht, Desinfektion und das Material der Beuten und die Verarbeitung des Honigs unterscheiden sich. Jedoch gibt es auch da genügend "konventionelle" Imker, die sich selbst "beschränken".


    Ich werde als Anfänger einen Teufel tun und mir z.B. Naturwabenbau aufdrücken, auf der anderen Seite würde ich auch als Fortschrittener wohl auf Flügel schneiden oder künstlich besamte Königinnen verzichten (können).


    Mein Beitrag zu dem Thema war nur der: Demeter in der Imkerei bringt, im Gegensatz zur restlichen Landwirtschaft, nicht unbedingt einen Mehrwert mit. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass man etwas fairer in der Sache ist und z.B. "uninformierte Städter" mit Weltverbesserungsdrang nicht in eine Kiste mit den Menschen schmeisst, die das aus Überzeugung seit 30 Jahren so machen, und bei der Philosophie auch mal Fünfe gerade sein lässt.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain