Fragen zum Ausbau eines Schleuderraumes

  • Hallo zusammen,


    da meine Völkerzahl weiter gewachsen ist, plane ich für diesen Winter den Ausbau eines Raumes im Keller zum Schleuderraum mit angrenzendem Honiglager.

    Ich lebe in der Städteregion Aachen, NRW... und habe leider - wie die meisten hier - keine Gelddruckmaschine :-)


    Aktuell wird der Raum nur als Lager genutzt und wir schleudern in der gereinigten Küche. Aber dieses Jahr hat gezeigt, das es da sehr eng wird und man kann auch nicht mal einfach unterbrechen, die knapp an die 60 Honigzargen stehen lassen und am nächsten Morgen weitermachen - zumindest nicht mit guten "Hygiene-Gewissen".


    Es soll also der Lagerraum im Keller zum Schleuderraum werden. Der Raum hat aktuell einen Wasseranschluss (Handwaschbecken) und eine Toilette direkt daneben. Im Moment ist der Teil mit der Waschgelegenheit und der Toilette mit einer Rigipswand von dem jetzigen Lagerraum abgetrennt.

    Er ist 2,50m breit, ca. 4,00m lang und 2,30m hoch. An der kurzen Seite ist ein Fenster. Der Raum ist nur rauh (und sehr uneben) verputzt, und es sind offene Heizungsrohre an der Decke verlegt. Auf dem Boden liegt ein hart verklebter "Arztpraxis-PVC-Boden" des Vorbesitzers.


    Ich wollte die Rigipswand bei Bedarf versetzen (oder nur rausreissen), die Toilette und das Handwaschbecken entfernen und stattdessen eine Gastronomiespüle hinsetzen, sowie einen Bodenabfluss (statt Toilette) installieren.

    Hier eine erste Frage: Bodenabfluss so ok? Gibt es soetwas mit Geruchsverschluss?


    Bei den Wänden bin ich mir nicht ganz so sicher. Soll ich auf die Wände erst Rigips verlegen und darauf fliesen? Oder nur an den Stellen der Wände, wo auch Arbeitsflächen sind, einen Edelstahl- oder Fliesenspiegel anbringen (50x200cm Blech kosten ca. 45€)?


    Da der Raum ja nicht ganz so hoch ist, wollte ich die Decke nicht ganz abhängen - und ich habe noch die Möglichkeit Hebetechnik an der Decke anzubringen:

    Soll ich die Rohre an der Decke einkoffern und streichen oder ist das vertane Liebesmüh?


    Ich wollte ja weiterhin einen Teil des Raumes als Honiglager abtrennen (ist die Trennung nötig oder reichen dort ein paar offen zugängliche Schwerlastregale?)

    Die Größe ergibt sich aus aktuell zwei Euro-paletten die dort dann als Boden dienen würden, also ein Bereich von netto 80x250cm. Man würde also später durch den Schleuderraum durchgehen um dort dann das Lager zu finden.

    Ich würde dies nur machen, falls es aus Hygienegründen unbedingt nötig ist - was Heizen oder Kühlen der Räumlichkeiten betrifft, ist es nur sehr schwer möglich das zu trennen.


    Die Ausstattung des Schleuderraumes:

    Wie oben schon erwähnt ist das größte Bauteil eine Gastro-Spüle mit so großen Becken, das man auch mal einen Hobbock spülen kann.

    Ein zum Auftauschrank umgebauter alter Kühlschrank, die Schleuder und ein Entdeckelungstisch. Als variable Arbeitsfläche (Abfüllen usw.) möchte ich erstmal nur einen größeren Gastro Edelstahlservierwagen nutzen. Der Platz müsste auch noch ausbaufähig bleiben, um als nächste Anschaffung einem kleinen Sumpf, sowie einer Rührmaschine Platz zu bieten.


    Was ist mit Oberschränken oder Regalen? Sind die gestattet oder eher nicht (wegen schlechter Reinigungsmöglichkeit)?


    Was ist eigentlich mit der Nutzung des Raumes als Zargenlager in der Winterzeit? Reicht es wenn ich die Hygienemaßnahmen fallweise dokumentiere?

    Was wäre dann mit einer Prüfung der Vets im Winter? Hat da jemand Erfahrungen?


    (Hier noch eine Übersicht der aktuellen Planung - aus purer Not mit dem Planungstool eines schwedischen Möbelhauses :saint: )


    Ich freue mich auf Eure Tips und Kommentare


    Gruß

    Marc

  • Prioritäten: Platz! Platz! Dann kommt lange nix! Dann nochmal Platz!


    Ich würde - wenn irgendwie möglich - auf die Spülbecken verzichten und die Auftauen- und Abfülltechnick beweglich machen, dass der Platz beim Schleudern auch frei ist.

    Ich sehe ein, das du hiermit absolut Recht hast, aber das ist ein Ding, was mein Veterinäramt unbedingt braucht. Die glauben mir nicht, das ich eine Etage drüber die Hände wasche und mit weiterhin sauberen Händen unten ankomme :-) ... und die Spüle dann so groß zu machen, das man auch Eimer reinigen kann, ist einfach nur Gold wert. Wieviele Imker reinigen ihr Zeug teilweise in der Dusche? Sowas möchte ich auf jeden Fall vermeiden. Auch die Schleuder möchte ich in dem Raum reinigen können, deswegen der Bodenabfluss (auch wenn ich hier mit einem Bodenflitscher arbeiten muss, mangels korrektem Gefälle)

  • Was mir in dem Plan als Erstes auffällt, mag vielleicht Kür sein, aber wenn Du Rechtshänder bist, wäre es auf Dauer wahrscheinlich angenehmer, von links nach rechts zu arbeiten. Wenn das passt, würde ich das ändern.


    Grundsätzlich habe ich Ähnliches vor, bei glücklicherweise besseren Bedingungen (nicht gar so alte Waschküche mit Bodenablauf, Boden und Wände gefliest) aber ähnlichen Platzverhältnissen. Ich weiß jetzt schon, dass das selbst mit um 10 Völkern einfach sehr eng werden wird. Und der Hinweis von Reiner ist auch richtig: ich gehe zurzeit davon aus, dass ich die vollen Zargen die (Außen-)Kellertreppe runterschlöre. Schön ist anders und bei 60 HR wird das ne echte Plackerei.


    Der langen Rede kurzer Sinn: wenn Du irgendwie kannst, such dir was Größeres und/oder besser zugängliches. Zeichne in Deinen Plan mal zwei Zargentürme ein (einer voll, einer leer): Du selbst passt dann nur noch saugend rein und kannst Dich nicht mal vernünftig umdrehen.


    Ich hatte über die Garage nachgedacht. Das ist aber nutzungsrechtlich problematisch und bei mir wären da größere Investitionen nötig um das gut zu reinigen und bienendicht zu bekommen. Deshalb werde ich mich in Zukunft über den zu kleinen Keller ärgern. Aber bei Dir bieten sich vielleicht doch noch andere Möglichkeiten. Wenn Du eh über Fliesen und/oder Verputzen nachdenkst: kannst Du evtl. einen Nebenraum dazuschlagen (für Übereifrige: bitte an die Statik denken...)?

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • Ich als alter Bedenkenträger würde mir das gut überlegen. Wenn Du schon Geld in einen Schleuderraum versenkst, dann sollte er auch ein paar Jahre funktionieren. Der Raum wäre mir viel zu klein und er müsste unbedingt einen direkten Zugang von außen haben ohne Treppe. Willst Du einen vernünftigen Schleuderraum bauen für viel Honig und überstehbare Kontrollen, dann solltest Du neben der Doppelspiele und einem Platz für eine Gastronomiespülmaschine auch noch ein Handwaschbecken vorsehen.

    Während Du in diesem Raum schleuderst ( bitte bedenke, daß Du auch Platz neben der Schleuder brauchst ) mußt Du auch entdeckeln, also brauchst Du großzügig Platz für einen oder zwei Stühle. Außerdem mußt Du drei oder vier Zargentürme mit vollen und genausoviele für leere Zargen haben. Die müssen zugänglich sein. Auch jede Art von professionellen Lagerstätten sollten ebenerdig und großzügig begehbar und vorhanden sein und am besten, abgetrennt vom Schleuderraum selbst.

    Ich sehe jedenfalls auf der Zeichnung keinen Platz für Dich, einen Helfer und mehrere Zargentürme. Jedenfalls nicht, wenn jemand die Tür öffnen muß.

    Ist evtl. doch gescheiter, Nachts nicht nochmal wegzufahren und das Schleudern in der Küche zu unterbrechen. Ziehe es durch, mal wieder eine durchgemachte Nacht mit guter Musik oder acht Folgen Art of Crime hintereinander. Oder stelle Dir doch Videos zusammen für einen Barnaby-Marathon.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang, Dipl.Ing

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo, Geruch vom Bodenabfluss kann man verhindern. Da ist ein Siphon drin, was mit Wasser gefüllt ist, wird er nicht ständig gebraucht, trocknet es aus und es stinkt. Füll einfach nach der Putzaktion Speiseöl darein, dann hat man ganz lange Ruhe.

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Du sprichst mir aus der Seele, aber was im Moment halt nicht geht, ein neues Gebäude zu kaufen oder zu mieten. Mit meiner Garage habe ich das gleiche Problem wie du...

    Eine Frage zu deinem Hinweis bzgl. Arbeitsweise: Ja, ich bin Rechtshänder. Und ich hatte vor von links nach rechts zu arbeiten. Die Zargen kommen "links unten" durch die Tür rein", stehen dann quasi vor dem Waschtisch und dann folgt von links nach rechts: Entdeckeln, Schleudern und der Servierwagenplatz (der dann nicht dort steht), ist der Platz, wo meine Rollbretter mit den leeren Zargen stehen. So ähnlich haben wir es in der Küche auch aufgebaut. Wobei der Platz in der Küche kleiner war :-)

  • Ich hatte was von 60 Honigzargen gelesen, wieviele bekommst Du in einem Turm bis unter die Decke gestapelt? Passt die Schleuder durch die Tür? Wie flach sind Deine Zargen? Fragen über Fragen, aber, was soll’s.

    Viele liebe Grüße

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Die Landwirtschaftskammer NRW hat da ein nettes Heftchen,(Hygiene-Fibel) zu bestellen bei Apis-EV, sofern noch nicht vorhanden.
    Ansonsten Regal etc. gerne Edelstahl, weil leicht zu reinigen.

    Als Zargenlager würde ich den Schleuderraum nicht nutzen, Gebrauchsmaterialien Bienen gehören woanders hin. Zur Not tut es im Winter irgendein überdachter Stellplatz.

  • Hallo Wolfgang,


    danke dir. Ein kurzer Einwand zur Diskussion bzgl deinem Hinweis "Geld versenken".

    Aktuell plane ich als Investition in den Raum folgende fest verbauten Dinge:

    - Fliesen

    - Rigips (Material bereits verbaut - wird nur versetzt und "repariert")


    Alle weiteren Investitionen sind "mobil" und können, wenn ich aus dem Raum herauswachse weiter verwendet werden. So zumindest mein Plan.


    Aktuell plane ich auch nur die Wände zu fliesen, welche Waschbecken, Entdeckelung und Schleuder in der Nähe haben. Also quasi die Nord-Wand und an der Schleuder bis zur Lager-Tür.

    Das sind also je nach Fliesenspiegelhöhe 4 bis 8 m², bei 10€/m² also 40 bis 80€ plus Kleber, Fuge und ein Wochenende Arbeit. Wenn ich mehr fliesen muss, bleibt es aber nichtsdestotrotz bei vielleicht 200€ - Eventuell übersehe ich hier etwas?

    Räumlichkeiten zur Miete hieße für mich Investitionen in ein Mietobjekt vorzunehmen und dann auch noch monatlich dafür zu zahlen. Bei uns kosten selbst einfache Einzelgaragen ca. 80€ im Monat...