Imkergerätschaften als Gemeinschatsgut (Vor- und Nachteile) / Vereinsheim oder freier Zusammenschluss von Imkern und so weiter

  • Ich finde es klasse, niemand fragen zu müssen

    Dann klag auch nicht immer über Platzprobleme. ^^

    Wenn man zwei Völker betreut braucht man nicht das volle Equipment in der Garage, dem Keller oder gar in der Wohnung stehen haben. Das ist unsinnig.


    Da ist Fragen oder absprechen vielleicht unangenehm, aber vernünftiger.

  • Wir haben vor einigen Jahren nach vielen Endlosdiskussionen rund um eine "graue Eminenz"* des Vereins einen Dampfwachsschmelzer und eine Schleuder angeschafft. Mir wurde dann mit vielen fadenscheinigen Begründungen die "Geräteverwaltung" aufs Auge gedrückt. Zuerst haben wir eine Nutzungsordnung erstellt, d.h. tatsächlich WIR, also der gesamte Vorstand.


    Die Konditionen wurden so formuliert, dass jedes Vereinsmitglied die Geräte nach Kurzeinweisung und schriftlicher Bestätigung der Kenntnisnahme der Nutzungsordnung nutzen kann. Dazu ist ein Reservierungsbuch angelegt worden, in dem der Gerätewart die Übergabe und Rücknahme eines sauberen Geräts gemeinsam mit den Ausleiher bestätigt.

    Um auch etwas für die Vereinskasse zu tun, haben wir auch festgeschrieben, dass die Geräte gegen Kaution und Leihgebühr an Nichtmitglieder ausgeliehen werden dürfen, sofern kein Vereinsmitglied eine Leihe aktiv nutzt oder angemeldet hat. Das ist jetzt vier Jahre her. Wer die angemeldete Reservierung nicht nutzt, wird durch den nächsten ersetzt, wer sie überschreitet, zahlt einen festgesetzten Obulus in die Vereinskasse


    Resultat:

    Die Geräte stehen bei mir rum und bislang sind sie dreimal ausgeliehen worden. Demnach hat scheinbar jedes Mitglied die nötigen Geräte bereits selbst angeschafft. Ich selbst habe nur den DWS einmal genutzt, um die Funktion zu überprüfen, bevor irgendwer Fehler moniert.


    * hat dezent blockiert, weil er gern unter Kontrolle haben wollte, was und wieviel im Verein geerntet wird, zugleich seinen "professionellen" Schleuderraum angepriesen...

  • Vielleicht hätte ich die Überschrift etwas eindeutiger formulieren müssen, damit sich nicht gleich jeder Vollerwerbswanderimker mit Völker für zwei Sattelschlepper angesprochen fühlt. Ich gehe halt davon aus, dass man sich ab einer gewissen Größe nicht nur etwas unabhängiger von anderen machen möchte sondern sogar muss.

    Und dann gibt es die, die es von vornherein lieber sind, unabhängig meine ich natürlich. Aber anderes Thema ... ;O

    Natürlich gibt es Dinge, die jeder Imker für sich braucht. Aber ich find es auch super, wenn man sich nach dem gemeinsamen Schleudern / Wachsschmelzen / etc. auch mal hinsetzt, den Grill anwirft und den Tag gemütlich ausklingen lässt. Wenn dabei die eigene Küche / Garage / Kellerlager usw dann noch sauber und halbwegs aufgeräumt ist, ist es umso besser.

    Hier gibt es die Imker, die sich jedes benötigte Gerät für eine gute Summe Geld kaufen, damit sie unabhängiger von anderen sind und dann wieder, wenn ich andere Threads durchlese wieder solche, denen selbst das selbst angerührte Winterfutter für wenige Cent pro Kilogramm / Liter noch zu teuer ist und dabei keine Mühen scheuen sich irgendetwas aus Kaugummi, Klebeband und Spucke zu improvisieren (bitte nicht als Vorwurf verstehen) und dabei ganz stolz darauf sind.


    Meine Schleuder musste ich mir dieses Jahr gezwungenermaßen anschaffen, da mein Imkerpate, der mir da dieses Jahr eigentlich noch hatte aushelfen wollen - dafür habe ich ihm beim Schleudern seines Honigs geholfen, was für mich selbstverständlich ist - leider wegen seiner Arbeit lieber von Abstand genommen hat. Aber da es keine Gemeinschaftsgerätschaften bei uns gibt, haben wir uns übereingefunden, uns bei einer möglichen Infektion des anderen gegenseitig auszuhelfen und anschließend das geerntete Material zu übergeben. Aber dafür hat er dieses Jahr kräftig geflucht, als mal wieder zweimal alle seine Völker gleichzeitig abgeerntet werden "wollten". War doch die beiden letzten Jahre so angenehm, noch eine automatische und vollständig selbsttätige Entdeckelungshilfe zu haben.

  • Habe auch ähnliche Erfahrungen gemacht. Die Alteingessessenen haben schon alles was sie brauchen - alles andere, neuere, brauchen sie nicht, da sie es noch nie gebraucht haben. Ihr versteht?


    Einer hat sich mal eine luftgekühlte Mittelwandpresse gekauft die ihm dann der Verein abgekauft hat um sie an Vereinsmitglieder verleihen zu können. Laut Vorsitzenden ist das quasi noch nie geschehen - er bereut die Anschaffung.


    Ich habe mal nachgefragt wegen geeichter Waage. Mein Vorschlag wäre ne Vereinswaage wo der Verein die jährlichen Eichkosten übernimmt - ich hätte eine gebraucht gespendet. Die ca. 70€ Eichkosten pro Jahr bei 22 Mitgliedern war den Leuten zu teuer - sind ja bis jetzt auch ohne ausgekommen etc.


    Ich glaube das hängt sehr stark von der Vereinsgröße ab - sehr große können sich das gut leisten und es finden sich auch genügend welche die mitmachen. Bei kleineren Vereinen scheitert es meist an beiden. Wo es dann wieder funktionieren könnte wäre halt kleine Gruppen. So 2-4 Imker die sich zusammentun und das gut absprechen.

  • Hallo,

    Honigtrockner, mit einem nicht einsehbaren Parkplatz,abgelegen. So ein Ding würde sich lohnen, wenn es mal da wäre. Vorher hat je jeder trockenen Honig und noch nie Probleme damit gehabt.......

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Die geeichte Waage ist eigentlich der Klassiker der Vereinsarbeit, da ja davon auch die älteren Mitglieder profitieren würden. Eine Waage haben die meistens schon, aber wenn eine geeichte Vereinswaage da wäre, dann würden die sich alle das jährliche Eichen sparen, da ja dann eine verfügbare Kontrollwaage da ist. Wenn es dann nichts wird, dann kann es eigentlich nur die Anschauung sein, dass ja ich das Geld auch für die Anschaffung ausgegeben habe, dann dürfen die "Neuen" das ruhig auch. Lieber geben die selber mehr Geld aus, als dass sich "die Anderen" etwas sparen können. Mit solchen wird man nie einen gemeinsamen Weg finden können.

    Von den 22 Mitgliedern, gehe ich mal davon aus, hat mindestens ein viertel eine eigene Waage die geeicht wird. Sagen wir mal 5 Stück, dann bezahlen die miteinander 350€/Jahr.

    Wenn wirklich von den 22 keiner eine geeichte Waage hat, dann ist es überhaupt nicht zu verstehen warum es nicht einmal gemeinsam funktioniert. Dann hat wohl noch nie einer eine Kontrolle gehabt.

    Lass sie weiter hoffen, dass das nie passieren wird. Du wirst besser schlafen als die.

    Grüße

    Peter

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Hallo,

    Honigtrockner, mit einem nicht einsehbaren Parkplatz,abgelegen. So ein Ding würde sich lohnen, wenn es mal da wäre. Vorher hat je jeder trockenen Honig und noch nie Probleme damit gehabt.......

    Bis bald

    Marcus

    Ich biete nicht nur Melezitose einschmelzen an, die Melezitose muss ja in der Regel auch "homogenisiert" werden. ;)

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Ich finde es klasse, niemand fragen zu müssen und alle Gerätschaften zu haben. Das kostet, aber das sind auch Freiheitsgrade. Und die meisten Geräte sind auch sehr langlebig, da relativiert sich der Preis. Ich unterteile da strikt zwischen Ausgaben und Investitionen.

    Als Imker mit größeren Völkerzahlen würde ich das genauso sehen. Da gibt's Spitzen, wo Du auf das Equipment Zugriff haben musst


    Wer jedoch auf dem Niveau von 5 - 15 Völkern bleibt, kann bestimmte Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Vom vereinsgemäßenTeilen halte ich auch wenig - das klappt nur unter dauerhaft Gleichgesinnten. Besser ist die Bezahlung der Leistung - am Besten vice versa, wenn eine(r) dies macht und der/die Andere das. So kosten eine Schleuder und ein Wachskessel ähnlich viel...

  • Ich biete nicht nur Melezitose einschmelzen an, die Melezitose muss ja in der Regel auch "homogenisiert" werden. ;)

    Hallo, mal dumm gefragt, dass wird dann im Honigtrockner gemacht ? Dabei wird dann vergessen den Trockner auszuschalten und nachher ist der Melihonig nicht nur homoginisiert, sondern auch dem überschüssigen Wasser beraubt ?

    Hatte solchen Honig noch nie.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Aber wenn aufgrund einiger, die sich lieber gar nicht beteiligen wollen oder können, das Vereinsleben stillgelegt wird, werden sich bald wenigstens 99 % aller Vereine von der Bildfläche verabschieden müssen.

    Bezieht sich die Aussage auf Imkervereine?

    Die leben auf dem Papier recht lange, solange die Mitgliederzahl annähernd passt.

    In der Regel sind die Hauptgründe einzutreten, der mittlerweile fette Brocken Neuimkerförderung und die Versicherung. Vielleicht noch die Aussicht auf Ableger und Patenschaften bei den aktiveren Vereinen. Alles andere als eine Liebesheirat.

  • Und das ist schade. Ist doch gerade ein Verein hauptsächlich dazu da, die Ausführung des Hobbys zu erleichtern, vereinfachen und zu unterstützen. Kann doch nicht sein, daß das Protokoll der letzten Versammlung, eine Bowu mit Brot und ein alkoholfreies Bier alles ist.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Ehrlich gesagt waren meine Worte "Alle" Vereine, also nicht bezogen auf ausschließlich Imkervereine.

    Aber Leute, die sich aus dem Vereinsleben zurückziehen, gibt es immer wieder. Bei uns mehr diejenigen, die sich über Jahrzehnte intensiv um die jeweiligen Vereine gekümmert haben.


    Ich hingegen hatte dieses Jahr unverständlicherweise sehr viel freie Zeit, obwohl ich in wenigstens 6 lokalen Vereinen entweder sehr aktiv oder zusätzlich noch im Vorstand tätig bin. Aber ich finde es nicht ganz so schlimm, weil sich viele Tätigkeiten überschneiden oder gebündelt erledigt werden können, da die anderen Vorstände in den Vereinen ebenfalls die Vorstände in weiteren Vereinen sind und es so enge Kontaktpunkte gibt.