Fragen zum Bienenbrot

  • Liebe Community,


    ich bin neu hier angemeldet und u.a. an apitherapeutischen Themen interessiert. Mit Bienenhaltung habe ich bisher keine Erfahrung, finde es aber sehr interessant.


    Kann ich Euch etwas zum Bienenbrot (Perga) fragen?

    - Ich habe die "Anweisung" eines Apitherapeuten, nur möglichst frisches Bienenbrot zu essen. Ich kenne mich gar nicht aus, aber wenn es möglichst frisch sein soll, kann ich den Imker fragen, ob er mir das Bienenbrot noch in der Wabe verkauft? Lässt sich das Perga dann als Laie mit normalen Haushaltsutensilien heraustrennen?

    - Kann der Imker das Bienenbrot i.d.R. das ganze Jahr über anbieten oder gibt es da eine "Saison"?

    - Wie lange ist ungefähr die Haltbarkeit? Kann man es auch auf Vorrat einfrieren?


    Bienenbrot scheint nicht so bekannt zu sein, dementsprechend konnte ich im Internet nicht die entsprechenden Infos finden.

    Vielen Dank, falls Ihr mir da weiterhelfen könnt!

  • Hallo Summ,

    herzlich willkommen im Forum.

    Ich selbst habe keine Erfahrung mit Bienenbrot/Perka, aber hier im Forum wurde diese Thema schon sehr häufig diskutiert.

    Mein Rat: Gehe in oberste Menue-Leiste auf das Lupensymbol ganz rechtes und gebe in die Suchfunktion die beiden Begriffe Bienenbrot und Perka ein.

    Das Füllhorn des Forums wird sich öffnen.

    Viel Erfolg. Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Noch besser geht es, wenn Du Perga statt Perka in das Suchfeld eingibst. ;)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Danke für Eure Antworten!


    Habe jetzt mal die Suchfunktion bemüht und einiges interessantes über Perga gelesen. Allerdings nichts wirklich zu meinen Fragen oben.


    Bezugsquelle für Perga habe ich in meiner Nähe, das ist also nicht das Problem. Es geht mir nur darum, was ich dem Imker sagen soll, damit das Kriterium "frisch" möglichst gut erfüllt ist.

    Kann ich das Perga denn als Laie zu Hause selbst aus den Waben heraustrennen?

    Und ist Einfrieren sinnvoll, um Wirksamkeit zu erhalten und einen kleinen Vorrat zu haben?


    Ich weiß eben auch nicht, inwieweit Imker das normalerweise trocknen, um es für die Allgemeinheit besser verkäuflich zu machen. Trocknen geht ja meistens mit einem gewissen Verlust an Nährstoffen/Wirkstoffen einher, was in meinem Fall nicht gut wäre, da zu therapeutischen Zwecken benötigt.


    Danke Euch!

  • - Ich habe die "Anweisung" eines Apitherapeuten, nur möglichst frisches Bienenbrot zu essen. Ich kenne mich gar nicht aus, aber wenn es möglichst frisch sein soll, kann ich den Imker fragen, ob er mir das Bienenbrot noch in der Wabe verkauft?

    ...mit Deinem Satz hast Du Dir schon selbst die Anwort gegeben.

    Geh' zu 'Deinem' Imker und laß' Dir eine frische Pollenwabe geben. Von dieser brichst Du die Teile raus die voller Pollen sind. Die zerflederte Wabe gibst Du 'Deinem' Imker zurück. Das Rausgebrochene legst Du in ein Glas mit Deckel und ab in den Kühlschrank. Wenn Du was vom Perga essen möchtest, dann holst Du Dir das aus dem Kühlschrank und steckst es einfach in den Mund und kaust bis nur noch das Wachs übrig ist. Dann mußt Du entscheiden, schluckst Du den Bissen runter oder tust ihn in Deinen Kompost. Fertig. Frische Pollen schmecken anders als älterer, der bereits einen Fermentierungsprozess durchlaufen hat.

    Da ich Bio-Imker bin, empfehlen ich Dir Waben vorzugsweise aus einem Bio-Betrieb zu kaufen.

    Jonas


    Nachtrag:

    Du solltest Dir vom 'Deinem' Imker nur Waben geben lassen, die nicht bebrütet worden sind.

  • jonas

    Vielen Dank, Jonas, das hilft mir sehr gut weiter!

    Ja, ich werde auf Bio achten, wurde mir auch vom Apitherapeuten so empfohlen.

    Ok, werde nach nicht bebrüteten Waben fragen.

    Werde das Bienenbrot dann wie von Dir beschrieben direkt aus dem Kühlschrank verzehren. Denkst du es macht Sinn, auch etwas Perga einzufrieren (im Glas oder Beutel), um einen kleinen Vorrat zu haben?


    Danke Dir!

  • Im Herbst und im Winter wirst Du kein Perga, schon gar kein frisches bekommen, jedenfalls nicht hierzulande. Einfrieren von Vorräten hilft, Lücken zu überbrücken.

    Aber warum willst Du unbedingt Perga essen? Ist Dir und deinem Therapeuten bewußt, was die Bienen sich mit Pollen zwangsläufig mit einsammeln, wenn die Bienen bspw. Pflanzen befliegen, die Kontakt zu Giften irgendeiner Art hatten? Weißt Du, daß der Flugkreis von Bienen durchaus 10 km Radius haben und auch der beste Bioimker seinen Bienen nicht verbieten kann, Problempollen zu sammeln, zumal den Bienen die Meß- und Analyseinstrumente i.d.R. fehlen, um die üblicherweise von Menschen angewendeten Gifte schon beim Sammeln zu erkennen?

    Ich kenne hier einen Berufsimker, der entfernt regelmäßig Pollenwaben aus seinen Völkern, weil er durch Analysen nachgewiesen bekommen hat, daß der Giftcocktail, den seine Bienen regelmäßig einsammeln, seinen Völkern schadet. Leider werden die Zulassungsbestimmungen für Pflanzengifte nie an praxisrelevanten Cocktails ausgerichtet, sondern an den jeweils zur Zulassung anstehenden Einzelpräparaten.

  • ribes

    Ist denn das Bienenbrot/der Pollen wesentlich problematischer bzgl. toxischer Belastung als andere Lebensmittel?

    Oder sprichst Du nur das generelle Problem an, dass unsere Umwelt, inklusive Pflanzenwelt (leider!) heute wohl sehr belastet ist?

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  • ribes

    Ist denn das Bienenbrot/der Pollen wesentlich problematischer bzgl. toxischer Belastung als andere Lebensmittel?

    Oder sprichst Du nur das generelle Problem an, dass unsere Umwelt, inklusive Pflanzenwelt (leider!) heute wohl sehr belastet ist?

    Da lese ich nichts von einer generellen Aussage, sondern der Kollege bezieht sich auf das angesprochene Bienenbrot. Bio in der Imkerei bezieht sich hauptsächlich auf die Haltungsform/Wabenbau/Wintereinfütterung der Bienen und nicht auf die Produkte Honig und Pollen.

    Kein Imker hat Einfluss darauf, was reinkommt, daß bestimmen ausschliesslich die Trachtverhältnisse der Umgebung. Von daher kannst du selber am Besten einschätzen, wie die Trachtverhältnisse und Rahmenbedingungen bei deiner Bezugsquelle sind und ob du es aus gesundheitlichen Gründen machen willst oder nicht.

  • Ich verstehe, dass man nicht kontrollieren kann, inwieweit "Bio-Bienen" auch toxische Pollen sammeln.

    Der Ratschlag von ribes ging ja eher dahin, vorsichtig mit Pollen-Verzehr zu sein bzw. evtl. Abstand davon zu nehmen. Da stellt sich mir als Laie eben die Frage, ob Pollen/Perga generell wesentlich belasteter ist als z.B. Obst und Gemüse?

    So wie man weiß, dass bestimmte Fischsorten eben sehr belastet sind?


    Bringt ja nix, wenn ich auf Perga verzichte nur weil Gift drin ist. Gift ist überall drin: Gemüse, Fleisch, Obst, auch in Bio (wohl mengenmäßig weniger).

    Ein Verzicht macht aus meiner Sicht nur Sinn, wenn Perga ein grundsätzlich deutlich belasteteres Lebensmittel ist als andere Lebensmittel. Ist dem so?

  • Das Problem bei Pollen (und damit auch bei Perga) im Gegensatz zum Honig ist, dass die Belastungen nicht durch den Filter „Biene“ gelaufen sind. Das betrifft grundsätzlich biologische als auch konventionelle Produkte. Hier kommt es maßgeblich auf den Flugkreis und den Zeitpunkt der Ernte an. Sicher(er) kann man natürlich nur mit einer entsprechenden Untersuchung sein.


    Grüße vom Apidät