• Moin, moin,


    Raps im Bioanbau funktioniert gut und gerne, und ich stelle da die Bienen gut und gerne hin. Das Anbaurisiko ist nicht zu vernachlässigen, der Vorfruchtwert aber auch nicht, und der Ertrag zeigt sich im Drusch und dann im Verkauf der Frucht.

    Die Behauptung, das gehe nicht, ist offenbarer Unfug. Dass es manche Landwirte nicht wollen, halte ich für ok; dass sie dann aber Dummtüch quaddeln, nicht. Im letzten Jahr stand der Bioraps deutlich besser, als mancher konventionelle, in Sichtweite und auf vergleichbaren Böden.

    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hallo zusammen,

    als ich gelernt habe wurden noch keine PSM eingesetzt. Es gab noch keine!

    Doch es wurde Raps angebaut. Sicher wurden zu der Zeit auch keine 5 t pro Hektar geerntet. Aber es ging. Die Faktoren sind manigfaltig, dass es heute beim Anbau Probleme gibt. Die sind aber hausgemacht. Das darf nicht vergessen werden.

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Ich hab eben mal etwas recherchiert, wie das so mit Bio-Rapsanbau aussieht.

    Bei den beiden folgenden Links wird deutlich (Top-Agrar leider nur zum anlesen), daß eine erfolgreicher Bio-Rapsanbau von vielen Faktoren abhängt. Ich vermute Bio-Rapsanbau ist längst nicht an allen Standorten möglich. Wie rase schon schrieb kann ein hoher Schädlingsdruck aus der Nachbarschaft schon das Ausschlußkriterium sein. "Falscher Boden", zuwenig Wasser, etc und schon paßt es nicht mehr.

    Ich meine mal gehört zu haben, daß Bio-Rübenanbau die hohe Kunst des Ökolandbaus wäre. Ich denke in die Richtung geht das mit dem Bio-Raps auch. Wenn da irgendwas im Jahr nicht passen sollte, dann sieht's übel aus. Das Risiko auf annähernden Totalausfall ist groß.

    Wenn das alles so einfach wäre, dann würden mehr Landwirte in diese Richtung gehen, weil sich Öle aus Bio-Raps wohl gut verkaufen und eine hohe Nachfrag besteht.

    Es wird schon seinen Gründe haben, warum nur ein Bruchteil der Rapsanbaufläche Öko ist.


    https://www.oekolandbau.de/lan…/oekologischer-rapsanbau/


    https://www.topagrar.com/acker…n-gewachsen-12471574.html

  • Moin, moin,

    die beratungsinduzierte Furcht ist da groß, und die Rapszüchter sind hoch erstaunt, wenn sie sehen, dass das tatsächlich geht und die Bestände ordentlich aussehen. In der Nachbarschaft der Felder, an denen meine Bienen stehen, gibt es durchaus auch konventionelle Flächen.

    Und nein, es ist kein Hexenwerk, aber die Topagrar ist jetzt nicht gerade für Ökofreudigkeit berühmt. Deren Anzeigenkunden sind neben Herstellern von Landtechnik eben auch prominent die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln. Und wenn sogar die ja, soweit der Artikel anlesbar ist, da durchaus offen sind und positiv berichten, scheint ja da dedie Bekämpfung des Spaltpilzes durchaus auf gutem Wege.

    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Ist doch super, wenn's klappt. Ich seh da jetzt persönlich keinen Anlaß für Schadenfreude.

    Wär nur schön, wenn es etwas verbreiteter akzeptiert würde.

    "Raps ohne PSM geht nicht" ist leider noch bei vielen auf der Festplatte eingebrannt.


    Und dass ein Imker relativ wenig Kontakt zu PSM-Vertrieblern hat, ist jetzt nicht wirklich ungewöhnlich. Warum auch? Deren Meinungen werden aber von den Landwirten aufgenommen und oft vertreten und umgesetzt. Die Landwirte müssen ja auch von irgendwoher Informationen bekommen. Nicht jeder kann so gut im Thema stecken, wie deine Saatgutproduzenten, die sich ausschließlich mit Raps befassen.

    Wenn Landwirte aber einen großen Teil der Informationen über PSM-Vertriebler beziehen, könnte die Objektivität doch leichte Kratzer bekommen.

    "Raps ohne PSM geht nicht" ist den Herstellern der PSM natürlich Wasser auf die Mühle und wird daher auch nicht angezeifelt von dieser Seite; ob aktiv verbreitet, könnte ich nur vermuten.

  • Nicht jeder kann so gut im Thema stecken, (...)

    Naja, wenn jemand davon leben muß, erzeugt das schon eine gewisse Motivation. Problematisch seh ich eher die landwirtschaftliche Ausbildung, wo doch viele der Lehrmaterialien von der Industrie kommen. Andererseits ist auch guter Konvi-Raps nicht zwingend ein Problem, wie unsere Analyseergebnisse zeigen. Und das ist ja so'n Imkermantra, wie schlimm das wäre - was so pauschal halt auch nicht stimmt. Vor den Karren muß man sich auch nicht spannen lassen.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich schlage einfach mal vor, jeder macht hier mal ein eigenes kurzes Experiment zum Tema Raps ohne PSM.

    Man nehme einen Topf mit Erde, sät bis zum 1.9 ca 30 Körner / m2 aus. (Feinkrümeliges Saatbeet) und schaut sich die Entwicklung und den Befall mit Schädlingen mal an.


    Ernte und hochrechnen der geernteten Menge auf den ha nicht vergessen, falls es was zu ernten gab

  • Großflächig ist es schon dramatisch .

    Was ist es denn, was den Rückgang der Arten (auch) bedingt?

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • als ich gelernt habe wurden noch keine PSM eingesetzt. Es gab noch keine!

    Guten Tag Harald.

    Sorry.. So alt, kannst du gar nicht sein. :P


    Z.B, sind Arsen und Schwefel, seit Jahrhunderten als "PSM" bekannt.


    Nach dem 2. Weltkrieg, kam die "Hochblüte" der Pflanzenschutzmittel, welche dann in den 70er Jahren unter Druck gekommen ist.....Da hat DDT seine traurige Berühmtheit bekommen.

    Ich habe noch Spritzpläne aus den 50er Jahren.....Im Vergleich, kann man die heutigen Mittel schon fast als "gefärbtes Wasser" bezeichnen. X/


    Und nur so nebenbei erwähnt. Schon in 70er, haben die Schweizer Imker, die Landwirte wegen ihrer "Spritzbrühe" in den Medien "angeklagt"........Ist also nichts neues.


    Lg Sulz.

  • Echt jetzt? Dann dann dürfen wir zu einem wahrhaft biblischen Alter gratulieren:


    https://de.wikipedia.org/wiki/…chte_des_Pflanzenschutzes


    Falls wer das nicht alles lesen möchte: der Artikel beginnt mit dem schönen einleitenden Satz: "Die Geschichte des Pflanzenschutzes ist so alt wie die Geschichte des Ackerbaus."


    Und noch ein kleines Schmankerl für die nächste Cocktailparty:

    "Durch Entdeckungsreisen in andere Länder stießen Forscher auf pflanzliche Wirkstoffe, die gegen Schädlinge eingesetzt werden konnten: Nikotin aus Tabakblättern (1763)...


    Nur falls mal wer laut in den Raum fragt: warum heißt es eigentlich "Neonicotinoide"... :rolleyes: .

  • Hallo Sulz,

    ja sicher.

    Das was ich meine, sind die synthetischen PSM.

    Wir haben auch schon Kainit angewendet.

    Anderes nicht.

    Ein s.g. Gelbspritzmittel kam dann als erstes.

    Bienenhaltung in modifizierten Warre-Beuten, BR und HR unterschiedliches Wabenmaß, Naturbau im BR und in einzelnen Völkern auch Stabilbau, Einzelaufstellung mit mehreren hundert Meter Abstand an zwei Aufstellungsorten.

  • Eigentlich wollte ich nicht mehr füttern, aber Gott, was soll 's:


    Aus dem oben verlinkten Artikel: "Als erstes organisches Insektizid gilt das 1892 von Bayer eingeführte Dinitro-o-kresol. [...] ab 1932 in Frankreich auch als Getreideherbizid angeboten.[1]:16 Im Jahr 1938 wurde dann das gut wirksame Insektizid TEPP (Tetraethylpyrophosphat), im Jahr 1939 die Wirksamkeit des DDT von Paul Hermann Müller (Geigy) entdeckt."


    Was warst Du jetzt nochmal für'n Jahrgang?


    PS: Und was hat Kainit eigentlich mit PSM zu tun? Ist das nicht ein Rohstoff für die Herstellung von Kunstdüngern?


    PPS: Wirksamer Bestandteil von "Gelbspritzmittel" ist ... Dinitrokresol. Angewendet im Obstbau seit 1940. Deine Ausbildung war also vor 1940?


    Und zur guten alten Zeit noch: "Die Gelbspritzmittel verdrängten das vorher eingesetzte Obstbaumkarbolineum als wichtigstes Ovizid" Karbolineum ist Steinkohlenteeröl.

    Zweites Lehrjahr in 12er Dadant mod.

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