Vespa velutina / Asiatische Hornisse

  • Vielleicht noch zur Unterstützung der Argumentation bei Politik, Behörden, und Institutionen.


    Der aktuelle Status der Vespa Velutina als invasive Art in Deutschland ist (noch) "unbeständig*", was nichts anderes bedeutet, als "frühe Phase der Invasion". Siehe hier: https://neobiota.bfn.de/unionsliste/art-4-die-unionsliste/

    Zitat

    * Unterliegt bei einem Auftreten in Deutschland Art. 16 EU-VO (frühe Phase der Invasion)


    Für eine "frühe Phase der Invasion" gelten besondere Vorschriften. In dieser Phase sind die zuständigen Behörden verpflichtet die invasive Art, SOFORT, DAUERHAFT, und VOLLSTÄNDIG zu beseitigen. Siehe hier, S.21/22 und S.83/84: https://www.bfn.de/fileadmin/B…te/skripten/Skript471.pdf

    Zitat

    In der EU-Verordnung sind für die zwei Gruppen von Arten der Unionsliste (frühe Phase der Invasion, weit verbreitet) unterschiedliche Managementstrategien festgelegt:


    • Frühe Phase der Invasion: Handelt es sich um Arten, die sich im Mitgliedstaat in einer frühen Phase der Invasion befinden, sind diese in der Regel sofort vollständig und dauerhaft zu beseitigen. Die Früherkennung (Art. 16), die anzuwendenden Maßnah-men (Art. 17 Abs. 1) und die erfolgte Beseitigung (Art. 17 Abs. 4) sind jeweils der EU-Kommission zu notifizieren. Ausnahmen von der Verpflichtung zur sofortigen Beseiti-gung regelt Art. 18


    • Weit verbreitet: Handelt es sich um Arten, die nach Feststellung eines Mitgliedstaats in seinem Hoheitsgebiet über die Etablierungsphase bereits hinausgegangen sind, verfügt der Mitgliedstaat für diese weit verbreiteten Arten innerhalb von 18 Monaten nach deren Aufnahme in die Unionsliste über wirksame Managementmaßnahmen (Beseitigung, Populationskontrolle, Eindämmung), damit die Auswirkungen dieser in-vasiven Arten auf die Biodiversität und die damit verbundenen Ökosystemdienstleis-tungen sowie gegebenenfalls auf die menschliche Gesundheit oder die Wirtschaft minimiert werden (Art. 19).

    Sobald der Status der VV von "frühe Phase der Invasion" auf "weit verbreitet" kippt, gelten signifikant andere Regeln.


    Und der Vollständigkeit halber noch der Link zur betreffenden VERORDNUNG (EU) Nr. 1143/2014: https://eur-lex.europa.eu/lega…=CELEX:32014R1143&from=EN

    Ganz unabhängig davon, was in Interviews oder in der Presse so alles gesagt wird: Die rechtliche Regelung ist eindeutig und sogar zwingend nach VO/EU 1143/2014: Vv ist dort als invasive Art eingestuft. Deshalb ist sie in jedem Falle zu bekämpfen und zwar durch "schnellstmögliche Beseitigung"

    Das sollte bitte jeder verstanden haben.


    --> Der notwendige Hebel dafür ist das Monitoring. - Hier können Imker/Verbände/Vereine direkt ansetzen.

  • Moin,

    Bis jetzt lässt sich dazu kein wissenschaftlicher Beleg finden. In ihrer Doktoratsthese von 2017

    (De la biologie des reproducteurs au comportement d’approvisionnement du nid, vers des pistes de biocontrôle du frelon asiatique Vespa velutina en France) TEL

    beruft sich Juliette Poidatz (Uni Bordeaux) auf den Forscher Bermond im Jahre 2014:

    Aucun cas d’hybridation avec V. crabro n’a été signalé suite à l’invasion de V. velutina, mais même

    s’il est très peu probable, ce risque pourrait exister suite à l’évolution potentielle de cet insecte invasif

    dans son aire d’introduction (Bermond 2014).


    Also: Nach der Invasion von V. velutina wurde kein Fall von Hybridisierung mit V. crabro gemeldet, aber selbst wenn es sehr unwahrscheinlich ist, könnte dieses Risiko infolge der potenziellen Entwicklung dieses invasiven Insekts in dem Einschleppungsgebiet bestehen.


    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Norbert Jung ()

  • Klare Worte von offizieller Stelle aus Baden-Württemberg.


    Neuer Flyer, 03/2020, Ein neuer Bienenschädling im Anflug, Die Asiatische Hornisse: https://rp.baden-wuerttemberg.…he_Hornisse_Infoblatt.pdf

  • 500g bedeutet, 1000x ein Insekt überwältigen, das so schwer ist wie sie selbst.

    Und das Insekt muss ja nicht nur heimgetragen werden, sondern gefunden, gejagt, erlegt, heimgeflogen, verfüttert..

    Sicher, für eine Hornisse ist die Zahl unrealistisch, das stimmt. Bedenken wir aber, die Hornisse ist mindestens doppelt so schwer und fängt und zerlegt pro Minute sogar 5 Bienen, wenn sie schnell ist und die Bedingungen passen. Sie muss auch nicht das ganze Gewicht tragen sondern nur den Thorax mit dem enthaltenen Flugmuskel.

    Nur als kleine Ergänzung.

  • Sicher, für eine Hornisse ist die Zahl unrealistisch, das stimmt. Bedenken wir aber, die Hornisse ist mindestens doppelt so schwer und fängt und zerlegt pro Minute sogar 5 Bienen, wenn sie schnell ist und die Bedingungen passen. Sie muss auch nicht das ganze Gewicht tragen sondern nur den Thorax mit dem enthaltenen Flugmuskel.

    Nur als kleine Ergänzung.

    Stimmt, aber das unterstützt meine Argumentation natürlich erst recht, denn dann müsste die Hornisse ja sogar ein Vielfaches der von mir genannten Anzahl Tiere erlegen, um auf die 500g zu kommen ;-)


    Aber das eine Hornisse in 1 Minute 5 Bienen zerlegt halte ich auch für utopisch, selbst wenn man ihr die 5 Bienen hinlegt und sie dann auch brav eine nach der anderen zerlegen würde. Beobachtet mal eine Honisse, wie lange die an so einer Biene rumknabbert, vielleicht ist die VV etwas schneller...


    Doch nicht das Zerlegen, der gesamte Zeitbedarf ist es, der die 500g/Tier völlig absurd erscheinen lässt.

    Ich bin mir inzwischen sicher, dass das Volk gemeint ist und die Zahl oben ur falsch widergeben wurde oder ein Tippfehler vorliegt.

  • hornet , als meine Bienen (5 Völker) in der Heide standen kamen ca. alle 3 Minuten ein bis zwei Hornissen und holten sich je eine Biene. Da fing ich auch an zu rechnen. Und unsere machen auch Nachtschichten. Kam so auf 500 Bienen pro Tag. VG

    es ging aber um eine Einzelbiene. Dass mehrere Hornissen in dieser Frequenz kommen, kenne ich dagegen auch. Dagegen helfen größere Stände, bei 20 Völkern sind 500 Bienen im Sommer nichts, wohl aber erzeugen diese vielen Hornissen dann natürlich trotzdem Stress, was man am Verhalten der Bienen an den Flugbrettern sofort bei Ankunft erkennen kann, auch wenn man selber noch gar keine Hornisse gesehen hat. Die VV ist da sicherlich noch deutlich problematischer, das glaube ich auch.


    Aber nachts sind die Bienen sicher, auch wenn die Hornissen nachts aktiv sind. Jagen tun sie da vermutlich nicht, weil man merkt ja schon tagsüber, dass Hornissen ziemlich schlecht sehen können und viele Objekte angreifen, weil sie vermeintlich glauben, das sei eine Beute. Wie sollen sie da nachts erfolgreich jagen? Die Bienen sind jedenfalls nachts in der Beute und ich habe noch nie Hornissen nachts herumkrabbeln und jagen sehen, nur immer irgendwo an Lampen herumbrummen.

  • In #496 sind folgende Angaben richtigzustellen:

    - Brutzellen der Vv sind etwas größer als die von Bienen. Beim Erstfund in D (relativ kleines Nest) wurden von WITT Zelldurchmesser im Durchschnitt 7,5 mm (Median 7,7mm) angegeben, also etwa 1,4fach größer als Arbeiterinnenzellen der Bienen.

    Erstfund eines Nestes der Asiatischen Hornisse ... - Zobodat

    www.zobodat.at › pdf › Ampulex_7_0042-0053


    - Ein durchschnittliches Volk der Asiatischen Hornisse erjagt täglich etwa 0,5 kg Lebendfutter (nicht ein einzelnes Individuum). Der Eiweißbedarf eines Vv-Volkes gleichwohl deutlich höher als der jeder europäischen staatenbildenden Insektenart (tel. Auskunft von Dr. Höcherl).