Blätterstock HBB, Ausführung, Instandsetzung

  • Hallo liebes Forum,


    ich habe eine Hinterbehandlungsbeute erstanden und möchte diese gern aufbereiten und einer Freundin zum Geburtstag schenken.

    Ich kenne mich aber kaum aus und es stellen sich mir einige Fragen, auf die ihr vielleicht eine Antwort habt! Vielen Dank schonmal.


    1) Welches Modell ist das?


    Hier erstmal ein paar Fotos (Die einzelnen Bilder direkt einfügen funktioniert aus irgendeinem Grund nicht):


    https://ibb.co/album/Q9p3ZP


    Ich habe im Internet lange gesucht und versucht herauszufinden, welches Modell das ist und ob es "Anleitungen" gibt, worin der Aufbau, die Funktionsweise, Besonderheiten usw. erläutert werden. Leider bisher ohne Erfolg. Was das Modell vielleicht etwas eingrenzt ist der Futtertrog, der einfach im unteren Bereich eingeschoben wird. Da es sich um Kaltbau handelt, nennt man dieser Art wohl auch Blätterstock.


    2) Welche Rähmchen werden benötigt und woher kann man diese beziehen?


    Rähmchen waren leider keine dabei, weshalb ich welche kaufen möchte. Das Maß ist DNM, Abstandshalter sind ja in der Beute integriert und "Ohren" werden bei dieser Art der Beute nicht benötigt. Die einzige Seite die ich gefunden habe, die noch solche Rähmchen verkauft, ist Holtermann: KLICK. Gibt es sonst noch andere Anlaufstellen? Insgesamt benötige ich m.M.n. maximal 22 Rähmchen, 10 für den Brutraum und 12 für den Honigraum.


    3) Wie am besten Aufbereiten?


    Natürlich möchte ich die Beute etwas aufhübschen, dazu werde ich sie mit einem Stoßmeißel innen grob reinigen und dann leicht abflammen. Reicht das so aus und werden die Rückstände (Wachs etc.) dadurch möglichst gut abgetragen? Die kaputte Glasscheibe werde ich natürlich auch ersetzen. Vielleicht schleife ich die Beute auch außen einmal komplett an und öle sie frisch ein.


    Habt ihr sonst noch Tipps etc.? Wenn ja, kommentiert bitte gerne!


    Liebe Grüße

    Benjamin

  • Hallo Benjamin,

    dass das gute Stück ein Blätterstock ist ist Dir bereits bekannt. Dass es dafür noch neue Rähmchen gibt ist schon erstaunlich.

    Ich gehe davon aus, dass diese Beute die so gut erhalten bzw. restauriert ist nicht wieder mit Bienen besetzt werden soll. Mit geschlossenen Flugloch wird sie ganz sicher ein schönes Erinnerungsstück sein.

    Ich würde sie zur Anschauung mit ein oder zwei Rähmchen bestücken, zur Anschauung. Mehr aber auch nicht.

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo,


    beim Abflammen muss man bei Blätterstöcken besonders aufpassen, dass die Kiste nicht abbrennt.


    Ich habe schon mit Blätterstöcken gearbeitet und das macht keinen Spaß, vor allem nicht, wenn man Magazine kennt. Für Bienen die was können sind 12 Honigrähmchen heutzutage auch zu wenig, die legen dann das Brutnest voll mit Honig und schwärmen schneller als man hoppla sagen kann.


    Außer Holtermann kenne ich jetzt auch niemanden der noch so Rähmchen hat. Ich würde aber wenn gleich ein paar mehr kaufen. Es geht ja immer was kaputt und wegen 3 Rähmchen beim nächsten mal Porto zahlen ...


    Hinter die Tür kann man noch Filz oder so als Isolierung machen. Sowas macht sich auch gut oben drauf, dann als Styropor oder so. Hartpor falls sie draußen steht.


    Ich kenne jemanden der füttert die Bienen bei solchen kisten immer nur mit 12 kg Zucker ein. Dann sind die im nächsten Jahr zur Frühtracht auch so schwach, dass ihnen der eine Honigraum reicht. Dann kann man sie im Raps noch schröpfen, dann reicht der HR zur Linde immer noch und man erntet 20 bis 25 kg pro Volk und Jahr. Das macht dieser Imker seit 30 Jahren so, es funktioniert also 😉


    weißt du schon, wozu das Flugloch im HR ist?

    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • man braucht dazu noch einen Wabenbock. Und ein Schemel zum drauf sitzen ist hilfreich. Sonst muss die Kiste entweder viel zu hoch stehen oder man kniet ständig besonders unbequem. Bevor man den Stand aufbaut mal schauen wie hoch man auf dem Schemel sitzt und die Kiste entsprechend hoch stellen.


    da sie wahrscheinlich kein Bienenhaus hat braucht die Kiste noch einen Außendeckel. Hat die Kiste schon einen Varroaschieber? Falls ja ist der Gitterboden vermutlich nicht durchgehend, das muss man beim zählen beachten.

    Ist da ein Metallabsperrgitter drin? Die verbiegen sich manchmal leicht und dann kommt ne Kö durch. Die muss man gut kontrollieren darauf.


    Die Scharniere können vermutlich Öl vertragen und den Fütterer würde ich mal mit Wasser füllen, um zu schauen ob er dicht ist

    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • ach, man sieht es ja, dass kein Varroa Boden Gitter drin ist. Falls die Dame zählen möchte, was sie bestimmt möchte, würde ich mit der Stichsäge den Boden raus schneiden und von unten Alu fliegengitter dran tackern. Plastik würden die Mäuse durchfressen und die maschenweite muss so groß sein dass Varroen durch passen. Die meisten Maschen sind da zu klein. Dann dachlatten drunter als neue Füße


    das ist auch gut wenn man die Bienen mal transportieren möchte, ohne dass die überhitzen


    ich glaube für das Hauptflugloch fehlt noch ein Mäusegitter

    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Verschenke der Freundin lieber einen Gutschein für einen Imkerkurs - man kann auch selber mitmachen- und dann für einen für eine Beute ihrer Wahl oder ein Volk von einem Imker aus der Region.


    Als Einzelstück würde ich es auch eher Schaubeute und Werkzeugkiste benutzen mit weit überstehendem Dach.


    Bienenhaus wird man heute kaum noch bauen, aber ein gut überdachter Freistand für 2-4 Beuten, bei dem das Wasser nicht bei Regen in den Nacken läuft, ist schon praktisch zum Arbeiten. Die Hinterbehandlungsbeuten sind doch eher wasserempfindliche Möbel als die Kisten von Magazinen.

    Man kann sehr gut mit den Blätterstockbeuten imkern, vor allem muß man keine Zargen, sondern nur einzelne Waben bewegen. So kann man auch mit nur einer Hand oder bei Rückenproblemen imkern. Es sind aus meiner Sicht die besten Hinterbehandlungsbeuten.

    Aber es ist zeitaufwändiger und man braucht zusätzlich Beuten als Platz für Ableger bzw Brutentnahme (siehe Dr. Radtke), um die in der Schwarmsaison unter Kontrolle zu behalten.

    Um so wichtiger ist dabei, das man wabenstetige und friedliche Bienen hat.

    Bei entsprechender Tracht und Führung bringen die auch genug Honig, und idR sind die Honige aus den Hinterbehandlungsbeuten wesentlich trockener als aus den Magazinen.


    Jasniak bietet noch viel Material für Hinterbehandlungsbeuten an.

    Man braucht vor allem eine stabile Wabenzange und einen sehr langen Stossmeissel.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von bienenfred ()

  • Warum herrscht hier eigentlich so eine Abneigung gegen Blätterstöcke? Die Teile sind toll und als Schaubeute ein Hingucker. Wenn der Honigraum voll ist wird geschleudert, dann halt 2-mal mehr als mit Kisten. Wer auf HBB wert legt, kann auch damit imkern. Dann ist nichts mehr mit Lehrbuch, dann muss man imkern können und bekommt ein Gefühl für die Bienen, die heute bei vielen leider fehlt.

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.

  • Liebig würde zur Renovierung die Axt empfehlen.


    Remstalimker

    Hallo, mit der Axt ist der nach der letzten Speakung eher Richtung Binder unterwegs.

    Ich persönlich finde HB spannend. Erinnere mich aber nur daran, dass der Vater die Müllabfuhr bestochen hatte, für eine Abholumg im Wald..... Heute wäre ich froh um eine Kiste.

    Bis bald Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Danke für eure Antworten bisher!

    weißt du schon, wozu das Flugloch im HR ist?

    Soweit ich das in Erfahrung bringen konnte wird es genutzt, um im Honigraum befindlichen Drohnen abfliegen zu lassen (falls die da aus irgendeinem Grund reingelangen).

    Genau. Die kommen da rein, wenn man Brutwaben hoch hängt.

    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD