Nebenerwerbe für steuern sparen

  • Danke für eure Erfolgswünsche!


    Wenn ich Met mache und das als Nebengewerbe anmelde, bin ich dann für die Imkerei aus der Pauschaleinkommenssteuer auch raus?


    Du musst halt wissen wo Du hin willst.

    Wenn es absehbar keine Lebensgrundlage werden soll, dann wirst Du erst mit dem Aufwand, dann mit dem Finanzamt keine Freude haben. Und das mit Recht.

    Darum kannst Du ja dann einen Mischsteuersatz von 10,7 % ausweisen und darfst dieses Geld auch behalten, im Gegenzug dann keine 19 % Vorsteuer zurück holen.

    Wenn es groß werden soll, dann wirst Du nach 4 Jahren eine große Steuerprüfung bekommen und wirst genau darlegen müssen, wie und wann Du in die Gewinnzone kommen willst. Bis dahin wird Dir das ziemlich sicher noch nicht gelungen sein. Kannst Du das dann auch für die Zukunft nicht glaubhaft machen, dann steht eine ordentliche Rückzahlung an, incl. (ich meine) 8% Zinsen.

    Von mir auch, viel Erfolg.

    Was meinst du mit Rückzahlung? Dass ich dann Umsatz- und Einkommenssteuer auf alle Honigverkäufe der letzten vier Jahre abtreten muss?

    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • Danke für eure Erfolgswünsche!


    Wenn ich Met mache und das als Nebengewerbe anmelde, bin ich dann für die Imkerei aus der Pauschaleinkommenssteuer auch raus?


    Was meinst du mit Rückzahlung? Dass ich dann Umsatz- und Einkommenssteuer auf alle Honigverkäufe der letzten vier Jahre abtreten muss?

    Die erste Frage ist Spitzfindigkeit - etwas für Steuerfachleute...


    Die Rückzahlung bezieht sich auf evtl. nicht gezahlte EkSt. aus nicht versteuertem Gewinn oder gar die zu unrecht geltend gemachte Vorsteuer plus Zinsen. Ich meine, diese lägen um die 6%. Da kann schon 'was zusammen kommen.

  • Da ist legale !!!!! Kreativität gefragt.

    Das Finanzamt hat einen sehr eng gefassten Rahmen hierfür. Und die Behörden können und dürfen auf erheblich mehr Jahre zurückgreifen als man sich vorstellen möchte.

    Genau, darum geht es, um den Rahmen. Weshalb man das ja auch mit seinem Ansprechpartner im Finanzamt ganz normal besprechen sollte. Es geht hier nicht um 'krumme' Geschäfte.

    Deshalb empfehle ich JaKi@ doch einfach mal alle Infos hier zu sammeln, damit zu seinem (falls vorhandenen) Steuerberater zu gehen, um mit ihm dann im Finanzamt bei seinem zuständigen Fiananzbeamten vorstellig zu werden und schlicht und einfach sein Vorhaben zu klären. So, haben wir das vor über 20 Jahren gemacht. Weshalb wir auch keine Angst haben vor irgenwelchen Prüfungen. Wenn der Mensch dort im Amt denjenigen persönlich kennt, ist auch vielles einfacher.


    Und es wäre auch überlegenswert, ob man ein geplantes Gewerbe von seiner Hobby-Imkerei gänzlich sauber trennt.


    Jonas

  • Danke für eure Erfolgswünsche!


    Wenn ich Met mache und das als Nebengewerbe anmelde, bin ich dann für die Imkerei aus der Pauschaleinkommenssteuer auch raus?

    Man muss hier zwischen der pauschalen 1000 Euro Gewinn, die bei der Imkerei ab 30 Völkern und der Einkommenssteuer unterscheiden. Die 1000 Euro werden besteuert und diese Steuer ist dann Teil der Einkommenssteuer, die du bezahlst, wenn du noch eine berufliche Einkommenssteuer bezahlst. Dabei kommt es dann auf den jeweiligen Steuersatz an, ab welchen es besteuert wird.

    Gewinne, die aus einem Nebengewerbe werden in voller Höhe des jeweiligen Steuersatzes versteuert, in der du bist / in die du dann rutschst und werden zur hauptberuflichen Einkommenssteuer hinzugerechnet oder mit einer eventuellen Rückzahlung daraus verrechnet, selbst wenn es nur 100 Euro Gewinn im Jahr sind.

  • Also zum Thema Steuern habe ich das mal ganz grob durchgerechnet für eine Größe von 70 Völkern.

    Verzicht auf Pauschalisierung hätte sich nur gelohnt wenn ich noch einen Pickup auf die Imkerei laufen hätte und Miete oder Abschreibungen für ein Imkerliches Betriebsgebäude gelten machen könnte. Ist aber beides noch nicht der Fall, daher erstmal pauschalisiert. Spar ich mir schon die Kosten für den Steuerberater. Will heißen: Durch die langen Abschreibungszeiten auf Imkereigeräte muss drum rum noch was an Kosten her, sonst lohn das nicht.

    Das tolle ist ja - wenn sich die Bedingungen ändern kann ich wechseln. Und dann anhand der Eröffnungsinventur die Abschreibungen ab dem Zeitpunkt laufen lassen kann.


    Die USt habe ich aber Optiert. Kaufe grade viel, da hol ich mir die 19/16 % direkt zurück.

  • Das ist unschlau. Bei der Einkommensteuer rechnest du mit Gewinnen, bei der Umsatzsteuer mit Verlust.

    Sloveig : Ich habe Schwierigkeiten das ganze so nachzuvollziehen.

    Die 1000 Euro gehören zum zu versteuernden Einkommen. Fertig.

    Ist etwas verständlicher, als dein Text, auch wenn im Prinzip das gleiche darin steht.

  • Die USt habe ich aber Optiert. Kaufe grade viel, da hol ich mir die 19/16 % direkt zurück.

    Da hat man halt das Problem, dass einen die Option für 5 Jahre bindet. Unter Umständen wird der Vorsteuerüberhang durch die Anschaffungen im ersten Jahr durch die zu zahlende Umsatzsteuer aufgrund von Honig-Verkäufen in den folgenden 4 Jahren mehr als kompensiert.

  • Berggeist Bei Verlusten arbeitet man allerdings ebenfalls mit der Einkommenssteuer. Nämlich verringern diese die zu zahlende Einkommenssteuer.


    Die Umsatzsteuer steht hier in einem anderen Zusammenhang. Die ist nämlich unmittelbar waren- und dienstleistungsbezogen und kann nur mit der durch Anschaffungen bezahlten Umsatzsteuer (sogenannte Vorsteuer) verrechnet werden. Z. B. kaufe ich ein paar Stiefel für 119 Euro (inkl. 19 Eur USt)und verkaufe sie für 238 Euro. Hier fallen 38 Euro USt an, die ich zu zahlen hätte. 19 Euro habe ich beim Einkauf bereits bezahlt, also muss ich nur noch 19 Euro anstelle von 38 Euro an das Finanzamt bezahlen.

  • Rene J. Aber wenn ich mich auf manchen Plattformen so umschaue, sehe ich keine Preisunterschiede für den Kunden, obwohl 16 % USt. im Vergleich zu vorher 19 % ausgewiesen sind. Ich hatte auch gehofft, das ein oder andere dadurch etwas güntiger zu bekommen. Deswegen habe ich mir die ausgewiesenen Preise von vorher herausgeschrieben.


    Berggeist Ich wollte es hier nur nochmal klarstellen. Dann kann es auch jemand nachlesen, der es vielleicht nicht weiß.

  • Das ist unschlau. Bei der Einkommensteuer rechnest du mit Gewinnen, bei der Umsatzsteuer mit Verlust.

    Sloveig : Ich habe Schwierigkeiten das ganze so nachzuvollziehen.

    Die 1000 Euro gehören zum zu versteuernden Einkommen. Fertig.

    Ist etwas verständlicher, als dein Text, auch wenn im Prinzip das gleiche darin steht.

    Grundsätzlich schon nicht richtig. Bei der USt. rechne ich mit Mehr gezahlter USt. als eingenommener. Einnahmen i.d.R. mit 7%, Ausgaben - vor allem Invest mit 19%. Laufende Kosten mal ausgenommen. Wenn ich Betrag X einnehme und Y Ausgebe wobei X 5% Versteuer und Y 19% lohnt sich die Geschichte ab dem Verhältnis X/Y = 2,7. Die Laufenden Kosten senken das Verhältnis weiter. Grob geschätzt: wenn man mehr als 20% der Einnahmen reinvestiert lohnt die USt. Optierung. Dabei kann man aber durchaus mehr als 1.000€ gewinn machen, da die Investitionen ja auf mehrere Jahre abgeschrieben werden.


    Für die Einkommessteuer sieht das anders aus. Kaufe ich Material für 4.000€ gelten je nach Material 5-20 Jahre Abschreibung. D.h. ich habe irgendwas um die 400€ die ich Abschreiben könnte. Natürlich noch Laufende Kosten.

    Daher habe ich es wie gesagt für die Einkommenssteuer durchgerechnet - zugegeben für das WJ 2019/2020 wäre es wahrscheinlich eine "Verlust" von rund 300€ gewesen. Spart mir rund 100-150 € Einkommenssteuer. Was kostet mich der Steuerberater? Wahrscheinlich mehr.

    Für 2020/2021 wäre ich aber wieder in einer Zone wo das nicht reicht. Wie gesagt, solange kein KFZ und Gebäude dazukommt. Sobald das eintritt wird nochmal genauer gerechnet und dann gehe ich ggf. entsprechend aus der Pauschalisierung.

    Die USt. Optierung bindet mich. Aber ich gehe aktuell für die nächsten 4-5 Jahre von Investitionen aus. Der Papierkram hält sich in Grenzen. Lohnt sich meiner Meinung nach.



    Rene J. Aber wenn ich mich auf manchen Plattformen so umschaue, sehe ich keine Preisunterschiede für den Kunden, obwohl 16 % USt. im Vergleich zu vorher 19 % ausgewiesen sind. Ich hatte auch gehofft, das ein oder andere dadurch etwas güntiger zu bekommen. Deswegen habe ich mir die ausgewiesenen Preise von vorher herausgeschrieben.


    Berggeist Ich wollte es hier nur nochmal klarstellen. Dann kann es auch jemand nachlesen, der es vielleicht nicht weiß.


    Ja das mit der Senkung war irgendwie komisch. Ich glaube der wirkliche Effekt der damit erzielt werden sollte ist noch ein noch anderer. Weil wg. 3% USt. Nachlass für 6 Monate wird keiner große Ausgaben machen. Aber die ganzen Softwarehersteller mussten extrem kurzfristig Änderungen einplanen. Ich bin aus der Branche. War ein Alptraum. Nicht nur bei uns.

    Aber das beschäftig Leute. Leute die Arbeiten bringen Geld in Umlauf. Mein persönlicher Verdacht des Politischen Hintergedankens.