Wo (Oberbayern) überwinterte Königinnen für 2021 bestellen?

  • Servus!


    Ich werde nächstes Jahr mit der Imkerei beginnen. Hierfür wurden mir 2 Wirtschaftsvölker für nächstes Frühjahr zugesagt. Es handelt sich um Carnica-Bienen, wobei der Begriff "Landrasse" wohl eher zutrifft. Aus unzähligen Büchern, Videos, usw. habe ich den Hinweis mitgenommen, dass Königinnen mit einer vernünftigen Genetik auch oder gerade einem Anfänger vieles erleichtern. Aus diesem Grund möchte ich die Wirtschaftsvölker gerne sobald als möglich im nächsten Jahr durch begattete, überwinterte Königinnen eines Züchters ersetzen. Die Rasse (Carnica/Buckfast) ist mir eigentlich unwichtig.


    Wer kennt und kann Züchter im Alpenvorland/Oberbayern empfehlen bei denen man überwinterte Königinnen bestellen kann. Grundsätzlich würde ich gerne aus der Region kaufen.


    Vielen Dank für Eure Hilfe!


    VG

    Markus

  • Hallo, wenn die Völker im März kommen. Würde ich mich persönlich noch bis Mitte Mai gedulden, dann gibt es frische Königinnen. Das Problem wird für dich sein die Völker im Frühjahr umzuweiseln. Ich würde es persönlich zum Spätsommer über Teilen und Behandeln machen, dann gibt es auch massenhaft Königinnen. Zwischendurch kannst du ja auch einen oder zwei Ableger mit gekaufter Königin erstellen. Du kannst dich natürlich schon zeitig um die neuen Königinnen kümmern, dann hast du die auch dann im Sommer, wenn du sie brauchst.

    Finde es aber richtig, dass du auch gute Königinnen setzt.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Hallo Markus,


    überwinterte Königinnen sind teuer und ob das Einweiseln immer klappt, ist die Frage. Daher eine andere Überlegung: Die Völker erstmal so nehmen und dann, wenn frische Königinnen verfügbar sind, Ableger mit den frischen Königinnen bilden. Dann hast Du Zeit, die alten Damen zu prüfen. Wenn sie gefallen: Alles o.k. Wenn nicht: Totale Brutentnahme nach der Tracht und dann junge Königinnen zusetzen. Dann hast Du die vielleicht nicht so tollen Königinnen über 4 relevante Monate. Das lässt sich auch mit Stechern aushalten, wenn es perspektivisch besser wird.


    Viele Grüße


    Carsten

  • Außerdem kannst du die Zeit nutzen und dich mal in deiner Umgebung umsehen nach einem Lieferanten. Ist es ein guter, dann empfängt er dich auch „nur zum Schauen“ und du kannst sie dann immer wieder dort holen. Du wirst ja künftig alle 2 Jahre welche benötigen...

    Und abholen ist immer besser als sie per Post zu bekommen!

    VG Rudi

  • Du hast die Völker ja noch nicht, warte erst einmal ab was du für Völker bekommst, es gibt auch gute Landrasse Völker.

    Züchter findest du in Bayern ja unter jedem Stein, was sagt dein Verein denn? Wer wird da empfohlen? Hol dir da drei Zellen im Mai und mach mit den Ableger (1 Wabe Brut, 1 Wabe Futter, 1 MW, 500g Bienen + Schlupfreife Zelle mit Zellschutz).

  • Meine Empfehlung wäre auch, mit den Völkern so wie du sie bekommst anzufangen.
    Falls dir die Eigenschaften nicht zusagen, kannst du immer noch im Verlauf der Saison umweisen, wenn neue Königinnen leichter zu bekommen sind.


    Eine weitere Empfehlung meinerseits: Eine (ungefähre) Ortsangabe im Profil, macht für solche Fragen die Antwortmöglichkeiten besser. Für Oberbayern ist es doch ein gewaltiger Unterscheid, wo du dort bist. Vielleicht könnte man dir ja auch einen schwäbischen, niederbayrischen, östereichischen... Kollegen empfehlen, wenn es näher ist als die anderen Ecken von Oberbayern oder auch des Alpenvorlandes (GAP bis BGL ist auch nicht so toll zu fahren). Um den Dialekt wird es ja nicht gehen, sondern um die Fahrtstrecke ;)

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Aus unzähligen Büchern, Videos, usw. habe ich den Hinweis mitgenommen, dass Königinnen mit einer vernünftigen Genetik auch oder gerade einem Anfänger vieles erleichtern.

    Schreiben kann man viel. Für den normalen Bienenhalter ist es natürlich klasse wenn die Bienen nicht schwärmen und wenig Arbeit machen, lernen kannst damit aber eher weniger. Solange sie ruhig und sanftmütig sind, kannst damit am besten lernen und siehst wie Bienen ticken. Erst dann lohnt es sich nach vielleicht besseren Bienen zu suchen, zumal du das ja gar nicht beurteilen kannst ob sie gut oder weniger gut sind, das schaffen manche noch nicht mal nach 30 Jahren ;)

    Hättest du geschrieben du willst 100 Völker kaufen und benötigst dafür neue Königinnen, dann würde ich es verstehen.


    Fang also klein an, dann machst deine ersten Ableger und kannst dann dafür Königinnen suchen um entweder mit begatteten oder unbegatteten direkt durchzustarten. Dann hast auch im nächsten Jahr eine Vergleichsmöglichkeit zu deinen vorhandenen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Hi Maggal,

    ich habe dieses Jahr so ähnlich angefangen und drei Völker von Vereinskollegen übernommen. Zwei mit ordentlich vermehrten Königinnen, ein F234-Landrassenvolk. Alle drei waren friedlich und man konnte gut damit arbeiten. Das Landrassenvolk ist allerdings zur Frühtracht nicht aus dem Quark gekommen und eines der anderen Völker war auch eher so mittelmäßig. Diese beiden werde ich versuchen, nächste Woche mit begatteten Königinnen umzuweiseln. Bestellt schon im Frühjahr aber der Vermehrer war so nett, mit dem Versand bis jetzt zu warten.

    Der langen Rede kurzer Sinn: das oben gesagte kann ich voll unterstreichen. Gerade zu Beginn war mir ein früheres Umweiseln neben allem anderen Neuen dann doch zu komplex. Das sieht mit etwas Erfahrung sicher anders aus, aber die ersten Handgriffe lernst du gut auch mit einem Landrassenvolk - wenn es ok ist.

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • Zunächst möchte ich mich bei Euch allen für Eure Antworten bedanken! Die haben mich definitiv zum Nachdenken/Umdenken gebracht!

    Der langen Rede kurzer Sinn: das oben gesagte kann ich voll unterstreichen. Gerade zu Beginn war mir ein früheres Umweiseln neben allem anderen Neuen dann doch zu komplex. Das sieht mit etwas Erfahrung sicher anders aus, aber die ersten Handgriffe lernst du gut auch mit einem Landrassenvolk - wenn es ok ist.

    Dann schau ich mir die Völker erst einmal an. Sie wurden aber per Ableger mit Nachschaffungszellen gebildet und das ist meines Wissens nach schon mal keine optimale Voraussetzung. Die beiden Kollegen von denen ich die Völker bekomme hatten heuer auch etliche Schwärme, d.h. schwarmträge scheinen die Völker auch nicht gerade zu sein. Aber wie gesagt: ich schau mir das Ganze mal an, werd mich aber im nächsten Jahr frühzeitig um Ersatz kümmern, damit ich dann im Spätsommer nicht blank da stehe!


    Schreiben kann man viel. Für den normalen Bienenhalter ist es natürlich klasse wenn die Bienen nicht schwärmen und wenig Arbeit machen, lernen kannst damit aber eher weniger.

    Gerade in diesen verrückten Zeiten ist das Geschriebene oft die einzige Möglichkeit sich auf das Thema vorzubereiten. Ich bin schon der Meinung, dass man aus guten Büchern eine Menge mitnehmen kann. Das Forum hier funktioniert ja auch so. Und wenn ich mir durch vernünftige Königinnen das Leben leichter machen kann, verzichte ich gerne auf den Lerneffekt, den weniger gute Völker bringen. Die Schwärme werden so oder so kommen :).


    VG

    Markus

  • Ableger mit Nachschaffungszellen geben nicht unbedingt schlechte Königinnen - sind aber natürlich nicht das Optimum der Königinnenvermehrung.

    Dieses Jahr war zumindest in unserer Gegend ziemlich schwarmfördernd. Wenn sie also nicht das absolute Reisegen bekommen haben, kann es nächstes Jahr trotz dieser Herkunft nicht mehr so schlimm sein.

    Im ersten Jahr mit eigenen Bienen den größeren Schwarmtrieb klar sehen zu können und dann entsprechend zu handeln, finde ich jetzt zum Lernen trotzdem angenehmer als eine schwarmträge Linie, de dann ganz unerwartet doch irgendwo Zellen "versteckt", sich bis zur Abreise unauffällig verhält. Sonst ist es damit natürlich einfacher zu arbeiten und deshalb hole ich immer wieder Königinnen vom Züchter dazu. Bei meinen Standbegattungen wird die Vermehrungsfreude mit jeder Generation größer. Muss wohl ein Kollege im Flugkreis andere Ansprüche an seine Völker haben.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Für die neuen Königinnen empfehle ich dir den Imkermarkt oder die Inserate von z.B. Biene und Natur im Auge zu behalten. Dort findest du Züchter und Vermehrer, die dann zur Saison Königinnen verkaufen. Suchst du dir einen in der Gegend aus, wo du auch hinfahren kannst zum Abholen und nimmst frühzeitig Kontakt auf. Zwischen Alpen des Oberlandes und Großraum München kannst du da zwischen mehreren erfahrenen Buckfast- und Carnica-Verkäufern wählen, die dir dann anständige (an ihren Ständen begattete) Königinnen anbieten können. Da ich deren Königinnen nicht persönlich habe, will ich nach Hörensagen über Kollegen hier öffentlich dazu keine Empfehlung geben. Wichtig ist bei guten Leuten sicher, dass du frühzeitig bestellst und einen Lieferzeitraum vereinbarst, damit ihr beide planen könnt.

    In der Natur gibt es weder Belohnungen noch Strafen. Es gibt Folgen.
    (Robert Green Ingersoll)

  • Ich selbst habe nach einigen Jahren heuer drei meiner Völker umgeweiselt, vom Züchter gekaufte Königinnen.

    Ein Volk habe ich gelassen, mit einer Nachschaffung von 2020.

    Das läuft quasi als Vergleichsvolk. - Schon jetzt kann ich Unterschiede feststellen !

    Gelehrt haben mich meine Wald- und Wiesenmischungs-Völker in den vergangenen Jahren sehr viel, da gebe ich Mc Fly Recht.

    Eines hatte sich zum Gartenwächter ernannt, da kam man sehr schlecht dran vorbei, geschweige denn bearbeiten....8o