Wesensgemäße Imkerei

  • ich hab mit keinem Wort Demeter genannt;) das hast du, Eisvogel.....

    Wiewohl Wesensgemäss etc. nicht nur von Demeter als Heiligmachend ausgeführt wird.

    Wer oder was wird uns alle hoffentlich aus dem Milbendillemma raus führen? Wesensgemäss sicher nicht, nur eine weitere Sackgasse, die den Geist beruhigt aber den Bienen sicher nicht hilft.

    Es wird ganz sicher Zucht sein, und zwar genau die, die verpönt wird.......

    Du wirst mir doch nicht absprechen, das ich anständig und so gut ich kann mit meinen Mädels umgehe, ohne Propheten gelesen zu haben.


    Sorry,

    Ich übe mich jetzt in Tolleranz, aber nich immer.


    Ich habe sicher von nicht gemachten Flügelschnitten und deren Folgen in Form von Schwärmen die sich in Baumhöhlen einnisten und fortlaufend Ansteckungsherde darstellen (können), gesprochen. (sicher ist dieses "Nichtun" von Wes.... inspiriert)

    Vor ein paar Jahren war ich 14 Monde lang eingesperrt, im Umfeld flackerte die Faulbrut immer wieder auf....... (Gott sei dank bei mir nicht, aber ich war eingesperrt! Das alleine war schon Sauteuer!)

    Glaub mir!!! Ich habe die Angst im Nacken, und zwar richtig viel davon!

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Das Flügelstutzen ist eben auch eine ethische Frage, egal ob man vierzig Jahre imkert oder erst zwei. Damit verletzt man die Integrität des Tieres und mindestens eine der fünf Freiheiten, die in den 60ern für Nutztiere aufgestellt wurden.

    was ist denn 'das Tier', dessen Integrität man verletzt? Die Königin, oder 'der Bien'? Und wieso ist es ethisch okay, einen ganzen Schwarm ins Verderben zu schicken, aber einen Fitzel unbelebten Flügel eines Individuums zu schneiden nicht? Welche Maßstäbe legst Du da an?

    Die Bienenkönigin ist ein Tier, die klar von der Umwelt abgegrenzt ist und sichtbar. Der Bien ist für mich eher eine Umschreibung für den Organismus und die Organisation des Bienenstaats.


    Nicht jeder Schwarm endet in einem Debakel, oder?


    Mein Maßstab oder meine Frage ist die, ob manche Dinge wirklich essentiell sind. Und beim Flügelschnitt kann man sicherlich darüber streiten, sonst würden es ja fast alle machen - unabhängig vom ethischen Standpunkt.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • unabhängig vom ethischen Standpunkt.

    Die Natur kennt keine Ethik und Moral! Nur fressen und gefressen werden.....danach kommt lange nichts mehr, den Massstab kennen Bienen nicht wenn sie Rauben gehen.

    Nicht jeder Schwarm endet in einem Debakel, oder?

    sicher wird er an Milben oder und Viren oder und Hungers oder an allem sterben, da willst du doch keine Diskusion, oder?

    Ein paar Jahre Erfahrung lassen bei mir keinen anderen Schluss zu.

    Schau dir mal ne richtig alte Queen an (manch junge übrigens auch) oder auch alte Bienen, was siehst du?

    Genau, schlimm zerfledderte Flügel.

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Sind wir jetzt in der Natur oder der Tierhaltung? Die Natur kennt auch nur schwärmende Bienen, unbeschnittene Flügel und mehrfache Begattung in der Luft.


    Schwärme sind in der Regel sicherlich nicht erstrebenswert. Ich habe auch nichts Gegenteiliges behauptet. Um das zu verhindern gibt es aber auch andere Wege: Kontrolle und Zucht.


    Schneiden denn alle größeren Imker die Flügel? Den Eindruck hatte ich bis jetzt nicht.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Sorry, wenn ich hier reinplatze.


    Aber ich sehe es, wie die Natur.


    Wer überlebt, hat recht.


    Es mag wenig ethisch korrekt sein.

    Aber der Imker, der nicht seine Bestände nach dem Winter ergänzen muss, der hat wesensgemäss geimkert.

    Die Natur macht in ihrer Auslese. Wer nicht mit dem zurecht kommen, was geboten wird, stirbt aus. Die Dinos haben zu viel gebraucht, als Nahrung etc. Knapp wurde. Dagegen zeigten sich Säugetiere genügsam und überlebten den plötzlichen Klimawandel.


    Es geht um Anpassung, welcher Imker schafft es, seinen Bienen einen Vorteil im Überlebenskampf zu bieten? Damit Dröhnen und Königinnen für weitere Generationen zu liefern?


    Der Schiffertree Liebhaber ist eher unwahrscheinlich, da er sich kaum 100erte Völker hält.


    Aber jeder Imker, ob Demeter oder irgendwas anderes, der Bienen erfolgreich hält, kann ein kleines Zünglein an der Waage sein. Er kauft vielleicht Königinnen, bevorzugt die eine oder andere Eigenschaft.

    Aber jeder von ihnen hält ein paar Völker.


    Die Berufsimker mit ihren vielen Völkern, ihrer Zielsetzung in den Eigenschaften ihrer Bienen hat die größte Auswirkung auf unsere Honigbienen. Diese Imker leben vom Erfolg ihres Könnens mit der Biene. Sie müssen ihre Bienen wesensgemäss behandeln, da sonst kein Erfolg im Sinne von Honigernte, Vermehrung von Völkern etc möglich wäre.


    Jeder, der mal versucht hat, in einem Gebiet mit einem Berufsimker eine andere Rasse zu halten, weiss, dass man gegen die geballte Drohnenmacht nach wenigen Jahren einknickt.


    Wer also "wesensgemäss" Imkern möchte, sollte weniger auf Ideologien, Beuten und Betriebsweisen achten, sondern mehr darauf, ob man seine Völkerzahlen stabil halten kann oder sogar vergrössern kann und das über Jahre und Jahrzehnte hinweg. Der Imker, der das kann, hat das Wesen des Biens verstanden und kann diesem Organismus helfen, zu überleben und sich zu vermehren und das auch, wenn es zu widrigen Umweltveränderungen kommt.


    Leider zersplittert die Imkergruppe und bekämpft einander. Die "normalen" Imker sind schuld, dass noch keine " varroa-angepasste Honigbiene aufgetaucht sei, die müssten nur aufhören zu behandeln. Der Bio-Imker Demeter, .... Wesensgemässe Imker ist ein Faulbrutherd und ähnliches.


    Doch eigentlich haben alle ( ja, ok, fast alle) das gleiche Ziel, gesunde Völker.


    Die anderen wollen den Imker etwas verkaufen, mit cleveren Sprüchen und Marketing.


    Wem es um die Bienen geht, sucht sich Imker, die erfolgreich ihre Völker über den Winter bringen. Doch die sind meistens still und reden nicht über ihre Massnahmen oder Behandlungen oder Betriebsweisen. Sie müssten sich gegen Neid durchsetzen, sich rechtfertigen und belegen, warum sie Erfolg, wo andere Verluste haben.


    Sorry, für die Länge .

  • Hier Mal ein Beispiel, wie ''Wesensgemäß' heute geht 😂👍

    Ich finde das gut - ernsthaft. Kenne den Kollegen nicht, aber wenn der Tönnies auch nur zwei Millimeter weiter in Richtung des ganz fernen "Wesensgemäß" bewegt, dann ist das eine gute Sache. Und wenn nicht, dann ists auch völlig egal ob er den Posten besetzt oder Erika Mustermann. Und ganz ähnlich ists auch in allen anderen Bereichen des Lebens wie der Imkerei. Muss ja nicht immer der ganz große Wurf sein, jedes bisschen hilft.

  • Ich dachte, das wäre der Sinn von Zucht, meine Königinnen werden immer besser während die Königinnen der Imker drumherum verharren oder schlechter werden. Nur so kann ich die Qualität meiner Züchtung gut überprüfen, hihi.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.