Honig einfrieren, deklarieren

  • Hallo,

    wie ist das mit Honig und Kennzeichnung, wenn er mal in der Tiefkühlung war ?

    Das Lebensmittelgesetz schreibt vor, dass gefrorene und wieder aufgetauten Lebensmittel gekennzeichnet werden müssen.

    Meiner Meinung nach, trifft das nicht auf Honig zu.

    80% Zuckerlösung, was anderes ist unser Honig ja nicht, friert aber erst bei ca. -35°C, also war er nie gefroren und muss auch nicht deklariert werden.

    Hat einer dazu mal was schriftliches ?

    Bis bald

    Marcus

    40 Wirtschaftsvölker auf DN 1,5, 8 Miniplus, 20 Ableger Dadant, Zander und DN, Waage 401

  • Hatten wir hier schon mal. Ich sehe es wie Du. Einfrieren ist eine Änderung des Aggregatzustandes.

    Das findet bei Honig nicht bei minus 20 Grad statt. Vor ewigen Zeiten erntete man den Überschusshonig des Volkes im Frühjahr. Der hätte damals als gefroren verkauft werden müssen.


    Gruss

    Ulrich

  • Das Lebensmittelgesetz schreibt vor, dass gefrorene und wieder aufgetauten Lebensmittel gekennzeichnet werden müssen.

    Das gilt aber nicht "für (...) Lebensmittel, bei denen das Auftauen keine negativen Auswirkungen auf die Sicherheit oder Qualität des Lebensmittels hat." (ANHANG VI, TEIL A, Ziffer 2 der Lebensmittelinformations-Verordnung).

    Genau das sollte für Honig zutreffen.

    I never loose - either I win or I learn (Nelson Mandela)

  • Einfrieren ist eine Änderung des Aggregatzustandes. Das findet bei Honig nicht bei minus 20 Grad statt.

    Ist das tatsächlich so? Ich hatte kürzlich einen Eimer bei (Datalogger-überwachten) -20 °C eingefroren. Der ursprünglich flüssige Honig war hart wie Stein, für mich war der schon klar durchgefroren. Den Aggregatzustand flüssig hat er jedenfalls verloren, da floss nix mehr. Und nein, keine 30 % Wasseranteil ^^

  • Was ist flüssig? Auch kaltes Glas ist angeblich flüssig. Wenn der richtig hart durch die Kälte ist, kann es immer noch eine Art der Zähflüssigkeit sein. Eine Salzsole bei minus 4 Grad ist auch nicht gefroren.


    Gruss

    Ulrich

  • Wenn ich Honig einfriere und wieder auftaue, dann hat sich der Honig nicht grundlegend verändert. Man könnte ihn auch mehrfach einfrieren. Auch seine Haltbarkeit wird nicht beeinflusst.

    Eine wieder aufgetaute Erdbeere dagegen ist etwas ganz anderes als eine frische, weil die Eiskristalle die Zellwände zerstören. Dasselbe gilt für Fleisch und Fisch. Ein aufgetautes Stück Fleisch hat nicht mehr dieselbe Haltbarkeit wie ein frisches und sollte kein zweites Mal mehr eingefroren werden, weil sonst gesundheitliche Gefahren drohen (hinsichtlich bakterieller Belastung und der Bildung giftiger Stoffe addieren sich alle nicht-tiefgefrorenen Zeiten). Um solche Aspekte wird es bei dieser Vorschrift gehen, denke ich. Die treffen aber für Honig nicht zu, weil Honig aufgrund des hohen Zuckergehaltes auch ohne Einfrieren sowie nach einem Auftauen immer noch haltbar ist.

    Ich möchte auch so eine Imkersgattin: zum Hinterherputzen, Entdeckeln, Einlöten und Abendessen kochen. Ach ja, vermarkten darf sie gerne auch.

  • Glas hat ein amorphes, nicht kristallines Gefüge und damit entspricht es eher einer Flüssigkeit mit unendlich hoher Zähigkeit.
    Viele liebe Grüße an die Bauphysikvordiplomsprüfung an der TU Kaiserslautern

    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Glas kann auch spontan kristallisieren. Dann entglast das Glas, was ungefähr so doof ist, wie wenn der Robinienhonig kristallisiert.

    Mit fernen Erinnerungen an eine Physikvorlesung, kann auch Chemie gewesen sein. Aber solche Bonbons bleiben hängen.


    Gruß von Kikibee

    Ich möchte auch so eine Imkersgattin: zum Hinterherputzen, Entdeckeln, Einlöten und Abendessen kochen. Ach ja, vermarkten darf sie gerne auch.