Große Lecanie oder Himbeere ?

  • Hallo zusammen,


    ich beobachte, daß in manchen Fichtenwäldern unserer Gegend die große Lecanie vorkommt und auch Honigtau abscheidet.


    Gleichzeitig blüht auch die Himbeere auf den Waldlichtungen.


    Wenn ich jetzt die Völker umstelle, auf was fliegen die Bienen lieber(angenommen, es sind genügend Lecanien vorhanden ?) .


    Hat da jemand Erfahrungen ?



    Buchneria

  • Hallo Miteinander,


    m.E. gibt es da kein Problem, da bei den Läusen nur die 3. Generation honigt und dies ist jetzt noch nicht der Fall, wobei die Himbeere schon bald das Blühen anfängt oder schon angefangen hat. Falls bei uns auch der Wald noch honigt, werde ich von meinem Buckfastvolk, falls ich es auch vom Schwärmen abhalten kann, heuer weit über 100 kg Honig ernten können. Dies sind für mich Relationen, die ich bisher nie für glaubwürdig hielt, sondern eher zu utopischen Erzählungen einreihte. So sieht es derzeit bei meinem Buckfastvolk aus:


    http://elite-sector.de/1.Xaver/Imkereiforum/buckfast.htm

  • Hallo Franz Xaver,


    vielen Dank für die schnelle Antwort. :D


    Bei der Lecanie gibt es meines Wissens ( im Gegensatz zu den Lachniden) aber nur eine Mutter - Generation im Mai und die honigt. Ein stärkerer Befall ist aber wohl eher selten.
    Deshalb die Frage, ob da jemand Erfahrungen hat.


    Auf deine Völker kann man neidisch werden. Wie können die Völker schon jetzt so stark sein ?


    Ich habe im letzten Jahr im Mai einige Ableger mit jeweils 1 Brutwabe (nach Methode Liebig ), auf einer Zarge überwintert, gemacht. Alle sind durch gekommen, aber mehr als die Hälfte arbeitet erst im zweiten Brutraum.
    Eine Brutwabe als Ableger ist wohl doch ein bischen wenig.


    Gruß


    Buchneria

  • Hallo zusammen, die Waldhimbeere, genau wie die Gartenhimbeere, wird als die beste Trachtpflanze gezählt. Eine Ernte daraus ist sicherer und verlässlicher als eine Honigtautracht aus der Fichte. Zu Xavers Wabenturm: natürlich herrscht kein Flugbetrieb, der Xare ist klug genug, den Sammeleifer seines Volkes nicht durch seine Fotdgrafiererei zu stören.V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Anonymous schrieb:

    Ein sehr schöner Turm ist zu sehn aber kein Flugbetrieb!
    M f G
    Gast


    Hallo Gast,
    ich würde mir vorab wetten trauen, das du ein Carnicaimker bist. Zu deiner frage, meine Mädels wollten sich nicht fotografieren lassen :D:D:D .
    Der Grund, warum kein Flugbetrieb herrschte, war ganz einfach Regen. Ich habe unter dem Regenschirm fotografiert. Ich wollte aber an diesem Tag meinen alten eingefleischten Carnicaimkern , von deren Seite aus ich oft angefeindet werde wegen meines Volkes, das im ganzen Umkreis unsere gute Carnica verseucht, bei der Imkereimonatsversammlung das Foto präsentieren. Schon allein der Besitz dieser "ausländischen" Biene, die eine große Bedrohung für unsere einheimische Imkerschaft ist und wird, da auch obendrein von ihrem zweiten Vorsitzenden ausgeführt, als große Bedrohung angesehen, schlimmer als SARS. Aber es hat mir sowieso keiner geglaubt, die Meinungen reichten sogar soweit, dass ich Honigwaben bei den Carnicavölkern entnommen habe, um diesen Turm aufzubauen, dann was nicht sein darf, kann auch nicht sein, als ob ich das nötig hätte. Der Einzige, der immer wieder die Entwicklung beobachtet, ist mein Imkernachbar, der trotz seiner 75 Jahre sehr loyal ist und mir sogar heuer "Bastardköniginnen" von diesem Volk abnimmt, er bekommt diese auch geschenkt. Er hat keine Angst, dass er bei seinen stechwütigen, schwarmfreudigen Carnicas, die er am Stand hat, sich seine "Rasse" versaut.

  • buchneria schrieb:

    Hallo Franz Xaver,


    Bei der Lecanie gibt es meines Wissens ( im Gegensatz zu den Lachniden) aber nur eine Mutter - Generation im Mai und die honigt. Ein stärkerer Befall ist aber wohl eher selten.
    Buchneria


    Hallo Buchneria,
    ich weiß nicht, wo du deine Informationen beziehst, aber diese sind falsch. Kauf dir ein Buch über die Waldtracht, falls du meinen Aussagen nicht glaubst. Ich habe vorhin nochmal nachgeschlagen, wann die große Lecanie honigt. In den Buch vom Kloft/Maurizi/Kaeser wird der Juni angegeben. Ich weiß es auch noch von meinem Vater, der ein leidenschaftlicher Imker war und nach meinen Kindheitserinnerungen, damals der Wald (vorwiegend Fichte) im Gegensatz zu heuer, fast jährlich honigte, dass er im Mai den Blütenhonig erntete und im Juni den Waldhonig, auch bei mir war es in den letzten Jahren so. Die große Lecanie ist in unserem Raum heuer an den Ästen so zahlreich wie Knospen, ich habe noch nie so etwas erlebt und wir machen fast jedes Jahr Waldtrachtbeobachtung. Bei unserer, am Freitag abgehaltenen Imkereimonatsversammlung kannten die meisten Imker und das waren alles lauter alte Hasen, die große Lercanie nicht, wir hatten sehr viele Zweige mit ansitzenden Lecanien dabei. Die Imker hielten diese für Fichtenknospen. Wenn diese wirklich, wie du annimmst jetzt schon honigen würde, bräuchte ich einen Kran bei meinem Volk. Ich würde es auch sofort an meinem Waagstock erkennen. Die letzten beiden Wochen hatte ich Tageszunahmen von 3,5 und 4,5 kg, gestern bei jetzt einsetzender Läppertracht, nur noch 2 kg. Wenn der Wald jetzt honigen würde, wie du annimmst, kann es aber sogar zweistellige Tageszunahmen geben. Ich persönlich rechne damit und bisher war es in unserer Region auch immer so, dass es in etwa 1 - 2 Wochen der Blütenhonig geschleudert wird, dann etwa 2 - 3 Wochen Läppertracht herrscht, dann aber der Wald honigen müsste, außer der Tanne, die später honigt, leider manchmal zu spät für die Bienen, die sich in einer Tannentracht zu Tode schuften können. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihr in eurer Region andere "Waldhoniggesetze" habt.


    In Bezug auf Volksstärke habe ich bei den Caricavölkern momentan einen vollen Honigraum und zwei Bruträume Ein Volk, das ich mir im Frühjahr von einem alten Imker gekauft habe, hatte schon, bevor ich zum Aufsetzen des zweiten Brutraums kam, Schwarmzellen angesetzt. Die Schwarmverhinderung war erfolgreich, aber das Volk habe ich schon abgeschrieben. Dass mein Buckfastvolk so stark ist, hat ein alter Imker in der Monatsversammlung zu meiner Belustigung den anderen so erklärt, weil es immer in der Sonne steht und es sich da besser als im Bienenhaus entwickeln kann. :D :D. Die Buckfast überwintert stärker als ein Carnicavolk und kann aus diesem Grund die Frühtracht besser nutzen, siehe Völkervergleiche an einem Imkerstand aus dem Buch von Werner Schundau (Imkern in der Segeberger Beute).

  • Hallo zusammen
    Hallo Franz Xaver
    An meinem Stand sieht es so aus. Das stärkste Volk (Carnica, mußte schon Brutwaben entnehmen) hat fast den 2 Honigraum voll.
    Bei den anderen (5) sind 2 Brutzargen voll, aber sie nehmen nicht den Honigraum an. Ein Volk ist lieber geschwärmt, als dass es die 3 Zarge annahm. Ich arbeite auch mit 2 Baurahmen pro Volk. Was kann ich tun, ohne Brutwaben in den Honigraum zu geben, so dass sie ihn annehmen?
    Ende der Woche rechnen wir ja mit der Akazie bei uns.
    Gruß Guido

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Guido schrieb:

    Hallo zusammen
    Hallo Franz Xaver
    Bei den anderen (5) sind 2 Brutzargen voll, aber sie nehmen nicht den Honigraum an. Ein Volk ist lieber geschwärmt, als dass es die 3 Zarge annahm. Ich arbeite auch mit 2 Baurahmen pro Volk. Was kann ich tun, ohne Brutwaben in den Honigraum zu geben, so dass sie ihn annehmen?
    Ende der Woche rechnen wir ja mit der Akazie bei uns.
    Gruß Guido


    Hallo Guido, Hallo Miteinander,
    einen wunderschönen Guten Morgen. Brutwaben in den Honigraum umhängen, über diese "Sauerei" haben wir schon oft genug diskutiert, da lobe ich mir die Dadant oder Halbzargenimker, denen so etwas aus technischen gründen gar nicht möglich ist. Ich kann mir nur vorstellen, das deine anderen 5 Völker nachhinkten und jetzt, da anscheind bei dir weniger Tracht ist, sie auch den Honigraum nicht befüllen können. Dein gutes Volk war den anderen voraus und hat die Gunst der Stunde genützt. Wichtig ist, das du bei den Völkern jetzt für Brutplatzmöglichkeiten sorgst, denn es besteht die Gefahr, dass Sie die Brutzarge verhonigen, auch bei einer Läppertracht mußt du immer schauen, damit dies nicht passiert. Wenn die Akazie einsetzt, müßte aber es dann doch mit dem "Befüllen" des Honigraums klappen. Ich hatte mal ein Volk, das hatte die ganzen Trachtmonate konstant immer nur soviel Brut, das es nicht mal eine zweite Zarge anfing, aber das gleich 5 Völker von so einer Sorte wären, ist nicht vorstellbar.

  • Hallo Franz Xaver
    Die 5 sind auf 2 Zargen, nur die 3 wird nicht angenommen. Habe ja ein Gitter eingelegt. Werde aber heut Mittag nachschauen, ob es verhonigt ist. Danke für deine Antwort.
    Wünsche allen einen sonnigen Sonntag
    Gruß Guido

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Hallo Franz - Xaver,


    also nochmal zu den Lecanien.
    Ich denke, Du hast recht, die Lecanie kommt erst im Juni.


    Meine Beobachtung habe ich allerdings an Jungfichten entlang eines Waldweges gemacht. Die sind in der Entwicklung wahrscheinlich ein paar Tage vorraus gegenüber den Altfichten ( so beschreibt es auch Liebig in seinem Waldtrachtbuch) und honigen wirklich schon.
    Allerdings ist in unserer Gegend die gesamte Natur in diesem Jahr Ihrer Zeit vorraus, so daß eine mögliche Tracht vielleicht schon anfang Juni eintreten könnte.


    Auch die anderen Lausarten sitzen schon in den Startlöchern.



    Eine Frage hätte ich noch:


    Du schreibst von Tageszunahmen in Höhe von 4 und mehr Kilo.


    Um welche Tracht handelt es sich ? Ist das Raps ?



    Gruß


    Buchneria



  • Hallo Buchneria,
    deine Beobachtung stützt sich m. E. auf die goße Lecanie, die man aber im Gegensatz zur kleinen Lecanie zu den bedeutungsloseren Honigtauerzeugern zählt, die ist aber wirklich 4 Wochen früher dran, aber Honig wirst du von dieser nicht ernten, zumindestens keine erkennbaren Mengen. Unsere Hauptwaldhonigtrachtlaus ist die kleine Lecanie, die im Juni kommt.


    Raps ist im engeren Flugkreis meiner Bienen (Gott sei Dank) nicht.

  • Hallo Franz Xaver,


    vielen Dank für die Antwort :D , genau das wollte ich wissen: Ist die Große Lecanie als Trachtlaus zu gebrauchen.


    Dann laß ich mal meine Völker noch im Auwald Akazie sammeln, die eben begonnen hat zu blühen und stelle sie in 1 - 2 Wochen in den Bergwald.


    Dein Bild mit dem Buckivolk geht mir nicht aus dem Kopf.
    Habe mich weiter mit der Materie beschäftigt und unter anderem eure Diskussion vom Vorjahr in diesem Forum gelesen.


    Ich dachte immer, die Carnica wäre im Frühjahr in der Leistung überlegen und die Buckfast im Spätjahr. (Hab das beim Lampeitl gelesen).
    Nun verstehe ich aber, dass die Buckfast im Spätjahr überlegen ist und folglich mit mehr Masse ins Frühjahr startet und deshalb dort auch überlegen ist.


    Werde mir ein paar Bücher beim Koch zulegen und mal eine Königin bestellen.
    Hoffenlich geht das nicht in die Hose mir meinen Hohenheimer Zanderbeuten, die ja offensichtlich nicht so ideal sind.


    Viele Grüße


    Buchneria

  • buchneria schrieb:


    Dein Bild mit dem Buckivolk geht mir nicht aus dem Kopf.
    Habe mich weiter mit der Materie beschäftigt und unter anderem eure Diskussion vom Vorjahr in diesem Forum gelesen.
    Buchneria


    Hallo Miteinander,
    ich hatte heute das schönste Erlebnis meiner bisherigen Imkerlaufbahn. Unser 1. Imkereivorsitzender (71 Jahre), glühenster Verfechter der Carnica war heute bei mir am Stand, er blieb stundenlang da, blickte immer wieder auf die Stockwaage, die derzeit 110 kg anzeigt, ließ sich eine Staffelei bringen, machte an der obersten Beute die Folie weg und klopfte minutenlang auf die Oberträger, keine Biene interessierte sich für ihn. Vorhin rief er mich an, ob er Zuchtstoff haben könne, er habe in seiner 60 jährigen Imkereilaufbahn, davon fast 40 Jahre als Vorstand noch keine so vor allem wesensfeste und ertragsreiche Biene gesehen, er wird mich auch in Zukunft vor den anderen verteidigen, wenn sie mich wieder wegen meiner Buckfast angreifen. Jetzt die schlechte Nachricht, ich wollte heute mit der Königinnenzucht beginnen und fand keine eintägigen Larven nur 5 - 7 tägige, ich kann mir nicht erklären - warum? Jetzt muß ich wohl oder übel mit der Carnica züchten, aber ich hoffe dóch, dass die Heike wieder ein paar Superköniginnen für mich übrig hat, die ich im Herbst einweisle, falls ich meine über den Jordan geschafft habe.