Open Feeding - offenes Füttern von Völkern ( natürliche Tracht simmulieren )

  • Moin Moin,


    ich bin gerade auf YouTube auf ein Video gestossen, wo ein Ami das offene Füttern von Völkern aufzeigt. Und zwar stellt er knapp 100 Meter von seinen Völkern große Futterbehältnise auf und füttert so alle Völker über 1-2 große Gefäße und nicht alle einzelnd.


    Er bezieht sich darauf auf folgende Punkte: ( sofern mein Englisch es richtig verstanden hat )

    1. Er füttert alle Völker zeitgleich und hat weniger Arbeit, da er nur die Futterstationen auffüllen muss.

    2. Er verhindet damit Räuberei, weil die Scoutbienen meinen, dass in 100 Metern eine natürlich Quelle gefunden ist und nicht suchen, wo die Quelle ist, obwohl diese auf dem Kopf sitzt ( es ist ja bekannt, dass die Entfernungsangaben über den Kopf füttern nicht hin hauen und dann gesucht wird, wo das Futter steht - also vielleicht beim schwachen Nachbarn )

    3. Er füttert gleich auch die "Nachbarvölker" mit und verhindert so, dass wenn der Nachbar vergessen hat zu füttern, diese Bienen Räubern.

    4. Schwächlinge kann er gezielt zufüttern, da die Scout- und Räuberbienen beschäftigt sind mit dem Futter. Sprich denen kann er gezielt Futter aufsetzen ohne in Gefahr zu laufen, dass geräubert wird, da ja alle beschäftigt sind.


    Nachteil an der Sache ist, dass er nicht genau kontrollieren kann, ob alle genug Futter bekommen - sehr starke Völker können zu viel abbekommen, schwächere zu wenig. Auch ist der Verbrauch an Futter höher. Dennoch finde ich die Idee Interessant, schon allein im Bezug der Räuberei die ausbleibt - sofern ich es Richtig verstanden habe.


    Was denkt Ihr darüber?


    Viele Grüße


    Northlight


    Ach ja, anbei der Link zu dem Video:


    Open Feeding

  • Habe ich früher schon gemacht. Bin aber davon abgekommen weil die Nachbarn mit gefüttert wurden. Von Krankheiten will ich gar nicht erst anfangen. Richtig betrachtet gibt es keinerlei Vorteile bei dieser Art zu Füttern/Reizen.

    Schnell vergessen das Ganze.:thumbdown:

    Die Amis wandern auch in Vollschutz und ohne die Fluglöcher zu zumachen.

    Bitte nicht jeden S....., der übern großen Teich (zurück-) kommt, nach machen.:)

  • schon allein im Bezug der Räuberei die ausbleibt - sofern ich es Richtig verstanden habe.

    Räuberei entsteht nicht durch Füttern in der Beute, sondern durch zu schwache Völker und andere Fehler.

    Man füttert übrigens nicht nur die Völker der Nachbar, sondern auch Wespen usf.

    Auch was den Seuchenschutz anbelangt, ist das Verfahren bedenklich (wenn auch nach Bienenseuchenverordnung nicht eindeutig verboten).

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Schau dir deutsche Maßstäbe und dann die amerikanischen an. Die denken alles vielfach größer wie wir. Da kann selbst das füttern von Beute zu Beute Tage dauern, wenn man bedenkt dass dafür noch abgesattelt (Bei den Wanderimkern) werden muss. Die nehmen sogar bei deren Honigernten enorme Verluste an Bienen hin die hier bei uns undenkbar wären. Ich beziehe das hier auf die die medial bekannten Berufsimker. Im Hobbybereich kann das wieder anders aussehen. Da heißt es wirklich "maximaler Ertrag bei minimalstem Aufwand und alles wird gut".

  • Der Kanadier zeigt das auf YouTube auch und erklärt, dass er das nur macht, wenn er weit und breit keine Nachbarn hat, weil sowas Menschen sehr stört.

    12er DNM im Warmbau, ab 2021 10er DD

  • ( es ist ja bekannt, dass die Entfernungsangaben über den Kopf füttern nicht hin hauen und dann gesucht wird, wo das Futter steht - also vielleicht beim schwachen Nachbarn )

    "es ist ja bekannt, dass <Behauptung ohne Quelle>" ist kein guter Stiel. Und da fehlt ein "beim" für "über", oder? Macht das Ganze nicht leserlicher.


    "über den Kopf füttern", ja über den Hintern die Bienen zu füttern wäre schwierig. Kleiner Scherz.


    Aber ich denke das du meinst das beim Aufsetzen des Futters die Bienen keinen Schwänzeltanz sondern den Rundtanz machen (wie bei allen Trachtquellen näher als 80m), oder? Das könnte zwar schon zur Räuberrei führen, aber ich würde sagen warum sollten sie draußen suchen wenn die Tracht so nah ist - ok, bis sie halt weg ist.

  • "Es ist ja bekannt, dass eine Behauptung ohne Quelle kein guter Stil ist.

    Und da fehlt ein "beim" für "über", oder? Das macht das Ganze nicht leserlicher.


    "Über den Kopf füttern" Ja natürlich, denn über den Hintern die Bienen zu füttern wäre schwierig. Kleiner Scherz.


    Aber ich denke dass Du meinst, dass beim Aufsetzen des Futters die Bienen keinen Schwänzeltanz, sondern den Rundtanz machen (wie bei allen Trachtquellen näher als 80m). Oder?

    Das könnte zwar schon zu Räuberei führen. Aber ich würde sagen, warum sollten sie Draußen suchen, wenn die Tracht so nah ist - ok, bis sie halt weg ist.


    ;) Nur mal so, wer anderen an der Rechtschreibung mäkelt, sollte diese selber schon halbwegs beherrschen. Man kann bei so vielen Absätzen sicher auch noch diskutieren was man trotzdem noch anders schreiben kann, aber ich meine mindestens zehn Fehler weniger im korrigierten Text zu haben. Und das bei sechseinhalb Zeilen in DIN A5er Breite.

    Bitte nicht krumm nehmen.

    Ansonsten hab ich in der Imkerschule (Kleinkemnat bei Herrn Fischer) gelernt, dass die Bienen keine Mitteilungsmöglichkeit haben für Entfernungen unter 15 Metern. Darum ist das mit der Räuberei ein Problem. Nach unserer Beobachtung hauptsächlich beim ersten mal füttern. Wenn man wiederholt füttert, dann funktioniert das mit dem "das Leckere ist da oben, es ist schon im Haus" anscheinend schon. Vielleicht bringt es die persönliche Erfahrung der Bienen dann mit sich, dass sie in diesem Fall erst mal nachschauen, wo es das letzte mal super Futter gegeben hat. Darum soll man auch beräuberte Völker wegstellen und eine leere Beute an diesen Platz hinterlassen. Die Räuber werden ab und an mal nachschauen, ob sicher nichts mehr da ist, bzw. ob das Opfer vielleicht schon wieder was eingetragen hat.

    Ansonsten um auf die ursprüngliche Frage zurück zu kommen. Für unsere Bevölkerungsdichte und dadurch auch (Bienen) Seuchensituation, potentiell eine absolute Katastrophe. Kann gutgehen, aber die Nachteile werden, meiner Meinung nach, bei weitem überwiegen.

    Grüße

    Peter

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • INTERESSANT;


    bei der Bienendichte in meinem Umkreis( über 100Völker im Radius von 2 km) müsste ich gleich 3 IBC-Tanks aufstellen, um auch alle Nachbarvölker, die "meine Trachtquelle" gefunden haben, satt zu bekommen.


    Also besser nicht machen!


    Susanna

    Ein freundliches Wort ist wie Honig: angenehm im Geschmack und gesund für den Körper (Sprüche 16,24)

  • Das Ganze ist weder neu noch sonderlich gut.

    Wer Zugang zu alter Imkerliteratur aus den 50er hat, der kann nachlesen, dass das "offene Füttern" auch hier bei uns gute imkerliche Praxis war. Die Institute, Wanderlehrer, aber auch die Amtstierärzte führten damals einen regelrechten Feldzug gegen diese "Unsitte".

    Nur langsam konnten sich dann die Fluglochfütterer und die heute noch erhältlichen Futterballons durchsetzen.

  • Ich habe in so einem Buch auch von einer Soja Fütterung gelesen. Diese sollte den Bienen helfen da Soja und Pollen ähnliche Eigenschaften hätten. Der Imker streute also Soja auf eine leere Wabe und legte sie im freien auf. Ich bin froh das man heutzutage weiß das Bienen in der Nähe der "Tracht" abkoten und es so zur Krankheitsübertragung kommen kann.

  • Ich habe in so einem Buch auch von einer Soja Fütterung gelesen. Diese sollte den Bienen helfen da Soja und Pollen ähnliche Eigenschaften hätten. Der Imker streute also Soja auf eine leere Wabe und legte sie im freien auf. Ich bin froh das man heutzutage weiß das Bienen in der Nähe der "Tracht" abkoten und es so zur Krankheitsübertragung kommen kann.

    Das hat mit dem eigentlichen Thema aber nichts zu tun. Du redest von Pollenersatzfütterung.