Imkergerätschaften als Gemeinschatsgut (Vor- und Nachteile) / Vereinsheim oder freier Zusammenschluss von Imkern und so weiter

  • Ist doch gerade ein Verein hauptsächlich dazu da, die Ausführung des Hobbys zu erleichtern, vereinfachen und zu unterstützen.

    Menschen ticken unterschiedlich. - Ein Verein ist i.d.R. offen für alle Mitglieder. - Und dann hast du eben alle möglichen Leute dabei.


    Um den Zugang zu deinem Kopfverein zu limitieren (und die Gemeinnützigkeit zu behalten) müsstest du entsprechend den Vereinszweck festschreiben, und die Aufnahmekriterien festlegen. - Also Regionälität/Ortsverein, jedes Mitglied stellt seine eigene Technik allen anderen zur Verfügung, und Geselligkeit. - Wer das nicht erfüllt wird nicht aufgenommen, oder muss wieder gehen.

  • Deshalb ist es einfacher einen neuen Verein zu gründen, durch dessen Satzung und anderer Festlegungen schon von vornherein in einem gewissen Rahmen feststeht und sich jedes Neumitglieder drauf einstellen kann. Will ich dabei sein wenn das so ist oder doch lieber nicht.

    Will ich einen bestehenden Verein umkrempeln gibt es immer 90%, die das nicht wussten oder erwartet haben. Wenn ich mich dann dort bewerbe, wenn ich mitmachen will, dann ist das so ähnlich wie bei den ABGs, denen ich zustimme oder eben nicht.

    Meine ehrliche Hochachtung vor allen, die es im vorhandenen Verein versuchen oder denen es sogar gelingt, chapeau.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang, der in seiner Jugend einen Schachclub neu gegründet hat weil es mit manchen der Alten einfach nicht mehr ging und die Jungen mitmachten

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Deshalb ist es einfacher einen neuen Verein zu gründen, durch dessen Satzung und anderer Festlegungen schon von vornherein in einem gewissen Rahmen feststeht und sich jedes Neumitglieder drauf einstellen kann.

    Vollkommen richtig. - Was neues gestalten mit Leuten die Spaß dran haben kann sehr befriedigend sein. - In alteingessenen Vereinen gegen Widerstände zu arbeiten ist dagegen hochgradig frustierend.

  • 200€/Jahr und ich muss nicht mehr in der Garage in einem zu kleinen Schmelzer nächtelang Wachsschmelzen, ich muss nicht mehr den Honig aus dem Deckelwachs entsorgen, sondern kann ihn gewinnen und verkaufen, ich habe nicht mehr die Zargentürme in der Garage, die übrigens von Bienen belagert wird, zur Freude meiner Frau, kann nachts um 3 in der Werkstatt Polstermöbel einschlagen,..., und muss nichtmal alles selber kaufen und irgendwo hinstellen?

    Genau das suche ich gerade, kostet aber 300/Monat und die Geräte habe ich auch noch nicht.

    Ich wäre dabei

  • ...Aufnahmekriterien festlegen. [...] jedes Mitglied stellt seine eigene Technik allen anderen zur Verfügung, und Geselligkeit. - Wer das nicht erfüllt wird nicht aufgenommen, oder muss wieder gehen.

    Genau, und wer die berühmten zwei linken Daumen hat und/oder kein Feierbiest ist oder weder Alk noch Grillabende mag, wird per Satzung/Statuten nicht aufgenommen :thumbup:

    Und wenn du aus anderen Gründen DEINE Technik nicht allen anderen bereitstellst, bist du plötzlich der A*sch und raus, weil ohne dich nichts mehr geht, sich alle auf DICH verlassen haben und das Wohl des Vereins von DIR abhängt.


    Damit wird der Verein nicht als eingetragener Verein zugelassen, ein nicht eingetragener Verein braucht keine Satzung, so kann man sich eine Menge Arbeit ersparen. Kann man so machen, aber dann ist der Verein nicht als Verein nötig, dazu reicht dann ein Stammtisch oder eine Art "Maschinenring", eine Interessengemeinschaft oder einfach nur gute Kollegen.
    Dann kann man besser gleich das mit den Fähnchen machen...

  • ChrisAusEssen Wow, stolzer Preis. Dafür kann man sich als Hobbyimker ja schon jedes Jahr aufs Neue mit der Grundausstattung eindecken.


    Oder gibt es da dann am Ende des Jahres für jedes Mitglied ein Glas des heiß begehrten und absolut schwer zu bekommenden Eisblütenhonig?


    P. S.: Ich weiß, dass es ihn nicht gibt, diese Honigsorte.

  • Eine Satzung ist immer gut, legt sie doch die allgemeinen Regeln fest, und das ist gut zu wissen, vorher. Dann kann man sich vorher drauf einstellen, akzeptieren oder ablehnen, ganz einfach.

    Natürlich dürfen Vereine Geräte haben und die Vereinsmitglieder nutzen lassen. Bei Imkern natürlich eher eine Honigschleuder als ein Sky-Abo Fußball und Porno.

    Aber Vereinsvorschriften zu diskutieren ist müßig und die Gemeinnützigkeit ist zu erreichen, wird aber auch überschätzt. Ein Verein ist dazu da, den Mitgliedern die Ausübung ihres Hobbys zu ermöglichen bzw. zu erleichtern. Außerdem, im Verein ist Sport am schönsten.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Ich habe vielleicht eine Idee, warum eine solche Gerätegemeinschaft nur so selten anzutreffen ist.


    Am Anfang sind es nur ein paar Völker, man schleudert irgendwo, freut sich wie bolle über den eigenen Honig. Dann kriegt man bei der nächsten Vereinsversammlung den Tipp: "Nä, Abfüllbehälter brauchse ned, mach dir einfach enne Quetschhahn inne Deckel vonne Eimer - kannse dann auf jeden Eimer machen wennse abfüllen willst."

    Also - gesagt getan - beim nächsten Besuch des Imkerfachmarktes des Vertrauens, kaufst du dir so einen tollen Quetschhahn. Den passenden Bohrer hat dein Opa/Nachbar/Imkerkollege und jetzt bist du erstmal gerüstet. Waage? Hast du doch deine Küchenwaage beim vorletzten Imkertreffen mit der geeichten Waage verglichen. Die ist voll super.

    Dein Sohn kreiert ein Hammeretikett, die Etiketten von der Rolle bei Holtermann knabberst du schnell wieder ab, weil jetzt ist da direkt dein Name eingedruckt. Cool. Also. Schild ins Fenster und allen Nachbarn mal ein Glas schenken. Sind ja schliesslich auch ihre Blumen/Teich/Swimmingpool gewesen, die deinen Bienen das Überleben gewährleistet haben.

    Im nächsten Jahr... alle Ableger haben überlebt, und die Völker entwickeln sich alle wie Bombe. Und da du ja keine Weiselzelle abdrücken kannst, machst du neue Ableger. Sind gottseidank noch rechtzeitig gekommen, die neuen Beuten. Diesmal hast du mitgedacht und direkt einen 2/3/4er Boden mitbestellt. Das müsste dann aber erstmal für die nächsten Jahre reichen.

    Und es kommt wie es kommen muss. Das Jahr mit der Jahrhunderternte. Im Sommer. Wo es normalerweise fast nie was gab. Feinste Waldtracht. 14.3% Wassergehalt. Und schmecken tut der.

    Also raus zum Rewe - der ist doch immer so nett und hat doch dieses Regionalregal... du lädst den Marktleiter auf ein Honigbagette ein und er ist überzeugt. Du musst ins Regal.

    Ausnahmsweise geht das sogar ohne EAN-Code - aber nächstes Jahr muss der aufs Etikett. Versprochen! Und der Honig verkauft sich einigermaßen gut, die Leute kommen für das zweite Glas sogar zu dir, weil sie deine Adresse auf dem Etikett gefunden haben. Der Marktleiter bestellt bei dir ganz dringend eine Lieferung, du spannst deinen Super-Duper-Abfülldeckel auf den Eimer und fängst an abzufüllen.

    Diesmal hast du nur leider den Spanngurt weggelassen. Der Deckel ist ja bislang auch nie abgegangen - mit dem Spanngurt. Mist - es hat 1h gedauert das meiste wegzuwischen, aber es hat locker noch eine Woche alles geklebt. Deine Schlappen machen in der Küche ein Geräusch, welches du nie wieder hören willst.

    Also, schnell zum Imkerfachhandel - eine Abfüllkanne kaufen - du hast ja schliesslich schon so einige Euros mit dem Honig verdient. Ein wenig Prozesssicherheit muss ja dann wohl jetzt mal her.

    Den Inhaber sprichst du mittlerweile schon mit seinem Vornamen an.

    Und den nächsten Punkt auf deiner Liste hast du auch schon dick rot eingekringelt. Eine Schleuder muss her. Also fix die nächsten Honigeinnahmen in eine Spardose gepackt und sobald du dir die kleine Handkurbelschleuder leisten kannst kaufst du sie dir. Vorher liest du aber noch ein paar Testberichte und kommst über verschiedene facebook-Gruppen auch in ein Imkerforum. Da schreibt jemand, wenn du glaubst das dir ein Gerät reicht, kaufe es besser eine oder zwei Nummern größer. Das hört sich richtig sinnvoll an. Und eigentlich wolltest du ja sowieso viel lieber diese 4W-Selbstwendeschleuder. Da kann man dann auch am Imkerstammtisch mal von erzählen. Naja, also dieses Jahr fahren wir dann mit dem eingenommen Geld dann mal nicht in den Extraurlaub, deine Partnerin reagiert schon ein bisschen säuerlich, weil sie sich eigentlich darauf gefreut hat, und du ja jetzt eh schon nicht mehr mit ihr in den Sommerurlaub fahren kannst, wegen Schwarmkontrolle, Trachtwanderung, Abschleudern, Auffüttern und Varroabehandlung bis in den späten Juli hinein. OK. Versprochen. Die nächsten Herbstferien gehts nach (jott-wie-deh) Madeira/Kanaren. Wirklich.

    Zu Weihnachten wünscht du dir einen Anhänger.

    Wie cool wäre das, wenn du deine (mittlerweile 10) Völker zu den Trachten fahren könntest? Das Risiko minimieren, nennt man das in der BWL. Also, gesagt - getan. Alter Hänger her und bis März muss der durch den TÜV. Kacke. Auflaufbremse defekt, das kannst du nicht selber und das Teil kostet auch eine Menge. Dabei hast du dem Hänger schon einen neuen Boden spendiert. Vollkommen unnötig - den Tüv hat der Boden absolut nicht interessiert. Nur die Lampenanlage sei wohl noch aus dem Jahre 1970 und braucht auch mal echte Reflektoren und halt die Auflaufbremse. Na gut. Wir können dann ja wandern, die Investition holen wir doch noch im gleichen Jahr wieder rein.

    Also kannst du das erste Mal in deinem Leben in den Raps fahren. Hammer! Soweit du schauen kannst nur Blüten. Deine Bienen finden es auch supergeil. Irgendwie ist der Honig aber schon ganz schön fest und so grisselig in den Waben. Also schnell schleudern. Schleudern tun wir, wie wir es von unserem Paten gelernt haben, er macht das immer so. Von der Schleuder durchs Doppelsieb und dann direkt durchs Spitzsieb. Irgendwie klappt das aber nicht. Aber das gleiche Thema hat euch schon der kleinste Berufsimker Deutschlands erklärt (einfach mal auf Youtube suchen). Du hättest aber niemals gedacht, das dir das auch passiert. Aber du hast jetzt 4 Spitzsiebe und du musst gar nicht mehr so schnell entdeckeln, es dauert halt alles etwas länger. Die Schleuder lässt du auch einfach doppelt so lange laufen, damit wenigstens 80% aus der Wabe kommt. Naja - egal.

    Den Rest bekommen halt die Bienen - Winterfutter gespart.

    Dann liest du etwas in dem Forum das du einen Sumpf brauchst, oder ein Klärfass, oder beides. Und irgendwas davon besorgst du dir dann. Und dann stehst du da und überlegst Dir ob du dich nicht vielleicht mit anderen Imkern zusammentun willst. Aber auf der anderen Seite denkst du, ich hab doch eigentlich schon alles was man benötigt, es fehlt doch nur noch (die Abfüllmaschine|die Honigpumpe|die Teigrührmaschine|die Mittelwandpresse|der Deckelwachsschmelzer) und das kann man sich ja pö-a-pö dazu"verdienen". Der Rewe macht das dann schon möglich.


    Dann triffst du ein paar Gleichgesinnte, die genauso wachsen wollen wie du. Sie haben auch eine Schleuder, einen Abfüllkübel oder zwei, den Honigrührstab "RapanteRapante". Keiner hat nen vernünftigen Sumpf, oder vielleicht sogar eine kleine Entdeckelungsmaschine. Alle haben den gleichen Kram. und auch zusammen ist es dann eine ewige Diskussion, welche Technik die bessere ist. Überzeugen kann nur der sagt: "ich kauf mir das jetzt" und dann....


    Im Grunde stehe ich da jetzt :-), vielleicht kann jemand anderes die Geschichte weitererzählen?

  • Im Grunde stehe ich da jetzt :-), vielleicht kann jemand anderes die Geschichte weitererzählen?

    Klar ;)


    Will aber doch keiner hören. Zumindest ist das nur ein sehr sehr kurzes Fenster in der Entwicklung. Davor: Pffffff. Weil keine Ahnung. Danach: Pffffff. Weil sollen die doch die Erfahrung selbst machen.


    ;)

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Was hab ich da bloß losgetreten? ^^

    O.K. ich gebe zu, da waren wir auch vor ungefähr fünf Jahren. Nur die Geschichte mit dem Plastikeimer haben wir gleich übersprungen. Weil ein Schwabe ist zwar sparsam, aber er zahlt am liebsten nur einmal für die selbe Sache. Am besten für was "gscheits".

    Jetzt steckt da was mit vielen Nullen mehr drin und die nächste Erweiterung um 60 qm steht an.

    Wenigstens haben wir es schon geschafft dieses, jedes Jahr die Völkerzahlen verdoppeln, zu stoppen. Das klingt einfacher als es ist. Aber es geht! Habt Hoffnung Ihr Süchtigen! ;)

    Grüße

    Peter

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Ich habe vielleicht eine Idee, warum eine solche Gerätegemeinschaft nur so selten anzutreffen ist.

    Und wo genau steht in dem langen Text jetzt der Grund, warum das mit wenigen Leuten (grundsätzlich) nicht funktionieren kann?

    Das ist doch nur eine vollkommen unnötige Sperre im Kopf, wenn man Zusammenarbeit gar nicht erst in Erwägung zieht. Bei fast allen, dort beschriebenen Entscheidungen, gab es die Option ja wohl gar nicht. Warum nicht?

    Die Nachteile werden hier abgespult ohne lange nachzudenken. Die hat jeder parat. Dass man Klagen über Platz- und Geldmangel, Genörgel des Partners, Zeitverschwendung... abmildern könnte, fällt unter den Tisch.

    Es ist nicht in Ordnung die Waage nur auf einer Seite zu beladen, während auf der anderen Seite die Gewichte daneben auf dem Tisch stehen bleiben. Sie stehen aber da auf dem Tisch.

  • Nun, liegen die Vorteile nicht klar auf der Hand? Auch mir, die ihr eigenes Zeug bevorzugt ist schon klar, dass man natürlich erst einmal viel viel Geld einsparen kann. Ausserdem - es wurde hier schon einmal angesprochen - ist natürlich der Platz auch ein Faktor. Wer alles hat muss alles unterbringen können. Das ist jedes Jahr ein Thema und erfordert schon einiges an Räumlichkeiten und Disziplin, die Dinge ordentlich zu verräumen. Teilt man sich Anschaffungen und lagert diese nicht zentral, dann hat man das Problem natürlich nicht so ausgeprägt.


    Für den geselligen Typ mag es auch ein Vorteil sein, dass er so mit vielen unterschiedlichen Imkern immer mal wieder in Kontakt kommen muss. Man ist als Neuling vielleicht auch leichter integriert.


    Aber letztlich sehe ich auch das Problem nicht so ganz. Es ist ja nicht verboten, sich derartig zu organisieren. Sicher gibt es solche Strukturen auch hier und da. Auch bei uns im Imkerverein gibt es einige Gerätschaften zu deren Nutzung man sich im Imkervereinshaus anmelden kann. Aber eben auch mit den hier schon angesprochenen typischen Problemkreisen. Also wer es mag :-)