Schwache Bienenvölker

  • Hallo zusammen, speziell möchte ich mich mal wieder an Michael2 wenden. Also, ein Buckfastvolk behandelt wie ein Carnicavolk verhält sich genau so schlecht oder gut wie ein Carnicavolk. Wer sich aber auf Buckis einlässt, kommt früher oder später nicht an der Betriebsweise von Bruder Adam, oder in abgewandelter Form von den Brüdern Fehrenbach dran vorbei. Jede Rasse verlangt spezielle Arbeiten und Voraussetzungen des Imkers. Z.B. muss ich bei einen Nigra-Volk in der Beute vorsichtiger arbeiten, weil sie gereizter darauf reagieren wie die sanftmütigere Carnica. Carnica-Königinnen mit Buckfastdrohnen angepaart ergibt nicht unbedingt Stecher, auch die umgekehrte Anpaarung nicht. Was aber nach Aussagen älterer Imker Stecher ergibt, ist die Anpaarung Carnicakönigin mit Melliferadrohnen. Zur Reinzucht, wie Du sie Betreibst möchte ich noch eins sagen, man kann mit der Zucht innerhalb einer Rasse nicht mehr herauszüchten, als in der Rasse an Zuchtmerkmalen vorhanden ist. Hier helfen sich die Carnicazüchter mit Linien kreuzungen und -kombinationen. Wohl auch, um die Gefahr der Inzucht zu entgehen. Soweit zum Thema Reinzucht. Um zum eigentlichen Thema "Schwache Völker" zurückzukehren, hier hast Du empfohlen, durch Einkreuzen eine Blutauffrischung zu erreichen. Leider hast Du den nächsten Schritt nicht erwähnt: von der bezogenen Königin eine Zuchtserie starten, und diese F1 auf Eignung am Stand prüfen. Mit dem Erwerb einer guten Königin ist es nicht getan, das ist erst der Anfang. Die Auslese der besten ist der nächste wichtige Schritt. Da beginnt unsere Verantwortung für gute Bienen, die den Verhältnissen am Bienenstand angepasst sind und den Erwartungen des Imkers entsprechen. V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Zitat von Klaus Maresch

    Tja, das ist der Witz, die Buckfastimker haben nichts gegen Carnica in der Nachbarschaft einzuwenden... aber umgekehrt werden die Scheiterhaufen errichtet. :lol:


    - das erinnert mich an die Raucher - diese beschweren sich auch nicht wenn jemand neben ihnen nicht raucht...


    mfg Leonhard

  • Hallo Lothar,


    Reinzucht gibt es auch bei der Buckfastbiene vergesse das mal nicht.
    Inzucht kann man immer bekommen, egal ob Rheinzucht oder nicht, da du aber ein Problem hast mit Reinzucht fängt du immer wieder mit dem Thema an und sucht die nachteile her raus. :D
    Bei Bienen allgemein gibt es Vorteile und Nachteile man soll eben das tun was einen am besten liegt. Wenn die Carnica nicht anpassungsfähig wäre dann hätte kein Imker diese Rasse mehr.
    Ich versteh einfach nicht was das ganze mit Anpassung zu tun hat
    Wenn man von Bienen und Haltung keine Ahnung und Plan bringt eine Blutauffrischung auch nichts.
    Z.B. fängt das schon an wenn man jeden Tag ein Volk auf macht und die Bienen zu oft stört, hat man am Ende wenig Freude. Ich kenn einige Imker die von Bienen so gut wie keine Ahnung haben , wenn man um diese Zeit Futterteig in die Völker hat, sich nicht um die Bienen nicht richtig kümmert durch falsche Bearbeitung, dann die Völker schwächt weil man dem Volk zu viele Bienen oder Brut weg genommen hat , dann die Völker nicht oder wenig gegen die Varroa behandelt , fünf Zargen drauf hat obwohl die stärke für zwei Zargen reicht ,das sind alles Sachen die mit beitragen das man nie richtige Völker bekommt. Fast jedes Jahr kommt ein Imker ,kann man aber nicht bezeichnen zu mir und kauft ein bis Ableger weil er die Bienen tot geschaut hat zu viel gefüttert hat ,dann soll ich noch die Ableger in Kartons rein tun , jetzt frag ich mich wenn solche Leute Bienen haben kann so was nie gut gehen , wenn man dann noch Leute kennt die in den Völkern Waben haben die schwarz sind wie eine Schuhsohle, dann Waben überall rum liegen haben brauch man sich nicht wundern das die Völker nichts sind.
    Von einen Imkerfreund der In Thüringen wohnt, hat von mir schon einige Königinnen bekommen und ich vom ihm auch welche, dabei gab es bis heute keine Probleme in Sachen Anpassung, nur waren seine Stand begattet und meine Belegstellen begattet.
    Was manche nicht wissen das die Carnicabiene langlebiger und weniger Futter brauchen als kurzlebige und stärkere Buckfastbiene, viele Bienen brauchen viel Futter.
    Wo ich noch Buckfastvölker hatte konnte man das gut feststellen, die haben 6,5 kg Akazien Nektar am Tag eingetragen, nach einer Woche Regen war nur noch die hälfte Honig vorhanden. :(
    Hab den Beitrag von dir überlesen Franz.


    mfg Michael2

  • Hallo Michael2,
    eine Buckfast gehört behandelt, wie es Bruder Adam in seinen Büchern so treffend beschreibt. Die Buckfast gehört nicht in die Hände eines Carnicaimkers, der diese Rasse gewohnt ist und noch nie was von Bruder Adams Theorien gehört hat, das geht unweigerlich schief.

  • Das finde ich auch immer faszinierend. Da nimmt sich ein Imker, der sonst in seinen Deutschnormalbeuten mit der Carnica arbeitet, aus Neugierde eine Buckfastkönigin und stellt das Volk in den Vergleich zur Carnica-Nachbarschaft. In Folge wird das Buckfastvolk genauso behandelt und siehe da - es gibt keinen Unterschied bzw. das Buckfastvolk hinkt vielleicht sogar hinterher. Und dann heißt es am Imkerstammtisch: "Ich habs mal mit ner Buckfast probiert - das ist ja alles Quatsch!"


    Hier werden wieder einmal Äpfel mit Birnen verglichen. Zum Anfang meines imkerlichen Daseins habe ich das genauso gesehen. Ich komme aus Celle, in den 80ern Carnica-Hochburg und habe selbstverständlich Carnica in Segeberger Beuten gehalten wie das fast alle dort machen.


    Meine ersten Versuche mit der Buckfast liefen genauso wie oben beschrieben bis ich wirklich auf Dadant und die Betriebsweise von Bruder Adam umstellte, allerdings auf unsere Frühtrachtverhältnisse angepaßt. Hilfreich dazu ist das Buch von Raymond Zimmer, Fragen und Antworten zur Buckfastbiene.


    Ja natürlich ist es richtig, daß die Buckfastbiene stärker brütet und sich von Klimarückschlägen nicht so beeindrucken läßt wie die Carnica, die dann gerne die Eilegequote reduziert. Und das geht eben auf den Honig. Dafür habe ich aber auch immer einsatzbereite Völker und nicht Völker, denen im entscheidenen Moment die Flugbienen fehlen weil 5 Wochen vorher eine Schlechtwetterperiode vorherrschte. Im Zweifelsfall bekommt so ein Volk dann auch mal eine Überbrückungsfütterung mit einem oder zwei kg Honig. Diese Investition zahlt sich immer aus, nämlich in einem Mehrfachen an Honigernte.


    Übrigens, was die Leistung und Volkssärke der Buckfastvölker betrifft, meine Buckfastvölker haben jetzt den dritten Honigraum bekommen und diesen binnen zwei Tagen halb ausgebaut. Dies ist zu sehen, am Drachenfels in Königswinter unterhalte ich einen Schaubienenstand mit 22 Buckfastvölkern. Dieser Stand steht in drei Metern Entfernung am Wegesrand und wird in der Touristensaison von mehr als 300.000 Besuchern passiert - natürlich ohne Stiche. An jedem WE finden dort stündliche Führungen für Besucher sowie unter der Woche für Kindergärten und Schulklassen statt. Natürlich auch für Imker.

  • Hallo zusammen,


    mit der Buckfast und Carnica verhält es sich meiner Meinung nach so wie mit PKW und LKW und der Nutzlast. Das Fahrzeug ist die Beute; die Nutzlast der Honigertrag; der Motor die Biene; und der Imker ist der Fahrer!


    Mit einem PKW kann jeder der einen Führerschein gemacht hat auch irgendwie damit umgehen. Wer etwas Erfahrung hat, den richigen PKW (starker Geländewagen) und auch noch einen entsp. Anhänger (Magazine), der kann damit auch voll geladen rückwärts den Berg hoch fahren! sprich unter schwierigen Bedingungen relativ viel Honig ernten!


    Aber nicht jeder kann das mit einem LKW und Anhänger! Dazu brauchts halt bestimmte Vorrausetzungen.


    Die Dadantbeute betrachte ich als LKW. und mit einer guten Buckfast unter der Haube, kannst du eben viel Honig machen, auf der Ebene, aber auch im Gebirge!
    Wer selbst mal LKW gefahren hat, weiß was ich meine!


    Grüße

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Jetzt muss ich wohl darüber schreiben wie ich mit der Buckfast gearbeitet habe.
    Die meisten Völkern waren in Segeberger mit 1 ½ DN Normalmaß, so eine Wabe muss man gut festhalten sonst rutsch sie aus den Fingern, die Waben sind wie ein Quadrat und das Brutnest war Kreisrund, der Nachteil man konnte diese Waben nicht schleudern weil sie zu groß für die Schleuder waren und eigentlich nur für den Brutraum bestimmt sind, auf dem Brutraum kommt noch eine Halbzarge als Futterraum so hatte es der Erfinde vor gesehen was man in Der Biene 1997 nach lesen kann. :D
    Von solchen Völkern hatte ich immer sehr hohe Erträge, vier Zargen und mehr waren keine Seltenheit.
    Das Maß ist auch größer als das Dadantmaß, warum muss man Buckfastbienen in Dadant halt, in dem Buch (So imkert man in der Segeberger) wurde mit Buckfastvölker auch im Normalmaß gearbeitet.
    Das man Buckfastbienen nicht im Freudensteinmaß halten soll, ist wohl jeden klar der den unterschied kennt. :D
    Starke Bienenrassen brauchen eine Beute die an angepasst ist, aber der Nachteil ist wenn man viele Honigräume drauf hat und kalte Witterung herrscht ziehen die Bienen sich gern in die untere Zarge zurück, z.B. sieht man das wenn alle Honigwaben verdeckelt sind, das sich wenig Bienen auf verdeckelten Honigwaben aufhalten.
    Wenn so ein kaltes Wetter anhält kann es vorkommen das der Honig Wasser anzieht weil ja wenige Bienen da sind, ich selbst hab das noch nicht erlebt aber schon gehört.
    Wie es Carnica Belegstellen so gibt es auch Buckfast Belegstellen, ich kann mir nicht vorstellen das Buckfastreinzüchter erfreut sind wenn man mit Carnicavölkern oder mit einer anderen Rasse in dem bereich der Belegstelle steht.
    Das große Problem was bei den Imkern Alltag ist das man sich um jede Kleinigkeit
    streiten kann ,das war schon früher schon und wird auch immer so sein ,nur sollte man sich mal Gedanken machen wie die Imkerei in der Zukunft aus sehen soll ,uns Imker steh bald das nächste Problem ins Haus die Sache mit dem Beutenkäfer ,wenn wir da nicht zusammen halten und Lösungen finden gibt es genau ein Desaster wie mit der Varroamilbe.



    mfg Michael2

  • , natürlich ist die Reinzucht unerlässlich zur Erhaltung der einzelnen Bienenrassen. Nur finde ich, wir übertreiben damit ein wenig! Das fängt an mit den Kubitalindex, der ja Richtung Mellifera geändert wurde, und noch die Farbe, die ist mittlerweile grauer und einheitlicher als in den Ursprungsgebieten. Der "Kleine Imker" braucht doch andere Massstäbe für seine Bienen, die er speziell für seine Umgebung und sich selbst setzt. Ohne Zweifel vererbt eine Carnica-Königin viele gute Eigenschaften, aber auch einige weniger gute: Anfällig gegen Wetterrückschläge, frühes Brutende, Nosema-Anfälligkeit. Da kann erst die Nachzucht zeigen, wie diese damit fertig wird. Dabei hilft die Standbegattung mit der vorhandenen Biene. Deshalb meine Empfehlung, erst eine kleine Nachzuchtserie von einer bezogenen Königin anzufertigen. Allein die Tatsache, das eine Königin reinrassig ist, schließt automatisch ihren Wert für die Zucht nicht mit ein. Wie schon gesagt, eine erworbene Königin ist immer erst ein Anfang, danach muß der Imker seine Auslese für seine Verhältnisse treffen. V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo alle miteinander


    interessante Diskusion. Ich bin platt, 100 Kg Honig pro Volk, kann ich bei meinen Trogbeuten nur von träumen. Müsste ich ja glatt meine Stände verstärken, würden sonst zusammenbrechen.
    Dabei habe ich nur sechs Völker, über 50 bin ich auch, jetzt habe ich nach dem Beitrag von Klaus Maresch doch tatsächlich beinahe Minderwertigkeitskomplexe bekommen.
    Vielleicht bin ich ja doch etwas komisch; ich imkere, weil es mir Spass macht.


    Ab wie vielen Völkern kann man im Elfenbeinturm denn mitreden?


    Viel Deckelwachs
    Freddy

  • Guten Morgen, meine Lieben!
    Also, es sind keine 80 kg rausgekommen, sondern insgesamt 478 kg bei 7 Völkern, macht 68 kg als Schnitt. Früher, als ich nur Carnis hatte, lag ich bei 30 kg als Jahresertrag...
    Wenn ich jetzt noch sehe, wie viele Waben noch nicht genug verdeckelt waren, kann ich mich aufs 2. Schleudern freuen.
    Allerdings habe ich heftigsten Muskelkater, von Samstagmorgen bis Sonntagabend nur geschleudert (ich hab nur eine 2-Waben-Schleuder, die neue ist aber schon bestellt :lol: ).
    Soviel Honig hatte ich noch nie!!! Und so fleißige Bienen auch nicht.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • [quote='sabi(e)ne']Guten Morgen, meine Lieben!
    Also, es sind keine 80 kg rausgekommen, sondern insgesamt 478 kg bei 7 Völkern, macht 68 kg als Schnitt.


    Hallo Sabiene,


    da kann man nur gratulieren zu solch einem Ertrag. Mich würde interessieren, um welche Tracht es sich bei Euch handelt (Wiesenblüte ? Baumblüte ? Raps ? ), woher also diese Menge an Honig kommt ?


    Gruß


    buchneria

  • Hallo, buchneria,
    wie im letzten Jahr blühte alles gleichzeitig: Obst, Löwenzahn, und Raps,Raps,Raps...
    Jetzt stehen die armen Mädels im Mais-und Grünland-Ghetto im Münsterland, mal sehen, ob da noch was kommt.
    Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende!

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen