Raps & Pestizide

  • Ab 1.2.2021 ist das oft verwendete Thiacloprid (Biscaya) nicht mehr zugelassen. Der Rückstandhöchstgehalt (RHG) in Honig war ja nach einer gewissen Irritation auf 0,2 mg/kg fixiert, über eine geplante Absenkung auf 0,05 mg/kg hatten wir hier schon einmal diskutiert:

    Pestizidrückstände in Rapshonig

    In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, daß sr.Zt. bereits Anweisung an die Lebensmittelüberwachung erging, wegen des geplanten niedrigen RHG verstärkt einheimischen Honig auf Rückstände zu kontrollieren.


    Den Rapsbauern bleibt alternativ Acetamiprid/Mospilan, Dajiri. Da liegt der RHG aber um 3/4 niedriger: eben bei den 2015 befürchteten 0,05 mg/kg. Überdies haben die Mittel ein potentiell risikoreicheres Anwendungsprofil: Keine frühe Schädlingsbekämpfung schon im

    Larvenstadium mehr möglich, sondern erst gegen adulte Schädlinge ->Gefahr, daß gespritzt wird, wenn bereits erste Blüten die Bienen locken bspw. auf besonders besonnten Partien des Rapsschlages o.ä. I.ü. sind die Mittel als B4 (bienenungefährlich) eingestuft und verleiten daher zur Ausbringung auch während der Flugzeiten von Bienen.

  • https://gruene-fraktion-brande…-von-pflanzenschutzmittel


    Im Vergleich zu 2017 hat sich die Lage verschärft, denn infolge des Wegfalls von Thiachloprid steht nur noch Acetamiprid als Neonic. zur Verfügung - und da ist der RHG nun bei 0,05 mg, nicht mehr bei 0,2 mg/kg.

    Der Imker ist der In-Verkehr-Bringer -> Er allein ist verantwortlich für seinen Honig und die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben, auch der RHG...

  • Rgk sind, wenn die Blüte offen ist, kein Problem mehr, eher im Gegenteil, die Käfer helfen dann bei der Bestäubung :)

    Wohl wahr, aber a) die Entscheidung, ob der Rapsschlag schon blüht oder nicht, liegt im Auge des Betrachters und b) gibt es jedenfalls hier in unserer hügeligen und mit Waldparzellen durchsetzten Gegend (Holzland, steht sogar auf den Kfz-Kennzeichen) keinen Schlag, auf dem der Raps schön gleichmäßig seine Blüten öffnet. 0,05 mg/kg sind 4 x schneller erreicht als 0,2...

  • Hoffentlich halten sich alle dran. Ansonsten kann man ja analysieren lassen, denn verantwortlich ist der in-den-Verkehr-Bringer des Honigs! Bei dem niedrigen Grenzwert nicht ohne! Bin mal gespannt, wie lange es dauert, bis das verpflichtend wird. Bei ~300€/Charge wird das der Tod für die Hobbyimkerei.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Acetamiprid ist seit einigen Tagen nicht mehr in der Blüte zugelassen. Da bist du nicht auf dem neuesten Stand! Gegen keinen Schädling!

    Ja sicher, seit 12.3.21 ist der Einsatzzeitraum in Winterraps nur noch erlaubt vom Stadium BBCH 51 bis 59. Das ist die Zeit, in der sich die Blütenanlagen am Hauptspross entwickeln und Blüten inmitten der obersten Blätter von oben sichtbar sind, bis zu dem Stadium, in dem erste Blütenblätter zu sehen, aber die Rapsblüten noch geschlossen sind.

    Ist halt die Frage, wie gut die Augen des Spritzbuben noch sind und wohin sie gerichtet werden: Nordhang oder Südseite, Waldschattenstück oder sonnige, windgeschützte Mulde. Eines ist sicher: Die Bienen entdecken offene Rapsblüten eher als wir Menschen und die sagen/tanzen zu Hause Bescheid. Dann kommen viele...

  • "Spritzbube" :cursing:


    Ich bin dann mal raus...


    Man kann ja auch vernünftig und normal diskutieren. Es gibt Pflanzenschutzmittelzulassungen und Varroamittelzulassungen. Bekanntermaßen setzen sich auch die "Sublimationsbuben" häufig drüber hinweg. Mault da einer? Wenn jeder sich um sich selbst kümmert, dann wird sich um jeden gekümmert!


    Man könnte ja auch einen Landwirt bei der Blütenbehandlung anhalten und ansprechen was denn da gerade so passiert. Oder noch besser: VORHER mit ihm da drüber sprechen. Zu abwegig für dich ribes?

  • Bevor sich alle Landwirte abmelden, ich habe noch eine Fachfrage.

    Mein regionaler Landwirt hat letztes Jahr am 03.05. seinen Raps in voller Blüte gemäht.

    Wird der dann verfüttert, macht man das so?

    Ich dachte der reift immer aus.


    Rolf

    Konfuzianer:

    "Man soll ein anständiges Menschenleben führen, aus dem einfachen Grund, weil man ein anständiges Menschenwesen ist."

  • Komplett, oder immer nur Streifen? Ersteres kenn ich nicht, letzteres ist bei Saatgut die Regel, wo man nach einer gewissen Zeit die Hälfte der Vaterlinie etwas runternimmt, damit die länger blüht.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife