Wann beurteilt ihr ein Volk? Jahreszeit

  • 10 Imker und 11 Meinungen - finde ich aber gut, das regt zum Nachdenken an!


    Bei mir entscheidet sich das - aus praktischen Gründen - meist während der Einfütterung. Dann habe ich die Völker offen, sehe an der Sirupabnahme, dem Ausbau letzter MWs oder Waben und dem Bienenbesatz, aber auch an der Brut und der Verteidigung gegen Wespen, was ich so sehen kann.

    Stecher , nicht so gut entwickelte Völker oder welche, die Probleme mit der Regentschaft hatten, habe ich schon vorher aussortiert, als ich noch genug Königinnen und sie eine Chance zur Entwicklung hatten.

    Früher hatte da auch kleinere Völker eine Chance, samt untergestellten Futterschalen bei kalten Witterung - wusste ja nicht, wie viele durch den Winter kommen - heute wird schneller und früher vereinigt. So wie in diesem Jahr, die selbst umgelarvten Nachzuchten meiner F1-Generationen von zwei Züchtern. Hatte gut funktioniert, aber die kamen dann zum 2/3 im eigenen Volk nicht so zurecht. Zum Teil umgeweiselt, "Brutpause" oder zu viele tote Bienen und Wespen in der Beute.

    Beim Auffüttern fiel es auf (Wespen), da habe ich alle auseinander genommen und so wurden aus sechs Völkern drei, eins davon mit zwei Königinnen. Sollen sie doch selbst wählen.


    Im Oktober öffne ich die Völker nur noch ungern, weil es dann oft schon kühl wird.

  • Ein Volk, dass die ganze Saison nur rumlungert, wird auch im Herbst meistens nicht so dolle sein. Ist es das doch, kommt zumindest eine neue Königin rein, denn ich möchte nicht im nächsten Jahr nochmal so eine Faulenzerei haben.

    Ein Volk das eine richtig gute Saison hingelegt hat, und zum Ende hin schwächelt, werde ich eventuell vereinigen, aber in jedem Fall versuchen die Königin über den Winter zu bringen.


    Eventuell ist die Beurteilung während der Saison, eher eine Beurteilung der Königin.

    Aber es gibt beispielsweise auch vereinzelte Brutscheunen, die jetzt noch mal richtig losgelegt haben mit der neuen Königin (geringer Prozentsatz). Die können nicht mehr auf eine ordentliche Stärke vor dem Winter kommen. Sind aber trotzdem vielversprechend. Da wäre das Auflösen einfach zu schade, auch wenn sie so für die Frühtracht noch nicht fit sein werden.

    Es gibt hier ja auch einige, die bei geringer Völkerzahl mit der Vereinigung von Völkern eingechränkt sind. Da kann man auch mal ein kleineres mitlaufen lassen.


    Die Entscheidung über Laufen lassen, Auflösen oder Vereinigen fällt im September bis ca. mitte Oktober, was ja Antwort auf die ursprüngliche Frage wäre. In wenigen Fällen auch im August.

  • Moin

    Warum aufschreiben?

    Nun! ein beispiel:

    Ich hatte/habe 2völker die im Frühjahr eher schwachbrüstig daherkamen und erst im Juni-Juli so richtig durchstarteten also so richtige spät entwickler d.h. im Herbst standen die bombig da.

    Ich brauche aber keine Völker für die Spättracht sondern für die Frühtracht -->also umweiseln

    Umgerkehrter (häufigerer) Fall: Das Volk ist im Frühjahr (Raps) Top trägt viel ein- baut aber kurz nach der Lindenblüte mehr oder weniger stark ab dann ist das für mich der "der" Überwinterungskandidat

    Vorausgesetzt es gibt keine besonderen Gründe für den abbau (Varr)

    Fazit für mich: Die V-Stärke im Herbst sagt garnichts


    Für einen Heideimker mag das anders aussehen

    Was zeigt uns das?: es gibt hier kein Richtig oder Falsch.

    UND

    Wenn man 3 oder 4 Völker hat funktioniert das wohl noch aus dem bauch raus wenn es aber über, ich sage mal 12, werden vielleicht auch noch auf verschiedenen Ständen geht meiner Meinung nach ohne aufschreiben nichts mehr.

    VG

    Martin

  • Ich will aber Honig. Starke Völker sind dafür notwendig, aber nicht ausreichend. Wenn ich also ein starkes Volk hab, was mittelmäßig trägt und ein schwachen Anbleger, mit einer Hammerqueen, da werfe ich die zusammen. Im Zweifelsfall auch schon vor dem Winter.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Moin Mark-o

    Was willst du mit Völkern die noch spät brüten? Das nützt nur den Milben

    und der zusammenhang stark einwintern=starke Frühjahrs entwicklung ist nicht so eindeutig

    für ein gute und schnelle Frühjahrsentwicklung ist nach meiner Erfahrung wichtiger das am Standort genug Polenangebot (zB. Salweide) vorhanden ist.

    Und Natürlich will ich auch Honig und zwar viel deswegen schreibe auf und hab den Daumen drauf wenn nicht passt.

    Vg

    Martin

  • Was willst du mit Völkern die noch spät brüten?

    Garnichts, hab ich nicht und will ich auch nicht. Ich möchte Völker die Brutpause einlegen, alle anderen fallen zur Vermehrung durch.

    der zusammenhang stark einwintern=starke Frühjahrs entwicklung ist nicht so eindeutig

    Selektionskriterium bei mir, viel Bienenmasse im Frühjahr= viel Brut im Frühjahr= gute Ernte. Königinnen mit schlechter Entwicklung im Frühjahr kann ich nicht verkaufen, es gibt Imker die haben so gut wie keine Sommertracht.

    genug Polenangebot (zB. Salweide) vorhanden ist.

    Das ist Voraussetzung, wenn Du Pollen meintest.

    Und Natürlich will ich auch Honig und zwar viel deswegen schreibe auf und hab den Daumen drauf wenn nicht passt.

    Habe einen schnellen Daumen und Honig möchte ich auch ernten.

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.

  • Wie ich schrieb: Es gibt da kein Richtig oder Falsch.

    Vielleicht noch ein Schlüsselerlebnis das ich zu Beginn hatte:

    Bei einem meiner Ableger (2x5W Frankenb)war gegen Ende des Winters unbemerkt der Deckel runtergeweht (klar eigene schusseligkeit: Stein nicht wieder draufgelegt ).Ich schätze 2 Wochen später hab ich das Elend bemerkt und das schlimmste befürchtet, aber in einer Ecke saß ein häufchen Bienen (Volumen ca von einem rundstück/semmel) da ich zu der Zeit noch nicht wusste was zu machen wäre habe ich also den oberen Raum (also von 2x5 auf 1x5) abgenommen und das ganze seitlich nochmal isoliert. Als die ersten warmen Tage kamen hab ich nachgeschaut und sieh da sie lebten noch und hatten ein winziges brutnest (weniger als mein Handteller) also hab ich aus neugier das ganze weiterlaufen lassen.

    Dieses Völkchen wurde in jenem Jahr mit das stärckste von allen. Allerdings, der situation geschuldet, nicht zur Frühtracht. Was die allerdings gemacht haben sie haben im Frühjahr als erstes still umgeweiselt und dann ging das wirklich "ratzfatz" bis eine normale beute gefüllt war.

    Das war nätürlich ein extrem Beispiel aber viele unterschätzen die leistungsfähigkeit ihrer Völker wenn die umstände stimmen.


    und Ja! -natürlich "Pollen"

    VG

    Martin

  • Das sind ja widere Umstände, wurden ja korrekt eingewintert.

    Des Weiteren hast Du Kunststoff Beuten, in Holzbeuten hätten die wahrscheinlich nicht überlebt.

    Der Pessimist ist ein Optimist, der aus seinen Erfahrungen gelernt hat.

  • Ein wenig differenzieren muss man schon und die praktischen "Umstände" sind halt einflussreich. Junge Königinnen brüten hier (!) bis Okt., vielleicht sogar länger. Spät umgeweiselte (hab' hier ein Volk, das per Ende August eine neue Kö' erzeugt hat, die noch begattet wurde) brüten aus gutem Grund länger. Andere sind sehr zurückhaltend - gerade noch eine BW - oder haben das Brüten schon eingestellt.


    Wenn ich die alle nach "Schema F" beurteile und zusammen werfe, weil zuviel Brut drin ist o.ä. hätte ich ggf. im FJ das Nachsehen. Das schaue ich mir lieber an und kann im März immer noch handeln.


    Es ging ja um die Beurteilung von Völkern und da ist m.E. die Vorgeschichte auch wichtig. Darum notiere ich die Eingriffe und die jew. Situation. Spätestens nach 4 Völkern weiß ich nicht mehr, was wo war.

  • Darf ich einfach nochmal an die Eingangsfrage erinnern.

    Es ging darum wann man eine Entscheidung treffen kann/muss ob ein Volk eingewintert wird oder nicht:

    Ich höre verschiedene Meinungen was den Zeitpunkt einer Beurteilung ob ein Volk eingewintert wird oder nicht.

    Einfach spannend wie sich eine einfach zu beantwortende Frage zu einem 2 seitigen Ideenprogramm mit ganzjähriger Beurteilung und Umweislung entwickelt. Es war doch in den ersten 3 Antworten bereits alles gesagt, da ist es kein Wunder wenn am Ende keiner mehr durchblickt weil die Hälfte eine Antwort gibt die gar nicht gefragt war.

    Wär ich jetzt Anfänger und müsste mich da durcharbeiten käme die Kapitulation.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Nein das ist falsch. Es wurde nach einer Beurteilung gefragt. Die kann sich durchaus über die ganze Saison hinziehen. Selbst die Entscheidung ist nicht unbedingt auf 2 Wochen festgelegt. Bei einigen Völkern ist schon im Juli die Entscheidung gefallen. Das steht dann auf der Stockkarte oder wird sofort umgesetzt.

    Wenn es bei dir so starr ist, muss das nicht bei allen so sein. Da darf man auch anderer Meinung sein.

    Wem es zu verwirrend ist, der hätte ja nach deiner durchaus präzisen Antwort auhören können zu lesen. Rezept und fertig.