Vespa velutina / Asiatische Hornisse

  • Moin, moin,


    unsere Hornisse versucht das auch, die Bienen aus der Luft zu fangen. Und wenn sich am Flugloch zugreift, taucht sie mit ihrer Beute nach unten ab.


    Die V. velutina habe ich noch nicht beobachten können und lege auch wenig Wert auf diese Möglichkeit.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • ...Futterstation für die Velutina mit fleischlichem Angebot, versetzt mit Bac. Thuringensis.

    Dazu muß man aber erwähnen, daß - sollten Bienen in Kontakt zu Bac. Thur. kommen - die Futterkranzproben aus solchen Völkern für lange Zeit (Prof. Genersch: 10 Jahre!) entwertet sind, da Sporen des Bac. Thur. in der Anzuchtprobe im Labor viel schneller wachsen als von Paenibac. Larvae (AFB) und somit die AFB-Kultur überwuchern.

    Lieber Gottfried, besteht das Problem auch, wenn die Waben nach Kontakt mit dem bacillus eingeschmolzen werden, also nicht mehr in die Völker gehen?

    Schnurrdiburr--da geht er hin.....

  • Liebe honigbanane : Ich bin kein Mikrobiologe. Dem BSV-Lehrgangsteil bei Prof. Genersch habe ich jedoch entnommen, daß die Sporenform von Bac. thuringiensis noch robuster ist als die von paenibac. larvae. Eben das führt ja zur Unauswertbarkeit der Proben: Durch das Aufkochen des Probenmaterials werden normalerweise alle anderen Keime abgetötet, nur paenibac. larvae überlebt und kann als auswertbare Kultur auf dem Labornährboden (für afb. homogenisiertes Bienenlarvenmaterial oder frisches Blut) heranwachsen. Da aber B401-Sporen noch robuster sind und schneller wachsen, überwuchern sie eine mögliche AFB-Kultur, was die Proben dann unauswertbar macht.

    Das Ausschmelzen setzt etwaige B401-Sporen ja noch kürzer der Hitze aus als bei der Probenaufbereitung im Labor. Deshalb gehe ich davon aus, daß MW aus ausgeschmolzenem B401-Wachs die Sporen (von AFB, wie von B401) keimfähig weitertragen. Ob und unter welchen Bedingungen die Sterilisierung von AFB-Wachs auch B401-Sporen vernichtet, weiß ich nicht.

  • Hallo Falk,

    bisher war es eigentlich immer so, dass erst im Herbst (wenn das Laub in den Bäumen begann abzufallen) die neuen Nester und die weitere Ausbreitung festgestellt wurde.

    Einfach noch etwas Geduld oder das Glück des Tüchtigen und zufällig eine Neustart sichten.

    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Jedenfalls hat die Information hier im Forum dazu geführt, dass ich mir grosse Wespen oder Hornissen näher anschaue. Es ist ja eigentlich eine Frage der Zeit wann die hier am Niederrhein zwischen Maas und Rhein auftauchen.

    Wer ausser wir Imker können das Ankommen feststellen!

    Allerdings werden wir die Hornisse mit hoher Wahrscheinlichkeit genauso nicht mehr los wie die Varroa.

  • Das is leider wahr zumal wie ihr ja auch schon geschrieben habt es sonst keinem auffällt oder interessiert... wahrscheinlich erkennt die jeder als normale Hornisse und die sind ja geschützt...

    mia glangt, dass i woas, dass i kannt, wenn i mecht

  • Wie sieht es eigentlich heuer aus?


    Mir sind keinerlei Meldungen bekannt geworden, wonach es auch heuer Funde von Nestern der Asiatischen Hornisse in Deutschland gegeben hätte. Das wäre doch medial bestimmt aufgebauscht und zumindest hier im Forum bekannt geworden. Absolute Funkstille.

    Und das trotz des erneut außerordentlich heißen und trockenen Sommers.


    Sollte der Kälteeinbruch im Mai die Art tatsächlich gestoppt haben?

    Oder ist nur das mediale Interesse erloschen?

    Was aber ist mit unseren Kollegen, die vielleicht was bemerkt haben? Bitte hier melden, ob und wo in Deutschland Nester bekannt geworden sind.

  • Hi,


    ich vermute das es im Bereich Karlsruhe wieder welche gegeben hat, da ich


    erst die Tage frisch präparierte Tiere vom Naturkundemuseum erhalten habe.


    Aber Meldungen sind mir auch nicht bekannt. Da bin ich auch nicht böse drum.


    Gruss Joachim

  • Wie sieht es eigentlich heuer aus?

    ...

    Sollte der Kälteeinbruch im Mai die Art tatsächlich gestoppt haben?...

    Hallo,

    Heuer sieht es bei mir in Frankreich sehr gut aus in dem Sinne dass es in dieser Ecke keine VV-Plage

    gibt oder gegeben hat. 2018 hatte ich noch die Hilfe der Préfecture in Toulouse angefragt, weil es im Flugkreis meiner Bienen wenigstens 5 mir bekannte Nester gab. Keine direkte Gefahr für Menschen, also keine Hilfe und für mich Schaden in Höhe von 4800 €.

    Zwei Drittel der Bienenvölker ex und hopp.

    Habe meinen Frust in der "Abeille de France" ausgelassen.

    Man muss beachten dass VV-Populationen erst nach den ersten Frösten zusammenbrechen, und diese haben bis Januar auf sich warten lassen.

    Sicher hat der Kälteeinbruch im Mai 2019 die Art vielleicht nicht gestoppt, aber auch nicht arrangiert, genausowenig wie die Bienen. (Honigernte miserabel)

    VV hat demnach 2019 den Zug (für eine optimale Jahres-Entwicklung) verpasst.

    Mal sehen wie es 2020 weitergeht.

    Viele Grüße, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • Habe meinen Frust in der "Abeille de France" ausgelassen.

    Sicher hat der Kälteeinbruch im Mai 2019 die Art vielleicht nicht gestoppt, aber auch nicht arrangiert, genausowenig wie die Bienen. (Honigernte miserabel)

    Danke für die Info Norbert!

    Was ist die "Abeille de France" (ich kann kein Französisch) und wie kann man dort seinen Frust ablassen (für den Fall, dass die Hornisse es auch mal bis zu mir ins Oberbayerische schafft ;-) )?


    Was mich echt wundert, dass die Honigernte sogar so weit im Süden Frankreichs wegen der gleichen Kältewelle wie bei uns so schlecht ausgefallen ist!

  • Hi,

    "L'Abeille de France" ist ein Imkermagazin so wie bienen&natur in D, ohne irgendwelchen Vergleich

    des Besseren. Ich schreibe das Theaterstück jetzt auf eure Verhältnisse um.

    Sagen wir mal Dr. Schwaenkel (oder jetzt Herrn Raasper) ist nicht nur Chefredaktor, sondern zugleich Vorsitzender des Nationalen Imkersyndikats (SNA).

    Er wird deswegen mit Klagen der Imker gegen das Nichtstun der Regierung bezüglich VV nur so überhäuft. Dabei gibt es ein Dekret, das den Préfèts ermöglicht Massnahmen gegen VV einzuleiten, sie aber nicht dazu zwingt. Irgendwann ruft dann der Chefredaktor dazu auf, dass jeder Imker, der von einem VV-Nest befreit werden möchte, sich bei der Präfektur melden solle.

    Lasst uns es doch versuchen.

    Gesagt, getan.

    Einige Monate später bittet dann die Redaktion um Feedback. Ergebnis: Die Herren Préféts haben in der Regel n i c h t geholfen, so auch mir nicht.

    Der Chefredaktor und Vorsitzende des SNA fragt mich, ob er persönlich in meinem Fall nachhaken soll. Ich sage: "Nett und gut gemeint, aber zu spät. Der Schaden ist Ende Oktober nicht wieder gutzumachen. Trotzdem Vielen Dank!"

    Es geht weiter mit Forderungen eines sofortigen nationalen Aktionsplans, und eben dem April-Heft 2019, wo dem Chefredaktor meine ihm wohlbekannte und -so findet er- auch gut formulierte Verärgerung über die französischen Instanzen zu Pass kommt.

    Wie gehabt. nichts geschieht. Aktion: null.

    Im September gab es in Matignon ein Gespräch SNA mit dem Berater "Landwirtschaft" des Kabinetts unseres Premiers, in dem zum x-ten Male die Untätigkeit der Regierung in diesem seit 2004 (!) schleppenden Dossier bemängelt wurde.

    Schnarch...Schnarch...

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

  • Ja, vielleicht ist es nicht so angebracht, hier im Forum auf Your tube zu verweisen und ich habe Verständnis dafuer.

    Es gibt mittlerweile zu egal welchem Thema soviel zu sehen, Gutes und weit weniger Gutes.

    Als leidtragender Imker in 2018 möchte ich jedem interessierten 1 Video empfehlen, das imho die ganze Problematik veranschaulicht, wenn VV wirklich in Massen , wie bei uns in Frankreich, zuschlägt. (Siehe Fang in Flasche bei 15.55)

    https://www.youtube.com/watch?v=9Xkr1TgJLGI&t=5s

    Der Bienenstand sieht aus wie eine Plastikmüll-Deponie. Plastik-Köderflaschen ueberall, Plastik "Maulkörbe" an den Beuten...

    Ein Imker der auf seine Art alles versucht um der Plage Herr zu werden und zu retten, was zu retten ist.

    Sehenswert von 1.01 bis 1.35 die jagenden VV, und dies nicht an einem schwachen Volk!

    Der Schaden entsteht nicht so sehr durch direkten

    Wegfang von Bienen. Das Volk ist nur noch in der Defensive, tagelang, wochenlang, monatelang.

    Es wird keine Nahrung mehr eingetragen und die Folge davon ist letzlich der Zusammenbruch.


    LG, Norbert

    "Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.