Unterschiedliche Entwicklung der Kö. bei Zuchtverfahren ?

  • Hallo liebe Imker(innen),


    mich beschäftigt bei der Frage der Kö.-Zucht mal ein anderer Blickpunkt. Wurde mal überprüft, ob sich Königinnen aus von Bienen angelegten Weiselzellen anders entwickeln, als Königinnen deren Ei zufällig vom Imker durch Umlarven o.ä. Verfahren aufgezogen wurden ??
    Wählen die Bienen ihr Ei auch zufällig aus ??
    Vorab Danke für Info.


    Gruß
    Matthias

  • Hallo Imkerkollege,


    die natürliche Vermehrung der Bienen findet über den Schwarmtrieb statt. Folglich werden Schwarmzellen von den Bienen optimal betreut - soll heißen mit Futtersaft versorgt - . Das gleiche ist zu erwarten, wenn ein Volk still umweiseln möchte, da die alte Königin nicht mehr den Ansprüchen den Bienen genügt.


    Sollte der Imker einmal eine Königin bei der Völkerdurchsicht beschädigt oder gar "umgebracht" haben, sieht es anders aus. Die Bienen handeln aus einer "Notsituation". Sie nehmen mitunter eine beliebige Arbeiterinnen-Zelle, deren Made schon älter als 48 Stunden alt ist (und mehr) und schaffen daraus eine Weiselzelle. In einer solchen Notsituation sind die Bienen nicht wählerisch. Diese Königinnen sind dann manchmal nicht so Leistungsfähig, da sie nicht von Anfang an als Königinnen vorgesehen waren.


    Bei der Königinnenzucht ist es also entscheidend, den Anbrüter "in Stimmung" zu bringen. Echte oder vermeindliche Weisellosigkeit wird vom Imker herbeigeführt. Genügend Ammenbienen müssen vorhanden sein. Das Volk sollte möglichts eng sitzen. Die vom Imker gegebenen Zellen sollten mit Larven, die nicht älter als 24 Stunden sind, bestückt sein.


    Untersuchungen haben gezeigt, daß - optimale Bedingungen vorausgesetzt- es egal ist, ob nun frisch bestiftete Zellen mittels Bogenschnitt, einfach oder zweifach umgelafte Maden gegeben werden.


    Quelle: Zuchttechnik und Zuchtauslese bei der Biene von Friedrich Ruttner

    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft

  • Die Königinnenzucht erschöpfend im "Forum" zu behandeln ist schier unmöglich.
    Mein Tipp:
    F. Ruttner
    "Zuchttechnik und Zuchtauslese bei der Honigbiene"
    oder (wie ich finde, besser)
    Tiesler/Englert
    "Aufzucht, Paarung und Verwertung von Königinnen"
    Aber bitte als Winterlektüre, und nicht jetzt lesen und morgen züchten wollen, das kann nicht gehen.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Das ist ein Verfahren für diejnigen, die sich noch nicht ans Umlarven herantrauen. Man nimmt eine Brutwabe mitallerjüngsten Larven und schneidet einfach das untere Drittel der Waben quer durch die Zellen laufend ab. In den aufgerissenen Zellen bleiben genügend Larven am Leben, die in einem weisellosen Volk direkt zu Königinnen herangezogen werden. Allerdings sollte man jede dritte begonnene Weiselzelle herausbrechen, denn dann kann man die dann später freistehenden Weiselzellen in Schlupfkäfige verschulen. Außerdem würde ich nicht mehr als 15 - 20 Weiselzellen pro Volk ziehen lassen.


    Mit imkerlichen Grüßen


    Klaus Maresch

  • Hallo Michael,


    bei allen Fragen im Forum könnte man bis zur Erschöfung über den Sinn oder Unsinn der Vorgehensweise diskutieren. Dies ist sicher nicht Sinn diese Forums. Konkreten Fragen sollte man schon konkrete Antworten geben.


    Mit dem verweis auf Fachbücher und dem Tipp, diese bitte dann im Winter zu lesen, ist dem Fragestellenden oder Hilfesuchenden nicht gedient.


    Ich denke, daß Klaus eine kurze und aussagekräftige Info zum Bogenschnitt gegeben hat.

    Mit freundlichem Imkergruss
    Dieter Luft

  • Bogenschnitt heißt er, weil die Wabe nicht gerade durchgeschnitten wird, sondern eben in einem Bogen. Damit soll der Zustand der Wabe eines schwarmbereiten Volkes imitiert werden. Den Bogen also in der Mitte nach oben wölben (anders herum wäre es wie eine Bauwabe in einem harmonischen Volk).
    So steht es in den schlauen Lehrbüchern. Ob der gebogene Schnitt gegenüber dem geraden besser ist, habe ich nicht getestet.


    Grüße, Thomas