Imkergerätschaften als Gemeinschatsgut (Vor- und Nachteile) / Vereinsheim oder freier Zusammenschluss von Imkern und so weiter

  • Aus dem Thema "Was tun bei zu viel Honig" gibt es scheinbar Interesse zum Gedankenspiel (für manche auch Alltag, wenn man sich die paar Imkergenossenschaften in Deutschland ansieht), über Imkergerätschaften und anderes Gemeinschaftsgut für Hobbyimker. Ich bin zwar hier kein Moderator, dachte aber aufgrund dessen, dass es möglicherweise sinnvoller ist, hierfür einen eigenen Thread zu eröffnen um den Gedanken hier freien Lauf zu lassen anstatt unter einem anderen Thema.


    Einige der üblichen Vor- und Nachteile wurden unter dem anderen Thread schon genannt, aber können hier gerne nochmal eingefügt werden um einen Gesamtüberblick zu erhalten, was es unter Umständen bedeuten könnte, wenn sich ein Verein auch als Halter von Imkergerätschaften zur Verfügung stellt oder sich lieber mehrere Imker vereinsunabhängig gemeinschaftliche mit bestimmten Gerätschaften ausstatten wollen.

  • Danke für die Eröffnung des Treads.

    Also aus meiner Sicht könnte man vieles heute schon so machen was vorgeschlagen wurde.

    Das größte Problem ist doch aber:

    Viele Imker (oft mals das ältere Semester) gönnen sich gegenseitig nicht den Dreck unter den Fingernägeln. So nach dem Motto, Das kann doch nicht sein das der Neue die Vereinssachen einfach so mitnutzt. ICh bin so lange dabei und ich müsste doch hier Exclusiv Rechte haben.


    Bei Jüngeren habe ich ich festgestellt, dass da tatsächlich überlegt wird ob das Geräte mit Anderen zusammen gekauft und geteilt werden.

  • Hallo Freunde,

    es wird immer als Hinderungsgrund angeführt, daß bei einer größeren Anzahl von Nutzern, die Gerätschaften nicht mehr auffindbar sind oder verdreckt zurückgegeben werden. Dazu meine Frage, wie groß ist denn euer Imkerverein?

    Aber, ich gehe noch einen Schritt weiter. Es gibt doch einige Anfänger, die die Investitionen scheuen oder Zuhause in ihrer Dreiraumratio-Wohnung nicht genug Platz haben.

    Aus meiner Studentenzeit ( nein, damals hatten wir auch schon keinen Kaiser mehr ) kenne ich einige Unternehmungen, die gemeinschaftlich durchgezogen wurden. Ich denke da z.B. an Wohngemeinschaften ( Hallo Uschi ) oder Kneipen. Also, warum nicht gemeinschaftlich eine Imkerei betreiben. Das muß keine GbR werden, ein Verein täte es auch. Also vielleicht zwischen zehn und zwanzig Imker aus einer Region, die irgendwo ein Vereinsheim haben, sich mehrmals die Woche dort treffen und alle möglichen imkerliche Arbeiten dort machen. Natürlich brauch es am Anfang Beiträge, aber irgendwann sollte sich die Imkerei selbst tragen. Das ist jetzt nicht gedacht für die Profis, die aus Geldgier oder wegen unbehandelter ADHS neben einem gut bezahlten Beruf unbedingt noch 70 Bienenvölker brauchen um den Tag zu überstehen. Es ist eher gedacht für Leute, die die Imkerei und alles was damit zusammenhängt als Hobby betrachten. Aber auch dabei kann man ja Ehrgeiz entwickeln.

    Darüber hinaus könnte wohl einiger Ärger vermieden werden, wenn man das mag. Kein Ärger mit Nachbarn, Probleme wegen Kindern, klebrigen Socken oder mit der Frau/Mann/Freund/Freundin, oder Beiden.

    Denkt mal drüber nach.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang, Vereinsmeier

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Ich habe zwar einen Imkerkollegen - er hat nach mir angefangen - der mit mir die größeren Gerätschaften nach und nach anschaffen und nutzen wollte. Der zweite Teil hat dieses Jahr super geklappt, nur der erste nicht ganz so gut weil er noch drauf hoffte, dieses Jahr nochmal bei unserem Imkerpaten (hauptberuflich Sozialarbeiter in einem Behindertenwohnheim) mitschleudern zu dürfen.

  • Hallo, spannend ist, welche Gerät kann man überhaupt teilen. Eine chleuder wird immer von allen gleichzeitig gebraucht. Mit dem Dampfwachsschmelzer kann man sich absprechen. Habe da aber auch mal ein ärgerliches erlebnis gehabt, als ich den Vereinsdampfwachsschmelzer brauchte und der Hüter des Schmelzers erbost war, weil er darin ja die ganze Drohnenbrut sammele und jetzt wegen mir schmelzen muss......

    Was meiner meiner nach gut ginge, wäre Melitherm und Rührwerk. Das ist zeitlich zu überschauen.

    Auch eine Gussform wäre zu überlegen.

    Ich halte es wie Henry, der Imker ist ein Einzelkämpfer.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Na ja, Verein funktioniert normalerweise am Besten, da eine formelle Struktur vorhanden ist.

    Stößt aber oft an seine Grenzen was die persönliche Ebene angeht und funktioniert normalerweise super, wenn die Imkerschaft die beteiligt ist, relativ ähnlich gestrickt ist was die Völkeranzahl angeht.

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • Hobbyimker Schleudern nicht gleichzeitig. Der eine hat Freitagabend Zeit, weil er schon lange kein Schach mehr spielt, ein Anderer Samstag früh, damit er die Straße nicht kehren muß. Wieder Einer steht nicht auf Fußball, also Samstagabend. Noch Einer schickt seine Frau alleine in die Kirche, also Sonntagfrüh und wer Polizeiruf 110 nicht mehr sehen kann, kommt Sonntagnachmittag dran. Nicht zu vergessen, der Herbert, der Nachts nicht schlafen kann weil er jeden Nachmittag Kaffee trinkt. Wenn Euch jetzt die Augen weh tun, denkt daran, das war nur das Wochenende. Und auch die diversen Trachten entzerren nochmal. Einer steht auf Löwenzahnhonig, der Andere wohnt am Robinienwald, ein Weiterer in der Lindenallee. Da muß doch was gehen, wenn man sich bei einem lustigen Thekengespräch einigen kann. Aber natürlich, das ganze Jahr eigenbrödlerisch hinter den Beuten stehen und granteln, dann ins Vereinsheim und sofort Schleudern ohne jegliche Vorwarnung, wie sagt der Almöi, das geht nicht.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang, Erfinder des Küchenplans

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Wie sieht es eigentlich Hygienetechnisch aus? Klar kann/will man alles nach Benutzung sauber geputzt haben.

    Reicht aber "sauber geputzt" um evtl. Krankheiten nicht unter den ganzen beteiligten Imkern schön zu verteilen oder müsste man da wirklich flächig desinfizieren, sterilisieren?

    Bei meinen eigenen Geräten hab ich halt nur mit meinen eigenen Verfehlungen zu kämpfen.


    Finde die Idee (gerade auch weil mein Konto stöhnt, wenn es an all die Anschaffungen in den ersten Jahren denkt) eigentlich super. Meine Menschenkenntniss sagt allerdings "Schnapsidee + Magengeschwür wegen Ärger".


    Gruß,

    Friedrich

  • Bei uns gab es bisher lediglich eine vereinseigene geeichte Waage. Alle meine bisherigen Anläufe, mit dem durchaus vorhandenen Guthaben auf dem Vereinskonto und ggfls. der Spendenbereitschaft von Mitgliedern und Unterstützern weiteres "Gemeingut" zu beschaffen, scheiterten bisher am allgemeinen Interesse:


    Lehrbienenstand? "Wer soll denn den in Schuss halten? Das funktioniert ganz sicher nicht zuverlässig. Und der Unterhalt ist doch bestimmt deutlich teurer, als veranschlagt."


    Mittelwandgießform? "Wer soll denn bestimmen, wer die wann bekommt? Wer macht die sauber? Wer weiß, ob wirklich alle damit ordentlich umgehen? Bin doch all die Jahre zufrieden damit, mein Wachs zum Händler zu bringen, um dort gegen Zuzahlung Mittelwände (aus fremdem Wachs) wieder mitzunehmen."


    Schleuder? "Wo soll die denn stehen? Wer soll die verwalten? Ich habe doch bereits eine eigene Schleuder." (Auf die Frage, was denn mit den Neuimkern mit ihren zwei Völkern ist, bekommt man vom älteren Semester nur Schulterzucken.)


    Ich selbst ärgere mich bei Diskussionen dieser Art noch immer regelmäßig über die Engstirnigkeit und den Egoismus vieler Vereinsmitglieder. Glücklicherweise gibt es bei den aktuell 32 Mitgliedern eine gute handvoll von Leuten, die anders, die offen für neue Ideen sind, die helfen wollen, Dinge zu gestalten! Das sind übrigens vorwiegend Frauen... ^^


    Viele Grüße

    DOMMY

  • Ganz sicher ist man nur mit Mundschutz und wenn sich Alle dran halten. Das wissen wir mittlerweile fast Alle. Ich finde, daß die Bienenkrankheiten in Büchern, Ausbildung, Foren und im Imkerleben überproportional präsent sind. Die kommen viel seltener vor als man denken könnte, weil jeder immer davon spricht. Natürlich sollte man beim Gebrauch einiger Gerätschaften drauf achten und nicht die Aufmerksamkeit vernachlässigen. Aber übertreiben muß man auch nicht. Und bei meinem Vorschlag der gemeinschaftlichen Imkerei geht es ja um eine Imkerei. Das ist etwas anderes als den vorhandenen Verein anders zu denken. Das ist das gleiche Problem wie Hobbyverfahren einfach größer zu denken für den Profibereich. Vergeßt die Vorstellung, euren Verein so umzubauen. Da gibt es die alten Imker, die alten Gewohnheiten, jeder hat schon alles was er braucht und Umdenken ist nicht angesagt. Denkt mal neu. Eine Gemeinschaft, die zusammen eine Imkerei betreibt. Ist beim Fußballverein auch nicht anders. Nur wenige haben einen Fußballplatz privat auf ihrem Grundstück. Und nochmal, Imkern ist eine Mannschaftssportart. Das sollte man in Vereinen und gerade im Forum schon erkennen!

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Auch eine Schleuder kann man sich gut teilen. Erst mal wie Bienenköniggibmirhonig beschrieb und nicht immer sind alle Völker gleich schnell mit Verdeckeln fertig. Und wenn wirklich 3 Imker gleichzeitig mit Rapshonig ankommen, warum sollte es dann nicht möglich sein, diesen kurz hintereinander zu schleudern?

    Kommt wahrscheinlich nicht allzu häufig vor, dass jemand mit Frühtracht und ein anderer mit Spättracht gleichzeitig schleudern wollen.

  • Ich habe den Eindruck hier soll das Vereinswesen neu erfunden werden.
    Bei meinem Paten können Neuimker übrigens auch nach ein paar Jahren noch kostenlos Schleudern.

    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD