Warum finde ich unterschiedliche große Arbeiterinnen?

  • Hallo zusammen,


    es würde mich freuen, wenn Ihr mir helfen könntet, ein Phänomen zu verstehen, das ich an meinem Ableger beobachte: die Arbeiterinnen darin weisen teils einen erstaunlichen Größenunterschied auf, isb. zu den älteren Bienen aus den Völkern, mit denen ich den Ableger gebildet bzw. verstärkt habe. Auch finde ich teils Brutzellen, die einen leicht gewölbten Deckel haben (allerdings deutlich weniger, als auf Bildern, die Buckelbrut zeigen - und es sind auch keine Drohnen mehr im Volk, Buckelbrütigkeit, zB durch eine fehlbegattete Königin, würde ich daher ausschliessen).


    Der Grund für Unterschiede im sonstigen Erscheinungsbild (heller oder dunkler, etc.) ist mir klar (verschiedene Väter). Aber hier scheint der Fall anders zu liegen, da viele (die meisten? muss ich nochmal drauf achten) der verdeckelten BZ normale Deckel aufweisen, es also nicht so zu sein scheint, dass einfach die Nachkommen der neuen Kö alle größer sind.


    Was beobachte ich da?

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • Frisch verdeckelte brut hat immer einen gewölbten Deckel der mit jedem Tag etwas flacher wird.


    Frisch geschlüpfte Bienen haben den kürzesten Hinterleib, das ändert sich nachdem/wenn sie sich den Magen mit Pollen Vollschlagen und den Fettkörper aufbauen. Was sich nach der Brutpflege auch wieder etwas relaiviert und sie dann nur mit vollem Honigmagen wieder an diese Größe herankommen.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Verkürzte Hinterleiber treten auch beim Flügeldeformationsvirus aus. Gibt es weitere Hinweise auf einen Varroaschaden, z.B. Stummelflügel?

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Gibt es weitere Hinweise auf einen Varroaschaden, z.B. Stummelflügel?

    Bisher nicht; was ich meine, gesehen zu haben, waren Arbeiterinnen, die etwas größer zu sein schienen, als die bisher üblichen.

    Oder Zwergdrohnen ...

    Ist das das Imkeräquivalent zu Kolbenrückholfeder, Siemens Lufthaken oder Kompassrosenwasser :/?


    Ich werde am WE nochmal genauer hinsehen.

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • Hast du alte Brutwaben drin?

    Soweit ich weiß, schlüpfen aus alten Brutwaben kleinere Bienen, weil die Wabengröße durch die zurück gelassenen Häutchen schrumpft.

    Keine Ahnung, ob die das später in der Entwicklung wieder aufholen, aber grundsätzlich ist die Größe durch die Genetik festgelegt und die ist Europaweit was die Größe angeht recht ähnlich.

    Grüße aus HH Andreas


    Man kann sich den ganzen Tag aufregen :evil: ------- Ist aber nicht verpflichtet dazu :cool:

  • wenn ich mal als Beispiel Queens nehmen....

    Nebst der Genetischen Komponente spielt die Aufzucht also die Ernährung/Pflege eine nicht unwesentliche Rolle, ob voll entwickelt oder schlechter. (Epigenetik)

    Wenn du ma genau hin siehst, entdeckst du bei offenbar schlecht versorgten Völkern TROCKENE BRUT.

    (beim Umlarven besonders gerne) Die Larven "schwimmen nicht" im Futtersaft, die von der Queen abgelegten Eier sind mini usw.

    Da kann nichts gutes bei raus kommen, weder als Queen noch als Arbeiterin oder Drohne.

    Es deutet also auf Nahrungsmangel und in Folge auf mangelnde Pflegebereitschaft hin.

    Der Fettkörper der Pflegebienen.........

    Meinen Satz; ein mieser Brutsatz zieht den nächsten nach sich, sehe ich hier mal wieder bestätigt.

    Eigentlich müssen wir unseren Immen "immer Futter bieten"

    Wer abräumt und nicht gleichzeitig füttert (noch Tage zu wartet) darf sich nicht über unterversorgte Brut, also Minibienen wundern. Genau das hat einen ersten schlecht versorgten Brutsatz zur Folge, der Anfang vom Rattenschwanz.

    Das, was du sicher weisst, hält dich vom Lernen ab.

    sine missione

  • Hast du alte Brutwaben drin?

    Nee, die hab ich ja erst ab nächster Saison :S...

    Wer abräumt und nicht gleichzeitig füttert (noch Tage zu wartet) darf sich nicht über unterversorgte Brut, also Minibienen wundern.

    Generell gesprochen sicher eine berechtigte Warnung. Aber in meinem Fall handelt es sich um einen (ach, was sage ich: DEN Ableger), bei dem ich mich mühsam zurück halten musste, ihn abends nicht mit ins Bett zu nehmen =O.

    Auch ist es so, dass es (wenn ich mir nix eingebildet habe :/, langsam werde ich unsicher) so ist, dass wenn die (einige der?) jüngeren Bienen größer sind, als die älteren.


    Alles Spekulation: ich werde am WE nochmal genau hin schauen, vielleicht habe ich mich einfach getäuscht.

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • Zwergdrohnen sind keine Erfindung von mir.

    Habe ich leider auch schon gesehen. :(

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Ist das das Imkeräquivalent zu Kolbenrückholfeder, Siemens Lufthaken oder Kompassrosenwasser ?

    Bitte, wenn dann schon "Kompassrosettenwasser"...


    Aber im ernst, wenn ein Volk Hunger leidet gibt es viele Erscheinungen, von kleinen Bienen bis das die Brut wieder aufgefressen wird... - da ist die Unterversorgung der Maden nur das erste Anzeichen...

  • Waldi : Gut, daß Du so aufmerksam hinsiehst und nach Ursachen/Erklärungen suchst.

    Mögliche Ursachen könnten sein:

    - Mangelernährung der Larven (s. #7) z.B. wegen Pollenmangels oder wegen

    - Arbeitskräftemangel (zu wenig Pflegebienen für zuviel Brut)

    - Krankheitssymptome

    - normale Körperdifferenzen, z.B.: Erfahrene, alte Flugbienen haben einen großen Hinterleib, wenn sie voll aufgetankt sind und wirken gegenüber gerade geschlüpften Jungbienen deutlich größer.

  • Bitte, wenn dann schon "Kompassrosettenwasser"...

    Oh, entschuldige, hast mich erwischt: die Geschichte vom Kompassrosettenwasser hat ein Kumpel erlebt ^^...

    leidet gibt es viele Erscheinungen, von kleinen Bienen

    Ich schrieb ja aber von Bienen, die größer wirken, als die bisherigen. Und die bisherigen sind mir nicht als besonder klein aufgefallen, auch nicht im Vergleich zu den Bienen in anderen Völkern bzw. an andern Ständen. Die Damen wurden penibelst versorgt und nach allem, was ich hier so lese, imkere ich von den Grundvoraussetzungen eh in Bullerbü: die tragen hier noch immer reichlich Pollen und offenbar auch immer noch Nektar ein (oder sie haben enormen Durst ;)).


    Ich war gerade nochmal draußen: vielleicht habe ich mich einfach durch die beiden vorherrschenden Phänotypen narren lassen.

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.