Tageszeit für Arbeiten am Volk

  • Hallo @ll,

    eine Frage, mit welchem Abstand zum Sonnenuntergang geht ihr noch an die Völker zum Arbeiten?

    Anlass ist, dass ich neulich erst sehr spät an die Völker konnte, als die Dämmerung schon einsetzte. Erleben durfte ich statt friedlicher wabensteter Bienen, wie es sonst war, das viel zitierte "Pfund Bienen im Gesicht" und eine unglaubliche Aufregung, teils Panik, unter den Bienen.

    Beim Einfüttern hatte ich Ähnliches, vielleicht war ich auch da etwas zu spät (eigentlich gerade spät, um Räuberei zu vermeiden). Zu welcher Tageszeit füttert ihr ein? Bei mir war auch hier große Aufregung, klar, die Damen waren gerade Sommerblüte-abgeschleudert, daher eingeengt und sowieso nicht so gut drauf, aber eine so heftige Verteidigungsbereitschaft hätte ich in diesem Moment dennoch nicht erwartet.

    Bei Arbeiten morgens zum Tagesstart oder Mittags wo die "inne Gänge" waren, war bisher immer alles friedlich, da hätte man fast in Badehose imkern können.

    Wie sind Eure Erfahrungen hier? Zu welcher Tageszeit macht ihr bevorzugt welche imkerlichen Arbeiten?


    Schöne Grüße - Matthias

    Du lebst dann am intensivsten, wenn du etwas Neues tust.

  • Kommt drauf an was du machen willst.


    Alles wo man die Königin finden muss: Mittags, bei bestem Flugwetter.

    Füttern: Idealerweise abends, idealerweise mit einem Futtergeschirr wo ich nicht an den Brutraum muss.

    Einschlagen eines Schwarms: Später Nachmittag.

    Beute aufbauen, Gras wegsensen: Morgens, damit man nicht gar so schwitzt.

    Vorm Flugloch sitzen und zu schauen: Geht immer!


    Ich habe auch schon einige Aktionen gemacht bei einsetzender Dämmerung, geht manchmal halt nicht anders. War meist nicht schön. Man sieht nicht mehr so richtig was und die Bienen sind meist ziemlich durch den Wind. Da lernt man dann, dass ein Imkeranzug nicht 100%ig stichfest ist.

  • wenn man während der Flugzeit ran geht, sind die alten Damen unterwegs. Alle sind beschäftigt das rein kommende zu verteilen.

    Sind sie knapp mit Futter wird der Bär besonders herzlich am Abend begrüsst, wenn alle eng zu Hause sind - deshalb gibt es Futterzargen, Futtertröge, Lochdeckelgläser auf Räubergitter, damit man wenig Kontakt mit Bienen hat.

    Mit Futtertaschen und offenen Gefäßen ist Nachfüttern immer mit Bienenkontakt.

    Bei viel Bienenmasse kann man mit einen 3-4cm Rahmen oder gedrehtem Zwischendeckel unter der Futterzarge Ruhe-Raum schaffen, den kann man Ende Oktober abbauen. Wir benutzen das auch zum Behandeln mit Schwammtuch oder Apiguard als Verdunstungsraum.

  • 1:1 füttere ich so kurz vor der Dämmerung dass ich noch alles in Ruhe machen kann bevor es dämmerig wird. Und Sirup auch mal früher, wenn mir das besser passt.


    wenn ich was im Volk machen will lieber nachmittags wenn die Flugbienen unterwegs sind. Zur Tracht lieber eher später damit das sammeln nicht so gestört wird.

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Hallo Leute,


    kommt bei mir auch auf die Tätigkeit und/oder auch Jahreszeit an.


    Notwendige Durchsichten am Volk (Schwarmzeit) Tagsüber, bei schönsten Sonnenschein :)

    Ich sehe sonst auch einfach die Stifte nicht, brauche einfach das Tageslicht.

    Auffüttern im Herbst dann lieber abends.

    Varroabekämpfung auch abends, wenn möglichst Alle zu Hause sind.


    Ausnahmen gibt's sicher auch, aber so als Grundeinstellung versuch ichs s´´eben so....


    LG

    Hulki

  • Also hat jetzt vielleicht nicht gerade was mit Tageszeit zu tun aber als ich deinen post gelesen habe, musste ich an meine Tochter denken, die mir mal was unter die Nase gebunden hat, als ich auch spät die Kiste auf gemacht habe und die Ladys nicht erfreut waren.


    Mama, stell dir mal vor, ein Riese würde abends unser Dach abreisen, uns einräuchern das unsere Augen brennen und wir Husten müssten und würde dann in jedes Zimmer reinschauen und alles durch einander bringen. Da würdest du dich auch wehren.


    Ja dachte ich, da hast du wohl recht.

    Möchte hier aber nichts vermenschlichen! :)

  • Ist aber so!

    Es ist nicht so angenehm für die Bienen. Ruhig und achtsam ist da besser. Wirklich gut ist, selten!

    In Einzelaufstellung hat man wohl so manches Problem nicht.

    Die beste Zeit ist für das meiste die Vor- und Nachmittagszeit.

    Wer imkert denn mit dem Mond?

    Es wird in jedem Jahr Frühling, nur wann?