• Ich meinte PSM im heutigen Sinne.

    Die gab es eben dort und in dieser Zeit nicht, in der ich gelernt habe.

    Damals, gab es eben andere Mittel (PSM), welche keineswegs unbedenklicher/umweltfreundlicher waren.


    Nun den Eindruck zu erwecken, dass ihr damals den Raps "ohne" angebaut habt, wird dann zur Halbwahrheit.

    Bio war damals noch eine "belächelte" Randerscheinung......


    keinimker . Hast du damals schon den Biolandbau ernst genommen, oder dich auch darüber lustig gemacht, wie die meisten in der damaligen Zeit???


    Der Anbau von Bio-Raps, im grossen Stil, ist noch recht neu, und man darf hier der Landwirtschaft noch etwas Zeit für die Entwicklung geben.


    Lg Sulz.

  • Meine Blumentöpfe?
    Alte Aufsetzrahmen für Paletten, 1200*800mm in der Höhe in 200mn Schritten variabel.


    Ich schrieb übrigens von 30 Pflanzen /m2, als gänige Zielgröße der Pflanzenanzahl. Jeder der den Dreisatz beherscht (ich glaube das ist Grundschulstoff) sollte damit in der Lage sein das ganze auf seine Versuchsanordnung runterzubrechen.


    Meine Intention bei dem gesamten Vorschlag war das sich jeder der meint PSM freier Raps ist gar kein Problem mal selbst ein Bild von der Lage macht.


    Bio Rapsanbau ist etwas für echte Spezialisten es hat durchaus Gründe warum Bio Raps nur 0,2 % des dt. Rapsanbaus ausmacht


    Weitere Infos zum Thema im Link.


    Bevor mich jetzt jemand für die 30 Körner /m2 aufmacht, deutlich weniger sind als im Link angegeben, im Link wird von Drillsaat ausgegangen. Ich würde die Handaussaat mehr als Einzelkornsaat mit entsprechend weniger Pflanzen ansehen.

  • Der Versuchsaufbau ist einfach nicht seriös, um den Ertrag von Bioraps zu modellieren und dann vom Blumenpott auf den Hektar hochzurechnen.

    Bevor du hier mit Vorwürfen bis hin zur Unredlichkeit um dich wirfst, wäre es angebracht die Intention des Experiments einmal ins Auge zu fassen:

    Man nehme einen Topf mit Erde, sät bis zum 1.9 ca 30 Körner / m2 aus. (Feinkrümeliges Saatbeet) und schaut sich die Entwicklung und den Befall mit Schädlingen mal an.

    Da lese ich nichts von Hektarerträgen. Da steht übrigens auch nichts davon, dass es ein kleiner Topf sein muss. Und ich denke, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster wenn ich annehme, dass der Fokus hier weniger auf dem Topf lag, sondern darauf den Raps an einer geeigneten, leicht zu beobachteten Stelle auszusäen. Ob das jetzt der Topf auf dem Balkon oder das Beet vor der Haustür ist - geschenkt.


    Es bezweifelt auch niemand, dass der Anbau von Bioraps grundsätzlich möglich ist und unter bestimmten Bedingungen auch wirtschaftlich sinnvoll sein kann. Sonst gäbe es ihn schließlich gar nicht. Entsprechendes lese ich auch nicht aus den Aussagen von Mettbrötchen & Co heraus. Aber diese Bedingungen sind eben nur äußerst selten gegeben, weshalb Bio Raps auch nur einen äußerst geringen Anteil an der Erzeugung hat (2015 0,2% aller Rapsflächen. Seitdem ists zwar mehr geworden, aber ich finde auf die Schnelle keine konkreten Zahlen).


    Wir haben häufig Versuchsflächen mit unbehandeltem Raps - und wir brechen diese auch desöfteren um, da Erdfloh & co nichts übrig lassen. Und das obwohl wir meist nur BBCH-Stadien bis 20 brauchen (wofür übrigens auch ein kleiner Topf reichen würde). Wenn wir dann doch mal blühende Sommerraps-Felder brauchen, geht überhaupt gar nichts ohne PSM - da geben sich die Schädlinge echt die Klinke in die Hand, das ist der helle Wahnsinn was da abgeht. Wobei Sommerraps auch der Endgegner und noch deutlich schwieriger ist als Winterraps ist, zugegeben.


    Der Anbau von Bio-Raps ist in etwa vergleichbar mit der behandlungsfreien Imkerei. Vermutlich kaum jemand bezweifelt, dass es möglich ist und das es Leute gibt, die dies schaffen. Was auf Gotland klappt, klappt aber eben nicht überall und so sind es nur ganz, ganz wenige, die es denn auch wirklich hinbekommen. Wenn man gezielter nach hakt, sind es meist ganz besondere Standort-Bedingungen wie etwa lange Winter in Norwegen oder im Schweizer Hochgebirge.


    Das Problem dieser ganzen Diskussion ist auch ein Stück weit, dass Meinung mit Ahnung verwechselt wird. Sorry Hagakure, dass ich das jetzt mal exemplarisch zitiere:

    Meine fehlerhafte Annahmen bestehen also aus einem Praxisgespräch, während eure Geschichten wahrscheinlich von Konvis stammen, die sich das alles eh nicht vorstellen können, oder von einem Vertriebler für PSM. :)

    Ein Gespräch mit einem Landwirt (meinetwegen auch zwei, drei oder vier) reichen aus, um die eigene Meinung bestätigt zu sehen. Zeigen Profis (und das sind Landwirte nunmal, ob man das gut findet oder nicht) die Grenzen dieser Vorstellungen auf, dann sind das fantasielose Konvis, die eh nur Bayer & Co hörig sind. Da wird es dann schwierig zu argumentieren und ich kann verstehen, dass man als Landwirt keine Lust mehr hat auf diesem Level zu argumentieren. Das ist keine Diskussionskultur.

  • Doch: Es wurde hier bezweifelt das Rapsanbau unter diesen Bedingungen möglich ist. Das ist hier das Narrativ, welches stetig gesetzt wird und das tragen dann alle anderen in die Umwelt. Lies nochmal genauer. Oder verstehe ich die ganze Ironie hier nicht, die sich angeblich durch diesen Faden zieht?


    Es war nur ein Landwirt mit dem ich konkret darüber gesprochen habe, aber an der Fakultät finden sich sicherlich leicht ein paar mehr. Er wirtschaftet auch nicht auf einer Insel oder einer Alm oder einem Tal, sondern ganz schnöde in NRW und er muss davon leben. Der Typ hat offensichtlich mehr Ahnung vom Rapsanbau unter diesen Bedingungen als Menschen, die in einem Versuchsgärten auch mal Raps anpflanzen. Tut mir leid, dass ich das jetzt so direkt sagen muss.


    Schließlich waren die Aussagen, die den Stein wieder ins Rollen brachten, die Meinung, dass es nicht ginge. Da war offensichtlich keine Ironie dabei.


    Diese larmoyante Opferrolle der konventionellen Landwirtschaft und die Unterstellungen der Kritiker, dass man in jedem Konvi einen Dämonen sieht, ist einfach fehl am Platz und diese passiv-aggressive Wortwahl gibt es nicht nur in diesem Fred hier.


    Seit Jahrzehnten landete zuviel PSM (und Dünger) in der Umwelt, sonst gäbe es viele Probleme und Regulierungen gar nicht. Schuld sind nicht die Städter, Medien, Grünen oder Ökos. Es gibt nicht nur die guten, gewissenhafte Landwirte. Es wurde einfach viel falsch gemacht und zuviel gespritzt. Das ist ein Fakt, keine Meinung. Tut mir leid, dass ich das nochmal sagen muss, sorry.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Es wurde hier bezweifelt das Rapsanbau unter diesen Bedingungen möglich ist. Das ist hier das Narrativ, welches stetig gesetzt wird und das tragen dann alle anderen in die Umwelt. Lies nochmal genauer.

    Falls du die von mir verlinkte Quelle zumindest mal angelesen hast, Ökorapsanbau ist neben den persönlichen Fähigkeiten vorallem Lageabhänig. Von dafür passenden Lagen gibt es nicht so besonders viele.

    Zückerrüben baust du erfolgreich auch nicht auf einem Minutenboden an (vorallem nicht langfristig)


    Du verstehts vorallem nicht das sich die eine Aussage die du erhalten hast nicht auf andere Gegebenheiten übertragen lässt.


    Ich habe eine vermutung mit wem du gesprochen hast, echter Pflanzenbau Spezialist mit viel Erfahrungen im Sonderkulturanbau. Nicht ganz weit von mir weg.

    Er erzählt aber eigentlich auch immer offen von den Problem die er hat, mit der Kultur

  • Hallo Sulz,

    das ist ganz anders. Dort wo ich wohnte, lebte und arbeitete gab es solche Gedanken garnicht! Du kannst dich sicher erinnern, dass Dt. mal auch einen „DDR-Teil“ hatte.

    Dort ging’s um Essen.

    Wir haben tatsächlich in den 50er 60er Jahren außer Synth.Dünger nichts im Sinne von Pflanzenschutz als kleine Helferchen gehabt.

    DDT kam dann auch, vorwiegend gegen Kartoffelkäfer.

    Gruß

    Harald

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Natürlich ist Raps eine Herausforderung, da gibt es nichts zu rütteln. Deswegen bricht er/man im Herbst oder zeitigen Frühjahr um, wenn es zu oll wird. Das ist jetzt nicht wie bei Kartoffeln oder Rüben, die auf passenden Böden konventionelle Ernteerträge bescheren.


    Mein Punkt war nur: Rapsanbau geht und gerade für den Imker bzw. die Bienen wäre es einfacher, wenn es mehr machen würden. Auf der anderen Seite ist für mich Rapshonig von konventionellen Flächen nicht schlechter, was die Qualität angeht.


    Wäre in den letzten Jahrzehnten mehr mit Maß gespritzt worden, sehe die ganze Geschichte auch anders aus, das war aber nicht so. Und auf Minutenböden ist doch fast alles ein Tanz auf der Rasierklinge. Manche würden da eher Sand nehmen.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Das ist hier das Narrativ, welches stetig gesetzt wird und das tragen dann alle anderen in die Umwelt. Lies nochmal genauer. Oder verstehe ich die ganze Ironie hier nicht, die sich angeblich durch diesen Faden zieht?

    Hier wird nur das Narrativ, dass Bio-Raps unproblematisch sei, gerade gerückt. Siehe #803 oder #813. Diese und weitere derartige Beiträge in diversen Fäden hier im Forum erwecken den Eindruck, dass die Landwirte bloß nicht wollen, obwohl es doch kein Problem sei.


    Zitat

    Der Typ hat offensichtlich mehr Ahnung vom Rapsanbau unter diesen Bedingungen als Menschen, die in einem Versuchsgärten auch mal Raps anpflanzen. Tut mir leid, dass ich das jetzt so direkt sagen muss.

    Das geht doch auch ohne unterschwellige Beleidigung. Und ja, dieser Landwirt hat sicher Ahnung, gar keine Frage. Aber um das auch mal etwas einzuordnen: Auch ich habe mit einem Landwirt gesprochen, der Bio-Raps anbaut uuuund *trommelwirbel*: Er pflanzt den Bio-Raps auf Flächen, die normalerweise ein Jahr aus der Fruchtfolge wären und nur Gründüngung bekämen. Steht der Raps im folgenden Jahr dann tatsächlich noch gut da, alles tutti - dann reichen vermutlich auch die 10-15 dt/ha, die du genannt hast. Wenn nicht, wird er unterpflügt und dient als Gründünger. Auch das ist eine Einzfallbeobachtung und ich habe keine Ahnung ob sich das verallgemeinern lässt oder er nur einen Testballon steigen lässt. In jedem ist eine ganz andere Geschichte, als verlässlich einen bestimmten Ertrag erzielen zu wollen/müssen.


    Diese larmoyante Opferrolle der konventionellen Landwirtschaft und die Unterstellungen der Kritiker, dass man in jedem Konvi einen Dämonen sieht, ist einfach fehl am Platz und diese passiv-aggressive Wortwahl gibt es nicht nur in diesem Fred hier.

    Zur passiv-aggressiven Wortwahl muss ich dir zustimmen: Siehe allein das obige Zitat, oder #808, vielleicht auch nebenan im Wanderimker-Thread um nur Beispiele aus den letzten Tagen zu nennen. Da wäre es echt schön, wenn wir hier wieder auf ein freundlicheres Niveau kämen. Denn


    Zitat

    Seit Jahrzehnten landete zuviel PSM (und Dünger) in der Umwelt, sonst gäbe es viele Probleme und Regulierungen gar nicht. Schuld sind nicht die Städter, Medien, Grünen oder Ökos. Es gibt nicht nur die guten, gewissenhafte Landwirte. Es wurde einfach viel falsch gemacht und zuviel gespritzt. Das ist ein Fakt, keine Meinung. Tut mir leid, dass ich das nochmal sagen muss, sorry.

    das hier sehen wohl die Meisten ähnlich, ich jedenfalls tue es. Ich bin nur nicht mit der pauschalen Schuldzuweisung (was für dich die larmoyante Opferrolle ist) einverstanden. Auch Konvis spritzen nicht, weil sie es geil finden. Kostet auch alles Geld und davon echt nicht wenig. Klar gibts schwarze Schade, gar keine Frage. Die ganz große Mehrheit setzt PSM aber dosiert und Schadschwellen-orientiert ein.

  • Wer hat denn hier von Meinung und Ahnung fabuliert? Hier hat auch keiner behauptet, dass Bio-Raps unproblematisch wäre. Es fing damit an, dass Bio-Raps ja mal gar nicht wirtschaftlich ginge.


    Praktikerbeispiele sind für mich von hoher Relevanz. Die Teutoburger Ölmühle würde doch gar keinen Bio-Raps abnehmen, wenn es nur drei Landwirte gäbe, die jede Saison ihre 3 to da abliefern.


    Es wäre wirklich schön, wenn man auch die Ökos mal zu Wort kommen liese, ohne ihnen zu unterstellen, dass sie davon nicht leben müssten, keine Ahnung hätten oder in jedem Konvi einen Unhold sehen.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain

  • Ist doch super, wenn es wirtschaftlich ist, wird es sich ja durchsetzen.

    (...) ohne ihnen zu unterstellen, dass sie davon nicht leben müssten, keine Ahnung hätten oder in jedem Konvi einen Unhold sehen.

    Wenn Du wüßtest, wie man inzwischen als Landwirt behandelt wird... Radfahrer & Spaziergänger, die einen auf landschaftlichen Wegen nicht vorbeilassen, 'weil man ja eh alles kaputtspritzen will' usw. Oder wehe Du weißt jemand darauf hin, das ein Weizenfeld keine Hundewiese ist und Hundekacke da unerwünscht wäre. Da draußen am Stadtrand ist inzwischen regelrecht Krieg, da wird man irgendwann dünnhäutig :(

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ist doch super, wenn es wirtschaftlich ist, wird es sich ja durchsetzen.

    (...) ohne ihnen zu unterstellen, dass sie davon nicht leben müssten, keine Ahnung hätten oder in jedem Konvi einen Unhold sehen.

    Wenn Du wüßtest, wie man inzwischen als Landwirt behandelt wird... Radfahrer & Spaziergänger, die einen auf landschaftlichen Wegen nicht vorbeilassen, 'weil man ja eh alles kaputtspritzen will' usw. Oder wehe Du weißt jemand darauf hin, das ein Weizenfeld keine Hundewiese ist und Hundekacke da unerwünscht wäre. Da draußen am Stadtrand ist inzwischen regelrecht Krieg, da wird man irgendwann dünnhäutig :(

    Ja, das ist richtig bescheiden. Da bin ich ganz bei dir. Auch die Hunde an den Kulturen nicht anzuleinen ist mies. Die LKW-Fahrer und Postboten werden ja auch auf den Straßen gemobbt, wenn sie mal irgendwo halten müssen oder nicht 120 km/h fahren.

    "Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen." Mark Twain