Lebensmittelkontrolle und Imkerei

  • Oh, hier stimmt wohl was nicht mit dem Surver. Dieser Post war sicherlich für ein anderes Thema vorgesehen, sowas wie: Die Welt ist schlecht, was soll ich nur tun.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Bei uns stand auch eines Morgens der Prüfer vor der Tür. Hat auch Böden, Wände usw. inspiziert. Die noch freien Wände sollten abwaschbar sein. Da wir aber beim schleudern in der Mitte des Raumes arbeiten, durfte ich das so lassen. Das zweite Waschbecken hat gefehlt, das konnte er bei der Nachkontrolle testen, war dann in Ordnung. Es war sehr sachlich vom Ablauf her, aber schon anstrengend. Das Honigbuch wurde kontrolliert und für gut befunden, auch die Eimerbeschriftung war in Ordnung. Honig im Kühlhaus sowieso. Einzig als er in der Anlieferung im Stadel eine Einhausung forderte, da vom Dach evtl. innen Schmutz herabfallen könnte, waren wir uns nicht mehr einig.

    Ich argumentierte, dass das bei einer Metzgerei, die mit einer Fleischbahn die Schweinehälften offen vom Hänger ins Schlachthaus schiebt wohl etwas anderes ist.

    Wenn mein Honig in Zargentürmen verschlossen und verzurrt, offen auf dem Anhänger nach Hause gefahren werden darf, dann sollten wohl auch die letzten fünf Meter auf Palette mit dem Stapler kein Problem darstellen. Er ließ sich dann davon überzeugen. Ich sicherte Nachbesserung zu, für den Fall, dass er mir mal eine sauberere Imkerei als meine, mit einer Einhausung im Gebäude für die letzten fünf Meter zeigen kann. Das ist jetzt schon ein paar Jahre her und es kam nichts nach.

    Dass ja keiner von Euch auf die Idee kommt so etwas zu bauen!

    Wenn man halbwegs im Thema ist und nicht wirklich einen Saustall in jeder Ecke hat, dann ist das normalerweise alles mit ein bisschen Empathie und Sachlichkeit machbar.

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Das Allertraurigste ist, daß das, was man als Verbraucher erhält, in der Qualität, zumindest gefühlt, immer minderwertiger wird.


    Alles nur noch auf schnellen Gewinn gemacht - raus und weg.

    Und woran liegt das?

    Daran, dass auch die Qualität und Seriosität der Kontrollen erheblich nachgelassen hat. Von nichts kommt nichts und auch das liegt an Gewinnmaximierung. Da, wo man tatsächlich Qualität bekommen könnte, wird über Kontrolldruck, der Kostendruck so dermaßen erhöht, dass kleine Erzeuger/Verarbeiter/Hersteller aufgeben müssen, damit Konzerne darüber freie Bahn und eben genau weniger Kostendruck aushalten müssen. das wiederum liegt aber nicht in der Verantwortung der Konzerne, weil die nur ihren Marktgesetzen folgen, sondern an der Politik, die es zulässt.


    Und dieser Kostendruck wird nicht exclusiv über Löhne oder Hygieneanforderung erzeugt, sondern unter anderem auch durch den zunehmenden Zwang, immer mehr immer zeitaufwändiger dokumentieren zu müssen, wodurch für sich schon Kostendruck entsteht. Und selbstverständlich auch neue Branchen, wie Dienstleister, deren Schwerpunkt Dokumentation und eben auch Kontrollen sind... Aber egal, wer sich zertifizieren lässt, macht das gern und ist auf der sicheren Seite, nech...


    Vor Jahren gab es eine Fernsehreportage anlässlich eines der regelmäßigen Lebensmittelskandale. es ging nicht um Gammelfleisch, sondern um Milch-/Käseprodukte aus Südeuropa. Da hat einer der Mitarbeiter sinngemäß in die versteckte Kamera gesagt:

    "Ach, das macht nichts, das, was nach Deutschland geliefert wird, da kommt es nicht so drauf an. Die Deutschen fressen jede Scheiße! ..."

  • Einen wunderschönen guten Morgen an diesem wunderschönen trüben guten Morgen :-)


    Das ist mein erstes,das die Lebensmittelkontrolleure die Bienen sehen wollen :rolleyes: Drüfen Sie garnicht.

    Es dürfen, die Räume angeschaut werden in denen das Lebensmittel verkauft,gelagert und prodoziert wird, ferner das WC und die Lagerräume der Behältnisse.

    Sonst nichts.

    Und ja, sind bei uns auch gekommen und es war Gott sei Dank nicht viel,was beanstandet wurde.

    Aber, indirekt hat ja der Imker, früher, selber Schuld.

    Ich weiß noch die Zeit, wo jeder Hobbyimker im Bienenhaus ,ohne fließend Wasser und Klo geschleudert hat.

    Die Hände wurden nur gewaschen, wenn er mal mußte,sonst wird ja der Schnidell klebrig :-) und nach dem Gang ohne waschen wurde weitergemacht.

    Oder im Bad oder im Keller,Küche,Flur, Melkkammer,Stall und ich kann noch mehr aufzählen.

    Die Imker, die schon einen Schleuderraum hatten, konntest Du an 5 Fingern abzählen.

    Das hat sich etwas gebessert, aber auch nur bei den Imkern, die schon ein wenig mehr Völker bewirtschaften.

    Der 2-10 Volkimker, macht das doch immer noch weitgehenst so.

    Gut, ist ja o.k. wenn die Sauberkeit stimmt.

    Sonst dürften wir ja auch nicht mal kochen :rolleyes:

    Ich finde schon, das es übertrieben wird, aber einen gewissen Standart soll/muß gehalten werden.

    Die größeren Imker, sei es Berufs.-oder Nebenerwerbsimker müssen sich schon immer an die Regeln halten, sonst wären Sie schon lange zu gemacht worden.

    Wir waren vor Jahren in Italyen und haben Imkerreien besucht, da können sich etliche von unseren Imkern eine rißige Scheibe davon abschneiden, wie pickobello es da war/ist.

    Aber es war auch ein Betrieb dabei, der währe bei uns schon lange zugemacht worden.

    Da hast mich echt geekelt <X

    Z.B. lagen da im Beuten/Rähmchenlager die toten Ratten rum, die Pollenmaschiene hatte noch den Dreck des letzten Jahres darauf u.s.w.

    Es gibt halt überall schwarze/dreckige Schafe.

    Dem Frank sein Betriebsgebäude hab ich auch schon gesehen und das war top und denke das hält Er und sein Sohn weithin so.

    Und Wir wissen ja alle wie es ist wenn Du schleuderst.

    Und Honig klebt nunmal :)

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • Ich schleuder in der Gartenlaube, lege alles mit Folie aus. Bei 10 Völkern geht das ganz gut. Wasser ist da und der Schniedel wird auch immer gewaschen wenn er klebt ;)

    Ach nee die Hände...


    Aber wenn mal jemand kontrollieren will, würd ich glaub ich Probleme bekommen.

  • Ich habe das Glück das mein Schwiegervater früher zur Jagd gegangen ist und sich bei sich eine Wildkammer eingerichtet hatte, ist wirklich alles drin was das Imkerherz höher schlagen lässt.

    Das einzigste Problem ist das das Haus inzwischen vermietet ist und ich meinen Honig dort nicht stehen lassen will. Und bei uns steht er leider NOCH in einem ganz normalen Kellerraum, aber auch das wird sich bald ändern. :)

  • Hallo,


    Also hier bei mir ist das ein kurzer Dienstweg.


    Der Chef der Lebensmittelkontrolle - ist auch der Chef für die BSV.

    ...


    Nennen sich in Hessen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsbehörden,

    und es gibt 26 Stück davon ....

    [das sind sie hier LINK]


    Da kann man erfahren auf was, wie Wert gelegt wird.

    Imker sind hier derzeit kein "auffälliger" Punkt für Kontrollen !


    aumeier

    Und ja, die dürfen hier auch Deine Tiere ansehen ....



    BTW:

    Immer bei diesem Thema daran denken:

    Wir leben in einem förderalen Staat,

    mit 16 Bundesländern, darin Bezirke mit Ihren Kreisen und freien Städten,

    .... da ist es hier so und 5 km im anderen Kreis anders

    und 25 km weiter im anderen Bundesland wieder anders ....



    GdBK

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Kann ich da jetzt - aus rechtlicher Sicht - trotzdem in der Küche Honig pressen und mal ein Glas an den Nachbarn verkaufen?

    Muss ich da auch mit der Lebensmittelkontrolle rechnen?


    Rolf

    Konfuzianer:

    "Man soll ein anständiges Menschenleben führen, aus dem einfachen Grund, weil man ein anständiges Menschenwesen ist."

  • Und wenn Du in Eurer Lokalzeitung über das Imkern schreibst, einen Tag der offenen Tür ankündigst oder zu einem Vortrag/einer Schulung einlädst. Also Küche vorher und nachher putzen. Mausefallen in den umliegenden Räumen kontrollieren und in einer Liste mit Datum dafür unterschreiben usw.

    Viele liebe Grüße und bleibt vorsichtig

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Kann ich da jetzt - aus rechtlicher Sicht - trotzdem in der Küche Honig pressen und mal ein Glas an den Nachbarn verkaufen?

    Selbstverständlich. Bei nichtständigen Betriebsstätten (wie z.B. bei der zeitweilig zum Schleudern umgeräumten Küche) gelten sogar nicht ganz so strenge Regeln im Unterschied zu ständigen Betriebsstätten (wie z.B. Schleuderraum). S.a (#85):

    Wie sieht der optimale Schleuderraum aus?