Nebenerwerbe für steuern sparen

  • Bei deiner Umsatzsteuerberechnung sind aber grobe Fehler enthalten.

    Dein Verhältnis beträgt ca. 100 : 98,7 (Nettobeträge) ab dem sich das Spielchen lohnen würde.

    Du musst also mehr als 98,7 Prozent der Einnahmen wieder investieren.

    Den Aufwand für die Buchhaltung musst du auch von den 1,3 Prozent bestreiten. Nicht vergessen.

    Dass du gepflegt Normalsätze und halbjährliche Sonderregelung durcheinanderwürfelst, lassen wir mal außen vor.

    Das musst du mir nicht glauben. Es ist ja nicht mein Geld, mit dem du da hantierst.

  • Ich nehme gerne Kritik oder Hinweise an, warum ich danebenliege.

    Kannst du mir das aber mal mit einem Rechenbeispiel erklären? Was übersehe ich?

  • Einnahme-Überschußrechnung und MwSt., also alle Einnahmen nachweisen, alle Ausgaben bezogen auf das Gewerbe nachweisen, Vorsteuerabzug, etc. und das alles bei Kleckertracht von einzelnen Honiggläsern. Dazu machen fast Alle, wie ich hier sehe Fehler und müßen Ende des Jahres noch einen nicht unerheblichen Betrag an einen Steuerberater zahlen. Da bleib ich doch lieber unter 30 Völker und der Teufel soll mich holen wenn ich mir mehr als 70 Völker antue. Und wenn ich es kaum schaffe mehr als 30 Völker ordentlich zu bewirtschaften fange ich bestimmt nicht an noch Kapriolen mit der MwSt. zu machen.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang, Liebling des Finanzamts

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Was übersehe ich?

    Bei der genauen Berechnung erhältst du 12 % der Nettoeinnahmen, wenn 100 % wieder investiert werden. Einnahmen mit 7% UST. Ausgaben 19 % UST. Genaue Belege notwendig.


    Bei der pauschalierten Berechnung erhälst du 10,7 %

    Das sind 1,3 Prozent Unterschied. Diese habe ich dann einfach mal von den 100 Prozent Netto- Einnahmen abgezogen um auf 98,7 Prozent zu kommen. Das ist mathematisch nicht vollkommen korrekt, aber die Richtung stimmt. Darum steht da auch ca. 98,7 %.

    Jetzt kann man sich nett darüber streiten, ob die 1,3 Prozent die Buchführung aufwiegen, oder nicht.


    Für meine Gewinn- und Verlustaussage bin ich einfach mal davon ausgegangen, dass die 1,3 Prozent wahrscheinlich nichtmal reichen werden.


    Geht man wie du, nur von einem Fünftel wieder investiertem Geld aus, sieht der Spaß noch erheblich schlechter aus.

  • Es stimmt allerdings, dass durch die Abschreibungen über mehrere Jahre die Summen der Gewinn- und Verlustrechnung nicht mit den Summen aus der Einnahmen/Ausgaben Berechnung übereinstimmen. Da die Bewertungen zur Gewinnerzielungsabsicht bei der Einkommensteuer aber über mehrere Jahre rückwirkend korrigiert werden können, holt dich das dann wahrscheinlich irgendwann wieder ein.

  • Es stimmt allerdings, dass durch die Abschreibungen über mehrere Jahre die Summen der Gewinn- und Verlustrechnung nicht mit den Summen aus der Einnahmen/Ausgaben Berechnung übereinstimmen. Da die Bewertungen zur Gewinnerzielungsabsicht bei der Einkommensteuer aber über mehrere Jahre rückwirkend korrigiert werden können, holt dich das dann wahrscheinlich irgendwann wieder ein.

    Jupp. Aber da mir das Finanzamt ja mit 31 Völkern unterstellt einen Gewinn zu erzielen, welchen ich ja sogar "ungesehen" in Form von 1000 € Versteuer, können dir mir nicht damit kommen ich hätte keine Gewinnerzielungsabsicht um mir meine USt Erstattung wieder streitig zu machen.

  • ... ich hätte keine Gewinnerzielungsabsicht um mir meine USt Erstattung wieder streitig zu machen.

    Für den Vorsteuerabzug ist keine Gewinnerzielungsabsicht erforderlich. Es könnte lediglich später eine Korrektur des Vorsteuerabzugs erforderlich sein, wenn du keine steuerbaren Umsätze erzielst.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Rene J. Technisch gesehen ist die USt. ein durchlaufender Posten, den am Ende der Endkunde eines Produkts zu zahlen hat. Also für dich als Imker die Gerätschaften die du brauchst. Für Handelsgüter und deine eigenen produzierten Güter ist es der Mehrwert als durchlaufender Posten den du leistest, den du für den Kunden im Auftrag des Finanzamtes an letzteres abführst (etwas vereinfacht ausgedrückt). Sie wird in der Regel auf deinen gewü Produktpreis draufgesattelt.


    Auf Gewinne zahlst du Einkommenssteuer und ggfs. später Gewerbesteuer. Aber dazu gibt es eine andere Berechnungsgrundlage.

  • Sorry, ich war nicht da.

    Wenn Du ein Gewerbe anmeldest, um Dir (bei einem absehbaren Verlustgeschäft) die Vorsteuer vom Finanzamt erstatten zu lassen, dann stuft das Finanzamt das nach einiger Zeit als Liebhaberei ein und wird die erstattete Vorsteuer zurück verlangen. Vorsteuer und Einkommensteuer sind zwei verschiedene Stiefel. Sprich mal mit Deinem Steuerberater, falls er wg. der Thematik erschrocken blickt, dann gehe parallel zu einer landwirtschaftlichen Buchstelle. Die sind in der Thematik drin.

    Viel Erfolg

    Peter

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Sorry, ich war nicht da.

    Wenn Du ein Gewerbe anmeldest, um Dir (bei einem absehbaren Verlustgeschäft) die Vorsteuer vom Finanzamt erstatten zu lassen, dann stuft das Finanzamt das nach einiger Zeit als Liebhaberei ein und wird die erstattete Vorsteuer zurück verlangen. Vorsteuer und Einkommensteuer sind zwei verschiedene Stiefel.

    In der Tat sind Umsatzsteuer und Einkommensteuer zwei Paar Stiefel: in der Einkommensteuer wird auf die Gewinnerzielungsabsicht abgestellt, in der Umsatzsteuer auf die Umsatzerzielungsabsicht (§ 2 Abs. 1 UStG) . D.h. man kann als als Imker mit seinen Verkäufen der Umsatzsteuer unterliegen, obwohl diese einkommensteuerrechtlich als s.g. Liebhaberei eingestuft worden ist. Hier auch ein Text der Datev dazu. Eine rückwirkende Streichung von Verlusten durch das Finanzamt ist nur möglich, wenn die entsprechenden Bescheide z.B. unter dem Vorbehalt der Nachprüfung erlassen wurden. Anfangsverluste werden vom Finanzamt akzepiert.

  • Sorry, ich war nicht da.

    Wenn Du ein Gewerbe anmeldest, um Dir (bei einem absehbaren Verlustgeschäft) die Vorsteuer vom Finanzamt erstatten zu lassen, dann stuft das Finanzamt das nach einiger Zeit als Liebhaberei ein und wird die erstattete Vorsteuer zurück verlangen. Vorsteuer und Einkommensteuer sind zwei verschiedene Stiefel.

    In der Tat sind Umsatzsteuer und Einkommensteuer zwei Paar Stiefel: in der Einkommensteuer wird auf die Gewinnerzielungsabsicht abgestellt, in der Umsatzsteuer auf die Umsatzerzielungsabsicht (§ 2 Abs. 1 UStG) . D.h. man kann als als Imker mit seinen Verkäufen der Umsatzsteuer unterliegen, obwohl diese einkommensteuerrechtlich als s.g. Liebhaberei eingestuft worden ist. Hier auch ein Text der Datev dazu. Eine rückwirkende Streichung von Verlusten durch das Finanzamt ist nur möglich, wenn die entsprechenden Bescheide z.B. unter dem Vorbehalt der Nachprüfung erlassen wurden. Anfangsverluste werden vom Finanzamt akzepiert.

    Genau, das hab ich geschrieben.

    Wenn es Hobby bleibt, dann werden aber niemals Gewinne erwirtschaftbar sein. Darum die Frage, wo das Engagement hin führen soll. Hobby oder mehr, dann ist klar wie man steuerlich vorgeht.

    Mal abgesehen davon, ist der Bescheid eigentlich immer vorläufig, das heißt, rückwirkend noch offen. Zumindest kenne ich es nicht anders.

    Grüße

    Peter

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.