Lebensmittelkontrolle und Imkerei

  • Moin,
    ich stehe derzeit vor einer "Optimierung der räumlichen Gegebenheiten" für meine Hobbyimkerei mit 20 WV.
    Meine Bienen stehen an 3 Ständen in Kleingartenanlagen innerhalb des Stadtgebietes.

    Mein "Wirtschaftsgebäude" ist eine Gartenlaube von 24 qm die ausschließlich für das Imkereihobby ausgelegt ist.

    Nachdem ich diese Kleingartenparzelle mit Laube im letztem Jahr übernommen habe, versuche ich die Gegebenheiten so her zu richten, wie ich glaube dass es so möglich sein kann und der Veterinärsmitarbeiter möglichst keine oder nur wenig Beanstandungspunkte finden wird, sollte eine Kontrolle erfolgen.

    - WC-Toilette im separatem Raum ohne direktem Zugang zum Schleuderraum mit fließendem Wasser, Handwaschbecken, Seifenspender, Händedesinfektionsspender, Einmalhandtücher. Fenster mit Fliegengitter.

    - Hauptraum für Imkerequipment (Rähmchen, Schränke, usw.) mit angrenzendem Schleuderraum (Reinzohne)
    Schleuderraum mit Kalt- u. Warmwasser, Seifenspender, Händedesinfektionsspender, Einmal Papier Wischtücher, Ausgussbecken Edelstahl, kein Bodenablauf (Gully). Wände mit Latexfarbe in weiß gestrichen, Fußboden Linoleumbelag auf Holzplanken, Röhrenlampen abgedeckt, Honigschleuder, Eimer, Hobocks auf Rollgitterböden, Insektenschutz vor allen Fensteröffnungen und Eingangstür, Verbandkasten. Einweghandschuhe, Einwegkopfbedeckungen

    Dokumentationen:
    - Aktuelle Belehrung nach § 43 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG)
    - Checkliste Reinigungsprotokoll zum Schleudertermin. Dokumentation der Honigentnahme nach Datum, Bienenvölker, Standort.

    Mehr, so denke ich, kann ich als Hobbyimker nicht vorhalten um die Honiggewinnungseinrichtungen mit meinen Möglichkeiten auf zustellen.

    Nun warte ich einfach mal ab. Sollte eine Kontrolle durch das Veterinäramt für diese Einrichtung kommen, werde ich sehen, was evtl . aus deren Sicht noch nachgebessert werden muß. Ich denke jedoch, mehr kann ein Hobbyimker einfach nicht vorhalten.

    Erstmal bin ich jetzt sehr zuversichtlich für die kommenden Honigernte Zeiträume in 2021 für meine Hobbyimkerei.

    Gruß vom Cuximker
    Bernhard

    Imkern ist kein Hobby - imkern ist eine Lebenseinstellung!<3

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • Bernhard, Du kannst machen was Du willst - ein Kontrolleur findet IMMER etwas. Deswegen mache lieber erst einmal weniger, damit er etwas finden kann.

    Apropos "Aktuelle Belehrungen" - was hast Du da stehen? Wie Du Dich selber belehrst? ;)

    Seit 2005 Sächsischer* Hobby-Imker mit ca. 10 Völkern in DNM

    * sie summen weicher als die nicht-sächsischen Bienen

  • Hallo Jacob,

    Nein.ich belehren mich nicht selber, sondern habe mich durch den Landkrein belehren

    lassen.

    Diese Belehrung habe ich sowieso auch ohne meine Imkerei immer aktuell, wegen meiner div Jobs in Produktionsküchen.

    Imkern ist kein Hobby - imkern ist eine Lebenseinstellung!<3

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • Ich kann Dir nur empfehlen, mit deinem Veterinär zu sprechen. Ruf ihn an, sprech mit Ihm. Schildere Ihm deine "geplante" Tätigkeit. Am besten macht man das, bevor man in Zeit und Geld investiert.
    Im Vet.-Amt sitzen auch nur Menschen und am besten lernst du sie vor einer Kontrolle kennen. Vor allem, wenn man sich eh Gedanken macht und einen Raum dazu passend einrichtet.

    Lad ihn doch mal ein und geht den Raum durch. Er hat sicherlich eine Menge Tipps parat. Besser vorher, als nachher :-)

    Ich persönlich kann auch nur von meinen aktuellen Erfahrungen aus dem Raum Aachen berichten... mein Kontrolleur kennt Metzgereien und Küchen. Aber keine Imkereien. Und ich Wahnsinniger fahre da mit Holzzargen in einen Hygienebereich und will das Schleudern? Eigentlich geht das ja gar nicht :-)

    Es könnte sein, das dein Kontrolleur die Waschgelegenheit zu weit entfernt findet. Er wird dich fragen, wie du dein Equipment reinigst. Und womit. Wie du gereinigte Werkzeuge lagerst. Und so weiter. Die Liste ist schier endlos, deshalb hier halt nur mein Tipp - Sprich mit ihm.

    Alles Gute und viel Erfolg. Von einem der das gerade auch durchmacht.

    Gruß aus der netten Voreifel

  • Danke für Deinen Post und auch Grüße von der Nordsee zurück.

    Auch danke ich Dir für den Hinweis auf die Dokumentation der Ungezieferprophylaxe. Diese habe ich doch wirklich vergessen, obwohl ich darüber weiß.

    Sicherlich ist es ein Weg, vorher mit dem Veterinäramt über die Einrichtungsvoraussetzungen für einen Schleuderraum zu sprechen. Bei einem komplettem Neubau oder auch als Berufsimker würde ich es sicherlich auch so machen.

    Welche Auskunft sollen aber die Behörden dann aber geben wenn nicht Forderung/Umsetzung einer Maximallösung. Also 100% Erfüllung der Vorgaben. Bei einer Vorabinfo wird evtl. noch auf Variationsmöglichkeiten in der Ausführung hingewiesen, jedoch kaum irgend einen Ermessungsspielraum gleich eingeräumt bzw. bekannt gegeben.

    Einen Ermessungsspielraum kommt erst dann zum tragen, wenn man bei der Beurteilung der vorgefundenen Gesamtsituation, diesen Spielraum auch anwenden kann.

    Somit möchte ich es erstmal bei meiner Darstellung belassen und abwarten, was dann als Kompromiss einer Nachbesserung möglicherweise bedarf, wenn überhaupt jemand zur Hygienekontrolle kommt.

    Als "Hobbyimker" sollte man zwar auch hohe Hygieneanforderungen bei der Honiggewinnung ansetzt, muß aber auch nicht durch vorauseilenden Gehorsam, unbedingt "schlafende Hunde" wecken. Die Anwendung der Hygieneauflagen und deren Dokumentation, sind in erster Linie zur Eigenabsicherung. Natürlich ist man am Ende auch froh, sollte es bei einer Kontrolle zu keinen oder nur geringfügigen Beanstandungen kommen, die man dann auch gerne beseitigt.

    Im Augenblick und in naher Zeit, erwarte ich nicht unbedingt einen Besuch, bzw. Kontrolle durch den Veterinär. Aktuell die Schweinepest und Vogelgrippe sorgen für entsprechende Verlagerung der Prioritäten, gegenüber einem kleinem Hobbyimker. Des weiteren hoffe ich auch eine realistische Einschätzung in dieser Richtung durch die Veterinär Amtsleiterin, da sie selber eine Hobbyimkerei betreibt.

    Es ist und bleibt jedenfalls ein spannendes Thema. Derzeit bin ich ja noch in der Umgestaltungsphase. Wenn die Imkerhütte in der Kleingartenanlage dann fertig ist, werde ich sie gerne hier auch in Bilder vorstellen.

    Grüsse vom Cuximker
    Bernhard

    Imkern ist kein Hobby - imkern ist eine Lebenseinstellung!<3

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • Die Anwendung der Hygieneauflagen und deren Dokumentation, sind in erster Linie zur Eigenabsicherung.

    Dir ist also das wichtigste ungeschoren davonzukommen? ... Hmmm

    Sorry, wenn ich mich da missverständlich ausgedrückt haben sollte, daß Du es so daraus schließt.
    Die Anwendung und Einhaltung der Hygieneauflagen dienen in erster Linie dem Verbraucherschutz!

    Die Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen dienen mir als Nachweis, diese entsprechend angewandt zu haben und in einem evtl. Beweislastumkehrverfahren gem. HACCP zum Eigenschutz.

    Sollte noch etwas unklar sein, gerne nachfragen, es zeigt mir, daß Du Dich wirklich mit dem Thema beschäftigst. ;)

    Gruß
    Bernhard

    Imkern ist kein Hobby - imkern ist eine Lebenseinstellung!<3

    Negative Handlungen werden erst dann zu Fehlern, wenn man sie wiederholt, - bis dahin sind es Lernprozesse die einen weiterbringen sollten.;)

  • Und außerdem ist es ein gutes Gefühl zu wissen, daß es nicht an Euch liegt, warum der Honig bereits nach fünf Monaten etwas nach Alkohol schmeckt. Sondern nur an der Herkunft der Königin, 😂

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.