Risiken des eigenen Wachskreislaufs?

  • Hallo Zusammen,


    Ich denke darüber nach, inwieweit ich eigene Mittelwände aus unserem Wachs für unsere 200 Völker selber herstelle. Wie ist die Gefahr der Krankheitsverbreitung ohne Hocherhitzen des Wachses einzuschätzen?

    Wir haben in diesem Jahr relativ viel Kalkbrut, werden die Sporen bei 90 Grad inaktiviert? Oder bei welcher Temperatur?


    Viele Grüsse

    Jan

  • Bei den Mengen und dem Vorhaben lohnt sich doch der Kauf einen Thermoölkessels allein schon, um schnell und sauber zu klären.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wie ist die Gefahr der Krankheitsverbreitung ohne Hocherhitzen des Wachses einzuschätzen?

    Das geht Richtung Null, hinsichtlich AFB gibt es wissenschaftliche Arbeiten z.B. aus Neuseeland.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Pilzsporen abtöten geht verlässlich nur bei 121 °C und 2 bar Druck über 20 Minuten - nennt man Autoklavieren. Das macht m.W. kaum ein Wachsumarbeiter, weil zu aufwändig und teuer. Da wird auch immer auf Filtration verwiesen. Eine Sterilfiltration des Bienenwachs' macht der Wachsumarbeiter bestenfalls für Pharmabedarf. Man benötigt zum Autoklavieren und Sterilfiltrieren nicht nur einen Schmelzkessel, sondern einen Druckbehälter. Der ist teuer !


    Kalkbrut ist bekanntlich ein Problem der jew. Kö' in Vbdg. mit einem kalt/feuchten Standort.


    Eigener Wachskreislauf ist super - man weiß nach einigen Verdünnungszyklen und Analysen was drin ist und was nicht drin ist. Dazu ist zu raten, wenn man sich aus dem großen Kreislauf mit jeglichen Einträgen von lipophilen Stoffen verabschieden möchte. Die sind überwiegend toxisch für Brut und Bienen und reichern sich halt mit jeder Umdrehung des Zyklus' an...

  • Pilzsporen abtöten geht verlässlich nur bei 121 °C und 2 bar Druck über 20 Minuten - nennt man Autoklavieren. Das macht m.W. kaum ein Wachsumarbeiter, weil zu aufwändig und teuer.

    Möchtest Du damit sagen das die angebotenen Wachsklärbehälter des Imkerfachmarktes, die man oft bis zu 150 Grad erhitzen kann, sich dafür nicht eignen?

  • Pilzsporen abtöten geht verlässlich nur bei 121 °C und 2 bar Druck über 20 Minuten - nennt man Autoklavieren. Das macht m.W. kaum ein Wachsumarbeiter, weil zu aufwändig und teuer.

    Möchtest Du damit sagen das die angebotenen Wachsklärbehälter des Imkerfachmarktes, die man oft bis zu 150 Grad erhitzen kann, sich dafür nicht eignen?

    Nein, das sagte er nicht, er nannte die Voraussetzungen der Bedingungen, in denen Sporen abgetötet werden und dass das wegen des Aufwandes und der Kosten kaum ein Wachsumarbeiter macht.

    Autoklavieren wird hier als genau der Prozess beschrieben, in dem die Voraussetzungen erfüllt werden, was nicht heißt, dass man einen Autoklaven dafür braucht. Nur ein Gerät, bei dem Temperatur und Druck für eine ausreichende Zeit aufrecht erhalten werden kann.

  • ..... Nur ein Gerät, bei dem Temperatur und Druck für eine ausreichende Zeit aufrecht erhalten werden kann.

    Und so ein Gerät heißt Autoklav.


    Außer für Faulbrutsporen braucht man keinen Autoklav. Irgendwelche Spilzsporen interessieren doch nicht im Wachs. Die haben doch keine Chance zu neuem Leben zu erwachen.

    Man sollte nicht immer mit Kanonen auf Spatzen schießen!

  • Ich kanns dir nur anraten!

    Allerdings, es macht schon Arbeit. Ich hab 2 Pressen vom Jonas..... und hab viele:) Völker, und sehne mich nach ner Prägewalze.....(erwische mich dabei)

    Auf jeden Fall bleibt alles Wachs bei mir, kann mir also einfach nix von aussen reinholen......

    Wachsklärbehälter is echt ne feine Sache!

    Aber es dauert bis du das alles gut drauf hast;) Umarbeiten is nur ne Option wen du das selber vor Ort überwachst!!! Gelegenheit macht.....;(

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.


    Hier gibts was Gutes zu lesen

    http://www.pedigreeapis.org

    Eure Pedigrees, könnt ihr ab sofort hier problemlos u. fachlich geprüft im Original eintragen

  • ..... Nur ein Gerät, bei dem Temperatur und Druck für eine ausreichende Zeit aufrecht erhalten werden kann.

    Und so ein Gerät heißt Autoklav.


    Außer für Faulbrutsporen braucht man keinen Autoklav. Irgendwelche Spilzsporen interessieren doch nicht im Wachs. Die haben doch keine Chance zu neuem Leben zu erwachen.

    Man sollte nicht immer mit Kanonen auf Spatzen schießen!

    In den Produktinformationen für die hochpreisigeren Wachsklärbehälter steht auch drin, dass diese zum Abtöten von Faulbrut- und Nosemasporen geeignet sind. Aus meiner ersten Ausbildung (Laborant) weiß ich, dass man, wenn der Druck von 2 bar nicht erreicht werden kann, die Beheizungsdauer verlängert werden muss (Stunden statt weniger Minuten). Und wenn jemand "mit Kanonen nach Spatzen" schießen will, ist das seine Entscheidung und würde es unter Umständen sowieso machen.

  • Wir haben in diesem Jahr relativ viel Kalkbrut, werden die Sporen bei 90 Grad inaktiviert? Oder bei welcher Temperatur?

    Kalkbrut-Sporen sind Pilzsporen. Eine Kurzrecherche sagt 80°C. Hier der Link dazu, und das betreffende Kurzzitat: Sterilisation, Spektrum.de

    Zitat

    Die vegetativen Zellen von Bakterien und Pilzen werden bei Temperaturen um 60 °C innerhalb von 5 bis 10 min abgetötet, Hefe- und Pilzsporen sowie vegetative Zellen von hyperthermophilen Archaebakterien erst bei Temperaturen über 80 °C und Bakteriensporen erst bei über 120 °C. Feuchte Hitze ist wirksamer als trockene Hitze.

  • bei 121 °C und 2 bar Druck über 20 Minuten

    Es bedarf des Druckes um die Sporen abzutöten? Oder braucht man den Druck um die Temperatur zu erreichen?

    Bisher dachte ich, die Temperatur reicht. Die bekommt man mit einem Ölkessel hin und das machen schon so einige Umarbeiter als Standard.