Erfahrung mit der Sizilianischen Biene Sicula?

  • Hallo Bienenfreunde,

    konnte jemand bereits Erfahrungen mit der sizilianischen Biene Sicula sammeln in Bezug auf Varroaresistenz und Selbständigkeit beim Aufbau der Winterfutterreserven? Züchter auf Sizilien behaupten, dass sie ihre Völker - wenn sie stark genug sind - nicht gegen Varroa behandeln und sie für den Winter auch nicht einfüttern. Und zwar deswegen, weil einige nicht miteinader verwandte Völker, die offenbar zwei Imkern gehörten, nach deren Tod ohne jeglichen menschlichen Eingriff Jahre lang weiter lebten. So war es möglich, diese Völker ohne Inzucht zu vermehren und weiterhin auf chemischen Einsatz und Einfütterung zu verzichten.

    Ich bin mal gespannt!

    Viele Grüße vom

    Berlimker

  • Hallo! Der gute Mann bei Nordbiene hatte mal welche und unabhängig der Varroatoleranz sind die Tiere, verglichen mit unseren Schmusebienen, etwas garstiger unterwegs. Persönlich glaub ich nicht an das Überleben ohne irgendeine Behandlung in unseren Breiten, funktionieren tut es bestimmt eher deshalb, weil weniger flächendeckend Imker- bzw. Völkerzahl.

    LG Rudi.

    PS. coole Signatur ;)

  • Züchter auf Sizilien behaupten, dass sie ihre Völker - wenn sie stark genug sind - nicht gegen Varroa behandeln und sie für den Winter auch nicht einfüttern.

    behaupten!

    was zu beweisen wäre;)

    ich glaub nich so recht drann, wäre die wirklich.......hätte zb. der Nordbienenmann nur Südbienen;)

    Nein, da gehört mehr , deutlich mehr, als nur ne Sicula dazu.

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Hier gibts was Gutes zu lesen

    http://www.pedigreeapis.org

    Eure Pedigrees, könnt ihr ab sofort hier problemlos u. fachlich geprüft im Original eintragen

  • Hallo Bienenfreunde,

    konnte jemand bereits Erfahrungen mit der sizilianischen Biene Sicula sammeln in Bezug auf Varroaresistenz und Selbständigkeit beim Aufbau der Winterfutterreserven? Züchter auf Sizilien behaupten, dass sie ihre Völker - wenn sie stark genug sind - nicht gegen Varroa behandeln und sie für den Winter auch nicht einfüttern. Und zwar deswegen, weil einige nicht miteinader verwandte Völker, die offenbar zwei Imkern gehörten, nach deren Tod ohne jeglichen menschlichen Eingriff Jahre lang weiter lebten. So war es möglich, diese Völker ohne Inzucht zu vermehren und weiterhin auf chemischen Einsatz und Einfütterung zu verzichten.

    Ich bin mal gespannt!

    Viele Grüße vom

    Berlimker

    Auf Sizilien braucht keine Biene eine Winterfütterung. Schon in der Toskana nicht. Waum auch, wenn im Februar die Zitrusfrüchte blühen und die erste Könignnenserie in der Zucht eingeleitet werden kann.

    Die Bevorzugung lokaler Produkte ist weder Nationalismus, noch Faschismus, noch Protektionismus, sondern ist nur ein Symptom von Intelligenz und Umweltverträglichkeit.

  • Soviel zum Thema Futterversorgung. Und Varroam'ment durch Apis mellifera Unterarten kennen wir von den zahlreichen Diskussionen in diesem Forum.


    Den Züchtern, die sich seit über 10 Jahren um Völker mit eigener Milbenabwehr bemühen, müsste jetzt ein Licht :u_idea_bulb02: aufgehen :wink:

  • Hallo! Der gute Mann bei Nordbiene hatte mal welche und unabhängig der Varroatoleranz sind die Tiere, verglichen mit unseren Schmusebienen, etwas garstiger unterwegs. Persönlich glaub ich nicht an das Überleben ohne irgendeine Behandlung in unseren Breiten, funktionieren tut es bestimmt eher deshalb, weil weniger flächendeckend Imker- bzw. Völkerzahl.

    LG Rudi.

    PS. coole Signatur ;)

    Hallo Rudi!

    Ich stimme Dir zu, dass eine eventuelle Varroaresistenz auf Sizilien mit einer wahrscheinlich geringeren Konzentration von Varroamilben vor Ort zusammenhängen könnte. Bei uns würden diese Bienen vielleicht genauso leiden wie die bereits ansässigen Carnica und Buckfast. Was mir in dieser Hinsicht noch Hoffnung auf Varroaresistenz gab, ist die Tatsache, dass diese Sicula-Bienenart mit der nordafrikanischen Tellbiene verwandt ist. Und da es afrikanische Bienenarten gibt, die aufgrund ihres Putzverhaltens keine Probleme mit Varroa haben, hätte sein können, dass diese Eigenschaft auf die Sicula übertragen worden wäre. Aufgrund dieser Verwandtschaft denke ich auch, dass die Sicula nicht sonderlich sanftmütig sind.

    Liebe Grüße aus der Hauptstadt von Deinem Signaturverwandten ;)

    Berlimker

  • Soviel zum Thema Futterversorgung. Und Varroam'ment durch Apis mellifera Unterarten kennen wir von den zahlreichen Diskussionen in diesem Forum.


    Den Züchtern, die sich seit über 10 Jahren um Völker mit eigener Milbenabwehr bemühen, müsste jetzt ein Licht :u_idea_bulb02: aufgehen :wink:

    Beemax, das ist genau der Punkt. Ich glaube nicht, dass eine Varroaresistenz aus dem Labor kommen wird. Solche künstlichen Interventionen lösen zwar ein Problem, schaffen aber eins oder zwei andere. Vielmehr wird eine wahre Varroaresistenz, aus meiner Sicht, aus varroaresistenten Völkern kommen. Nehmen wir als Beispiel alle bisher erfundenen Mittel gegen Ungeziefer. Man kann einen großen Anteil von ihnen damit beseitigen, aber es gibt immer welche, die aufgrund ihrer Resistenz überleben und diese genetische Eigenschaft weiter vererben. Irgendwann sind diese Mittel wertlos und Neue, Stärkere müssen entwickelt werden. Die Pharmaindustrie kann ein Liedchen davon singen und verdient sich eine goldene Nase deswegen.

    Aus diesem Grund sollten wir, Imker, weniger auf Honigleistung und mehr auf wahrhaft gesunde Bienen setzen, deren Überlebensverhalten möglichst dem entspricht, das die Bienen in der Natur hatten, bevor Varroa nach Europa durch Menschenhand eingeschleppt wurde.

  • Varroaresistenz - davon spricht keiner; vielmehr von verschiedenen Verhaltensweisen der jeweiligen Völker gegenüber der Milben, die in Richtung Koexistenz von Bien und Milb zeigen. Milbenfrei, wie vor 1970 wird's nicht mehr.


    Die Bemühungen der aktiven Züchter zu dieser Koexistenz finden nicht im Labor statt - außer künstl. Besamung von Königinnen, sondern in der freien Natur, wo sich die Völker behaupten müssen. Dabei geht's u.a. um erbfeste Merkmale, die den Milben zu schaffen machen.


    Ich glaube, in dieser Saison erstmals die Wirkmächtigkeit der entsprechenden Genetik zu beobachten (such' mal unter Varroasperrgebiet), in einem strategischen Ansatz...


    Das Thema Resistenz ist allgegenwärtig - bei Antibiotika, Virustatika, Pestiziden, Herbiziden etc. Das ist keine Erfindung der Pharmaindustrie, sondern die Folge von Anpassungsprozessen der jeweiligen Zielorganismen. Wer eine schwere Infektion durchlitten hat, weiß wirksame Medikamente zu schätzen, s. akt. Geschehen um Covid-19.


    Dieser Wettlauf ums Überleben ist immer gegeben, auch bei Milb und Bien. Da hilft keine Sehnsucht nach ehemaligen Bedingungen - der Bien und wir leben heute und müssen mit dem Gegebenen umgehen



    Anerkennen was ist.

  • Aus diesem Grund sollten wir, Imker, weniger auf Honigleistung und mehr auf wahrhaft gesunde Bienen setzen, deren Überlebensverhalten möglichst dem entspricht, das die Bienen in der Natur hatten, bevor Varroa nach Europa durch Menschenhand eingeschleppt wurde.

    Mit dem Ansatz schaff dir möglichst ein dickes Fell an oder lese dich durch die entsprechenden Diskussionen hier im Forum, wie von beemax empfohlen. Da ist so ziemlich alles drin. Mit dem "Früher war alles Besser" kommt man nicht weit.

  • Varroaresistenz - davon spricht keiner; vielmehr von verschiedenen Verhaltensweisen der jeweiligen Völker gegenüber der Milben, die in Richtung Koexistenz von Bien und Milb zeigen. Milbenfrei, wie vor 1970 wird's nicht mehr.


    Die Bemühungen der aktiven Züchter zu dieser Koexistenz finden nicht im Labor statt - außer künstl. Besamung von Königinnen, sondern in der freien Natur, wo sich die Völker behaupten müssen. Dabei geht's u.a. um erbfeste Merkmale, die den Milben zu schaffen machen.


    Ich glaube, in dieser Saison erstmals die Wirkmächtigkeit der entsprechenden Genetik zu beobachten (such' mal unter Varroasperrgebiet), in einem strategischen Ansatz...


    Beemax, Du hast in den obigen Absätzen genau meine Meinung zu diesem Thema ausgedrückt. Besser hätte ich sie nicht beschreiben können. :thumbup:

    Das Thema Resistenz ist allgegenwärtig - bei Antibiotika, Virustatika, Pestiziden, Herbiziden etc. Das ist keine Erfindung der Pharmaindustrie, sondern die Folge von Anpassungsprozessen der jeweiligen Zielorganismen. Wer eine schwere Infektion durchlitten hat, weiß wirksame Medikamente zu schätzen, s. akt. Geschehen um Covid-19.

    Allerdings, bei Deinem Zitat oben bezüglich Medikamente sehe ich, dass Du meine Bemerkung falsch gedeutet und durch die Darlegung der jedem bekannten Vorteile von Medikamenten Deine Schlaumeier-Ader ganz offen zum Ausdruck gebracht hast. Da bist Du der kleinen 7jährigen Tochter meiner Schwägerin sehr ähnlich. :thumbdown:

    Ich habe nicht gesagt, dass Medikamente etwas Verwerfliches seien. Stattdessen meinte ich, dass sie nur die Wirkung beseitigen, aber nicht die wahre Ursache des Übels. Denn es wird immer resistente Exemplare einer Spezies geben, die das eingesetzte Mittel wertlos machen und die Notwendigkeit der Entwicklung eines neuen, stärkeren Mittels nach sich ziehen. Deswegen habe ich angemerkt, dass diese Tatsache ein Segen für die Pharmaindustrie ist, aber ein Fluch für Bienen und Imker.


    Dieser Wettlauf ums Überleben ist immer gegeben, auch bei Milb und Bien. Da hilft keine Sehnsucht nach ehemaligen Bedingungen - der Bien und wir leben heute und müssen mit dem Gegebenen umgehen

    Zu Deinem Zitat oben:

    1) Du bist vielleicht der Erste im ganzen Forum, der über Charles Darwins Evolutionstheorie gelesen hat. Vielen Dank für die Bemerkung zum Wettlauf der Lebewesen ums Überleben, von dem wir alle - außer Dir - noch nie gehört hatten. X/

    2) Was für eine Sehnsucht nach ehemaligen Bedingungen? Du hast das, was ich sagte, umgedeutet, um Deine Stichelei zu rechtfertigen. Hier nochmal mein Satz:

    "Aus diesem Grund sollten wir, Imker, weniger auf Honigleistung und mehr auf wahrhaft gesunde Bienen setzen, deren Überlebensverhalten möglichst dem entspricht, das die Bienen in der Natur hatten, bevor Varroa nach Europa durch Menschenhand eingeschleppt wurde."

    Damit meinte ich, dass wir mehr auf die Gesundheit der Bienen als auf ihre Honigleistung setzen sollten. Und dass wir ein Interesse daran haben sollten, dass die Bienen sich so entwickeln, dass sie irgendwann wieder von uns unabhängig werden, wie zur Zeit vor der Varroa. Dass dies möglich ist, zeigen afrikanische Unterarten, die durch ihr Putzverhalten sich gegenseitig von Varroamilben befreien und deshalb weniger anfällig für Varroose sind als die Europäischen.


    Ich würde mich freuen, wenn Du endlich provokative Bemerkungen, deren Inhalt jeder kennt und die uns deshalb nicht weiterbringen, lassen und nützliche Beiträge posten würdest.


    "To bee or not to bee"

  • "Weltweit gibt es Bienenvölker, die aufgrund natürlicher Selektion ohne Behandlung gegen die Varroamilbe überleben können. Die Programme zur Selektion und Zucht von varroatoleranten oder -resistenten Bienenvölkern, die seit Jahrzehnten an verschiedenen Bienenforschungsinstituten in Europa und Übersee laufen, erzielten bisher jedoch nur geringe Erfolge. Dagegen gibt es eine Reihe von Imkern, die seit vielen Jahren nicht mehr behandeln. Doch weil ihre Arbeit kaum in anerkannten Fachzeitschriften dokumentiert wird, gelten ihre Bemühungen als „anekdotisch“."


    Zu diesem interessanten Thema geht´s über folgenden Link weiter:


    https://www.mellifera.de/blog/…te-voelker-entstehen.html


    Sehr zu empfehlen! :thumbup::thumbup::thumbup: