Fragen zum Bienenbrot

  • summ : Es hilft nix, Du mußt Dir selbst ein Bild machen. Das Problem mit Giften im Perga wird dadurch verschärft, daß die ausgebrachten Gifte zumeist lipophil sind bzw. mit öl-/fetthaltigen Additiven versehen werden, die dafür sorgen sollen, daß z.B. Spritzbrühen besser auf den Zielpflanzen haften, sich verteilen und nicht so leicht durch Natureinflüsse (Tau- u.a. Feuchtigkeitseinwirkung, Wind etc.) verdünnt oder in ihrer Wirkung abgeschwächt werden.

    Pollen selbst enthält ebenfalls Öle und Fette und auch das Bienenwachs ist ja letztlich ein Fett/Öl. Beide verbinden sich also besonders gut mit fetthaltigen Giftresten und geben diese auch nicht mehr frei. Pollen/Perga/Wachs speichern diese Giftdosen also immer weiter auf (Kumulationseffekt) und erst die Verdauung (der Bienenlarve bzw. des Menschen) knackt die chemischen Verbindungen und erschließt sich so auch die Gifte und deren (oft nicht weniger giftigen) Abbauprodukte (nach denen bei Analysen oft nicht gesucht wird).

    Im Rahmen des Deutschen Bienenmonitoring (DeBiMo) wird stichprobenhaft nach bestimmten, häufig angewendeten Giften gesucht:

    https://www.uni-hohenheim.de/f…DIZ_db_IF_10_2011_S09.pdf

    Dr. Annely Brandt hat die massenhafte Verbreitung der Problematik in der Praxis und die daraus abzuleitenden dringenden Anpassungen von Zulassungsverfahren hier etwas ausführlicher umrissen:

    https://www.bing.com/videos/se…EF0254D3D9DEAD49E754753AB

  • die Frage, ob Pollen/Perga generell wesentlich belasteter ist als z.B. Obst und Gemüse?


    Ein Verzicht macht aus meiner Sicht nur Sinn, wenn Perga ein grundsätzlich deutlich belasteteres Lebensmittel ist als andere Lebensmittel.

    Man muß das differenziert betrachten, z.B.:

    - Wirkweise des jeweiligen Giftes auf den Zielorganismus (Pollen- bzw. Nektarfresser)

    - Pflanzen priorisieren naturgemäß ihre Organe, die ihrer Fortpflanzung dienen - also z.B. Nektarien, die ja die Bestäuber anlocken sollen und Pollen = die männlichen Keimzellen - sind im Vergleich zur fertigen reifen Frucht (ganze Tomate, Gurke etc.) eben sehr klein, ein Konzentrat in gewissem Sinne

    - Welchen therapeutischen Effekt soll der Pergaverzehr erzielen? Z.B. wäre es wohl wenig zielführend, Probleme im Bereich neuronaler Prozesse im Patienten mit Perga lösen zu wollen, der mit Pflanzenschutzmitteln belastet ist, die Nervengifte enthalten oder Probleme in der Nahrungsverarbeitung/-verdauung mit Perga zu begegnen, der mit Fungiziden befrachtet ist usw.

  • man selber darf alles essen, aber sobald du anfängst zu verkaufen...

    man sollte wissen, was man verkauft.

    Was ich aus einigen Honigwaben ausgestanzt habe, habe ich mit Joghurt aufgegessen.


    beim Berliner Imkertag 2017 hat Prof von Ohe - Umweltmonitoring mit Bienen- von der Verwertung von deutschen Pollen/Perga abgeraten

  • ribes

    Danke Dir nochmal für Deine Beiträge und auch den Artikel der Uni Hohenheim sowie den Vortrag von Annely Brandt!

    Hast mich sensibilisiert und ich werde mich weiter informieren und gucken, was der beste Weg für mich als Endverbraucher ist.

    Bin eigentlich immer dafür, die Produkte direkt vom lokalen "kleinen" Imker zu kaufen. Allerdings hat der normalerweise keine Analysen zu seinen Produkten. Anders scheint es bei Unternehmen wie z.B. "Biobee" zu sein, die wohl konsequent auf Schadstoffe prüfen.

  • Habe mir jetzt mal vom Imker Perga-Waben geben lassen:

    Einige davon sind hell andere sehr dunkel. Wisst ihr, was der Farbunterschied bedeutet?

    Bin am überlegen, ob ich mir die Arbeit machen soll, das Perga aus den Zellen zu holen. Könnt ichs auch drinlassen und einfach mitsamt den Waben essen??

    Bzw wie würde man das Perga am besten rausholen?


    Schmecken tuts jedenfalls,

    danke Euch!

  • Was meinst Du mit Farbunterschied, vom Pollen oder vom Wachs? Das Farbspektrum der Pollen ist je nach Pflanzenart sehr groß. Darüber findest du aber unglaublich viel im WWW.


    Die Frage zum Mitessen des Wachses wurde hier im Thread schon gut beantwortet.


    Grüße vom Apidät

  • Unabhängig vom Bienenbrot empfehle ich dir als Hintergrundlektüre von Karsten Münstet: „Bienenprodukte in der Medizin: Apitherapie nach wissenschaftlichen Kriterien bewertet“

    Anfängerin 2019, Ökotante, Warré klassisch, aktuell 6 Völker

  • Was meinst Du mit Farbunterschied, vom Pollen oder vom Wachs

    Ich meinte den Farbunterschied des Wachses. Habe helle und sehr dunkle Stücke.


    Ja, ok, das mit Wachs essen oder ausspucken wurde oben schon beantwortet.

    Und wenn ich generell nur das Perga haben will (auch kein Wachs im Mund), gibts da ne gute Methode/Werkzeug, um das Perga rauszuholen?

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