Futter abschätzen

  • sach ma Frank:) is es nicht (hin und wieder) zu schwer, dein Gespann?;)

    Puh, vom Grundsatz her ist es ein Gespann mit 7 to zul. Gesamtgewicht, und einen Sprinter für vor der Wanderung abgenommene Honigräume samt Bienen gibt es ja auch noch. Der TGE soll in den anstehenden Wintermonaten noch ein Uprade durch eine regelbare Luftfederung erhalten. LKW Mietstationen u. Spediteure gibt es in der Nähe auch einige, es findet sich also immer eine den Bedürfnissen angepasste betriebswirtschaftlich sinnvolle Lösung für anstehende Wandervorhaben.

  • Waldi, falls Du Hobbyimker bist, würde ich Dir empfehlen, was ich selbst tue. Ich gebe den Völkern soviel wie sie aufnehmen können. Damit hast Du drei große Vorteile:

    1) Du hast die Gewissheit, dass alle Völker genug Futter über den Winter hinaus haben, ohne Dir Sorgen machen zu müssen.

    2) Durch die Überfütterung verursachst Du eine Brutpause, da für einige Wochen kein Platz zum Eierlegen ist. Damit stagniert für gewisse Zeit die Anzahl schlüpfender Milben und damit wird deren Befall im Griff gehalten.

    3) Im Frühling kannst Du die Völker mit den Futterwaben aus dem Winter in Schwung bringen.


    Auf diese Weise verbringst Du den Winter mit gutem Gewissen, dass Du beim Füttern keine Fehleinschätzung gemacht hast und die Bienen gesund sind mit mehr als genug Futter und weniger Milbenbefall.

    Diese Methode ist vor allem Hobbyimkern wie mir selbst zu empfehlen, da bei größeren Imkereien die Futterkosten eine Rolle spielen.

    Schöne Grüße aus der Hauptstadt!

  • Waldi, falls Du Hobbyimker bist, würde ich Dir empfehlen, was ich selbst tue. Ich gebe den Völkern soviel wie sie aufnehmen können.

    Was für ein haaresträubender Unsinn. Es ist total einfach, Völker so zu überfüttern, das im Frühjahr das Futter noch da, aber die Bienen weg sind. Zum einen brauchen die leere Zellen für den Wärmehaushalt, und Winterbienen sind auch nicht bloß ein nettes Extra. Auch in der Imkerei ist Augenmaß von Vorteil. Das ist wirklich ein ganz ganz grottenschlechter Ratschlag! :(

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Wenn nun Dauertracht wäre, durchgehend bis November (Greeningfelder), würden die Völker eingehen? Ich habe letztes Jahr nach obigem Ratschlag von Berlimker gefüttert (und mache es wieder) und obendrauf lieferte offensichtlich der Senf noch so viel Nektar, dass ich selber noch das Winterfutter vom letzten Jahr essen kann. Seit Ende Juli gebe ich den Völkern alle 3 Tage 1 Liter Sirup (3:2) und ich setze es bis Mitte Oktober fort, bis alle satt sind. (Überlebensquote inkl. Varroa im letzten Jahr 80%.)

  • Ich versuche mir grade vorzustellen, wie die Bienen in Wabengassen zwischen mehreren Zentimeter dicken Zuckerschinken hocken und diese mit hochheizen, damit sie ihre Traube auf Temperatur bringen. Klappt nicht, kann ich mir nicht vorstellen. Mit solchen Kältebrücken ist Feierabend im Kasten.

  • Ich versuche mir grade vorzustellen, wie die Bienen in Wabengassen zwischen mehreren Zentimeter dicken Zuckerschinken hocken und diese mit hochheizen, damit sie ihre Traube auf Temperatur bringen. Klappt nicht, kann ich mir nicht vorstellen. Mit solchen Kältebrücken ist Feierabend im Kasten.

    Das ist unbedenklich, da wir noch im September sind und die wirklich kalten Temperaturen nur nachts herrschen. Währenddessen, durch den Futterverbrauch zur Erwärmung des Stocks, werden schon die ersten Zellen leer. Bis der Winter kommt, sind viele Zellen wieder frei.

    Das Wichtige ist es, bis Ende September die Auffütterung beendet zu haben.

  • Moin,

    es ist aber ein Unterschied, ob ich dünn füttere und/oder noch Tracht habe oder ob ich bei den Völkern Futter oben dick reinkippe, bis sie nichts mehr abnehmen.

    Beim ersteren wird immer Platz für neue Brut bleiben. Die nehmen im Oktober nichts mehr ab, weil es denen zu kalt zum Abnehmen wird und sie sich in die Wintertraube zurück ziehen (das werden wir bei der Witterung teilweise auch jetzt schon haben).

    Aber wenn zu schnell zu viel zu dick eingefüttert wird, gibt es keinen Platz mehr für Brut, die jetzt noch benötigt wird. Das Volk nimmt langsam ab, es sterben die alten Bienen, es gibt zu wenig junge Bienen, die alles heizen können und dann ist irgendwann Feierabend.

    Ich würde für mich und für meine Region und mein Beutensystem ein Zielgewicht definieren und versuchen, dieses durch sinnvolles Füttern zu erreichen.

    Wenn dann noch Greening hinzu kommt, hab ich eher etwas zu viel, aber definitiv genug, dass die Bienen über den Winter kommen. Es wird aber eher selten richtig Trachtflug herrschen.

    Dieses Zielgewicht über mehrere Jahre überprüfen, ob es eher zu wenig oder zu viel Futter war (ist immer Greening im Flugbereich oder nur teilweise?) und dann entsprechend anpassen.

    Wenn du die Varroa dann auch nicht im Griff hast und die Bienen auch nicht gegen an brüten können, dann ist das Volk Geschichte.

    20% Ausfallrate finde ich ebenfalls nicht herausragend. 0% wären toll, aber bei allem, was über 5-10% hinausgeht, muss man ergründen, was da schief gelaufen ist (Varroa? Andere Krankheit? Schlecht begattete Königin oder Kö am Ende? Zu viel Futter? Zu wenig Futter? Zu schwach eingewintert? Räuberei, auch durch z.B. Wespen? etc.).

    Bei einem sind wir uns einig: Für den Winter einfüttern sollte bis Ende September durch sein!

    Ach ja: Und die Winterbienen werden nicht im Winter erbrütet!

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Ich versuche mir grade vorzustellen, wie die Bienen in Wabengassen zwischen mehreren Zentimeter dicken Zuckerschinken hocken und diese mit hochheizen, damit sie ihre Traube auf Temperatur bringen. Klappt nicht, kann ich mir nicht vorstellen. Mit solchen Kältebrücken ist Feierabend im Kasten.

    Das ist unbedenklich, da wir noch im September sind und die wirklich kalten Temperaturen nur nachts herrschen. Währenddessen, durch den Futterverbrauch zur Erwärmung des Stocks, werden schon die ersten Zellen leer. Bis der Winter kommt, sind viele Zellen wieder frei.

    Das Wichtige ist es, bis Ende September die Auffütterung beendet zu haben.

    Kann so sein, muss aber absolut nicht so sein. Ich habe an einem meiner Stände Buchweizen in der Nähe. Da wird nix leerer, ganz im Gegenteil. Wenn ich die nach deinem Muster aufgefüttert hätte, säßen die seit Wochen auf komplett vollen Waben - in jede frei werdende Brutzelle wird dann Futter gepackt.

  • Es ist total einfach, Völker so zu überfüttern, das im Frühjahr das Futter noch da, aber die Bienen weg sind.

    Stimmt exakt - in meinem ersten "Bienenwinter" habe ich so ein Volk verloren. Schön gefüttert und im November waren sie hin, weil so gut wie keine freien Zellen mehr da waren.


    Passiert mir nicht mehr!

  • die sind hin, weil schon vorher kein Platz zum Erbrüten der Winterbienen da war. Wenn dann die Sommerbienen sterben, ist die Kiste bis auf eine Handvoll toter Bienen mit Weisel leer geflogen und man hat viele Futterwaben.

    Bei mir waren es 2014 6 oder 8 Ableger- es waren einfach zuviel

    volle Kanister auf der Palette, viel zuviele Völker, viel zu viel Arbeit und zu wenig Wissen im ersten Halbjahr. Ende Oktober habe ich es auf die Varroa geschoben, im Februar 2015 habe ich dann die Bilder bei Guido Eich wieder erkannt.

    Bei Einfütterung mit Sirup +Spättracht geht das fix.

    Bei 10kg Zucker sollte man im August pausieren und dann schauen was noch reinkommt bzw verbrütet wird. Bei Fütterung mit 1:1 ist die Gefahr nicht so groß, weil mehr Zellen gebaut und dann durch Verdichtung und Verbrauch wieder für Brut geräumt werden. Da hat man mehr Dynamik in der Kiste.

  • Es ist total einfach, Völker so zu überfüttern, das im Frühjahr das Futter noch da, aber die Bienen weg sind.

    Stimmt exakt - in meinem ersten "Bienenwinter" habe ich so ein Volk verloren. Schön gefüttert und im November waren sie hin, weil so gut wie keine freien Zellen mehr da waren.


    Passiert mir nicht mehr!

    Mein Sohn hatte im letzten Jahr einen Überwinterungsstand dort sind die

    einräumigen Völker (Kunstschwärme gebildet Mitte September 2019 nach

    der Heide) durch einen Fehler der digitalen Zugwaage Mitte Oktober

    heillos überfüttert worden, so das man die Deckel der Beuten im Anschluss

    kaum aufbekam. Die Wintertrauben hingen dann im Winter mehr unter

    als auf den Waben in die Böden. Um es kurz zu machen es gab auf dem

    Stand trotz meiner eigenen Skepsis und erheblichen Vorwürfen meinerseits

    an den Vize keine Völkerausfälle. Im zeitigen Frühjahr wurden überzählige

    Futterwaben entnommen und durch ausgebaute Waben ersetzt. In der

    folgenden Obst- und Rapstracht gab es keinerlei Ertragsunterschied zu

    Völkern anderer Überwinterungsstände. Schon um mir jedoch die Arbeit

    im Frühjahr zu sparen würde ich eine totale Überfütterung vermeiden

    wollen.


    LG

    Frank

  • Glück gehabt! Wie war denn der Winter bei Euch? Hier bei uns gab's ja fast keinen. Wenn die noch genügend Winterbienen erbrüten konnten ist es doch gut. Der Kollege 02102020 will die ja schon im September überfüttern. Wo solche Tipps herkommen frag ich mich wirklich. Der Liebig hat wohl leider oft genug Recht mit dem Problem hinter den Kisten :(

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • Ich habe bei meinen wenigen Völkern das Gefühl, daß die später im Jahr, wenn es bei uns im wilden Osten schon ganz schön frisch werden kann, kein Futter mehr annehmen. Deshalb ist die Idee, bis Ende September eingefüttertes zu haben hier bei uns schon nicht so falsch. Die Winterbienen sollten dann auch schon da sein und weil bei uns ab September nichts mehr reinkommt ( Eisblumen sind schlechte Pollenspender ), sollte bis es richtig kalt wird schon wieder einiges an Platz frei sein.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.