Wie sieht der optimale Schleuderraum aus?

  • Die letzten zwei Jahre habe ich mit 3 bzw. 4 Wirtschaftsvölkern noch in der Küche mit der Handkurbel geschleudert.

    Ab dem nächsten Jahr werden es bis zu 12 Völker und dann wahrscheinlich in absehbarer Zeit um die 25 Völker werden.


    Direkt am Haus angebaut hab ich eine Scheune mit ca. 500m² zur Verfügung.

    Wasser, Abwasser und Strom sowie ein riesiges Einfahrtstor sind vorhanden.

    Wie sieht der optimale Schleuderraum für 25 Völker aus wenn man quasi unbegrenzten Platz hat?


    Zweite Frage: Hat einer von euch einen Schleuderraum der auch an andere Imker vermietet wird?

    Lohnt es sich ggf. den Raum inkl. Technik etwas größer anzulegen und dann tageweise zu vermieten?

  • Hei OnkelHugo,


    ich würde sagen, einen "optimalen" Schleuderraum im klassischen Sinn gibt es nicht. Es kommt auf die Platzverältnisse an und in welche Richtung es sich bei dir gehen soll.

    Da du das hier schon beschrieben hast, wie du dich Völkermäßig weiterentwickeln möchtest und was du für einen Platz hast, kann ich dir empfehlen, einen Teil der Scheune abzutrennen, wenn dies möglich ist, Wand und Boden zu ebnen und zu verfliesen oder nen PVC-Boden verlegen (lässt sich später besser reinigen und dabei überlegen, ob es die Handschleuder weiter tun soll oder sich ggfs. auch eine größere Schleuder anzuschaffen lohnt.

    Bei uns gibt es zum Beispiel auch Scheunen, in denen ehemals Pferde untergebracht waren - entsprechend mit Pferdeboxen. Hier könntest du eventuell zwei Boxen vereinen und entsprechend meinem oben genannten Vorschlag ändern.

  • Wichtig wäre mir, dass man den Schleuderraum und eventuelle Nebenräume Abdunkeln, Heizen, eventuell Belüften und auf jeden Fall Bienen- und Wespensicher machen kann. Wenn Du hier nicht aufpasst, hast dann die Scheune voll! Ansonsten schließe ich mich Sloveig an.

  • Abtrennen und Fliesen ist möglich und wird auch gemacht. Eine 8 Waben Automatikschleuder ist auch schon eingeplant.

    Die Frage ist eher wie groß der abzutrennende Bereich sein sollte.

    Welche Größe macht Arbeitstechnisch und im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit sind?

    Ich suche also im Grunde nach einem guten Preis-Leistungsverhältnis.

  • Also, ausgehend von dem benötigten Material zum Schleudern (Schleuder, Entdeckelungstisch, Abstelltisch - klein geht auch - für Arbeitsmaterial drumherum, die Honigräume die untergebracht werden müssen), würde ich von wenigstens 20 m² Grundfläche ausgehen, wenn es ein rechteckiger oder quadratischer Raum ohne irgendwelche Einengungen ist.

    Man muss sich ja auch entweder allein oder wenigstens mit zwei bis drei Personen (bei deinem Vorhaben, dass eventuell andere Imker bei dir auch schleudern können) bewegen können und dabei trotzdem alles so unterbringen können, dass man dran arbeiten kann - beim Entdeckelungstisch ggfs von zwei Seiten - und nicht ständig über alles hinwegsteigen muss.


    Und das setzt voraus, dass es nur zum Entdeckeln und Schleudern dienen soll. Bei mehr Arbeitsgerätschaften in diesem Raum, mit denen man darin arbeiten soll/kann, entsprechend größer.

  • Wenn der Bekannte mit der größter Wohnzimmer-Essplatz-Kombi neidisch wird und Du das Gefühl hast, Du könntest drinnen mit einem Bergbaubagger wenden, dann liegst Du richtig.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Wenn du so einen tollen Schleuderraum mit viel Platz und ein paar Jahre Übung mit den 25 Völkern hast, könnte ich mir vorstellen, dass du Lust auf mehr Völker bekommst.
    Wie aufwändig wäre es dann eine Wand raus zu nehmen um den Raum zu vergrößern und wie aufwändig wäre es jetzt gleich ordentlich Reserve einzubauen?

    Imker seit Februar 2020
    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Wenn du so einen tollen Schleuderraum mit viel Platz und ein paar Jahre Übung mit den 25 Völkern hast, könnte ich mir vorstellen, dass du Lust auf mehr Völker bekommst.
    Wie aufwändig wäre es dann eine Wand raus zu nehmen um den Raum zu vergrößern und wie aufwändig wäre es jetzt gleich ordentlich Reserve einzubauen?

    Wie gesagt...Platz ist nicht das Problem. Lieber jetzt ein paar m² mehr als später nochmal anbauen zu müssen.

  • Würde folgender Vorschlag für dich in Betracht kommen?

    40 m² rechteckiger Raum und ca. nach den ersten 25 m² einen verstellbaren Raumteiler. Den hinteren Abschnitt kann man dann als Beuten- und Materiallager verwenden. Wenn du dann noch mehr Platz brauchst, einfach Raumteiler wegnehmen.

    Den meisten Platz benötigt man eh entweder ab Ende April / Anfang Mai entweder fürs Schleuder und die anderen Arbeiten oder ab Mitte/Ende September als Beuten- und Ausrüstungslager. Entsprechend kannst du dann den Platz jederzeit nach Bedarf vergrößern oder verkleinern. Vorausgesetzt, der gesamte Raum ist dann in sich von außen her Bienensicher.

  • Im Endeffekt kommt es darauf an, wie sehr Du Dir die Arbeit erleichtern willst. Soll der Rücken geschont werden (wovon ich bei genügend Platz ausgehe), dann solltest Du Platz für Deine Gerätschaften plus rundum 50 cm mindestens einplanen. Dann Fahrwege und Stellplätze für Paletten und Hubwagen plus Wendemöglichkeit dafür vorsehen. Genug Raumhöhe ist wichtig. Wenn der Materialumschlag mehr wird, dann musst Du Dich rühren können. Ein Handstapler um ohne Bückorgien Paletten weg zu arbeiten oder wieder zu beladen. Scherenhubwagen sind eine tolle Sache für Honig durch Melitherm ohne immer auf der Leiter rum turnen zu müssen und die Abfüllkanne trotzdem auf der richtigen Höhe zum Abfüllen zu haben. Einen weiteren um die Gläser nach dem Abfüllen bis zum Etikettieren aufzustapeln. An und neben der Imkerei/ Schleuder sollte mindestens Platz für 6-10 Paletten sein. Volle Honigzargen, geschleuderte Honigzargen, Honigfässer und -eimer, alles geht leichter mit genügend Platz drumherum.

    Je nach Deiner eigenen zeitlichen Situation, kannst Du Dir überlegen, ob Du tatsächlich vermieten willst, oder vielleicht eher schleudern usw. als Dienstleistung für kleine oder Imker mit begrenztem Zeitbudget anbietest.

    JaKi

    Erweitern ist kein Problem. Jetzt ist halt alles in einem Raum. Wird der zu knapp, dann baut man ein Lager für den Krimskrams an, dann die Wachsverarbeitung ........

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Hallo liebe ImkerInnen, wir sind ebenfalls dabei, unsere kleine Hobby-Imkerei etwas zu erweitern. Im kommenden Jahr haben wir nach 8 Wirtschaftsvölkern dieses Jahr, (hoffentlich) 14 Wirtschaftsvölker, es soll dann in den Folgejahren Stück für Stück auf bis 70 aufgestockt werden, soweit der Plan.


    Nun gab es dieses Jahr ca. 250 Kilo Honig zu ernten, im kommenden Jahr rechne ich dank Betriebsweisen-Umstellung (anderes Thema) auf einräumige Segeberger DNM 1,5 BR mit DNM Halbzargern HR, wenn es gut läuft, mit 700 Kilo Honigertrag. Im Moment sind wir noch mit der 4-Waben-Handkurbel-Schleuer mit Doppelsieb(en) hingekommen :/, aber kommendes Jahr stelle ich mir etwa 1000 zu entdeckelnde und zu schleudernde Rähmchen vor, was mit manuellem Hin- und Her-Wenden usw. allmählich zu aufwendig wird und spätestens 2022 wahrscheinlich gar nicht mehr zu packen.


    Aus der Schleuder fließt der entdeckelungsgegabelte Honig bislang durchs Doppelsieb in 40 Kg Eimer, wird dann nochmals durch ein beheiztes Spitzsieb in weitere Eimer umgeschüttet, dann manuell je nach Sorte über Tage oder Wochen gerührt, wenn er soweit ist in einen 50 Liter Abfülleimer gegeben und dann über Plastik-Quetschhahn in die Gläser gefüllt.


    Wir haben uns dieses Jahr einen Hubtisch angeschafft, was den Rücken deutlich entlastet hat.


    Nun soll ein Bienen-Raum her und es sollen sinnvoll und finanzierbar Stück für Stück, Gerätschaften angeschafft werden, so dass das ganze in ein paar Jahren mit 3-5 Tonnen Honigverarbeitung funktionieren kann.


    Der Raum ist Teil eines ehemaligen Stallgebäudes mit festem Mauerwerk, den von alten Trögen, Ablaufrinnen und Gängen durchzogenen Betonboden stemme ich gerade aus . Als Raumgröße sind ca. 3,5m x 8m geplant.


    Bisher gehen die Überlegungen gerätetechnisch zunächst Richtung einer programmierbaren Selbstwendeschleuder (4 oder 6 Waben DNM 1.0 bzw. 8 oder 12 Halbrähmchen) und ein weiteres Entdeckelungsgeschirr, damit eine weitere Person entdeckeln kann, die "Eimer-Hubwagen-Taktik" kann ggf. noch für das Jahr 2021 beibehalten werden, aber in welchen Schritten geht es danach 2022 weiter?


    Entdeckelungsgeschirr - Honigschleuder - Sumpf - Honigpumpe - großer Behälter zum Abschäumen und rühren - Spitzsieb - Abfüller? Bin mir da unsicher mit der Technik und den Abläufen, da mir die Erfahrung mit der Verarbeitung größerer Mengen noch fehlt. Die Anschaffungen Melitherm und Deckelwachsschmelzer (jetzt erstmal sekundär) würden auch noch ggf. anstehen, aber auch das müsste sinnvoll integriert werden, und ab wann lohnt sich das...?


    Über ein paar Ratschläge, Anregungen, Ideen diesbezüglich würde ich mich sehr freuen!


    Dank und schöne Grüße - Matthias

    Du lebst dann am intensivsten, wenn du etwas Neues tust.

  • Stylex Warum nicht gleich einen Entdeckelungstisch? Bei den angestrebten Mengen musst du den auch weniger häufig leeren und es können allein daran schon zwei Leute arbeiten zusätzlich zum Platz um bereits entdeckelte Waben einzuhängen während die Schleuder noch arbeitet. Das eine Geschirr das du scheinbar schon hast ist dann Reserve falls mal ne dritte Person dazu kommt.

  • Stylex


    Hallo.


    Ich würde mindestens eine 6/12 Wabenschleuder empfehlen.

    Klärbecken wäre auch zu überlegen.

    Wenn du mit Messer und Entdeckelungstisch arbeitest, wird hier die Schleuder schnell die Bremse.

    Doppelsiebe! Kannst du je nach Sorte vergessen. Die sind so schnell zu.


    Gruß Udo