"Pestizide in Deutschland: Umweltexperten weisen selbst auf Brocken-Gipfel Pflanzengifte nach"

  • was Du hier schreibst gefällt mir überhaupt nicht!

    Entschuldige, das werde ich künftig stärker berücksichtigen ;)

    Zitat

    Bereits ist jeder nachgewiesene Stoff für sich allein wirksam.

    Das ist nicht richtig. Die Dosis macht das Gift, wie schon Paracelsus wusste. Du kannst auch an Wasser sterben, an zu wenig und auch an zu viel. Und das ist keine Spitzfindigkeit, das ist eine elementare Grundlage fast alle Substanzbewertungen, ganz egal ob in der Landwirtschaft, Medizin, Lebensmittelproduktion und auch Abends am Stammtisch gilt das für den Alkohol. Das gilt dann auch mögliche synergetische Effekte.

    Zitat

    Und zu behaupten, dass das Problem keinen, außer konventionelle Landwirte interessiert, ist doch recht anmaßend. Oder hast Du da etwas anderes gemeint mit „Zum Vergleich: [...]

    Das habe ich nie behauptet, bitte lies den Abschnitt nochmal. Der Vergleich bezieht sich auf die Einschränkungen, die ein Landwirt hinnehmen müsste wenn die von mir oben geforderte Flächenbegrenzung samt Schaffung von Randstrukturen umgesetzt würde und soll nur verdeutlichen, dass dies ein großer Eingriff wäre.

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    Auch verstehe ich nicht was ein Randstreifen zwischen zwei Äckern bewirken kann wenn es sogar PSM-Nachweise auf der Zugspitze gibt und BIO-Landwirte und -Gemüsebauer trotz geschützter Lage ihre Ernte verramschen müssen weil PSM- Belastung nachgewiesen wurde.

    Randstreifen bilden eine physische Barriere, in den Büschen und Hecken bleibt einiges hängen (so sie denn da sind), was dann nicht weiter verdriftet wird. Zudem sind Randstreifen auch schon mal kein Feld, sprich da reduziert sich auch schon automatisch die behandelte Fläche. Viele kleine Felder mit wechselnden Fruchtfolgen reduzieren außerdem den Bedarf an Pestiziden, das müsstest du doch wissen ob deiner Kenntnisse im Gartenbau die du hier und da mal aufblitzen lässt. Hast du dir oben verlinkte Grafik mal angeschaut? Ich finde, die verdeutlicht dies ganz gut, auch wenn ich natürlich nicht belegen kann das dies tatsächlich die von mir vermuteten Ursachen hat.


    Ich bin immer gern bereit zum Thema zu argumentieren und finde gute Argumente in beide Richtungen auch interessant, doch für eine solche Dikssion sollte man wirklich

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    bitte etwas weniger in eine Richtung“ denken.

    Nix für ungut! Die Spitze konnte ich mir bei der Vorlage nicht verkneifen ;)

  • Wo ist die Abtrift größer? Auf einem 100ha Schlag oder auf zehn 10ha Schlägen bei gleicher Applikation?
    Und Randstreifen sind nicht gleich Hecken, Sträucher, Bäume.

    Solche Steifen sind in wohl den häufigen Fällen nur mit Gras und krautigen Pflanzen bewachsen.

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von keinimker () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • Ich frage mich, wie die PSM-Rückstände auf den Brocken kommen sollen. Nur über Wind vom bewirtschafteten Acker zig Kilometer weg ? Oder vielleicht auch abgeregnet, gar aus der Atomsphäre ? Da wäre dann die Frage, wer ist der Verursacher ?

    Die Frage nach den gefundenen Mengen wurde hier ja schon angesprochen.


    Kleinteiligere Äcker, vielfältige Fruchtfolge und Randstreifen mit Sträuchern und Büschen wäre für die Natur sicher ein riesiger Schritt nach vorn. Nur wer soll das bezahlen ?

    Mein Cousin bewirtschaftet in Sachsen-Anhalt einen Betrieb mit 500+ Hektar. Ich hab eben mal nachgemessen, seine Schläge sind so um die 35 ha, einer neben dem anderen. Üppige Lebensräume sind da nicht zu finden.

    Die Arbeit wird mit wenigen Arbeitskräften erledigt, die Maschinen sind so die Größenordnung Case Quadtrac. Fruchtfolge ? Kartoffeln, Mais, Getreide und eventuell Zuckerrüben. Schwerpunkt sind die Kartoffeln. Der Betrieb hat nach 30 Jahren noch immer einen Batzen Schulden. Kleine Schläge würden schlicht mehr Arbeit bedeuten, was so einem Betrieb das Genick brechen wird, falls es da keinen Ausgleich gibt. Man könnte sich natürlich die Sache auch einfach machen und sagen: "Pech gehabt, es hat dich ja keiner gezwungen vor 30 Jahren den Betrieb aufzubauen".


    Es gibt sicher den ein oder anderen Betrieb, der Hecken gegenüber aufgeschlossen wäre, aber immer schwebt über einem das Damokles-Schwert, daß einem die Hecken nach ein paar Jahren zum Biotop erklärt werden. Wer soll da noch bereit sein, so ein Risiko einzugehen, Wirtschaftsfläche zu opfern ?

    Und wenn jetzt einer meinen würde, das wäre Geschwafel, der liegt falsch. Ich habe bereits bei einer Wiese und einem Wald im Moor die Verfügungsgewalt verloren, weil die Flächen zum Biotop erklärt wurde. Warum wurden die Biotop ? Weil bereits meine Eltern dort die Nutzung zurückgefahren haben und Natur Natur sein gelassen haben.

    Jetzt müßte ich eigentlich sogar beim Amt nachfragen, falls ich mal gegen den eigenen Baum pinkeln möchte.


    Zurück zum PSM-Einsatz. Es gibt sicher viele Landwirte, die zuviel einsetzen, aber als Nichtlandwirt kann ich das nicht gut beurteilen. Da fehlt mir das Fachwissen. Aber wenn ich mitbekomme, daß pauschal PSM auf den Acker draufgedonnert wird, nur um auf der sicheren Seite zu sein, dann vermute ich, daß man das auch anders machen könnte, Stichwort "Schadschwelle".

    Ich möchte aber auch kein Brot essen, was aus verpilztem Getreide hergestellt wurde.


    Das mal als Anregung zum Nachdenken.

  • Ich frage mich, wie die PSM-Rückstände auf den Brocken kommen sollen. Nur über Wind vom bewirtschafteten Acker zig Kilometer weg ? Oder vielleicht auch abgeregnet, gar aus der Atomsphäre ?

    Die Herbizid-Wirkstoffe des Baumwollanbaus (TCDD und Metaboliten) um den (ehemaligen) Aralsee in Kasachstan / Usbekistan finden sich im Blut von Pinguinen in der Antarktis wieder. Feinste Bodenteilchen werden über die Stratosphäre über tausende Kilometer transportiert. Auch für diese Wirkstoffe gilt der alte Chemiker-Lehrsatz, wonach sich jede Substanz langfristig statistisch in der Umwelt verteilt.


    kelte

  • Wir sollten uns damit abfinden, dass wir schon viel weiter sind als wir uns einreden oder eingestehen. Der Rest der Natur, die Tiere, die Honigbiene, die Menschheit, ...


    Die subletale Wirkung von den genannten Mitteln und Kombinationen in Dosis unterhalb der Grenzwerte wurde nach meiner Meinung aber in Studien nachgewiesen.


    Rolf

    Konfuzianer:

    "Man soll ein anständiges Menschenleben führen, aus dem einfachen Grund, weil man ein anständiges Menschenwesen ist."

  • Zum Thema Grenzwerte wissen wir aus der Medizin ,dass sie schon mal den Bedürfnissen der Industrie auf betreiben der Lobbyisten angeglichen werden können .(siehe Grenzwerte Blutfette oder Blutdruck).Asbest galt auch mal als super Material. Trotzdem Schaden Nutzen Abwägung ist wichtig