Imkergerätschaften als Gemeinschatsgut (Vor- und Nachteile) / Vereinsheim oder freier Zusammenschluss von Imkern und so weiter

  • In meine Schleuder passen vier Rähmchen gleichzeitig und ich wende und drehe selbst. Also, Selbstwendeunddrehschleuder. Viele liebe Grüße in den Berliner Osten aus dem Berliner Süden

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Und wenn die Neuen sich eine eigene Schleuder und den Raum dafür sparen, dann könnten sie dem Paten auch was geben dafür. Sonst ist irgendwann vielleicht auch mal die Motivation dahin...

    Und schon haben alle mehr...

    Das wäre m.E. der Weg, wie die mit der Zeit erfahrungsgemäß nachlassenden Interessen umgangen werden könnten. Eine Dienstleistung zu fairem Preis und klarer Zuordnung von Verantwortlichkeiten würde mir(!) schon passen. Es geht ja nicht nur ums Schleudern. Wachs schmelzen, MW herstellen etc. Ob Profis oder größere Hobbyisten dazu bereit wären, hängt von vielen Voraussetzungen ab - Zeit, Geld, Motivation und Verhalten des Kunden.

  • Dass es einige gibt, die nicht bei den Pflichtstunden mit machen, gibt es in sehr vielen Vereinen. Aber das sollte auch nicht das Maß der Dinge sein, wenn man in der Richtung was bewegen will und es Leute gibt, die sich trotzdem einbringen wollen. Es geht ja auch nicht ausschließlich darum, das "Vereinsheim" oder wie es dann auch immer genannt wird, und die Gerätschaften sauber zu halten.


    ...

    Sloveig Wenn Du meinen Beitrag nochmal genau liest, wirst Du sehen, daß ich mich nicht gegen die Idee einer Zusammeanbeit ausgesprochen habe. Sondern Vorschläge gemacht habe, wie man das aus meiner Sicht für alle Beteiligten gerecht organisieren kann.

  • Ganz ruhig Jungs und Mädels,

    das Thema ist kontrovers und jeder hat so seine Erfahrungen und Vorstellungen. Schade, daß sich noch niemand aus dem Dreieck Leipzig Nord/ Halle/ Dessau gemeldet hat.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Sehr nette Gedanken hier - trifft eigentlich ganz und gar meine Einstellung.


    Ich bin selber im Vorstand eines relativ großen Imkervereins. Wir haben auch "Leihequipment", wie Schleuder, Schmelzer und Mittelwandgießform. Aber wir haben auch ein großes Manko - wir haben keinen eigenen Raum/Haus/Hütte...


    Zuerst erstmal die negativen Erfahrungen:

    Die Schleuder wird im Kofferraum eines Wagens mit zu kleinem Kofferraum transportiert... das er zu klein war, wird aber erst bemerkt nachdem die Heckklappe mit Kraft zugemacht wurde... gut das man Edelstahl einigermaßen gut ausbeulen kann.

    Die Mittelwandgießform mit Wasserkühlung wird dann aus Unwissen auch ohne Kühlung betrieben - es gibt doch schliesslich auch die luftgekühlten... und leider reissen dann einzelne Zellen aus der Matrize (bei unserer Form muss man eigentlich nichts vorher einsprühen), aber insgesamt kann man doch immer noch eine Mittelwand daraus fertigen - die Bienen reparieren das schon.


    Positives gibt es natürlich auch:

    Weiter mit der Giessform...

    Bei uns klappt das übrigens einigermaßen gut - also - die Dadant-Giessform wird von vielen unterschiedlichen Rähmchenmaßlern genutzt, ob DNM, Zander oder Zadant. Bei uns ist Dadant in der absoluten Unterzahl und deswegen ist da auch keine grantelig wenn er denn seine zuschneiden muss. Es kommt einfach direkt wieder in den Wachsbehälter.


    Die meisten kennen ja auch meinen Thread mit dem neuen Schleuderraum... das wäre ein Traum, wenn man das auch für meine Aachener Imker als Verein hinbekommen könnte. Wir haben sehr viele Hobbyimker mit durchschnittlich 2 Völkern. Ein paar gehen sogar soweit, das sie aus lauter Verzweiflung ihre Waben im Mixer verarbeiten und dann auspressen. Das geht dann auch in der 12m²-Bude mit Kochnische. Aber als wir Planungen in diese Richtungen gestartet haben, kamen doch ziemlich viele negative Stimmen aus der Mitgliederschaft:

    "Da stehen nachher bestimmt zwei Schleudern", "Das versifft doch alles, und nachher ist es keiner gewesen", "meine Frau/Mann/Kind rief an und ich musste ganz schnell weg...".


    Als ich nach meinen ersten glorifizierenden Gedanken dazu weiter darüber nachgedacht hatte und mir vorgestellt habe, das ich derjenige sein müsste, der ein Mitglied bitten müsste, doch bitte umgehend seinen Dreck noch wegzumachen, bin ich wieder davon abgekommen. Keiner will in so einer Situation dann den harten Hausmeister spielen, und ist dann nachher deprimiert, wenn es dann an ihm hängenbleibt. Dann macht er es vielleicht ein/zwei Jahre und gibt dann auf.

    Das gleiche hat man doch im Allgemeinen mit gemeinsam genutzten Räumlichkeiten. Es halten sich einfach nie alle an die gemeinsam aufgestellten Regeln (Im Grunde: Hinterlasse es so, wie du es vorfinden willst) und es geht nur dann gut, wenn es hier und da jemanden gibt der es schluckt und sich bückt. Oder es gibt eine Gebühr für die Endreinigung, vielleicht ist das genug Ansporn? So wie in Holland in den Appartements, früher musste man die Endreinigung nur zahlen, wenn sie nötig war, heute ist die Zahlungsposition glaube ich meistens Pflicht. Also - entweder Saubermachen oder €30 zahlen?


    Naja - ich bin noch so erzogen worden, das man ein Werkzeug, welches man sich geliehen hat, in einem besseren Zustand zurückgibt als man es erhalten hat. Da bekommt dann die Bohrmaschine noch eine Komplett-Reinigung, oder die Kettensäge eine geschärfte Kette. Aber viele meiner jüngeren Stadtmenschen kennen das gar nicht mehr, haben vielleicht auch gar keine Möglichkeit dazu. Liegt aber vielleicht auch ein bisschen an der Wegwerfgesellschaft? Ich weiss es nicht...


    Naja, nachdem was ich von Wolfgang so lese... mit ihm würde ich auch solch eine Kolchose aufmachen :)

  • Für mich ist das ganz einfach:

    Auf Vereinsebene mehr als schwer. Viele brauchen so ein Angebot auch nicht mehr. Außerdem sind das viel zu viele Personen.

    Aber auf der Ebene von 3-5 Personen sind Kooperationen in jedem Fall sinnvoll. Da ist reichlich Potential. Wenn nicht alle die gleiche kleine Technik kaufen, kann man sehr gut 1 Version in erheblich besserer Ausführung kaufen und spart neben Zeit bei den Arbeiten auch noch Geld.

  • Das mit der Reinigungsgebühr wäre da noch ne gute Idee. Auf nem Hundeplatz den Ich kenne wird für jedes Wasser lassen des Hundes 1 Euro und für jedes lösen 2 Euro fällig. Wenn es dann nicht weggemacht wird zahlt man 5 Euro.

  • beim Wasserlassen kann man streiten. Beim lösen und gar nicht wegmachen bin ich voll bei Dir.


    Wobei Strafen führen immer zu Streit. Spätestens mit dem der das dann kassieren soll. Das ist auch so ein undankbarer Job.

  • Der Halter soll auf jeden Fall im Vorfeld drauf achten, dass der Hund alles erledigt hat. Und nach dem Wasserlassen wird halt nach der Übungsstunde ordentlich nachgegossen und verdünnt.

    Zu Streit hat das da eigentlich nie geführt, gerade nach dem Lösen. Denn keiner wollte in so nen Fladen hineintreten und ihn mit nach Hause nehmen.

  • Ich finde es klasse, niemand fragen zu müssen und alle Gerätschaften zu haben. Das kostet, aber das sind auch Freiheitsgrade. Und die meisten Geräte sind auch sehr langlebig, da relativiert sich der Preis. Ich unterteile da strikt zwischen Ausgaben und Investitionen.

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich finde es klasse, niemand fragen zu müssen und alle Gerätschaften zu haben. Das kostet, aber das sind auch Freiheitsgrade. Und die meisten Geräte sind auch sehr langlebig, da relativiert sich der Preis. Ich unterteile da strikt zwischen Ausgaben und Investitionen.

    Absolut bei dir

  • Jawohl,

    jeder für sich ist am einfachsten. Das ist Freiheit. Im Gegensatz zu Geiz, wenn ich 362 Tage im Jahr auf eine abgedeckte Selbstwendeunddrehschleuder gucke. Und das Beste, ich brauche das ganze Jahr kein Wort mit einem anderen Imker wechseln, die haben ja sowieso keine Ahnung. Ironie aus. Nein, ich denke da anders. Ich finde meine Erfüllung nicht darin, alleine im Wald mit meinen Bienen zu reden, jede Woche einmal komplett jeder Biene guten Morgen zu sagen, das Brutnest zurechtzurücken und ihren Sitz einzuengen, ich sitze lieber mit netten Leuten um einen Grill herum und unterhalte mich, ein kaltes Getränk mit Schaum in der Hand. Ich liebe den Kälteschmerz im Hirn. Ja, ich bin schon ein wenig seltsam, mag manche Leute noch lieber als meine Bienen.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.