Sommerhonig grob kristallien

  • Zum Thema schonend: Milch wird ebenfalls erhitzt, zum Erhalt der Inhaltsstoffe für wenige Sekunden auf über hundert Grad und danach wieder abgekühlt. Beim Honig sehe ich es genauso, kurz durch den Mellitherm laufen lassen sehe ich schonender als 24 Stunden bei 30 oder 35 Grad.

  • Warum sollten 35 Grad schlecht für den Honig sein ? Wenn doch die gewünschte Temperatur für Königinnenzellen um 34 Grad liegt ? Oder ist Honig aus der Nähe des Brutnestes auch überhitzt ?

    es geht nicht um die Temperatur, sondern um die Dauer, für die die Temperatur vorherrscht, verdeckelter Honig wird nicht gezielt geheizt

  • Warum sollten 35 Grad schlecht für den Honig sein ? Wenn doch die gewünschte Temperatur für Königinnenzellen um 34 Grad liegt ? Oder ist Honig aus der Nähe des Brutnestes auch überhitzt ?

    Die empfindlichen Inhaltsstoffe erhalten sich um so länger, je niedriger die Temperatur ist, je niedriger die gesamt einwirkende Wärmeenergie in Summe ist. Eine halbe Stunde mit 60° C ist schonender als ein Tag mit 40° C. Wenn der Honig sonst dunkel und kühl steht, dann ist der Melitherm (oder vergleichbare Produkte) das schonendste Verfahren. Auch wenn es auf den ersten Blick seltsam

    anmutet mal höher mit der Temperatur ran zu gehen.

    Honig aus der Nähe des Brutnestes ist normalerweise nicht das, was beim Imker im Glas landet,

    bzw. nicht landen sollte. Ein 35°C warmes Honiglager, in dem der Honig über den Winter steht, macht Dir sicher keine Freude auf Dauer. Auch wenn Du vermutlich nie Honig auftauen müsstest.

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Hallo in die Runde,


    ist nicht der Rapido Rührer speziell dafür konstruiert solch kristallisierten, aber weichen Honige zu rühren? Wie ich es verstanden habe funktioniert der, in dem er die groben Kristalle kleinschreddert.

    Dazu muss der Honig nicht komplett aufgetaut sondern nur weich sein. Ob das Ergebnis die Rührprofis überzeugt weiß ich nicht, fand es aber bei der Vorführung für den geringen Aufwand nicht ganz so schlecht.


    Viele Grüße

    Meike

  • Also bezogen auf meine Frage ein "Sowohl als auch"?

    Ja. Die flüssige Phase kann durch das Tuch, die festen Teile bleiben hängen, befinden sich damit aber auch in direkter räumlicher Nähe zur Heizspirale. Die Wärme fördert die Wiederauflösung der Kristalle im restlichen Honig, so dass die entstandene Lösung durch das Tuch abtropfen kann.

    Natürlich rauscht ein normaler flüssiger Honig aufgrund seiner Zähigkeit im kalten Zustand auch nicht einfach durch das Tuch durch. Man hat also nicht zwischendrin allen flüssigen Honig im Auffangbehälter und alle Kristalle oben im Seihsack.

    Nächstes Imkerforumstreffen am 26-28.3.2021 im Jagdhof Kleinheiligkreuz bei Fulda!

  • Das Schleifpapiergefühl auf der Zunge bleibt trotzdem.
    Wenn es wirklich feinsteif werden soll geht's nicht ohne verflüssigen. Und das bekommst du mit nem Wasserbad oder im Wärmeschrank eben nicht vollständig hin. Das wirkt zwar egrne mal so, die konsitenz kommt dann aber 100%ig wie vorher wieder.
    Das kann wirklich nur ne Heizspirale.

    Der Preis des Melitherm hat mich auch lang davon abgehalten mir das Teil zu kaufen. War ein blöder Fehler... Seit ich ihn habe, wird er ständig benutzt.

    "Das Wort gleicht der Biene: Es hat Honig und Stachel."

  • Dass die Dinger was taugen sieht man auch daran, dass man die nicht gebraucht findet.
    Als ich die Imkerei von meinem Vater übernommen habe, hatte der auch einen. Mutter sagte, er wäre damit nicht zurecht gekommen. Also habe ich den zur Startfinanzierung verkauft. Für 300€ (headbang)

    Jetzt habe ich wieder einen. Lehrgeld, Haken dran...;)

    Steingarten ist Keingarten
    Für alle die, die kein Imker sind: gemeint ist Schottergarten, reimt sich aber nicht so prickelnd...

  • Seihsäcke sind besser und die halten ewig. Einfach mit warmem Wasser auswaschen und trocknen. Den Lochblechring benutze ich nie, aber einige schwören drauf.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife