Kann man kurz nach dem Umweiseln auffüttern?

  • Habe gerade einen komplizierten Fall. Älterer Herr hat von mir im August eine Kö bekommen, die wurde aber nicht angenommen. Dann haben wir vorübergehend die alte nach 9 Tagen und Brechen der Weiselzellen wieder eingesetzt. Die alte Kö war dann auch weg, nur neue Weiselzellen (vorletzte Augustwoche). Die hat er gebrochen. Ich habe dann gesagt, wir warten bis September, um eine neue einzusetzen. Jetzt habe ich vorsichtig nachgefragt, was er sich überlegt hat. Er hat jetzt Ameisensäure drin stehen und nur 5kg nach der "Honigernte" aufgefüttert. Natürlich hätte er bei Brutfreiheit sprühen können, aber er hat nicht gefragt und meiner Meinung nach alles zu spät getimt. (Er hatte ja schon mal Bienen, ich dachte, er wüßte ertwas mehr.) Also, er muß jetzt noch auffüttern (Ameisensäure ist fast alle) und muß noch die neue Königin bekommen. Aber seit mindesten 3 Wochen hat er keine Brut mehr. Ich habe jetzt Angst, daß sein Volk mit der Winterbienenaufzucht ins Hintertreffen kommt. Aber Auffüttern ist auch nötig. Im August hatten die allerdings gut Futter, er hat nur nichts geerntet, weil in der Honigzarge nichts war. Ich würde ihm die neue Königin mit der kompletten Bienenmasse der zugehörigen Miniplus auf zwei Zargen geben, und zwar über Völkervereinigung mit Zeitung aufsetzen. In welcher Reihenfolge würdet Ihr vorgehen? Umweiseln und Auffüttern oder lieber noch mal Brutwabe reinhängen zur Vermeidung von Drohnenbrütigkeit und Auffüttern und dann Königin einsetzen? Ich werde ihm erst mal auftragen, die Futterwaben zu prüfen und zu zählen.

  • Moin,

    ich würde erst die Kö reinbringen, dann ist das Volk zumindest nicht mehr Weisellos und macht keinen Unfug Richtung Drohnenbrütigkeit.

    Dann kannst du immer noch auffüttern.

    Außerdem gehe ich davon aus, dass im Mini auch Futter drin ist, sprich die haben dann etwas mehr Reserve.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Das Mini ist gut gefüttert, aber ich bekam gestern die Antwort, daß das Futter in der Beute fast verbraucht wäre und er jetzt Zuckerwasser reingestellt hat. Ich hoffe, er hat morgen Zeit und wir können das Ding in Ordnung bringen. Er wollte auch schon kopflos die anderen möglichen Säuren zum Sprühen kaufen, weil er nicht kapiert hat, was ich ihm per sms sagen wollte.

  • Ich hoffe, er hat morgen Zeit und wir können das Ding in Ordnung bringen. Er wollte auch schon kopflos die anderen möglichen Säuren zum Sprühen kaufen,

    "Bemüht" ist eben vergleichbar mit "gut gemeint" und nicht gut gemacht... Schade, dass da immer öfter Bienen drunter leiden müssen! Und ja auch Hunde, Katzen , Reptilien usw... Aber es sind ja "NUR INSEKTEN"! Leider inzwischen Mode wie vor Jahren mal Labradore, Möpse, Dalmatiner...


    Werde zunehmend nervöser, wenn auf einer Veranstaltung der Satz mit "Ich will auch Bienen halten... " anfängt. Auch ich habe mal angefangen, ja.

  • "Bemüht" ist eben vergleichbar mit "gut gemeint" und nicht gut gemacht... Schade, dass da immer öfter Bienen drunter leiden müssen! Und ja auch Hunde, Katzen , Reptilien usw... Aber es sind ja "NUR INSEKTEN"! Leider inzwischen Mode wie vor Jahren mal Labradore, Möpse, Dalmatiner...

    Hast du da deinen Bienen auch regelmäßig Plastikblumen zum Spielen reingeworfen und legst in den Beuten einen Kunstrasen aus, damit sie nicht auf dem harten Holz laufen müssen, so wie ich das mache?

    Meiner Meinung nach spricht nichts dagegen, dass heute mehr Leute Bienen halten möchten, solange sie irgendwann bei zu vielen "Fehlern" einsehen und sie wieder in vertrauensvolle Hände weitergeben, anstatt jede einzelne Biene an ner Autobahnraststätte an ne Straßenlaterne binden. ;)

  • Er hat offenbar schon vorher Bienen gehabt und ist sonst ganz lieb (irgendwas um die 80), aber die Bienen hat er bisher nicht wirklich verstanden. Zudem ist er letztes Jahr in die Hände einer "alternativ" arbeitenden Imkerin geraten, die meint, Honigernte sei nicht wichtig und man müsse nachforschen, was die Bienen wirklich mögen. (Gegen Varroa wird nicht offen sondern nur heimlich behandelt und 250g Honig kosten 4€.) Über den Winter hat er seine Bienen verloren und im Frühjahr 2 neue Völker gekauft. Mal sehen, ob ich ihm helfen kann, im nächsten Frühjahr noch zwei Völker zu haben. Erst mal bin ich geduldig. Mal sehen, ob ich es durchhalte.

  • Man kann da wenigstens nicht sagen, dass es immer die "Jung"-, "Neu-" oder sonstwie "Anfänger"imker sind die Fehler machen, wenn er schon Mal Bienen hatte, wenns heißt "Ich will auch mal ...".


    Ich nehme für 250 g Honig auch 3 Euro und bekomme gesagt, dass das noch zu günstig sei.


    Aber in dem Alter hat man teils noch andere Ansichten wir Jungspunde (bei mir im Umkreis meist eher die unter 60jährigen - ich bin noch keine 40, was heißt, dass ich gerade dabei bin, stubenrein zu werden ;) ). Was wir heute als Richtig oder Falsch ansehen, kann vor 30 oder 40 Jahren noch gängige Praxis gewesen sein.

  • Er hat offenbar schon vorher Bienen gehabt und ist sonst ganz lieb (irgendwas um die 80), aber die Bienen hat er bisher nicht wirklich verstanden. [...] Mal sehen, ob ich ihm helfen kann, im nächsten Frühjahr noch zwei Völker zu haben. Erst mal bin ich geduldig. Mal sehen, ob ich es durchhalte.

    Da wirklich gut , dass Du ihm - und damit natürlich auch den Bienen hilfst... Das meinte ich, viel zu viele Völker gehen unter, weil sie still sterben. Unf die Zahl der Anzeigen: Komplette Imkereiausrüstung zu verkaufen steigt stetig, eigentlich aber immer OHNE Völker.

  • Habe meine Miniplus wieder mit nach Hause genommen. Habe gestern gefunden, daß er eine Königin haben muß, er hatte unten kleine Brutnester auf 2 Waben. Daß da nicht mehr war, deutet auf eine Nachschaffungskönigin hin. Es gab offene und verdeckelte Brut. Ich bin bisher noch nicht ganz dahinter gekommen, wann das genau passiert sein kann, es paßt rechnerisch alles nicht so richtig. Wir haben am 26. Juli die neue Königin eingesetzt. Am 6. August hatte er viele Weiselzellen und die Königin war nicht auffindbar. Er hat die Zellen gebrochen, ich habe am 7. August noch mal durchgesehen und eine weitere gefunden und gebrochen. Ich habe dann gleich die alte Königin, die ich in das Apidea der ursprünglichen Zuchtkönigin getan hatte, mit Apidea über Zeitung eingesetzt. Am 19. August hat er wieder Weiselzellen gemeldet und gebrochen. Ich nehme aber an, er hat nicht dran gedacht, das Apidea prüfen, und ich weiß auch nicht, wo die 4 Weiselzellen auf den Waben noch hergekommen sein sollen. Die alte erst mal noch zum Legen gezwungen, bevor sie ins Nirwana geschickt wurde? Wenn aber vielleicht am 20. August eine Königin geschlüpft ist, können davon noch keine verdeckelten Arbeiterinnenzellen in der Beute sein, oder doch? Ich hatte beide Königinnen gezeichnet, eine mit blauem Punkt habe ich nicht gefunden.

    Ich hoffe mal, die schaffen jetzt noch genug Winterbienen. Bienenmasse sah aber gar nicht schlecht aus. Waren kaum noch leere Waben ohne Futter da, habe die zwei leeren rechts und links neben das Brutnest gehängt und eine noch drüber und gesagt, er soll erst mal nicht mehr füttern aber jede Woche prüfen. Varroa war okay, es kam fast nichts mehr runter (im Gegensatz! zu seiner zweiten Beute). Aber die Milben erkennt er leider nicht, habe ich gestern feststellen müssen.