Schwarmfalle

  • Schwarmfalle



    Ich habe einen Fernstand und kann nicht immer die Schwärme einfangen. In meinen Gedanken stelle ich mir eine Schwarmfalle vor, die aus Absperrgitter gebaut sein könnte. Diese Falle könnte man am Flugloch anbringen. Bienen können durch das Gitter ein- und ausgehen, der Königin wird dies verhindert. Da ich noch nie etwas von einer solchen Falle gehört habe wäre ich froh, für jeden Hinweis.


    Mit Imkergruss
    Edmond

    Schritt für Schritt hinterlasse ich Spuren, sie verwehen wieder so wichtig sind sie nicht. Aufgeschnappt in der Sahara.

  • Hallo Edmond, es gibt solche "Schwarmfänger", die man vor´s Flugloch anbringt. Vor Jahren habe ich in einen Imkereiartikelkatalog Schwarmfallen gesehen. Diese Fallen werden mit einen Pheromon-Duftstoff getränkt und locken so Deine (und nicht nur diese) Schwärme an. Leider weiss ich nicht genau, wer diese angeboten hat. In den USA lockt mn damit afrikanisierte Bienen an. In Mitelamerikanischen Ländern erneueret man so seine Bienenbestände. Es gibt auch andere Methoden. Neben den vielen Schwarmvorbeugenden und - verhindernden Mitteln hilft auch das Flügelstutzen der Königin. Aus Brasilien ist mir bekannt, das dort einfach leere Beuten mit Mittelwänden neben den Stand gestellt werden, bei uns aber nicht erlaubt. Anziehend für Schwärme sollen auch waagerecht aufgehängte Bretter sein, die an der Unterseite mit Eichenrinde beklebt werden. V.H.w. Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo zusammen
    Hallo Lothar


    "Aus Brasilien ist mir bekannt, das dort einfach leere Beuten mit Mittelwänden neben den Stand gestellt werden, bei uns aber nicht erlaubt"


    Das ist das erste mal, dass ich von diesem Verbot höre. Wieso eigentlich?
    Ich habe meine Klotzbeute mit Anfangsstreifen in den Rähmchen bestückt und warte nun auf den Schwarm, den ich hoffe, einfangen zu können(Wenn sich bei mir einer auf Wanderschaft begeben sollte). Wenn sich ein fremder Schwarm unbemerkt in dieser Beute einnistet, liegt es doch in der Natur der Bienen.
    Wo kann ich von solchen Verboten nachlesen?
    Gruß Guido

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • Hallo,


    ich habe eine alte Imkerausrüstung gekauft und da ist so ein kleiner Käfig, der vor dem Flugloch angebracht werden kann dabei.


    Der Effekt soll der sein, das die Königin in dem Käfig bleibt und man sie einfach nehmen und in eine andere Beute bringen kann. Der Schwarm kommt dann wohl automatisch nach. Der Verkäufer der Ausrüstung hat mir aber auch gesagt, das das nur funktioniert, wenn man relativ schnell die Königin vor dem Flugloch entfernt. Sonst würde Chaos im Volk ausbrechen, weil die alte Königin und die neue beide noch für das Volk "zu riechen" sind. Außerdem würden die Bienen des Schwarms das Flugloch versperren.


    Ausprobiert habe ich dieses Teil allerdings noch nicht.


    Gruß


    Thomas

    Gruß Thomas (Hatte mal vier Jahre lang Bienen. Dann aufgrund einer Bienengiftallergie aufgehört.)

  • Hallö Guido,


    leider ist das mit den Kästen zum Schwarmfangen gesetzlich untersagt. In der Bienenseuchenverordnung heißt es:



    III. Schutzmaßregeln gegen die Amerikanische Faulbrut


    1. Verschluss der Bienenwohnungen


    §6
    Von Bienen nicht mehr besetzte Bienenwohnungen sind stets bienendicht verschlossen zu halten.




    So ist es leider und deshalb wird sich der gesetzestreue Bürger auch daran halten ;-)

  • Hallo zusammen
    Hallo Rainer
    Danke für die Auskunft. Da bin ich ja mal wieder knapp an einer Ordnungswidrigkeit vorbeigeschrammt. Solche Regeln sollte man beim Eintritt in den Imkerverein ausgehändigt bekommen, denn Dummheit schützt vor Strafe nicht, wäre der Spruch beim zuwiderhandeln.
    Gruß Guido

    Das Leben sollte keine Reise sein, mit dem Ziel,attraktiv und mit einem gut erhaltenen Körper an unserem Grab anzukommen.
    Wir sollten lieber seitlich hineinrutschen, Schokolade in einer Hand,Eis in der anderen, unser Körper total verbraucht und schreiend
    "Wow, was für eine Fahrt!"....

  • N'Abend oder Moin


    Neue Kisten als Schwarmfangkisten sollte problemlos gehen.


    ABER:


    Der bisher nicht benutzte Kasten wird ja mit dem ersten gefangenen Schwarm benutzt, ist also quasi nicht mehr jungfräulich. Und da gehts ja vor allem um die Übertragung von Viren, Sporen etc.. Da sollte man also schon vorsichtig sein.

    Es gibt Imker, die das durch Einlegen eines passenden Kartons umgehen. Der Karton wird quasi als Schwarmlockbeute genutzt (und danach entsorgt), die (Holz/Styropor)beute drumherum ist der Wetterschutz für die Kartonkiste.


    Grüsse, Robert

  • An einer neuen Beute mit neuen Rähmchen, kann sich keine Suchbiene und kein Schwarm infizieren.

    Angst vor der "Obrigkeit" ist eine typisch deutsche Eigenschaft. Sie führt dazu, dass jede gesetzliche Bestimmung enger ausgelegt wird als sie ist.

  • Das Thema wurde nahezu alljährlich diskutiert, z.B. hier:


    Schwarm in leere Beute locken: Ginge das theoretisch?


    Mein Imkerpate betreibt bewußt Schwarmimkerei. Er lockt seine Schwärme in seitlich offene Holzkästen (etwas kleiner als Zargen), die er auf ca. 3m hohen Metallstangen auf der einzig offenen Seite seines Bienenstandes in etwa 10 m Entfernung platziert.

    Nach meinem bisherigen Eindruck hängen sich Schwärme (v.a. die Vorschwärme) zunächst vorzugsweise in Standnähe auf und suchen von dort aus mit ihren Kundschafterinnen eine endgültige Bleibe. Vorteilhaft ist es deshalb, den Bienen in Standnähe solche vorläufigen Aufhängemöglichkeiten anzubieten bzw. den Stand mit Gehölzen allseits zu umgrenzen. Anfangs ist die Flughöhe der abgehenden Schwärme niedrig. Die Heideimker haben ihre Bienenstände zum Einfangen der Nachschwärme offenbar ebenso ausgewählt (geschlossene Form des Standes, umgeben von Gehölzen/Wald):

    https://av.tib.eu/media/9349


    Mir ist es bei Kollegen auch einmal gelungen, einen startend-suchenden Schwarm anzulocken mit einem Seerosenkorb, der bereits "beduftetet" war durch das Einschlagen eines Schwarms wenige Tage zuvor (mit weißen Wachsresten). Ein wieder ausgezogener Schwarm wurde mit einem leeren (aber Tage zuvor besetzten) Kö.-Abfangkäfig animiert, sich gezielt dort aufzuhängen.


    Ich bezweifle, daß fremde Schwärme durch einen besetzten Bienenstand angelockt werden. Das Gegenteil wäre logisch: Der Schwarm sucht ein neues Arreal, nicht ein bereits besetztes. Außerdem sind reisende Schwärme in größeren Höhen unterwegs, als daß sie im Gehölzstreifen eines Bienenstandes aufgehalten und plötzlich einen Zwischenhalt einlegen würden. Sie haben bereits über ein endgültiges Quartier abgestimmt und sind zielgerichtet nach dort unterwegs. Davon bringt die kein bestehender Bienenstand ab. Das belegen auch die Experimente von Dr. Thomas Seeley, der die "Mechanik" der Abstimmungsprozesse im Schwarm und der Wegeleitung zum endgültigen Quartier untersucht und in seinem Buch "Bienendemokratie" beschrieben hat.

  • An einer neuen Beute mit neuen Rähmchen, kann sich keine Suchbiene und kein Schwarm infizieren.

    In erster Linie, weil sie sich nicht sonderlich dafür interessieren.

    Ich bezweifle, daß fremde Schwärme durch einen besetzten Bienenstand angelockt werden.

    Widersprechen deine anderen Ausführungen nicht dieser Aussage? Wenn schon ein leerer Zusetzkäfig das Interesse weckt? Wenn der vorher besetzte Schwarmkorb diesen Zweck erfüllt?

    Schwärme mögen Unterkünfte, die schon einmal mit Bienen besetzt waren. Ich denke, sie finden diese mit Hilfe des Geruchsinns. Bienenstände riechen nach Bienenständen.

    Ein Bienenschwarm ist keine Naturkatastrophe...

  • Moin, Ribes,


    doch, Schwärme kommen mitunter an Stände. Vor einigen Jahren ein Kaffeetassenschwarm mit einer blauen 51. Landete im Birnbaum und kam aus keiner Beute am Stand. Ich habe sie eingefangen, einlogiert, Verstärkung dazugeholt und gefüttert... Weder hatte ich eine solche Königin, noch zeichne ich die überhaupt.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...