Schwache Bienenvölker

  • Hallo,


    Habe immer wieder das Problem das meine Bienenvölker immer wieder zu schwach sind warum ? Ich habe auch viel Reizfütterung gemacht !
    Bei manchen Imkern habe ich schon gehört das die Bienen schon Anfang Mai in Schwarmstimmung waren. Bitte um Ratschläge
    Was kann ich machen das meine Bienenvölker im Frühjahr stärker rauskommen ?


    Danke im Voraus


    Gruß Daniel

  • Hallo Daniel,


    das kann mehre Ursachen hab das deine Völker schwach sind, Z.B. viel Varroa, Innenzucht, lange Zeit kein neues Blut auf dem Stand.
    Als Imker sollte man sich eine Betriebsweise auf deine Umgebung, Trachtverhältnis und Bienen anpassen.
    Von Zeit zu Zeit auch mal seinen Stand mit frischen Blut (andere Königinnen) das keine Innenzucht auf deinen Stand entsteht, Bienen sind sehr anfällig gegen Innenzucht, das sieht man an den Brutwaben wenn zu viele Zellen fehlen (Lücken haftest Brutnest).
    Ändere vielleicht mal deine Betriebsart z.B. das du Völker die wenig Honig bringen und zu schwach sind aus selektiert das von diesen Völkern nicht nach zieht und andere Königinnen einsetzt.
    Wenn du Ableger machst, die gleich gegen Varroa behandelst z.B. Milchsäure dann hast du schon Ableger die einen sehr geringen Befall von Milben haben, aber die Ableger sollten wenn es geht keine verdeckelte Brut haben.
    Bei den großen Völkern regelmäßig Drohnenbrut ausschneiten.
    Mit was behandelst du deine Völker gegen die Varroa?
    Was man an Varroa mit Drohnenbrut aus dem Volk holt hat man im Herbst nicht.
    Ich hab jetzt meine Imkerei nur noch auf Milchsäure und Ameisensäure umgestellt und brauch kein Perizin mehr.
    Vielleicht brauchst du mal neue Königinnen ,ich hab gestern 35 Zellen verschult die nächste Woche schlüpfen ,wenn du willst kannst du gern welche haben von mir , aber es kann sein das du mit meinen Probleme haben kannst ,wie ich auf deiner Webseite gelesen habe imkerst du mit Hinterbehandlungs Beuten.
    Meine Damen werden sehr stark und da du aber nur 2 Räume hast musst du halt mal testen wie die bei dir so sind. :D
    Ich kann unbegatte, Belestellen begatte oder Stand begatte Königinnen abgeben.
    Werd gleich mit den Schleudern des ersten Bienenstands anfangen. :D
    Wünsche volle Honigtöpfe.


    mfg Michael2

  • Hallo Michael,


    Ich habe letztes Jahr eine Köngin bestellt (unbegattet)
    und die Königin ist einwanfrei hat auch ein gutes geschlossnes Brutnest ! Jetzt Sind die Bienenvölker richtig Stark aber der Raps ist halt schon fast verblüht ! Meine Bienenvölker behandel ich mit Ameisensäure. Wieviel kostet den eine Königin bei dir ?


    Gruß Daniel

  • Bienenfreund schrieb:

    Hallo Michael,


    Meine Bienenvölker behandel ich mit Ameisensäure.
    Gruß Daniel


    Hallo Daniel,
    wann hast du das letzte Mal mit Ameisensäure behandelt - doch nicht schon heuer - oder etwa doch!

  • Hallo Daniel,


    eine unbegattete 8,60 euro ,ab Juni für Belegstelle 16 euro auf Wunsch ,Stand 14 euro.
    Ziehe ausschließlich von Besamten Müttern nach. :D


    mfg Michael2

  • Hallo Michael2, mit Vielem in Deinen Beitrag bin ich einverstanden. Aber in zwei Punkten bin ich anderer Meinung. Du empfielst eine Blutauffrischung durch neue Königinnen am Stand. Wie soll aber eine angepasste Biene gefunden werden, wo doch jede neue Königin einen Neustart bedeutet bezüglich Anpassung und Akklimatisierung. Durch den dadurch entstehenden F1-Effekt kommt es zu einer Heterosis, nicht zu einer Anpassung. Besser ist es, die am besten angepassten Völker zu vermehren. Da stoss ich mich an einen weiteren Punkt. du schlägst vor, regelmäßig Drohnenbrut aus den großen Völkern zu entfernen. Wunsch ist es aber doch, zur Frühtracht starke Völker zu haben. Wo, wenn nicht von den starken Völkern, soll denn das Erbgut für diese herkommen? Da sind wir wiede an den Punkt angekommen, an dem sich Reinzucht von der Zucht für den Gebrauch vor Ort unterscheidet. V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,


    du versteht einige Schache nicht wie ich das mache, hier bei mit hab ich eine sehr hohe Bienendicht, dadurch hab ich genug Drohen. Aber da nur sehr selten Leute Standbegatte Königinnen haben wollen fällt die Sache schon aus dem gewicht.
    Zu 95% kommen meine Königinnen auf Belegstelle zu Begattung .Dann ist wohl das erste Problem vom Tisch. :D
    Nun zum zweiten Problem nach deiner Ansicht, Von meinen Königinnen gibt es schon paar Leute die damit sehr viel erfolg haben, bis jetzt im Norden, Westen und im Osten, Siehe Stefan aus dem Forum hier.
    Carnica ist eine Gebirgsbiene und ist sehr Anpassung fähig ist.
    Völker die im Frühjahr nicht ziehen werden gleich aus selektiert und kommen erst gar nicht zur Zucht. Von einen Imkermeister der schon viele Jahre zieht hab ich gutes, schwarmträges, mit hohe Leistung Carnicablut, die Zuchtbuchnummer 4142 hat eine Honigleistung von um die 90kg im Schnitt und Ernteprozent liegt bei 109% ,davon hab ich Einige Töchter und Schwestern ,keines der Zuchtfolgen steht der Leitung nach.
    Bei mir kommen meist nur Besamte Mütter zur Zucht, die Drohen werden vor dem besamen vermessen und die Königinnen selbst, dadurch liegt die Aufdeckungsrate von Blendern so um die 95%.
    Von F1 zieh ich überhaupt nicht nach weil die Aufspaltungsrate zu hoch ist.
    Wenn man Reinzucht betreibt kommt man an Besamung nicht vorbei.
    Ohne Drohnenbrut aus zu schneiten hat man im Spätsommer mit der Varroa mehr Probleme als wenn man es macht ,da durch entziehe ich den Völkern einige Milben.
    Wenn die Sache keinen erfolg bringt dann würde ich das auch nicht so machen.
    Ich hoffe dir geht jetzt ein Licht auf. :D

  • Halo Michael2, ein Licht ist mir in Sachen Imkerei schon längst aufgegangen, auch wenn man das in meinen Beiträgen nicht merkt :wink: . Die Sache mit der Reinzucht, wie Du sie betreibst und einige andere auch noch, hat schon auf den ersten Blick einen Nachteil: etwa 99% machen das nicht. Da stellt sich die Frage, warum nicht. Das ganze drumherum an der hier betriebenen Zucht schreckt eher ab, als es beflügelt, mitzumachen. Die meisten Imker wollen eine gute, umgängliche Biene, die ihren örtlichen Verhältnissen angepasst ist. Auch auf die Gefahr hin, mir jetzt die Feindschaft der Reinzüchter zuzuziehen, möchte ich einmal an einem Punkt ansetzen, den Du auch erwähnt hast. Warum soll man als Imker nicht von einer F1 nachziehen, auch wenn diese auf den Stand das beste Volk ist? Wegen der möglichen Aufspaltung des Erbgutes? Selbst wenn, bei der F2 kann ich immer noch Auslese betreiben, ebenso bei der F3 usw. Die größte Gefahr sehe ich nicht in der Aufspaltung des Erbgutes der Bienen, sondern bei ihrer Inzuchtanfälligkeit. Soll dieses "Verbot" der Nachzucht den Reinzüchtern eine Art Monopol sichern? In Deinen Beiträgen merkt man Dir ja auch eine gesunde Portion kaufmännisches Denken an, was ich keineswegs verurteilen will. Ganz konservative Teilnehmer des Forums würden da noch einen Schritt weiter gehen und Dir sagen, so etwas gehört nicht in einen Beitrag, sondern unter Kleinanzeigen. Zurück zum eigentlichen Thema. Warum der Aufwand mit der Reinzucht? Die Landbiene ist mittlerweile Carnicatypisch. Ist es nicht einfacher, eine reinrassige Königin aus dem Ursprungsgebiet zu beziehen, als der ganze Aufwand mit Belegstellen usw.? Auch wenn mein Licht recht einsam in der Dunkelheit scheint und sich gegen die grelle Leuchtreklame der Reinzüchter nicht abhebt, es ist mir aufgegangen. Und nicht nur mir, les doch einmal was Bruder Adam über Zucht schreibt, oder Wolfgang Golz. V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,


    Es gibt Imker (Bienenhalter) und es gibt Züchter das ist unterschied, was ich an Imker kenne die wenig Ahnung von Bienen haben und dann meistens auf andere Leute neidisch sind weil sie weniger erfolg haben als sie selbst.
    Jeder kann das nach ziehen was er will, ob man dann aber erfolg hat ist eine ganz andere Geschichte. Klar kann man von F1, F2, F3 nach ziehen, der Nachteil ist das man dann viele Bienenvölker brauch um das gute vom schlechten zu trennen das sieht dann so aus man hat z.B. 25 % Schrott ,25% mittel, 25% gut ,25% sehr gut ,jetzt kann du dann entscheiden was gut oder schlecht ist. Ich glaub kaum das du die Zeit hast um so einen auf wand zu betreiben
    von einigen 100 bis 1000 Völker um an das Ziel zu kommen vom besten Volk am Stand was nach deiner Meinung gut ist. So viel zum Thema Reinzucht.
    Ich zwinge keinen Königinnen unbedingt von mir zu verkaufen, wenn jemand welche möchte kein Problem. Daniel hat mich ja nach dem Preisen gefragt.
    Wie du so schön gesagt hat man kann ja Carnica aus dem Land kaufen wo sie her kommt,
    wie heißt der gute Spruch den ich von einen Imker habe (je bunter die Werbung je schlechter die Königinnen).
    Hab schon einige örgend wo im lande besamte Königinnen gekauft, und dafür Lehrgeld bezahlt. Ich glaube kaum das du begeistert von einer Königin die besamt ist und bei dir an kommt und die Flügel bei der Königin wie bei einen Engel stehen und das Volk nach 4 Wochen sticht wie der Teufel.
    Hab da noch 3 Königinnen vor paar Jahren bei einen Imker gekauft, die 100 dm gekostet haben, zwei davon gestochen haben teils gelbe teils graue Bienen hervor brachten und die dritte nicht mal den Honigraum hatte und schon am schwärmen war, und das Von einer besamten Mutter die von Celle stammte. Alle guten dinge sind ja drei.
    So viel zum Thema Königinnenkauf .
    Z.B. die ACA Königinnen, hab da von noch keine gehabt aber von vielen gehört das die nicht so besonders sind ,ein Imkerfreund hatte mal eine die war ganz gut aber die meisten die er da bestellt hat haben im selben Jahr noch umgweiselt .
    Ich hab ein Buch von Bruder Adam hier, was ich ganz interessant finde, nur konnte er seinen erfolg ausschöpfen weil er einige Völker mehr hatte als wir.
    Wenn das nicht gewesen wäre dann gäbe es auch keine Buckfastbiene, man kann keine Kunstrasse erbfest zücht mit 5-6 Bienenvölkern. :D
    Von heut auf morgen geht so was auch nicht, weit über 50 Jahre hängen an der Zucht mit drin, um so eine Rasse zu erschaffen. Möglich ist alles nur hängt das von der Arbeit ab und dem Aufwand den man bei so was nicht außer Acht lassen soll.
    Adam hat mit einigen Rassen rum gezüchtet und da raus ist die Buckfast entstanden.
    Wie hat er geschrieben das die Griechische Biene eine der Fruchtbarsten Rassen mit ist, und bestimmte Rassenkreuzungen mit ihr das gegen teil bewiesen haben.
    Z.B. hat er nur seine Königinnen von Kreuzungsrassen ziehen lassen weil diese Pflegevölker
    die Königinnen am besten versorgt haben und die daraus entstanden Weiseln sehr hochwertig waren.
    Seine Belegstelle hatte einen Sicheitsgürtel von 10km da kann man hier bei uns nur träumen, bei so einer hohen Sicherheit ist eine Fehlpaarung so gut wie ausgeschlossen und man kommt sehr schnell an das Ziel wo man hin will, was auf keiner deutschen Belegstelle geben ist.
    Ich werde hier mal so langsam Schluss macht weil das sonst ins unendliche geht und zum
    Schluss keiner mehr weiß um was es überhaupt geht. :D
    Ich hab mich sehr früh mit Bienen beschäftigt, daher weiß ich von was man schreibt.
    Die Praxis sieht immer ganz anders aus als wenn man 100 Bücher liest.
    Nur können das viele nicht in die Praxis umsetzten.
    Ich hoffe du gibst jetzt endliche ruhe. :D


    mfg Michael2

  • Vorab will ich bemerken, daß ich kein Züchter bin und auch nicht vorhabe, das zu werden. Ich betrachte mich als Imker; gelegentlich lasse ich in den Völkern, die mir gefallen, auch die zweite und dritte Generation an Königin nachschlüpfen. Im übrigen habe ich die eine oder andere Königin, die aus einem anderen Betrieb stammt (meistens Aumeier/Zandt) und von der ich dann nachziehe und stadtbegatten lasse.


    Meine Bedürfnisse als Imker mit z.Zt. 150 Völkern in einem touristischen Gebiet gehen dahin, daß ich eine Biene habe, die folgende Eigenschaften erfüllt:


    1.) friedlich wegen etwa 360.000 Besuchern, die in drei Meter Abstand an den Fluglöchern meines Schaubienenstandes samt Figurenbeute entlangmarschieren zzgl. der Führungen mit etwa 30-40 Schulklassen p.a.
    2.) ertragreich in puncto Honig, da ich meinen Betrieb auf die Bio-Honigerzeugung (Touristen und Umgebung) ausgelegt habe.
    3.) schwarmträge, um in den Zeiten der Arbeitsspitzen möglichst einfach viele Völker halten zu können
    4.) gesund und einfach zu pflegen


    Diese Liste stellt keine Wertigkeit dar, alle Punkte besitzen für mich die gleiche Wichtigkeit.


    Aus diesem Grund gehe ich mehr und mehr dahin, die Wirtschaftsköniginnen zu kaufen und in Jungvölker einzuweiseln. Ich möchte meinen Betrieb auf 250 Völker erweitern, da der Honigabsatz entsprechend gut ist.


    Bei der Menge an Völkern, die ich halte, wäre genügend Material vorhanden, um eine Auslese zu betreiben. Allein es fehlt mir die Zeit und deswegen verzichte ich darauf. Bei einer Honigernte von im Schnitt 30-40kg p.a. bei Standimkerei plus zusätzlicher Ernten bei Wanderung ist der Preis für eine gute Königin kaum eine Diskussion wert. Wer meint, daß 10 oder 15 € ausreichen, um die Arbeit, die die Aufzucht einer guten Wirtschaftskönigin benötigt, zu honorieren, bekommt eben entsprechendes Material.


    Machen wir mal die Gegenrechnung auf. 30kg Honig bedeuten 60 Gläser Honig, die zum Preis von € 4,30 (Frühlingsblütenhonig) verkauft werden. Eine gute Königin ist der Motor des Volkes und "läuft" mindestens zwei Jahre lang gut. Da bin ich gern bereit, in eine gute Königin zu investieren und erspare mir die eigene Zuchtarbeit.


    Zuchtarbeit ist sehr aufwendig, Fehlschläge sind programmiert und es bedarf auch eines hohen Fachwissens sowie verschiedener technischer Voraussetzungen.


    Von daher betrachte ich die ganzen "Züchter" mit ihren 10-20 Bienenvölkern sehr skeptisch. In dieser Größenordnung züchtet man vor allem an der Theke und am Imkerstammtisch :lol: und ist nicht ernst zu nehmen.


    Für den Hobbyimker, der ich 15 Jahre lang war, ist Zucht unnötig. Da reicht es, sich gelegentlich mal eine gute Königin zu kaufen und davon nachzuziehen.


    Mit imkerlichen Grüßen


    Klaus Maresch

  • Wenn Bruder Adam sich nicht mit Zucht und Kreuzung beschäftigt hätte gäbe es heute keine Buckfastbiene.
    Nach meiner Meinung ist Bienenzucht in unserer heutigen Zeit unerlässlich., man sieht das große Problem mit der Varroa ,und bald bestimmt noch mit dem Beutenkäfer.
    Man soll sich mal Gedanken machen.
    Nach unseren Imkereistand hier im Land hab wir keine Möglichkeit was gegen den Beutenkäfer zu tun, dann wer für Deutschland die Imkerei am Ende.
     :( :o


    mfg Michael2

  • Hallo Klaus Maresch, Hallo Miteinander,


    ich bin froh, dass du im Stammtisch zu uns gestoßen bist. Deine Beiträge
    sind kühl, sachlich und treffen in Punkt Imkerei bisher genau den berühmten Nagel auf den Kopf, wie man so schön sagt. Nun aber zu der von dir beschriebenen Züchterei. In der Landwirtschaft gibt es schon lange, die verordnete Zucht, d. h. ein Landwirt darf nur mit gekörten Material (Stier, Eber) oder über Besamungsstationen weiterzüchten, alles andere ist nicht erlaubt. Was hat das in den letzten 30 Jahren gebracht?. Die Leistungssteigerungen sind enorm, von der 1o ltr. Kuh, die es bis vor 30 Jahren gab, bis zur heutigen Turbokuh, die das 3-4 fache dieser Milchmenge gibt. Auch im Fettgehalt der Milch und in der Fleischzunahme bzw. Quälität wurden erhebliche Fortschritte gemacht. In der Schweinezucht sind die Leistungen besonders erkennbar - Fette gegen 0 und doppelt soviele Kottlet und Filet wie früher. Wäre dies
    möglich gewesen, wenn ein jeder Bauer für sich, wie der Imker vor sich
    hingezüchtet und vermehrt hätte, ich sage nein. Die Bauern, auch der
    kleinere bäuerliche Betrieb haben fast alle den gleichen Leistungsstandard.
    Wie schaut es bei uns Imkern aus, vorwiegend bei den Kleinimkern aus, zum Teil böse Stecher am Stand, schwarmtriebig, geringe Leistung, vermehrt wird oft über Schwärme oder Brutableger eines Volkes, das sich zufällig wegen passender Brutwaben anbietet. Ich glaube, es sind gering geschätzt in unserem Verein 70 - 80 % der Imker, auf die dies zutrifft. Zucht betreiben nur höchstens 10 % unserer Vereinskollegen, die vermehren von ihren Bienen und kaufen auch selten Zuchtmaterial ein. Wieviel der Imker fahren an Belegstellen? In unseren Verein keiner mehr, da die letzten beiden Imker, die dies gemacht haben, zu alt sind dafür. Wer gibt von den Kleinimker Geld für eine hochwertige Königin aus, auch nur ein geringer Bruchteil?
    Vielleicht müsste die Landwirtschaft in diesem Punkt ein Vorbild für uns
    sein, denn wir Imker treten m. E. auf der Stelle.


    Ich hoffe, das diesem Beitrag sachliche Antworten folgen!

  • Sicherlich gibt es durch die Zucht hervorragende Ergebnisse auf der einen Seite. Aber wollen wir das wirklich - vor allem mit den bekannten Konsequenzen? Betrachten wir in der Landwirtschaft mal Rinder und Schweine... welche der üblichen hochgezüchteten Rassen könnte noch frei in der Natur überleben? Was für ein Aufwand ist notwendig, um diese Rassen "gesund" zu erhalten? Welche Folgen hat dies? Man denke nur an die ganzen Lebensmittelskandale (BSE, Antibiotika in Futtermittel und Fleisch)


    Diese Wege wurden mit unseren Bienen noch nicht so weit beschritten, weil wir als Imkerschaft von zu geringem wirtschaftlichen Wert sind. Glücklicherweise möchte man manchmal meinen. Ansatzweise werden in Züchterkreisen schon mal Fragen aufgeworfen, ob die Auslese auf Sanftmut oder Schwarmträgheit nicht einher ging mit einem Verlust an Vitalität.


    Das sind schwierige Fragen und weil ich für mich und meine Betriebsweise nicht die Möglichkeit sehe, die Antworten auf diese Fragen zu erarbeiten, vertraue ich auf kompetente Züchter wie Heike Aumeier.


    Was so Fragen wie den Kleinen Bienenbeutenkäfer betrifft oder andere Fragen wie Varroatoleranz, kann ich einen Beitrag liefern. Der Beutenkäfer wird kommen - es ist nur eine Frage der Zeit. Er wird wie auch die Varroa eine Katastrophe sein und sehr große zusätzliche Probleme mit sich bringen. Allerdings wird er die Imkerei nicht zum Erliegen bringen. Es gibt bereits Medikamente dagegen, die allerdings noch Rückstandsproblematiken haben. Einen Vorteil sehe ich sogar im Bienenbeutenkäfer. Er wird zur Folge haben, daß viele Imkergreise endgültig aufhören. Auch halbherzige Möchtegernbienenhalter und Experimentierer werden dadurch gestoppt.


    Einen interessanten Ansatz in der Varroaproblematik liefert ausgerechnet die sogenannte Killerbiene oder besser afrikanisierte Biene. Vielleicht ist sie e i n Schlüssel für die Zukunft. Interessanterweise spielt die Varroa bei der von der afrikanischen Apis scutellata abstammenden Killerbiene kaum eine Rolle, da die kürzere Entwicklungszeit von 18 Tagen gegenüber 21 Tagen unserer Biene der Varroa kaum Möglichkeiten zur Entwicklung läßt. Auch mit dem Beutenkäfer kann die Killerbiene umgehen. Sie erkennt ihn und mauert ihn ein.


    Das Problem bei der afrikanisierten Biene ist noch ihre übersteigerte Aggressivität und ihre mangelnde Überwinterungsfähigkeit. Aber auch hier gibt es viel versprechende Zuchtversuche in Mexiko.


    Ich würde also insgesamt nicht so schwarz sehen, wie dies in den Imkerzeitungen durch die Vereinsmuftis getan wird.


    Mit imkerlichen Grüßen



    Klaus Maresch

  • Klaus Maresch schrieb:

    Sicherlich gibt es durch die Zucht hervorragende Ergebnisse auf der einen Seite. Aber wollen wir das wirklich - vor allem mit den bekannten Konsequenzen? Betrachten wir in der Landwirtschaft mal Rinder und Schweine... welche der üblichen hochgezüchteten Rassen könnte noch frei in der Natur überleben? Klaus Maresch


    Hallo Klaus,


    das kann unsere Biene auch nicht mehr!