Futter abschätzen

  • N'Abend zusammen,


    die erste Rutsche der Einfütterung bei meinen dreieinhalb Völkern ist - soweit ich das beurteilen kann - abgeschlossen. Es ist ordentlich Futter angekommen und - bis vor einer Woche meine größte Sorge, da es bei zweien der WV seit sechs Wochen eher schleppend voran ging - die Mittelwände, die ich gegeben habe, sind alle ausgebaut.


    Nun stellt sich mir die Gretchenfrage aller Anfänger: wieviel haben sie denn nun tatsächlich drin?


    Ich habe hier gelesen und auch in Ralf Sesters Videoserie wurde das Thema nochmal angesprochen: geraden für Anfänger empfohlen ist das Wiegen, erst die eine, dann die andere Seite, summieren, durch zwei, habe ich geschnallt und suche gerade nach einem passenden Haken. Vom Ergebnis ist das Gewicht der Zarge zzgl. ca. 3kg für Bienen, Brut und Wachs abzuziehen. Soweit, so gut.

    Kleiner Unsicherheitsfaktor ist wohl, dass bei Holzbeuten (und Rähmchen) nicht bekannt ist, wieviel das Gewicht durch aufgenommene Feuchtigkeit zugenommen hat (im Gegensatz zur zimmertrockenen Neuware). Aber aus dem Bauch heraus sollte das (erheblich?) weniger, als ein Kilo ausmachen und so knapp sollte das Futter wohl nicht bemessen sein, dass das eine gravierende Rolle spielt. Nicht einschätzen kann ich, inwieweit sich auswirkt, wie groß das Brutnest noch ist.


    Mal unabhängig davon, dass es sicher sinnvoll ist, über das Wiegen mit einer Kofferwaage ein Gefühl für das "richtige" Wintergewicht zu entwickeln: kann ich die Futtermenge nicht auch anhand der Menge der verdeckelten Futterwaben abschätzen?


    Beispiel: eines der WV hat zwei knallvolle, beidseitig verdeckelte DD-BR-Waben mit Futter. Ich meine zu wissen, dass eine davon 3kg Futter entspricht (wobei eine volle DD-HR-Wabe 2kg wiegt; da die BR-Wabe doppelt so groß ist, sollten es also eher 4kg sein, aber bleiben wir für das Prinzip erstmal bei 3kg). Wenn ich nun auf den übrigen 8 Waben dicke Futterkränze habe, die einem knappen Drittel der Wabenhöhe entsprechen, wären das nach dieser Rechnung nocheinmal 8kg, zusammen also 14kg Futter.


    Geht das nicht auch so? Oder übersehe bzw. mißverstehe ich etwas?

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • Morjen Waldi !


    Hatte es bei mir so gemacht:

    Tatsächlich alle einzelnen Komponenten ( Boden, Zargen, Waben(leer und ausgebaut), Deckel)

    mal je einzeln gewogen und Gewichte notiert und griffbereit zum nachschlagen. Das schon im "Frühsommer" aus Neugier.

    Du hast sicher alle Komponenten als Ersatz ? Wäre ein Vorteil.


    Dann , so wie du beschrieben hast mit Kofferwage vorn und hinten an Beuten gewogen.

    Wichtig ist unten an der Kante gerade nach oben ziehen, nicht so schräg von der Beute weg.

    ( Habe Haken, Schnur und dann die Kofferwage)

    Gewichte addieren, Einzelkomponenten und Bienen abziehen:

    Voila !

    Fast genaues Futtergewicht plus/minus 100-300 Gramm

  • kann ich die Futtermenge nicht auch anhand der Menge der verdeckelten Futterwaben abschätzen?

    Hallo, im Ruhrgebiet sind 2 Bienenwissenschaftler die haben das jahrelang gemacht, da wurde ein Zander Rahmen mit Gummis bespannt. Dadurch entstanden 8 gleichmäßige Teile und die wurden dann gezählt. Hier im Forum wurde da schon mehrere Winter lang gewogen, da wurde von den 2 immer noch geschätzt. Bis dann das Wiegen als ganz neue Methode von ihnen publik gemacht wurde.

    Tu dir und deinen Bienen einen Gefallen und wiege, das kann man auch im Regen im Februar machen und weiß ziemlich genau wie viel Futter noch drin ist. Ich wiege die Völker nur auf einer Seite(dort wo die Rähmchenohren sind) und rechne den Wert mal 2.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Waldi Schätzen geht gut, sogenannte Liebefelder Schätzmethode, die entgegen der Darstellung von Marcus Göbel nicht von Liebig/Aumeier erfunden wurde. Gerade am Anfang kann das eine gute Hilfe sein: Einmal schätzt Du das Gewicht nach dieser Methode. Gleichzeitig wiegst Du die Kiste vorne und hinten (wenn Kaltbau). Dann hast Du eine Korrelation. Beim ersten Mal lieber genug einfüttern. Ende Winter nochmals wiegen (nicht Kiste aufreissen und schätzen) und Dir dann merken, wie viel die Völker im Schnitt etwa verbraucht haben. Das Ganze machst Du einige Winter lang, dann hast Du ein gutes Gefühl. Im Prinzip kommt es gar nicht so sehr darauf an, wie genau Du wiegst. Wenn Du immer dieselbe Methode verwendest, liegst Du immer genau gleich falsch ;) Das heisst die Veränderungen werden korrekt erfasst. Und diese sind es, die letztlich zählen. :)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Moin,

    Beute möglichst Beidseitig wiegen und notieren.

    Zielgewicht müßte doch bei 12er Dadant mehr oder weniger bekannt sein (40kg?).

    Daran orientieren und über den Winter im z.B. monatlichen Rhythmus immer mal wieder wiegen, bis man weiß, was die eigenen Bienen am eigenen Stand verbrauchen.

    Daraufhin die Futtermenge in den folgenden Jahren anpassen.

    Immer lieber 2-3kg mehr drin, als man braucht.

    Möglichst früh füttern, im September/Oktober werden 2kg aus dem Fütterer nur noch ungern angefaßt.

    Interessanter als jetzt wissen, wieviel da wirklich drin ist: Wieviel ist im Januar-März noch drin?

    Aber auch da kann ich dir sagen: Mach dich nicht zu verrückt, auf ±200-300g kommt es nicht an, eher auf ±2-3kg.

    Zur Not, wenn es dir im Frühjahr dann doch zu leicht vorkommt oder der Winter zu lange dauert, noch etwas Futterteig drauf packen (März, wenn sie das auch abnehmen können).

    Wo liegst du denn jetzt konkret mit deinen Gesamtgewichten?

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • Wow, danke Euch!

    wiege, das kann man auch im Regen im Februar machen

    Ende Winter nochmals wiegen (nicht Kiste aufreissen und schätzen)

    :thumbup:So viel zum Thema: übersehe ich was 8o.

    Ja klar, wieder mal nicht weit genug gedacht....


    Zielgewicht müßte doch bei 12er Dadant mehr oder weniger bekannt sein (40kg?).

    Ah, ok, das ist mir neu. Bietet zumindest nen Anhaltspunkt. Ich muss gestehen, dass ich das zZ verwendete Material nicht gewogen habe - aber in den nächsten Tagen sollten schon zwei "Basisbeuten" (BR mit Zubehör ohne HR) für das nächste Jahr hier eintreffen. Ist derselbe Hersteller, kann ich die wiegen.

    Wo liegst du denn jetzt konkret mit deinen Gesamtgewichten?

    Ich suche immer noch den passenden Haken ;). Im Ernst: wiegen habe ich noch nicht gemacht, ist für das WE geplant und danach werde ich dann die nächste Futtergabe orientieren.


    Nochmals vielen Dank an alle!

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • Noch was: Nur ganz wenig anheben! Je weniger Du anhebst, umso weniger verschiebt sich der Wie-heisst-er-nochmal-Punkt und umso genauer ist der gewogene Wert. Je weiter Du anhebst, umso leichter wird die Kiste ;)

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Zielgewicht müßte doch bei 12er Dadant mehr oder weniger bekannt sein (40kg?).

    Das hängt aber auch von der Anzahl der Rähmchen und dem Material der Beute ab, je nach Beutebauart sind das bei mir entweder ca. 34kg (neue leichte Holzbeuten) und ca. 40kg (alte schwere Holzbeuten) - bei 8-10 Waben...