• Klärbecken ja, Klärfaß nein. Aber bevor jetzt gleich die Glocke ertönt und die rote auf die blaue Ecke eindrischt: Konischer Boden, wie wäre es, den ersten Schluck wie beim Vorbrand, selbst zu trinken. Das Gute am Honigvorbrand, man wird nicht blind davon und für die Bienen ist er auf jeden Fall noch gut genug.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Genau, eigentlich sollte im Klärfass kein Schmutz landen der sich nach unten absetzen kann.

    Wachspartikel und Luftbläschen nach oben, sauberer Honig unten, das verstehe ich unter klären.

    Kann es sein, dass du keine Erfahrung auf diesem Gebiet hast. So ein Klärbecken hat Schiede, welche den Honig zwingen zu unter- und überströmen.


    Remstalimker

    ^^ So viel Erfahrung dann doch, dass ich den Unterschied zwischen Klärfass und Klärbecken gerade so schon kenne. ;)


    Grüße

    Peter

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • :) Ich habe mich da wohl etwas ungenau ausgedrückt. Also noch einmal. Ich entdeckle warm und fülle den Honig seit Jahren in 50kg Abfüllkübel. Dort bleib er 24 Stunden zu Klärung. Horizontalsiebe verstopfen nach kurzer Zeit und dann fängt der Ärger an. Es ist kein Schaum der im Sieb zurück bleibt, sondern Wachsteile und andere unerwünschte Bestandteile aus dem geschleuderten Honig. Jetzt fängt der gemeine Imker an diesen "Schlonz"* mit einer Spachtel durch das Sieb zu drücken. Er landet dann wieder im Honig. Warum dann Feinsieb. Lässt du aber den Honig klären bildet sich oben eine Schicht und unten ein Sediment. Dieses bildet unten keine Schicht sondern schwebt unterhalb des Quetschhahns. Nach dem "Abschäumen" der oberen Schicht kann der klare Honig auch ohne Feinsieb abgelassen werden. Ich habe den Honig eingesandt und es gab keine Probleme. Durch das konische Sieb lasse ich den Honig trotzdem, weil ich ,wenn das Sediment kommt, zum nächsten Kübel wechsle. Zum Schluss wird das Sediment von allen Kübeln gesiebt.


    Schaum entsteht erst nach dem Rühren. Beim Schleudern wird "abgeschlonzt." nicht abgeschäumt.


    Der unterschied von Klärfass und Klärbecken ist, dass letzteres auf Durchlauf beruht. Eine Großimkerei in Kanada hat da zwei Zentrifugen um de Honig aus dem Klärbecken vom Schlonz zu trennen.


    Peterle, du solltest halt mal semiprofessionell ausprobieren. Natürlich kann man den Abraum den Bienen füttern.


    Remstalimker


    *Schlonz ist ein schwäbischer Ausdruck fürb eine undefinierbare Masse.:D

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

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  • Zusammenfassend muss man halt sagen oder wissen, für den einen ist das Klärfass dazu da, erst mal so schnell wie möglich den Rohhonig einfach weg zu puffern und gut.

    Bei anderen (z.B. bei uns) kommt der Honig im Prinzip schon fertig und sauber da rein, wird dort nur noch zum homogenisieren, ausgasen und abschäumen gesammelt. Von dort dann entweder gleich abgefüllt, oder vorher noch cremig gerührt.

    Das andere Extrem hab ich bei den Berufsimkern auf einem Vortrag gesehen. Ein Bioimker verzichtet im Prinzip ganz auf Technik, der packt den Honig wie er aus der Schleuder kommt komplett in 200 Liter Fässer, lässt die stehen bis der Honig fest ist. Dann schaufelt er das dann mittlerweile trocken abgetropfte und aufgeschwommene Deckelwachs ab. Da ist dann wohl noch ein Bereich wo noch ein bisschen Wachs/Honig Gemisch ist, das wird dann noch abgeschabt und der (saubere) Rest dann aufgetaut und verarbeitet/ abgefüllt.

    Auch eine Möglichkeit. Sicher nicht die schlechteste, sicher nicht die verbreitetste.

    Dabei gefällt mir das zusätzliche Auftauen nicht. Ansonsten ist durch diese Imker, das Thema wirklich effizient angegangen worden. Ist halt nix zum angeben, was man alles an Technik rumstehen hat.


    Grüße

    Peter

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Eigentlich müsste dieser Beitrag eins höher, das hat sich mit meinem vorigen überschnitten.


    Hab ich irgendwas verpasst, dass ich heute hier eine Aufklärung über Grundlagen bekomme?

    Wer in 50 kg Behältern klärt, hat glaube ich noch Luft nach oben. Physik lässt sich nicht überlisten.

    Wenn ich semiprofessionell ausprobieren soll, soll ich mein professionelles Gerät in die Ecke stellen und wieder drei Schritte zurück gehen? Wenn Du Material hast, das Du zu den Bienen zurück trägst, dann hast Du entweder noch nicht genug Bienen, oder noch nicht das richtige professionelle Gerät.

    Mal abgesehen davon komme ich zwar nur aus dem bayerischen Schwaben, aber Schlonz versteht man bei uns schon auch.

    Das kann man aber auch so machen, dass sich kein Schlonz bildet.

    Nur sauberer schöner Honig. So mag ich das, so mögen meine Kunden das.


    Grüße

    Peter

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Peterle "Wer in 50 kg Behältern klärt, hat glaube ich noch Luft nach oben."


    Weil ich 5 Kübel habe, werde ich kein 250kg Fass kaufen.:). Maximal schleudere ich nur dreimal im Jahr:(

    Wo bleibt dann bei dir der Schlonz?


    Ach so, ein Klärbecken ist ein Durchlaufbecken, könnten wir uns da einigen.



    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Wegen 250 kg würde ich die Schleuder nicht einsauen, Sorry.


    Um effektiv zu klären, braucht es Menge, also ein großes Fass. Auch ein 250er Fass ist nicht gross.

    Alles andere ist abstehen lassen.

    Wie oben schon mal geschrieben, Physik lässt sich nicht überlisten. Um effektiv zu klären, bedarf es Gewicht, das erhalte ich nur durch, .... genau, Gewicht. Also, viel Honig, also, großes Fass.


    Bei mir entsteht kein Schlonz, da wir über Fliehkraft vorklären. Kristall nach unten drücken, das Wachs nach oben drücken und in der Mitte den sauberen Honig entnehmen. Sicherheitshalber geht er noch durch ein Spitzsieb. Das wird aber nur alle ein zwei Tonnen mal gewechselt. Ist also mehr als sicheres Trennschied gegen umherfliegende und im Honig landende Insekten im Einsatz.

    Nach dem Sieb ist es ein geschlossener Prozess.


    Nochmal, über die Funktionsweise imkerlicher Geräte brauche ich eigentlich keine zusätzliche Aufklärung. Ein Klärbecken (oder Durchlaufbecken, oder Sumpf) hatte ich auch schon im Einsatz, ist aber wegen Ineffektivität raus geflogen. Es muss jeder ein für seine Mengen und auf sein Platzangebot passendes System entwickeln. Ich bin da offen, jeder nach seiner Fasson.


    Du kannst ja mal zum kucken kommen, wie das bei uns so gemacht wird.

    Dann erübrigt sich das eine oder andere automatisch.


    Grüße

    Peter

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Gilt die Einladung auch für andere interessierte? Ich weiss auch noch nicht genau wo die Reise hingeht, nächstes Jahr reicht mir noch ein ordentlicher Siebkübel und dahinter direkt zur Lagerung in die 20-25kg Eimer.

    2022 wird das wahrscheinlich schon eng. Wollte mir bis dahin mal den ein oder anderen Prozess mal anschauen.