Schlimmer Varroabefall. Perizinresistenz?

  • Hallo Leuts!
    Habe gestern auch meine Völker durchgearbeitet.
    Dabei habe ich auch die Drohnenwaben entnommen und mal ein bischen kontrolliert.


    Das Ergebnis hat mich schon besorgt.
    Bei den beiden Völkern die ich ausschließlich mit Perizin behandelt hatte sah es KATASTROPHAL aus!! Teilweise waren die Drohnenmaden schon von den Milben abgestochen.
    Die mit Ameisensäure behandelten Völker sahen sehr viel besser aus, da konnte ich keine einzige Milbe ausmachen.
    Ich hatte hier schon im Verein Gerüchte von Perizinresistenz gehört, hab ich aber irgendwie nie ganz so für voll genommen. Das würde natürlich einiges erklären.


    Ich werde diese Völker jetzt noch mal mit Perizin und anschließend mit AS oder Oxalsäure behandeln. Mal sehen was passiert.


    Also Obacht geben!



    Gruß und gute Ernte wünscht


    Andreas

  • Hallo Obstbrenner !


    Bitte jetzt nicht einfach drauflosbehandeln ! Ein großteil der Varroa Milben sitzt in der Brut und Du kannst sie mit Perizien oder Oxalsäure nicht erreichen (geht nur im brutfreien Stadium). Setzt Du nun AS ein könntest Du anschließend keinen Honig mehr ernten, da die Gefahr der Übersäuerung besteht. Mir fallen auf Anhieb nur zwei alternativen ein:


    1. Bannwabenverfahren (bin ich kein Spezialist und kann Dir nur wenig dazu sagen, bin aber sichér das dda andere hier versierter sind)


    2. Bildung von Kunstschwärmen aus deinen Völkern, welche Du dann in der Dunkelhaft mit Perizien oder Oxalsäure (z.B. Bienenwohl) behandeln könntest.


    Viele Grüße aus der Nachbarschaft


    Frank


    www.imkerei-osterloh.de

  • Jetzt eine Perizinbehandlung durchzuführen ist Unsinn und geradezu kontraproduktiv, denn Perizin wirkt bekanntlich nur im brutfreien Volk! Ebenso Oxalsäure als aufgeträufelte Lösung. AS kann helfen, setzt aber entsprechende Verdunstungsraten und Temperaturen voraus.


    Jetzt mit Perizin zu arbeiten trägt zur Resistenzbildung insofern bei als durch den eingetragenen Honig ein Verdünnungseffekt auftreten kann. Bei dem großen Angebot an Nektar, daß die Natur zur Zeit bietet... Außerdem ist es äußerst bedenklich und unzulässig, in der Trachtzeit eine Varroabehandlung durchzuführen. Das wäre höchstens zu verantworten, wenn die Völker aus der Honigproduktion herausgenommen würden.


    Ich würde empfehlen, alles an verdeckelter Brut und ausreichend Bienen herauszunehmen und einen Ableger zu erstellen. Ableger an einen anderen Stand bringen, gut füttern und Brut auslaufen lassen. Dann den Ableger meinetwegen mit Perizin behandeln.

  • Hallo! Habe meinen Schwarm von Ende April ca. eine Woche nach dem Einschlagen in die Beute mit Bienenwohl behandelt. So steht es jedenfalls auf der entsprechenden Website. Wenn die Mädels sich so weiterentwickeln wie bisher brauchen sie bald einen Honigraum. Gibt es da Wartezeiten? Oder kann ich denen bald einen Honigraum verpassen?
    Markus


  • Hallo Andreas,


    die Kunstschwarm-Bildung, die Frank empfiehlt, hat den Vorteil, dass die Varroen auch bei Tracht wie jetzt im Mai ohne Wachs- und Honig-Belastung sehr wirksam bekämpft werden können (zB. Träufelmethode mit Oxalsäure-Lösung bzw. Bienenwohl; auch Perizin ist möglich, falls deine Varroen noch nicht resistent sind).


    Noch einfacher ist die hier im Forum bereits beschriebene Bildung eines "offenen" Kunstschwarms, zu dem weder ein Kunstschwarm-Kasten noch ein Keller gebraucht wird.


    Die Mittelwände werden schneller ausgebaut mit Fütterung (1:1), auch bei Tracht, die evtl. noch genutzt werden kann (dann natürlich mit Honiglösung 1:1).
    Nach einigen Tagen kann man auch die Honigwaben wieder zurückgeben.


    Die Volksstärke bleibt erhalten, wenn mit den Brutwaben ein Zwischen(boden)-Ableger gebildet wird, der mit Ameisensäure behandelt werden kann.

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


    ____________________


    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)

  • Hallo Leute!


    Zu den beiden "Perizin-"Völkern:
    Das Thema Honig hat sich für diese beiden Völker erledigt!
    Ich warte jetzt noch die nächsten Regentage ab, dann kommt der Honigraum runter. Die nicht verdeckelten Honigwaben werden abgefegt und anderen Völkern zugehängt.
    Was dann noch im Volk an Honig vorhanden ist, gehört halt den Bienen.


    Ich hatte eigentlich vor, trotz noch vorhandener Brut als Sofortmaßnahme einmal mit Perizin zu behandeln, allein schon um zu sehen, was da so runterkommt. Dann wollte ich noch einmal mit AS nachbehandeln um zu sehen, ob sich mein Verdacht mit der Resistenz bestätigt.


    So schlimm wie das aussieht, kann ich die Bienen wegen Reinvasion ja gar nicht nach Hause holen!!


    Nur zur Info: Mit brutfreier Behandlung ganz nach "Vorschrift" habe ich bei denen ja gemacht!!!! (Halt nur mit Perizin) Und bei dem strengen Winter den wir hatten glaube ich nicht, das die Völker durchgebrütet haben.


    Ich berichte auf alle Fälle über das Ergebnis!


    Varroafreie Völker wünscht



    Andreas