• Ich bin erstaunt:


    Seit doch schon einigen Jahren vermarkte ich meinen Honig mit eigenem Etikett, auf dessen Gestaltung ich schon einigen Wert gelegt habe, und das ich ganz gelungen finde.

    Bei den Kunden kommt's gut an, besonders die Touristenläden melden zurück, dass da gern mein Honig gekauft wird, als Mitbringsel, eben auch deswegen.

    Verbunden ist das mit einem Verweis auf meine (ganz bescheidene) Homepage und dem dafür verwendeten Namen mit Reigionalbezug.

    Soweit, so gut.


    Immer öfter wird mir aber zurückgemeldet, dass Imkerkollegen mehr oder weniger direkt diesen Marktauftritt kapern: Ihr Name mit Regionalbezug ist sehr dicht an meinem, auf facebook und Instagram (wo ich nicht vertreten sein möchte) tauchen Imker mit genau meinem Regionalnamen auf, in einem Krankenhaus wird unetikettierter Honig verkauft, mit einem Werbeplakat, auf dem mein Honig mit meinem Etikett (und meinem Biosiegel) zu sehen ist...


    All das stört mich mäßig, wirtschaftlich fühle ich mich nicht wirklich geschädigt, der Absatz läuft ja ziemlich gut, aber ich wundere mich darüber.

    Jetzt meine Frage:

    Ist das so üblich?


    Ganz sicher will ich da kein Fass von aufmachen, aber ich würde nur gern wissen, ob diese Form der "Kreativlosigkeit" (um es mal sehr vorsichtig auszudrücken) allgemein verbreitet ist.


    Dank und Gruß,


    Thomas

  • auf facebook und Instagram (wo ich nicht vertreten sein möchte) tauchen Imker mit genau meinem Regionalnamen auf,

    Finde ich eine Frechheit, ist rechtlich aber vermutlich nichts zu machen. Ggf. würde ich prüfen, ob Du Dir den Namen schützen lassen kannst, bevor Du noch Kohle für Deinen Namen an jemand anderen abdrücken musst.


    in einem Krankenhaus wird unetikettierter Honig verkauft, mit einem Werbeplakat, auf dem mein Honig mit meinem Etikett (und meinem Biosiegel) zu sehen ist...

    Dem sollte man auf die Finger klopfen, weißt ja nicht, was in den Gläsern drin ist. Womöglich versaut er Dir Deine Marke.

    Ist das so üblich?

    Sagen wir so - es scheint so ganz allgemein immer mehr einzureißen. Ich bin da ja anders erzogen worden...


    Bei den Chinesen ist viel kopiert viel Ehr, weil kopiert wird nur, was gut ist. Insofern würde ich es gelassen sehen, solange es mich nicht schädigt. Wenn es so weit käme wie bei der Volksmusikgruppe, die für ihre Musik gema zahlen müssen (mussten?), weil ein anderer die Stücke angemeldet hatte, würde ich pelzig, das geht gar nicht.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Hallo Thomas!

    Leider ist das, vom Auto bis Zahnbürste, gängige Praxis. Ich würde auf jeden Fall versuchen, dem Etikettendieb anzuschreiben und ihn darauf hinweisen, er wird bei nicht Unterlassen von deinem Anwalt hören! Billig kopieren ist eins, aber übernehmen ist richtig frech.

    Die langweiligen DIB Banderolen taugen gar nix, sind so frisch wie unsere Politiker - sorry an alle, die die einsetzen 🤷‍♂️, aber wenn man sich einen Kopf macht und dann sowas, das ist frech!

    Ich etikettiere mit Namen des Käufers, kommt super an und die Augen blitzen, habe aber auch nur 300 kg im Jahr...

    Rudi

  • Ganz sicher will ich da kein Fass von aufmachen, aber ich würde nur gern wissen, ob diese Form der "Kreativlosigkeit" (um es mal sehr vorsichtig auszudrücken) allgemein verbreitet ist.


    Dank und Gruß,


    Thomas

    Ja, ist anscheinend so eine Art Denkfaulheit, gepaart mit aufgesetzter Verständnislosigkeit, was ok ist und was nicht. Ging mir auch so, mein mehr als 10 Jahre genutztes Etikett wurde, bis auf Farbgestaltung 1 zu 1 abgekupfert, von einem Neuimker im Verein. Evtl denken diejenigen auch, wenn das DIB Etikett für alle da ist, gilt das auch für das individuelle Etikett des Nachbarimkers. ;)

    Hab mir einen neuen Entwurf vom Grafiker machen lassen, ist nicht so leicht nachzubauen.


    Auch wenns Dich wirtschaftlich nicht tangiert, wird es dem Kunden damit sehr schwer gemacht, deinen Honig immer wieder aus der Fülle ähnlich deklarierter Honige rauszusuchen.

    Finde ich eine Frechheit, ist rechtlich aber vermutlich nichts zu machen. Ggf. würde ich prüfen, ob Du Dir den Namen schützen lassen kannst, bevor Du noch Kohle für Deinen Namen an jemand anderen abdrücken musst.

    Da muss der Umsatz mit Honig aber schon einen entsprechenden Betrag überschreiten, damit sich die Eintragung als Marke auch rechnet. Ausserdem muss er gewillt sein, die Verletzung seiner Namensrechte entsprechend durchzusetzen, ggf. gerichtlich dagegen vorgehen.

  • Evtl denken diejenigen auch, wenn das DIB Etikett für alle da ist, gilt das auch für das individuelle Etikett des Nachbarimkers.

    Hatte ich mir vorhin auch überlegt, ob sich da wohl eine falsche Annahme etabliert hat mit dem DIB-Glas.

    Da muss der Umsatz mit Honig aber schon einen entsprechenden Betrag überschreiten, damit sich die Eintragung als Marke auch rechnet.

    Ok, keine Ahnung, was das kostet. Das Urheberrecht müsste aber an sich auch schon helfen? Wenn man ein Design selber erstellt, müsste das doch greifen?

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Der Markeneintrag mit den Gebühren ist nicht der schwere Brocken, das kann man mit links und nach 5 Jahren verfallen lassen, wenn es sich nicht ausgezahlt haben sollte.

    Das Problem wird jetzt sein, nachzuweisen, wer den fraglichen Namen oder das Design zuerst verwendet hat. Und dafür stehen die Chancen jetzt mehr als schlecht. Es gilt für solche Einträge "Tag der Neuheit", also das Datum, an dem "die neuigkeit" erstmals veröffentlicht worden ist.


    Darum immer wieder der ernste Rat:

    Wenn man einen Schutzeintrag für etwas ganz spezielles im Sinn hat, nicht lange fackeln oder den Bleistift spitzen, sondern eintragen lassen! Mit dem Eintrag hat man bereits deutlich gemacht, dass man auf seiner Idee besteht und sie durchsetzen will. Nur darum gibt es überhaupt die Möglichkeit, Schutzrechte eintragen zu lassen. Es geht dabei nur um gewerbliche Interessen, das ist nicht zum Vergnügen oder um bekannt zu werden. Wer erst hinterher auf den Gedanken kommt, weil er nachgeahmt wird, muss die Kröte schlucken und die Nachahmer gewähren lassen.


    Sollte aber wie in diesem Fall, nicht oder unkorrekt etikettierter Honig unter meinem Logo oder nach meinem Etikettendesign in Umlauf gebracht werden, wäre mein Schritt ein anderer: mein Design sofort zurückziehen und das OA auf den unkorrekt etikettierten Honig ansetzen - in diesem Fall aus reinem Selbstschutz. Wundert mich sowieso, das ausgerechnet in einem Krankenhaus nicht auf solche Feinheiten geachtet wird...

  • Das Problem wird jetzt sein, nachzuweisen, wer den fraglichen Namen oder das Design zuerst verwendet hat.

    Müsste das nicht anhand des Mindesthaltbarkeitsdatums relativ einfach nachvollziehbar sein? Falls da noch Gläser vorhanden sind.

    HG

    Monika


    Wir sollten immer daran denken: Im wesentlichen sind unsere Bemühungen auf eine vernünftige, fürsorgliche Pflege beschränkt. (Bruder Adam)

  • Markenrecht ist schwierig, selbst wenn man rechtzeitig eintragen lässt. Denn wie hier schon angedeutet wurde, ergibt sich quasi ein Automatismus zur Verfolgung von Verletzungen (mithilfe eines Anwalts), da man selbst die Rechte offenbar verlieren kann, wenn man sie nicht verteidigt - und das kann, wenn es dumm läuft imagetechnisch auch nach hinten losgehen (fragt mal die Wacken-Brauerei...). Für den Hobbyimker m.E. alles eine Nummer zu groß.


    Nicht ganz uninteressant allerdings der Hinweis auf das Urheberrecht, wenn es sich um ein selbstdesigntes Etikett handelt. Das hat man als Urheberer des Etikettes nämlich völlig unabhängig von einem Eintrag beim DPMA. Und gerade wenn damit Geld verdient wird, können für Urheberrechtsverletzungen empfindliche Geldstrafen (Abmahnungen) drohen. Wenn der Ärger groß genug ist, könnte man in der Richtung zumindest mal ein paar Euro in eine professionelle Rechtsberatung stecken.


    Zumindest die Aktion des KKH würde ich mir - wenn das so dreist abläuft, wie von Dir beschrieben - jedenfalls nicht bieten lassen, schon um mich selbst zu schützen.

    Munterbleiben!


    Erste Gehversuche mit 3 WV und einem Ableger in 12er Dadant mod.

  • .... mal ne ganz dumme Frage : Wo kann man diesen Schutzeintrag machen lassen ?

    Ich könnte da einen Kontakt herstellen, wenn gewünscht. Wir haben das vor ein paar Jahren machen lassen, gilt für 10 Jahre und muss/ kann dann verlängert werden.

    Meiner Meinung und Erinnerung nach gilt nicht wer die Idee zuerst hatte, sondern wer sie als erstes schützen lässt. Kann mich auch irren, aber ich meine schon.

    Wir haben auch einen Namen mit Regionalbezug und ich müsste <X wenn mir den einer kopieren oder abspenstig machen wollen würde. Eingetragene Wort- Bildmarke ist das Zauberwort.

    Ansonsten könnte man es tatsächlich als Lob auffassen.

    Aber Dein Glas auf einem Plakat bei einem Verkaufsstand eines anderen Imkers?

    Wie kann man denn auf so eine Idee kommen? Dem würde ich auf jeden Fall nachgehen.

    Grüße

    Peter

    Man kann ohne Bienen leben, aber wie halt.

  • olle flachzarge


    Ihr Name mit Regionalbezug ist sehr dicht an meinem, auf facebook und Instagram (wo ich nicht vertreten sein möchte) tauchen Imker mit genau meinem Regionalnamen auf, in einem Krankenhaus wird unetikettierter Honig verkauft, mit einem Werbeplakat, auf dem mein Honig mit meinem Etikett (und meinem Biosiegel) zu sehen ist..

    das verstehe ich nicht ganz. Was bedeutet das? Was ist ein Regionalname?


    Wenn dein Honig "Flachzargenhonig aus Lüneburg" heißt und jemand sich jetzt "Müllerhonig aus Lüneburg" nennt?


    Markenrecht ist das eine, Urheberrecht das andere.

    Markenrecht ist schwierig und teuer und da muss einiges stimmen und vorab gecheckt werden, damit man es so schützen kann.


    Aber Urheberrecht, das hat man von Anfang an automatisch. Wer ein Bild oder einen Text erstellt, hat darauf automatisch und sofort das Urheberrecht. Das kann niemand so einfach kopieren bzw. dagegen kann man dann sofort vorgehen. Je eigenständiger und unüblicher Motive und Inhalte sind, desto leichter. Beispiel: Wer ein Herzumriss zeichnet hat da drauf zwar das Urheberrecht, kann aber wahrhaft schlecht nachweisen, dass eine abgekupferte Herzformzeichnung von der eigenen Herzform abkopiert wurde - Urheberecht also praktisch nicht durchsetzbar. Bei einem Foto oder einem komplizierten Logo dagegen schaut es schon anders aus.


    Im Falle des kopierten Werbeplakats würde ich dir auf jeden Fall empfehlen, das abzustellen. Biosiegel kopieren setzt noch eines drauf, vor allem, wenn der andere gar kein Bioimker wäre. Melduing an den Verband zur Prüfung wäre das Mindeste, was du tun solltest.


    Und unetikettierten Honig verkaufen ist per se illegal und wettbewerbswidrig, schon alleine dagegen würde ich sofort vorgehen, im Sinne aller Imker. Einfach Meldung - so Kollegen braucht wirklich niemand und solchen Honig schon gleich gar nicht.


    Auch wenn du momentan keinen finanziellen Schaden haben solltest (richtiger: nur noch keinen bemerkt hast), so schwächen dich solche unfairen bis illegalen Praktiken auf jeden Fall langfristig. Sowas solltest du nicht dulden.

  • .... mal ne ganz dumme Frage : Wo kann man diesen Schutzeintrag machen lassen ?

    dpma

    hier. Da kommt für Anmeldung ggf. Ablehnung/Verfall/Löschung mal schnell ein halber Tausender zusammen, ohne Beteiligung eines Markenrechtsanwaltes. Vielleicht gehts irgendwo günstiger. ?

    Gebührenordnung Markeneintrag DPMA


    Mit 300€ ist man für drei Warenklassen dabei, "schnell mal mit 1000€ dabei" ist man, wenn man mehrere Sachen eintragen lassen will. Und einen Markenanwalt braucht man nicht unbedingt, man muss dann selbst recherchieren, was im Markenregister problemlos möglich ist. Man muss sich nur etwas ausführlicher damit befassen, es ist weder eine Geheimbibliothek noch VS-NfD


    Mit der Laufzeit habe ich mich versehen, es sind 10 Jahre anstatt nur 5, ich war da beim Design/Geschmacksmuster, das gilt je 5 Jahre. Davon hatte ich mehrere, daher der Irrtum. Je nach dem, ob man gewerblich oder privat unterwegs ist, kann man die Schutzgebühren sogar beim FA als Werbungskosten für sein Gewerbe geltend machen. Wobei eine Marke eigetich unabhängig vom Gewerbeschein sein sollte. es gibt Kreise, die sich Marken pro forma eintragen lassen, ohne überhaupt ein Produkt im Umlauf zu haben. Die lauern und spekulieren einfach darauf, dass es irgendwann eins geben wird und lassen dann abmahnen oder gleich verklagen...


    30€/Jahr auf 10 Jahre sind schon eine Überlegung wert, wenn man etwas besonderes haben oder sein will, ansonsten Mund abwischen weitermachen... Die Sache mit dem unetikettierten Honig würde ich allerdings im Auge behalten...

  • ...

    Nicht ganz uninteressant allerdings der Hinweis auf das Urheberrecht, wenn es sich um ein selbstdesigntes Etikett handelt. Das hat man als Urheberer des Etikettes nämlich völlig unabhängig von einem Eintrag beim DPMA. Und gerade wenn damit Geld verdient wird, können für Urheberrechtsverletzungen empfindliche Geldstrafen (Abmahnungen) drohen.

    Das fiele dann unter Designschutz, da kostet der Ersteintrag 70€ für 10 Einzelmuster mit 5 Jahren Laufzeit. Wäre die einfachere Variante. Und auch da muss man vorher recherchieren, was es schon gibt und was nicht. Man kann auch Marke und design kombinieren, was aber teurer und etwas komplizierter wird, weil da dann tatsächlich geprüft wird, wie und in welchem Umfang was geschützt werden kann.