Honigraum Umstellen auf Flachzargen 159mm

  • Es verwirrt immer wenn von Flachzargen und Halbzargen gesprochen wird. Bei der Flachzarge sind es 159mm und bei der Halbzarge ?

    Das kommt auf das Rähmchenmaß an, Halbzarge heißt das die Rähmchen die halbe Höhe des Normalmaßes haben. Ich denke in diesem Zusammenhang war von "Deutsch Normal" die Rede, daher sind Halbrähmchen 110mm hoch, ebenso wie bei Zander...

    (Man könnte das ja auch Nachlesen, z.B. hier: https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%A4hmchen )

  • Ein Imker lebt von, und mit seinem Rücken.

    Ist dieser einmal kaputt, werden Flachzarge Kisten leer schon zu schwer.

    Voll haben diese ca. 25 kg, was einem Rücken, nach medizinischer Sicht, dauernd zugemutet werden kann.

    Insbesondere da es in der Imkerei auch um rotierende Bewegungen geht, der fast wichtigste Aspekt.

    Daher ist eine derartige Umstellung Sinnvoll, aus Fitnesstraining wird dann schnell eine Tortur.

    Wir hatten gerade diesen Sommer wieder so einen Fall eines Imkers, der gar keine Kisten heben konnte, auch wenn er wollte...


    Also besser mehr, dafür leichter und gesund, oder?

    Das mit dem Holz zu Honig 1/3 kann ich nicht nachvollziehen, da lediglich 2 Waagerechte Holzteile dazukommen, im Vergleich zu einem größeren Maß.

    Wiewohl, die Kistenschlacht ist größer, da ja noch Leerraum dazukommt, was aber, in Bezug auf die Rückengesundheit, Makalatur sein sollte.

    Ich hatte letztes Jahr Probleme mit dem Rähmchen ziehen und halten aufgrund einer Muskelentzündung im Unterarm, hervorgerufen durch TouchPad und Rähmchen.

    Nun verstehe ich selber besser, warum weniger Gewicht mehr sein kann.

    Wiewohl ich Grossformatige Bruträume dem Vorzug gebe insbesonders, wenn man die nicht jede Woche aufreisst, bzw. aufreissen muss.

    Das Imkern mit 5, 20,
    50, 100 etc. Völkern bedarf immer einen anderen Weise der Bearbeitung, daher was einem Wurscht ist, wird anderem wichtig.

    Man hat einen Rücken, keinen zweiten.

    Frage fünf Imker, bekomme sieben Antworten und bilde Dir die achte Meinung.

    Das sind Imker Foren...

    Keiner hat Unrecht, nur den Weg, den muss man selber finden.

    In der eigenen Lage, Höhe, Umgebung, mit der eigenen Genetik.

    Und können, oder Unvermögen.

    :thumbup:

  • Das mit dem Holz zu Honig 1/3 kann ich nicht nachvollziehen, da lediglich 2 Waagerechte Holzteile dazukommen, im Vergleich zu einem größeren Maß.

    Hallo, du hast 1/3 mehr Rähmchen, also mindestens 1/3, wenn nicht mehr Holz. Es geht aber nicht um das Holz, es geht um die Anzahl von den Rähmchen und Beuten. Dann ist es meiner Radialschleuder egal, ob sie nur mit halb oder mit Flachrähmchen läuft, beides mal 20 Stück. Also brauchst du bei der reinen Laufzeit auch 1/3 mehr Zeit.

    Bis bald

    Marcus

  • Ob ich 20 Rähmchen flach oder 30 Rähmchen 1/2 zum Entdeckeln und wenden in der Schleuder in die Hand nehmen muss macht schon einen Unterschied aus. Vom Gewicht/Handling gefallen mir die Halben besser, deshalb bin ich bereit den Mehraufwand zu betreiben.


    Gruß Thorsten

  • das mehr an Rähmchen zieht sich über die gesamte Nutzung- jeden Arbeitsschritt, jeden Handgriff 1/3x Mehraufwand:

    fertigen, drahten, MW-einlöten, lagern, Zargen transportieren, entdeckeln, schleudern, prüfen auf Pollen, einschmelzen und wieder von vorn.


    Wer keine Zargen mehr schleppen will oder kann- da ist immer noch das wabenweise imkern in z.B. Golzbeuten oder Hinterbehandlungsbeuten möglich. Das Gewicht von Transportkiste und Honigeimer ist frei wählbar.

  • Moin!!!

    Vielen lieben Dank für die vielen interessanten Ansichten und Antworten, das hat mir sehr gefallen. Ich habe mich nun auch entschieden, dass es Flachzargen, also 159mm hohe Rähmchen werden, denn es wird leichter pro Zarge verglichen zum Ganzmaß, die Materialschlacht hält sich im Rahmen. Ich komme evtl davon weg, dass ich "nur" Mischhonig habe, der zugegebenermaßen verdammt lecker ist aber ich möchte ja auch mal Neues probieren. Ich kann mit dem Flachzargenmaß auch mal Wabenhonig machen in der Linde oder mit Blatthonig. Und mein geplanter Ablauf zur Umstellung hat auch kein "o Gott o Gott" ausgelöst, also bin ich guter Dinge.

    Das schleppen ist eine andere Sache, bei rase im Stream habe ich da interessantes gesehen und auch Frank Osterloh hat ja mega interessante Hiflsausrüstungen am Start. Auch für klein kann man sich da einiges abgucken. Aber die kommenden Jahre wird's noch sehr gut gehen, ich bin da durchaus fit - Gott sei Dank!

    Also nochmal - herzlichen Dank an alle!!!

    LG Rudi

  • Na dann, viel Spass, dass der Rücken fit bleiben kann, dabei hilft die Flachzarge..

    In mancher Schleuder ist es mehr,
    allerdings, es gibt ja Gebrauchtmärkte und Corona- Hilfspakete....

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    In der eigenen Lage, Höhe, Umgebung, mit der eigenen Genetik.

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    :thumbup:

  • Jeder hat Recht und doch kann man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen.

    Geht es um das Gewicht der Zargen, um die Zeitersparnis, oder den Mehraufwand?


    Wegen dem Gewicht habe ich mich für Deutsch-Normal entschieden.

    Wegen dem Gewicht habe ich mich für Segeberger Zargen entschieden.

    Wegen dem Gewicht habe ich jetzt auch 1,5er Bruträume und 0,5er Honigrähmchen.


    Eine 4 Waben-Selbswendeschleuder mit einem Durchmesser von 65 cm

    ging bei mir gerade noch durch die Tür zum Schleuderraum und so gab eine Entscheidung der anderen Entscheidung die Hand.


    Das Entdeckeln geht bei 1,0 DN Rähmchen schneller wie der Schleuderprozess in dem 4 Waben-Selbstwendekorb.


    Mit einem zusätzlichen Radialkorb habe ich folgende Erfahrung gemacht.

    Mit etwas Geschick bekomme ich 28 Halbrähmchen in den Radialkorb.

    Da geht die Post ab!


    In diesem Jahr habe ich einem Freund meine Schleuder zur Verfügung gestellt.

    Er hatte Flachrähmchen und wir haben ganz vorsichtig mit dem Radialkorb geschleudert.

    Es ging gerade so! (Naturwabenbau).


    Bei Ganzrähmchen (1,0) in der Radialschleuder gab es fast nur Wabenbruch.


    Das Problem bei einem Radialkorb ist der Durchmesser einer Schleuder.

    Um so größer der Durchmesser einer Schleuder ist, um so besser geht es auch mit Normalrähmchen.


    Der Unterschied zwischen Ganz- oder Flachzarge im Honigraum in Bezug auf Sortenhonig und Zargengewicht war mir zu gering.


    Probieren geht über studieren!

    -Erfahrung ist die Summe meiner Irrtümer-

  • Hallo,

    wir sind da auf einem sehr ähnlichen Weg. Im Moment haben wir noch Segeberger DNM 1.0 - ebenfalls dieses Jahr 8 WV :) -, aber 35 Kilo im zweiten Honigraum über Brusthöhe schön waagerecht umherbugsieren ist rückentechnisch nicht mehr drin. Parallel zur Umstellung auf DNM 1,5 Bruträume soll nun "eigentlich" auf DNM 0,5 Honigräume umgestellt werden, ebenfalls mit zunächst die ausgebauten vorhandenen 1.0 Kisten für die erste Honig-Ladung nutzen, Rest Stück für Stück ausbauen. Ich finde Halbzargen interessant, weil 1. noch leichter, 2. gut kombinierbar mit dem bereits vorhandenen Material, wo ich nur je Ganzzarge ne Halbzarge ergänzen muss, um auf ne DNM 1,5 Kiste zu kommen, und ggf. zwei Halbe wieder für ganze Rähmchen nutzbar sind...


    Eine weitere Überlegung ist nach Lektüre dieses Threads, vielleicht doch die 159mm Zargen zu nehmen und die Halbzargen ausschließlich zur "Erhöhung" der vorhandenen Kisten. Das Zeit-Aufwand-Material-Argument gibt da zu denken. Noch ist nichts angeschafft, noch bin ich mit dem Presslufthammer beim Ausstemmen des Bodens für den Anfang 2021 einzurichtenden Bienenraum befasst, das richtige Schleudermodell und Gerätschaften wird auch noch gegeneinander abgewogen, wie alles aufeinander abgestimmt werden kann, bei geplant 70 Völkern in ein paar Jahren als Nebenerwerb (s. Dieser Thread)


    Schöne Grüße & viel Erfolg - Matthias

    "Wenn du es eilig hast, gehe langsam". Lothar M. Seiwert

  • Ich finde Halbzargen interessant, weil 1. noch leichter, 2. gut kombinierbar mit dem bereits vorhandenen Material, wo ich nur je Ganzzarge ne Halbzarge ergänzen muss, um auf ne DNM 1,5 Kiste zu kommen, und ggf. zwei Halbe wieder für ganze Rähmchen nutzbar sind...

    Stylex

    Matthias hat mir aus dem Mund gesprochen...:thumbup:

    Sogar das füttern und die Ameisensäurebehandlung, auch mit dem Nassenheider Prof. wird in den Halbzargen zur Zufriedenheit erledigt.

    -Erfahrung ist die Summe meiner Irrtümer-

    2 Mal editiert, zuletzt von Immerfroh ()

  • Ich finde Halbzargen interessant, weil 1. noch leichter, 2. gut kombinierbar mit dem bereits vorhandenen Material, wo ich nur je Ganzzarge ne Halbzarge ergänzen muss, um auf ne DNM 1,5 Kiste zu kommen, und ggf. zwei Halbe wieder für ganze Rähmchen nutzbar sind...

    Stylex

    Matthias hat mir aus dem Mund gesprochen...:thumbup:

    Sogar das füttern und die Ameisensäurebehandlung, auch mit dem Nassenheider Prof. wird in den Halbzargen zur Zufriedenheit erledigt.

    Genau das war vor ein paar Jahren auch mein Plan, den ich so auch in die Tat umgesetzt habe und damit auch eigentlich sehr zufrieden war.


    Mittlerweile hat sich für mich Folgendes als noch besser herausgestellt:

    Nachdem ich die 1,0er HR gegen Flachzargen ausgetauscht habe, habe ich mir doch 1,5er Zargen als Bruträume angeschafft.

    • 1,0er Zargen habe ich alle verkauft und mich über den Gewinn gefreut
    • die "freiwerdenden" Halbzargen werde ich je Volk 1 die ganze Saison über auf den Völkern lassen, um darin die AS-Behandlung mit dem Nassenheider Professional zu machen und um bei der Ernte unter der Bienenflucht etwas mehr Abstand zu bekommen, weil die Bienenflucht bei mir auf diesem Weg besser funktioniert
    • nach dem Abscheuern kann ich die HR außerdem direkt über Leerzarge zum Ausschlecken aufsetzen

    Nur so als Denkanstoß. Ich fande diesen Schritt (Verkauf der 1,0er Zargen) irgendwie befreiend :)

    Imker seit 2005. Ca. 10 Völker auf DNM 1,5 (Segeberger) im schönen Hochsauerland

  • Ursprünglich habe ich auf Empfehlung meines Kollegen auf Flachzarge umgestellt, damit schneller ausgebaut wird, da ich nur noch Anfangsstreifen anstatt ganze MW im Honigraum nutze. Das angenehmere Endgewicht war der zweite Grund. Flachzargen sind ein guter Kompromiss zwischen Bearbeitung und Ertrag.


    Wabenbruch hatte ich nur bei nicht korrekt gespannten Drähten. Die 1,0 Zargen halte ich für mein alljährliches Schwarmfangritual oder TBE bereit. Da ich BR nur noch einzargig einsetze, sind noch mehr Zargen übrig, als geplant. Verkauf habe ich noch gar nicht bedacht, so werden sie weiter als Lagerkisten und Reserve genutzt.


    Die Umstellung selbst war einfach erledigt: Flachzargen und Rähmchen beschafft, gespannt, Anfangstreifen rein und direkt zu Beginn der Saison anstatt 1,0 DNM aufgesetzt.